Zwei Befunde aus der Abnahme auf der Testinstanz.
1. Die Ablehnung eines Softwarekeys erschien als "[object Object]".
Die API verpackt Fehler als { error: { code, message } }; das
JavaScript las "data.message || data.error" und griff damit auf das
OBJEKT zu - ausgerechnet an der Stelle, an der die Begruendung stehen
sollte, warum ein Schluessel abgelehnt wurde. Eine Regel, die ihren
Grund nicht nennt, ist in der Bedienung dasselbe wie ein Defekt.
Derselbe Fehler steckte in login.php. Dort waere er schwerer wiegend:
An der zweiten Stufe ist diese Meldung der einzige Hinweis, warum es
nicht weitergeht. Beide lesen jetzt beide Formen - die verschachtelte
und die flache, die weiterhin vorkommt.
2. Die Textbox fuer die Modellliste stand neben statt unter ihrer
Beschriftung und behielt ihre Eigengroesse. Der umschliessende
form-group fehlte; genau der setzt im Stylesheet display:flex mit
column und laesst das Feld die Breite fuellen. Alle anderen
Textboxen der Oberflaeche haben ihn.
Zusaetzlich docs/HARDWAREKEY.md: Konzept, Beispielcode und Prueflíste
zur gleichwertigen Uebernahme in ein anderes Projekt. Der Schwerpunkt
liegt auf den drei Dingen, die wie eine Pruefung aussehen und keine
sind - cross-platform, response.authenticatorAttachment und ein blosses
x5c -, samt dem Gegentest, ohne den nichts belegt ist.
Kein Eingriff in src/, sql/ oder public/api/ - der Kern ist unveraendert
gegenueber dem Lauf mit 184 von 184 gruenen Testfaellen.
Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
19 KiB
Hardwarekey als zweiter Faktor — Konzept und Übernahme
Stand: Deploymentcenter 2.9.2, 21. September 2026
Dieses Dokument beschreibt die Hardwarekey-Anmeldung so, wie sie im Deploymentcenter läuft, und zwar mit dem Ziel, sie in einem anderen Projekt gleichwertig nachzubauen. Es ist bewusst konzeptlastig: Der PHP-Code ist die Referenz, nicht der Kern. Der Kern sind die Entscheidungen — und besonders die drei Dinge, die wie eine Prüfung aussehen und keine sind.
1. Was das Verfahren leistet — und was nicht
Leistet: Nach dem Passwort verlangt die Anmeldung einen Gegenstand, der physisch vorliegen muss. Es ist beweisbar, dass der private Schlüssel in einem Sicherheitselement entstanden ist und es nie verlassen hat. Die Anmeldung ist an die Adresse gebunden (RP-ID), also phishing-resistent: Eine nachgebaute Seite bekommt keine gültige Signatur, weil der Browser die echte Herkunft in die signierten Daten schreibt.
Leistet nicht:
- Keine Prüfung bei der Anmeldung. Attestation gibt es im Standard nur bei der Registrierung. Die Aussage lautet: „Dieser Schlüssel ist nachweislich in Hardware entstanden" — und sie trägt danach, weil der private Teil diese Hardware nicht verlassen kann. Bei jeder späteren Anmeldung wird nur noch die Signatur gegen den gespeicherten öffentlichen Schlüssel geprüft.
- Kein Schutz gegen einen kompromittierten Client. Wer den Browser kontrolliert, kann eine echte Zeremonie gegen einen echten Schlüssel auslösen. Dagegen hilft Attestation nicht und soll es nicht.
- Keine Aussage über den Menschen.
userVerificationsteht hier aufdiscouraged, es wird also keine PIN und kein Fingerabdruck verlangt. Wer den Schlüssel in der Hand hat, kommt hinein. Siehe §8.
2. Die drei Fallen
Das ist der wichtigste Abschnitt. Alle drei waren in der ersten Fassung (2.9.0) vorhanden und wurden erst im Betrieb als wirkungslos erkannt.
2.1 authenticatorAttachment: "cross-platform" ist keine Prüfung
authenticatorSelection: { authenticatorAttachment: 'cross-platform' }
Liest sich wie „nur angesteckte Hardware". Steuert aber nur, was der Browser
dem Benutzer anbietet. Ein Passwortverwalter meldet sich ebenfalls als
cross-platform und kommt anstandslos durch. Die Angabe darf drinbleiben —
sie verbessert die Auswahl —, aber sie sichert nichts zu.
2.2 response.authenticatorAttachment ist wertlos
Das Feld setzt der Client. Der Client ist genau die Instanz, gegen die serverseitig nichts zu beweisen ist. Wer darauf eine Regel stützt, hat eine Regel, die der Angreifer selbst ausfüllt.
2.3 Ein x5c allein beweist nichts
Der verführerischste Fehler. „Es ist ein Zertifikat dabei, also ist es Hardware" — nein. Jeder Authenticator kann sich selbst eines ausstellen.
Dieser Fall wurde gegen den fertigen Server gefahren, mit:
- eigenem EC-Schlüsselpaar,
- selbst ausgestelltem Zertifikat, Betreff
CN=Yubico U2F EE Serial 99999999, O=Yubico AB, OU=Authenticator Attestation, - der AAGUID eines echten YubiKey 5 NFC — in
authDataund in der Zertifikatserweiterung1.3.6.1.4.1.45724.1.1.4, - einer kryptografisch einwandfreien ES256-Signatur über
authData || SHA256(clientDataJSON).
Antwort: „Die Zertifikatskette endet nicht bei einer hinterlegten Herstellerwurzel." Abgelehnt an der Kette, nicht an der Signatur. Genau das ist die Probe, die eine Umsetzung bestehen muss. Kommt die Ablehnung wegen der Signatur, hat der Test sich selbst falsch gebaut und beweist nichts.
Die einzige Eigenschaft, die Software nicht herstellen kann, ist eine Kette bis zu einer Wurzel, deren privaten Schlüssel der Hersteller hat. Alles andere ist abschreibbar.
2.4 Und die AAGUID?
Eine AAGUID ist eine Behauptung im Datenstrom. Als alleiniges Kriterium
wertlos. Sinnvoll erst zusätzlich zur Wurzelprüfung — und dann muss die
AAGUID aus authData gegen die im Zertifikat gegengeprüft werden, sonst
filtert man wieder nach einer Behauptung.
Empfehlung: Modellliste leer lassen. Hersteller vergeben neuen Firmwareständen neue AAGUIDs. Eine gepflegte Liste ist eine Liste, die irgendwann einen echten Schlüssel abweist.
3. Datenmodell
CREATE TABLE user_credentials (
id INT AUTO_INCREMENT PRIMARY KEY,
user_id INT NOT NULL,
credential_id VARBINARY(255) NOT NULL, -- roh vom Authenticator
public_key TEXT NOT NULL, -- PEM, nicht COSE (siehe unten)
alg INT NOT NULL DEFAULT -7, -- -7 = ES256, -257 = RS256
sign_count BIGINT UNSIGNED NOT NULL DEFAULT 0,
aaguid VARBINARY(16) NULL,
attested TINYINT(1) NOT NULL DEFAULT 0, -- <- einzige Entscheidungsspalte
attestation_fmt VARCHAR(32) NULL,
attestation_ca VARCHAR(190) NULL,
attestation_root VARCHAR(190) NULL,
transports VARCHAR(128) NULL,
label VARCHAR(64) NOT NULL DEFAULT 'Hardwarekey',
created_at DATETIME NOT NULL,
last_used_at DATETIME NULL,
UNIQUE KEY ux_credential_id (credential_id),
KEY ix_credential_user (user_id)
);
Vier Entscheidungen, die man sonst zweimal trifft:
| Feld | Warum so |
|---|---|
public_key als PEM |
Geprüft wird mit openssl_verify(), das ein PEM will. Die Wandlung COSE→PEM einmal bei der Aufnahme zu bezahlen ist billiger als bei jeder Anmeldung. |
alg gespeichert |
Ließe sich aus dem PEM herleiten. Die Prüfung soll aber nicht davon abhängen, dass das Herleiten richtig geraten hat. |
credential_id UNIQUE global |
Die Kennung ist geräteweit eindeutig. Ohne UNIQUE landet derselbe Schlüssel an zwei Konten. |
attested als einzige Entscheidungsspalte |
Die drei Textspalten kommen aus einem Zertifikat, also von außen. Sie taugen zur Anzeige, nicht als Vergleichsgrundlage im Code. Das Bit hat der Server selbst gesetzt. |
Dazu am Benutzer: recovery_hash, recovery_created_at, recovery_used_at
für den Notfalltoken (§7).
4. Ablauf
Registrierung (verlangt bestehende Anmeldung + CSRF)
Browser Server
|-- POST ?action=register_options ------------>|
| erzeugt 32 Byte challenge,
| legt sie in die Sitzung
|<-- publicKey{ challenge, rp, user, |
| pubKeyCredParams, attestation, |
| excludeCredentials } |
| |
| navigator.credentials.create() |
| |
|-- POST ?action=register_verify ------------->|
| { clientDataJSON, attestationObject } |
| 1. clientData prüfen
| 2. authData zerlegen
| 3. Attestation prüfen <- §5
| 4. Regel anwenden <- §6
|<-- { attested, root, aaguid } |
Anmeldung (zweite Stufe, noch niemand angemeldet)
Der Zwischenzustand ist wichtig: Nach richtigem Passwort steht in der
Sitzung nur pending_user_id — isLoggedIn() bleibt false. Erst der
zweite Faktor macht daraus eine Anmeldung. Wer hier eine „halbe" Anmeldung
baut, hat die Sicherheitslücke schon eingebaut.
const PENDING_TIMEOUT = 300; // Zwischenzustand verfällt nach 5 Minuten
5. Der Kern: Attestationsprüfung
Reihenfolge ist nicht beliebig. Erst die Signatur, dann die Kette — nur so lässt sich später unterscheiden, ob ein Schlüssel kaputt oder bloß nicht zugelassen ist.
public static function inspect(
array $attestationObject, // CBOR-dekodiert
string $authDataRaw,
string $clientDataJson,
?string $aaguidFromAuthData,
array $trustedRoots // PEM je Wurzel
): array {
$format = $attestationObject['fmt'] ?? 'unbekannt';
$stmt = $attestationObject['attStmt'] ?? [];
// "none": Passwortverwalter, eingebaute Passkeys. Keine Behauptung.
if ($format === 'none' || $stmt === []) {
return ['attested' => false,
'reason' => 'Der Authenticator hat keine Attestation mitgeschickt.'];
}
$chain = $stmt['x5c'] ?? null;
// "self attestation": beweist, dass der Schlüssel zu sich selbst passt.
// Über Hardware sagt das nichts.
if (!is_array($chain) || $chain === []) {
return ['attested' => false,
'reason' => 'Die Attestation ist selbst unterschrieben.'];
}
$leafPem = self::derToPem($chain[0]);
$parsed = openssl_x509_parse($leafPem);
self::checkValidity($parsed); // abgelaufen?
$clientDataHash = hash('sha256', $clientDataJson, true);
if ($format === 'packed') { // CTAP2, Normalfall
self::verifyPacked($leafPem, $stmt['sig'],
$authDataRaw . $clientDataHash, $stmt);
self::checkAaguidExtension($parsed, $aaguidFromAuthData);
} elseif ($format === 'fido-u2f') { // CTAP1, ältere Keys
self::verifyU2f($leafPem, $stmt['sig'], $authDataRaw, $clientDataHash);
} else {
// tpm, android-key, apple: nicht umgesetzt. Ablehnen ist ehrlicher
// als durchwinken — ein ungeprüftes Format als "geprüft" zu führen
// wäre genau der Fehler, den diese Klasse behebt.
throw new \RuntimeException("Format \"$format\" wird hier nicht geprüft.");
}
$root = self::chainVerifies($chain, $trustedRoots); // <- die Aussage
if ($root === null) {
throw new \RuntimeException(
'Die Zertifikatskette endet nicht bei einer hinterlegten Herstellerwurzel.');
}
return ['attested' => true, 'root' => $root, 'format' => $format];
}
5.1 Kettenprüfung — gegen eigene Wurzeln
private static function chainVerifies(array $derChain, array $trustedRoots): ?string
{
if ($trustedRoots === []) {
throw new \RuntimeException('Keine Herstellerwurzeln hinterlegt.');
}
$intermediates = array_map([self::class, 'derToPem'], array_slice($derChain, 1));
$current = self::derToPem($derChain[0]);
for ($step = 0; $step < 6; $step++) {
foreach ($trustedRoots as $rootPem) {
if (self::signedBy($current, $rootPem)) {
return self::describe(openssl_x509_parse($rootPem));
}
}
$next = null;
foreach ($intermediates as $i => $kandidat) {
if (self::signedBy($current, $kandidat)) {
$next = $kandidat; unset($intermediates[$i]); break;
}
}
if ($next === null) { return null; }
self::checkValidity(openssl_x509_parse($next));
$current = $next;
}
return null;
}
private static function signedBy(string $certPem, string $issuerPem): bool
{
$key = openssl_pkey_get_public($issuerPem);
return $key !== false && openssl_x509_verify($certPem, $key) === 1;
}
Nicht
openssl_x509_checkpurpose()benutzen. Dessen Wurzelspeicher ist der des Betriebssystems, und dort steht die Web-PKI — also genau die falsche Menge. Eine Attestationskette soll bei einem Hersteller enden und nirgends sonst.
5.2 fido-u2f — anderes signiertes Material
Ältere Schlüssel über CTAP1 signieren nicht authData, sondern:
0x00 | rpIdHash | clientDataHash | credentialId | 0x04 | x | y
Erbe aus der Zeit vor WebAuthn. Wer das Format weglässt, weist ältere Hardware ab. U2F kennt nur ES256, und die AAGUID ist dort immer Null — eine Modellliste greift für diese Geräte also grundsätzlich nicht.
5.3 Klonerkennung
if (!($storedSignCount === 0 && $neuerZaehler === 0)
&& $neuerZaehler <= $storedSignCount) {
throw new \RuntimeException('Zähler nicht gestiegen — möglicherweise ein Duplikat.');
}
Die Ausnahme ist notwendig: Ein Teil der Hardware führt den Zähler gar nicht und meldet konstant 0. „Zählt nicht" darf nicht wie „geklont" aussehen.
6. Die Regel — drei Stufen, nicht ein Schalter
| Stufe | Aufnahme | Anmeldung | attestation in den Vorgaben |
|---|---|---|---|
off |
jeder | alle | none |
register |
nur nachgewiesen | alle | direct |
strict |
nur nachgewiesen | nur nachgewiesene | direct |
Warum die Mittelstufe zwingend ist: Bei attestation: "none" ersetzt der
Browser die AAGUID durch 16 Nullbytes, bevor der Server sie sieht. Alle
vor der Umstellung registrierten Schlüssel haben daher keine Herkunft —
auch echte Yubikeys. Ein einzelner Schalter sperrt in dem Moment, in dem man
ihn umlegt, den eigenen Zugang aus.
Der Übergang nach strict muss bewacht sein:
public function blockingReason(string $desiredLevel, int $actingUserId): ?string
{
if ($desiredLevel !== self::STRICT) { return null; }
$stmt = $this->db->prepare(
'SELECT COUNT(*) FROM user_credentials WHERE user_id = :u AND attested = 1');
$stmt->execute([':u' => $actingUserId]);
if ((int)$stmt->fetchColumn() > 0) { return null; }
return 'Kein nachgewiesener Schlüssel am eigenen Konto. '
. '"strict" würde die eigene Anmeldung sperren.';
}
Eine Einstellung, die sich selbst aussperrt, ist keine Einstellung, sondern eine Falle.
Und die Regel zweimal prüfen. allowCredentials ist eine Vorgabe an den
Browser, keine Zusage des Clients:
// login_options: filtert die Auswahl
$ids = $repo->rawIdsForUser($userId, $policy->appliesToLogin());
// login_verify: entscheidet wirklich
if ($policy->appliesToLogin() && (int)$credential['attested'] !== 1) {
Auth::recordSecondFactorFailure($db, 'not_attested');
Http::fail(403, 'not_attested', '...');
}
7. Ersatzweg: der Notfalltoken
Ohne ihn ist ein verlorener Schlüssel ein verlorenes Konto.
- Nur der Hash in der Datenbank, Klartext genau einmal bei der Erzeugung sichtbar.
- Einmalgebrauch, Hash wird beim Verbrauch geleert.
recovery_used_atbleibt stehen: Ohne diese Spur sieht „keiner hinterlegt" genauso aus wie „es gab nie einen", während es in Wahrheit heißt: jemand hat ihn benutzt.- Alphabet ohne
0/Ound1/I, Gruppen zu vier Zeichen — er wird abgeschrieben und vorgelesen. - Läuft als gewöhnliches Formular, nicht über JavaScript. Ein Ersatzweg mit denselben Voraussetzungen wie der Hauptweg ist keiner.
Der Notfalltoken gilt unabhängig von der Regel. Das ist Absicht: Er ist der Weg zurück aus einer Fehlkonfiguration.
8. Bewusst offene Punkte
| Punkt | Stand | Wenn das Zielprojekt mehr braucht |
|---|---|---|
userVerification |
discouraged — keine PIN |
Auf required stellen; verlangt dann PIN/Biometrie am Schlüssel und prüft das UV-Bit in authData. |
| FIDO Metadata Service | nicht angebunden | Kanonischer Weg zu „jede zertifizierte Hardware". Signierter JWT-Abruf mit Auffrischung — eine laufende Außenabhängigkeit in der Anmeldestrecke. |
tpm / apple |
abgelehnt | Windows Hello und Secure Enclave sind hardwaregestützt, sitzen aber im selben Gerät wie der erste Faktor. |
| Enterprise Attestation | nein | Liefert eine geräteindividuelle Kennung. Braucht Browser-Richtlinien auf verwalteten Rechnern. |
9. Portierung in ein anderes Projekt
9.1 Was sprachunabhängig ist
Alles in §2 bis §7. Die Fallen, die Reihenfolge der Prüfungen, das Datenmodell, die drei Stufen, der Notfalltoken.
9.2 Was zu ersetzen ist
| PHP | Entsprechung .NET | Entsprechung Node |
|---|---|---|
openssl_x509_parse |
X509Certificate2 |
crypto.X509Certificate |
openssl_x509_verify($c,$k) |
X509Certificate2.Verify() bzw. Signaturprüfung über X509Chain mit eigenem CustomTrustStore |
cert.verify(publicKey) |
openssl_verify |
ECDsa.VerifyData / RSA.VerifyData |
crypto.verify |
| eigener CBOR-Leser | PeterO.Cbor |
cbor |
.NET-Hinweis: Für die Kettenprüfung
X509ChainPolicy.TrustMode = CustomRootTrustsetzen und die Herstellerwurzeln inCustomTrustStorelegen. Ohne das prüft .NET gegen den Betriebssystemspeicher — derselbe Fehler wieopenssl_x509_checkpurpose().
9.3 Wurzelzertifikate
Yubico veröffentlicht sie unter https://developers.yubico.com/PKI/yubico-ca-certs.txt. Für WebAuthn sind drei relevant:
- Yubico U2F Root CA Serial 457200631 (2014) — YubiKey 4 und 5
- Yubico FIDO Root CA Serial 450203556 (2024)
- Yubico Attestation Root 1 (2024-12)
Die dort ebenfalls veröffentlichten Wurzeln für PIV und OpenPGP gehören nicht dazu — sie signieren anderes und vergrößerten nur die Menge des Akzeptierten.
Andere Hersteller (SoloKeys, Nitrokey, Feitian, Token2) brauchen ihre eigenen Wurzeln. Fehlen sie, wird echte Hardware abgewiesen — das ist eine Konfigurationslücke, kein Urteil über das Gerät.
9.4 RP-ID
Ein registrierter Schlüssel gilt nur für die Kennung, unter der er aufgenommen wurde. Test- und Produktivinstanz brauchen je eine eigene Registrierung. Das ist kein Mangel, sondern der Kern des Verfahrens — genau deshalb läuft ein Anmeldeversuch auf einer nachgebauten Seite ins Leere.
10. Prüfliste für die Übernahme
Eine Umsetzung gilt erst als fertig, wenn alle Punkte belegt sind:
- Ein echter Hardwarekey wird aufgenommen und zeigt die erreichte Wurzel
- Ein Passwortverwalter-Passkey (
fmt: none) wird abgewiesen - Ein selbst ausgestelltes Zertifikat mit gültiger Signatur und abgeschriebener AAGUID wird abgewiesen — an der KETTE, nicht an der Signatur (§2.3; ohne diesen Nachweis ist nichts belegt)
- Zwischenzustand:
isLoggedIn()bleibt nach richtigem Passwort false - Zwischenzustand verfällt nach 5 Minuten
- Zähler-Rückschritt wird erkannt, beide-Null bleibt erlaubt
- Notfalltoken funktioniert ohne JavaScript und ist danach verbraucht
strictlässt sich nicht einschalten, solange kein nachgewiesener Schlüssel am eigenen Konto hängt- Ein Konto zu löschen entfernt seine Credential-Zeilen (sonst ist der Schlüssel wegen UNIQUE dauerhaft verbrannt)
- Fehlermeldungen kommen beim Benutzer lesbar an
Der letzte Punkt steht nicht aus Höflichkeit dort: Genau hier hatte diese
Umsetzung einen Fehler. Die API verpackt Fehler als
{ error: { code, message } }, das JavaScript las data.message || data.error — und zeigte [object Object] an, ausgerechnet dort, wo die
Begründung der Ablehnung stehen sollte.
11. Referenzdateien im Deploymentcenter
| Datei | Inhalt |
|---|---|
src/Core/Webauthn/Attestation.php |
Attestationsprüfung, Kette, AAGUID-Gegenprobe |
src/Core/Webauthn/HardwarePolicy.php |
Die drei Stufen, Modellliste, Bewachung |
src/Core/Webauthn/WebauthnServer.php |
Die beiden Zeremonien |
src/Core/Webauthn/CoseKey.php |
COSE → DER/PEM, von Hand |
src/Core/Webauthn/Cbor.php |
CBOR-Leser, nur so groß wie nötig |
src/Core/Webauthn/CredentialRepo.php |
Schlüssel und Notfalltoken |
src/Core/Webauthn/roots/yubico.pem |
Die drei Wurzeln |
public/api/auth/v1/index.php |
Die vier Aktionen |
sql/migrations/019_*.sql, 021_*.sql |
Datenmodell |
tests/e2e/suite_hardware.py |
Fünf Fälle, ohne Krypto-Bibliothek |
docs/UPGRADE.md §17, §18 |
Einführung und Verschärfung im Betrieb |