R10: Lesender Bestandsabgleich (IBrokerPortfolioReader) + Datenlage-Konzepte

Eigener Seam neben IBrokerClient: Wer handelt, braucht ihn nicht; wer die
eigene Buchfuehrung gegen den Broker abstimmt, braucht nur ihn. Zuteilung
und Verfall aendern Positionen ohne Order von uns - ohne Abgleich laeuft
das Managementbuch zwangslaeufig auseinander.

- IBrokerPortfolioReader mit GetPositionsAsync/GetExecutionsAsync;
  implementiert von IbkrBrokerClient und NullBrokerClient (DI registriert
  beide Rollen auf derselben Instanz).
- IbkrConnection: reqAccountUpdates statt reqPositions (nur dieser Weg
  liefert Marktwert und unrealisierten G/V), reqExecutions inkl. Zuordnung
  der verspaetet eintreffenden commissionReport-Callbacks ueber die ExecId.
- BrokerPosition/BrokerExecution als Broker-Wahrheit neben Position;
  IbkrMapping: ParseSide, ParseExecutionTime, FormatExecutionFilterTime
  (UTC wegen TWS-Warnung 2174) - mit Unit-Tests.
- Verifiziert gegen Paper-Konto DUR371528: 2 Positionen, 2 Ausfuehrungen
  inkl. Kommissionen.

Doku: Kapital- und Buchmodell (drei Wahrheiten, Kapitalzuteilung),
KONZEPT-Datenlage-und-Strategien (gemessen, was die API auf diesem Konto
liefert). Options-Wheel: Greeks bei verzoegerten Daten funktionieren
(Feld 83); Earnings-Termine sind ueber die TWS API nicht erreichbar
(Fehler 10358) - Behelf ueber IV-Filter statt Fremddatenquelle.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
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Richard
2026-08-06 10:51:51 +02:00
co-authored by Claude Opus 5
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+11 -2
View File
@@ -125,10 +125,19 @@ internal static class Program
services.AddSingleton<IPortfolioService, PortfolioService>();
services.AddSingleton<IExecutionService, ExecutionService>();
// Echter TWS-Broker nur, wenn ausdrücklich aktiviert – sonst der NullBroker, der nie handelt.
// Beide Rollen (Handel + lesender Bestandsabgleich) bedient dieselbe Instanz.
if (settingsService.Settings.IBKR.UseTwsApi)
services.AddSingleton<IBrokerClient, IbkrBrokerClient>();
{
services.AddSingleton<IbkrBrokerClient>();
services.AddSingleton<IBrokerClient>(sp => sp.GetRequiredService<IbkrBrokerClient>());
services.AddSingleton<IBrokerPortfolioReader>(sp => sp.GetRequiredService<IbkrBrokerClient>());
}
else
services.AddSingleton<IBrokerClient, NullBrokerClient>();
{
services.AddSingleton<NullBrokerClient>();
services.AddSingleton<IBrokerClient>(sp => sp.GetRequiredService<NullBrokerClient>());
services.AddSingleton<IBrokerPortfolioReader>(sp => sp.GetRequiredService<NullBrokerClient>());
}
// Core-Worker/Services
services.AddSingleton<BackupWorker>();
+1
View File
@@ -128,6 +128,7 @@ Pin `new MariaDbServerVersion(new Version(11, 8, 6))`. Verbindung aus `appsettin
- [x] **Echter `IbkrBrokerClient` über die TWS API** (2026-07-31): `src/IBKRTrader.Core/Trading/Ibkr/` – `IbkrMapping` (rein, unit-getestet), `IbkrConnection` (Socket + reqId-Korrelation), `IbkrBrokerClient` (`IBrokerClient`). Aktivierung über `IBKRSettings.UseTwsApi`; `NullBrokerClient` bleibt Default. Design und Grenzen: [IBKR-Integration.md](IBKR-Integration.md), Einstellungen: [TWS-Setup-Checkliste.md](TWS-Setup-Checkliste.md).
- [x] Gegen Paper-Konto DUR371528 verifiziert: Verbindung, Konto (NetLiquidation 100.105,50 EUR), Kurse (AAPL/MSFT/NVDA, verzögert) und Fehlerpfade
- [x] Orderpfad bis zur Broker-Annahme per **What-If-Order** verifiziert (Aktie + Option, keine Ausführung); **Optionsberechtigung im Paper-Konto bestätigt**
- [x] **`IBrokerPortfolioReader`** (Bestand + Ausführungen beim Broker) – eigener Seam neben `IBrokerClient`, Grundlage für den Abgleich der eigenen Buchführung; gegen DUR371528 verifiziert (2 Positionen, 2 Ausführungen inkl. Kommissionen)
- [ ] **Offen:** `PlaceOrderAsync` mit echter Ausführung verifizieren (Fill → Buchung); asynchrone Fill-Verfolgung (Orders ohne sofortige Ausführung)
- [ ] IBKR-Account-Credentials mit `EncryptedStringConverter` speichern
+5
View File
@@ -97,6 +97,11 @@ kommen verzögerte Daten (siehe Marktdaten unten). Modul-Konzept:
> **What-If als Testwerkzeug:** Damit lässt sich der gesamte Orderpfad bis zur Broker-Annahme prüfen,
> ohne eine Position zu eröffnen. Der Adapter nutzt es nicht produktiv – für Vorabprüfungen
> (Margin-Deckung vor einer echten Order) wäre es aber ein naheliegender Ausbau.
Welche Daten die API auf diesem Konto tatsächlich liefert – und welche Strategien das trägt –
steht gemessen in [konzepte/KONZEPT-Datenlage-und-Strategien.md](konzepte/KONZEPT-Datenlage-und-Strategien.md).
Kurz: Kurshistorie (30 Jahre), Volatilitätshistorie, Optionsketten und Griechen ja;
Fundamentaldaten und Marktscanner nein (Abo nötig).
### Historie: welcher Gateway?
Aktuell laufen die Marktdaten-Worker über die **Client Portal Web API** (`IBKRGatewayService`).
Später zu entscheiden:
+475
View File
@@ -0,0 +1,475 @@
# Kapital- und Buchmodell
> **Status: Konzept (2026-08-03) – noch nicht implementiert.**
> Dieses Dokument beschreibt, wie mehrere Strategien gleichzeitig auf *einem* IBKR-Konto mit *einem*
> Guthaben arbeiten können, ohne sich gegenseitig zu stören, und wie das gegen die steuerliche
> Buchführung abgegrenzt ist. Es dient als Referenz, gegen die die spätere Umsetzung geprüft wird.
## 0. Problemstellung und Abgrenzung
TWS lässt sich pro Rechner nur einmal betreiben – wir sind an **ein** Konto mit **einem** Guthaben
gebunden. Trotzdem sollen mehrere Strategie-Module parallel handeln. Daraus folgen vier Anforderungen:
1. Jedes Modul bekommt eine **klar begrenzte Kapitalmenge**, die es binden darf.
2. Jede Position hat einen **eindeutigen Eigentümer**. Kein Modul darf die Position eines anderen
Moduls oder eine manuell angelegte Position anfassen.
3. Das Konto darf durch Modul-Handel **niemals ins Minus oder in Margin** laufen.
4. Die **steuerliche Buchführung** ist davon vollständig unabhängig und muss zu 100 % stimmen.
Nicht Gegenstand dieses Dokuments: Strategielogik, Signalerzeugung, Marktdatenversorgung.
---
## 1. Die drei Wahrheiten
Es gibt drei Datenquellen mit unterschiedlicher Autorität. Sie dürfen sich nicht vermischen.
| Ebene | Quelle | Autoritativ für | Latenz |
|---|---|---|---|
| **Steuerbuch** (`acc_`) | Flex Query | Geld, Steuer, GuV – alles gegenüber der Steuerbehörde | T+1 |
| **Depot-Ist** | TWS-API-Snapshot | Was *jetzt* real im Konto liegt | Sekunden |
| **Managementbuch** (`core_`) | eigene Order-Events + Abgleich | Zuordnung von Positionen zu Büchern | live |
**Harte Regel:** Das Managementbuch beeinflusst das Steuerbuch **niemals** – weder korrigierend noch
ergänzend. Der Accounting-Ingest liest Flex Query, klassifiziert und bucht; ob dabei eine `BookId`
bekannt ist, ist ihm gleichgültig. Die Modulzuordnung ist eine *optionale, nicht-autoritative*
Beistelltabelle (Flex-Trade-ID ↔ BookId). Fehlt sie oder ist sie falsch, ändert sich am Steuerergebnis
exakt nichts.
Umgekehrt gilt: Das Managementbuch **bezieht** Korrekturen aus dem Steuerbuch (Gebühren, Dividenden,
Splits), nie andersherum.
---
## 2. Bücher (Books)
Ein **Buch** ist ein Kapitaltopf mit zugeordneten Positionen. Bücher sind:
| Buch | Bedeutung | Handelt | Limits gelten |
|---|---|---|---|
| je Strategie (`CT`, …) | ein Modul, ggf. ein Parametersatz | ja | ja |
| `MANUAL` | von Hand in TWS/IBKR angelegt | nein (nur extern) | **nein**, zählt aber mit |
| `UNASSIGNED` | am Broker gefunden, keinem Buch zugeordnet | nein | zählt mit |
| `HOUSE` | nicht allokierte Reserve, FX, Ausgleichsposten | nein | – |
**`BookId` ist ein eigenes Konzept, nicht der Modulname.** Default `BookId == Modulname`, aber die
Trennung erlaubt später mehrere Bücher desselben Moduls und macht `MANUAL`/`UNASSIGNED`/`HOUSE`
sauber modellierbar. Jetzt kostenlos, später teuer nachzurüsten.
### Eigentumsregeln (im Core erzwungen, nicht per Konvention)
1. Ein Verkaufssignal von Buch *b* kann **nur Positionen von *b*** reduzieren, gedeckelt auf
`Menge(b, Symbol)`. Darüber hinaus wird gekappt – **niemals** wird ein Short erzeugt.
2. `MANUAL` und `UNASSIGNED` senden keine Signale und empfangen keine.
3. Ein Modul kann seine `BookId` **nicht selbst wählen**. Sie stammt aus der Modul-Registrierung und
wird serverseitig gesetzt; `TradeSignal.SourceModule` aus dem Modul ist nicht vertrauenswürdig.
4. Module bekommen `IBrokerClient` **nicht** per DI – ausschließlich `IExecutionService`.
Sonst ist die gesamte Buchführung umgehbar.
5. Ein Kill-Switch/Supervisor darf alles liquidieren – als explizite Core-Autorität mit eigener
Konfiguration, standardmäßig unter Ausschluss von `MANUAL`.
---
## 3. Kapitalmodell: ein Pool, Obergrenzen
**Es gibt keinen Kapitaltransfer zwischen Büchern.** Kein Buch-Cash, keine Rebalancing-Läufe, keine
Ausgleichsforderungen. Stattdessen ein gemeinsamer Cash-Pool und pro Buch eine Obergrenze:
```
Verteilbar = FreiesCash(gehaircuttet) + Σ Modul-Positionswert − HouseReserve
Cap(b) = konfigurierter Anteil × Verteilbar (Default: Gleichverteilung)
Gebunden(b) = Marktwert der Positionen von b + offene Reservierungen von b
Headroom(b) = min( Cap(b) − Gebunden(b), freies Pool-Cash )
```
### Eigenschaften, die bewusst so sind
- **Gewinne verteilen sich von selbst.** Realisiert ein Buch einen Gewinn, wächst der gemeinsame Pool;
da alle Caps aus `Verteilbar` abgeleitet werden, steigt der Headroom **aller** Bücher. Diversifikation
ohne einen einzigen Zwangsverkauf.
- **Ein Buch darf über seinem Cap liegen.** Steigen die Positionen im Wert, passiert nichts – außer
dass nicht mehr nachgekauft werden darf. Der Zustand „über Cap" ist **legal**, wird angezeigt und
gemeldet, aber **nie geheilt**. Es wird niemals eine Position geschlossen, nur um eine Zielquote
herzustellen.
- **`Σ Caps ≤ 100 % − Reserve` wird beim Start validiert.** Sonst könnte ein schnelles Buch ein
langsames aushungern („wer zuerst kommt").
- **Die Modul-Welt sieht nie den NAV**, sondern nur ihr eigenes Kapital plus freies Cash. Manuelle
Positionen – auch kreditfinanzierte – sind eine Black Box, die nur über das freie Cash wirkt.
### Kapitalführung ≠ Performance-Messung
Die Kapitalführung ist ein Pool plus Caps. Die GuV **pro Buch** ist eine reine *Auswertung* über die
Trade-Historie (für Supervisor und Reporting) und steuert nichts. Diese Entkopplung ist beabsichtigt.
---
## 4. Keine Margin – die Sperre
**Modul-Handel ist strikt cash-only. Manueller Handel darf Margin nutzen.** Der Kontotyp ist
Cash-Konto; brokerseitig kann trotzdem Margin verfügbar sein, deshalb ist die Software-Sperre
zwingend und testpflichtig.
### Schicht A – richtige Bemessungsgrundlage
`BuyingPower` und `AvailableFunds` sind auf einem Margin-Konto bereits gehebelt gerechnet und als
Basis unbrauchbar. Maßgeblich ist:
```
FreiesCash = min(TotalCashValue, AvailableFunds) − HouseReserve − Σ offene Reservierungen
```
`TotalCashValue` ist das echte Bargeld. Eröffnest du manuell eine Margin-Position, sinkt es, und die
Modul-Kaufkraft schrumpft automatisch mit. Bei `TotalCashValue ≤ 0` ist die Modul-Kaufkraft null –
ohne Sonderlogik. Module können einen manuellen Kredit strukturell nicht ausweiten.
### Schicht B – kein Short
Verkäufe werden auf die Buchmenge gekappt. Shorts sind implizit Margin.
### Schicht C – Währung
Ein Kauf in Währung X darf **nur aus Cash in Währung X** finanziert werden. Andernfalls entsteht ein
Sollsaldo in X – ein Margin-Kredit, auch wenn das Konto in Summe positiv aussieht. Buch-Cash und
Reservierungen werden deshalb **pro Währung** geführt (siehe Abschnitt 7).
### Schicht D – Watchdog
Ein Hosted Service prüft Cash und Margin-Kennzahlen laufend. Bei Unterschreitung: **globaler
Kauf-Stopp + Alarm** – und **niemals automatisches Verkaufen** zur Heilung. Ein
Selbstheilungs-Amoklauf ist gefährlicher als der Zustand, den er beheben soll.
---
## 5. Reservierungen (Order-Lebenszyklus)
Verhindert, dass zwei Module gleichzeitig dasselbe Geld ausgeben. Persistent in der DB, nicht im RAM.
```
INTENT → RESERVED → SUBMITTED → FILLED | PARTIAL | CANCELLED | REJECTED | EXPIRED
```
- **Reservierungshöhe:** `Menge × Referenzpreis × (1 + Puffer)` + geschätzte Kommission.
Puffer klein bei Limit-Orders (das Limit *ist* die Obergrenze), größer bei Market (Slippage),
zusätzlich FX-Puffer bei währungsübergreifenden Vorgängen.
- **Atomar** gegen Buch-Headroom *und* Pool-Cash, in einer DB-Transaktion hinter einem **globalen
Order-Lock**. Bei einer TWS-Verbindung reicht ein einfacher `SemaphoreSlim`; feingranulare Locks
wären hier nur eine zusätzliche Fehlerquelle.
- **Freigabe** beim Terminalzustand; Differenz zwischen Reservierung und echtem Fill fließt zurück.
- **TTL zwingend.** Erreicht eine Reservierung ohne Terminalzustand ihr Ablaufdatum oder den
Handelsschluss → **Alarm, keine stille Freigabe**. Eine hängende Order, deren Reservierung
freigegeben wird, gibt das Geld zweimal aus.
- **Idempotenz** über `SignalId` bzw. eine Client-Order-ID, damit ein Reconnect keine Doppelorder
erzeugt.
- **Crash-Recovery:** beim Start alle nicht-terminalen Reservierungen gegen die offenen Broker-Orders
abgleichen; Waisen → Quarantäne + Alarm.
---
## 6. Limits und Feedback an die Module
### Konzentrationslimit pro Einzelwert
```
SymbolExposure(s) = Σ_b Marktwert(b, s) ← über ALLE Bücher, inkl. MANUAL
Prüfung: SymbolExposure(s) + geplanter Kauf ≤ MaxSymbolPercent × NAV
```
- **NAV als Nenner**, nicht der Positionswert – sonst wird das Limit bei viel Cash absurd eng und bei
wenig Cash absurd weit.
- **`MANUAL` ist von der Prüfung befreit, zählt aber voll in den Zähler.** Hältst du 50 % AAPL von
Hand, sind die Module bei AAPL vollständig gesperrt. So gewollt.
- **Verkäufe sind nie limitiert.** Ein Limit darf niemals das Schließen einer Position verhindern.
### Feedback-Kontrakt
Das Gate ist **hart**. Das Modul entscheidet nur, *wie es auf die Ablehnung reagiert* – nicht, ob das
Limit gilt. Ein erneut gesendetes zu großes Signal wird wieder abgelehnt. Der Core trimmt nicht
selbstständig; die Entscheidung liegt auf Strategieebene.
```csharp
record LimitBreach(
LimitKind Kind, // SymbolConcentration | BookCap | CashAvailable
// | FxBuffer | CurrencyNotAllowed | VenueNotAllowed
string Scope, // "AAPL" | "CT" | "USD"
decimal Current,
decimal Limit,
int MaxQuantity, // was jetzt noch ginge
decimal MaxNotional);
```
Ergänzend eine Vorab-Query `GetHeadroom(book, symbol)`, damit ein gut gebautes Modul gar nicht erst
gegen die Wand fährt und seine Order gleich richtig dimensioniert.
**Drossel:** Ein Modul, das dasselbe Signal wiederholt gegen dieselbe Wand schickt, wird nach N
Versuchen pro `SignalId` gedämpft und protokolliert. Sonst produziert eine schlecht geschriebene
Strategie Logfluten und TWS-Last.
---
## 7. Währungen und Handelsplätze
**Kontobasiswährung:** konfigurierbar, bei Ersteinrichtung festgelegt, danach gesperrt
(siehe Abschnitt 11 – eine Änderung nach dem ersten Trade macht alle historischen Bewertungen,
Caps und GuV-Zahlen ungültig).
- Produktion (US LLC): `USD`
- Test/Paper (EU): `EUR`
### Contract-Auflösung ist Pflicht
Eine Order mit nacktem Symbol-String über `SMART` kann bei mehrdeutigen Tickern still an einer Börse
in einer anderen Währung landen. Deshalb:
- Vor jeder Order wird der Contract über `reqContractDetails` aufgelöst; `currency`, `exchange`,
`primaryExchange` und `conId` werden geprüft.
- **Whitelist auf zwei Achsen:** Währung ∈ `AllowedCurrencies` **und** Handelsplatz ∈ konfigurierter
Liste. Verstoß → harte Ablehnung, unabhängig vom Modul.
- Das Ergebnis wird gecacht; **die `conId` wird in der Position gespeichert.** Sie ist IBKRs
eindeutige Instrumenten-ID und deutlich sicherer als ein Ticker.
### FX-Marge als Sicherheitspuffer, nicht als Exposure-Deckel
Bei überwiegendem Handel in Kontobasiswährung wäre ein FX-Exposure-Limit meist verletzt und damit
nutzlos. Sinnvoll wirkt die Marge an drei anderen Stellen:
1. **Bewertungs-Haircut:** Fremdwährungs-Cash geht mit Abschlag in `Verteilbar` ein → das eigene
Kapital wird nie überschätzt.
2. **Reservierungspuffer** bei währungsübergreifenden Käufen, zusätzlich zum Slippage-Puffer.
3. **FX-Exposure als Kennzahl mit Alarmschwelle** – sichtbar und meldepflichtig, ohne Handelssperre.
### Kein Auto-FX im Order-Pfad
Fehlt Cash in der Zielwährung, scheitert der Modul-Kauf mit `LimitKind.CashAvailable`. Konvertiert
würde der Order-Pfad selbst, könnte ein Modul indirekt FX-Kosten und FX-Timing auslösen, und die
Reservierungslogik müsste zwei Währungen gleichzeitig sperren. FX bleibt ein expliziter Vorgang
auf `HOUSE`-Ebene.
---
## 8. Abgleich (Reconciliation)
Weil jederzeit manuell in TWS eingegriffen werden kann, ist der Abgleich kein Zusatz, sondern das
Fundament. Zwei Stufen:
**Stufe 1 – Ledger ↔ TWS (minütlich):** Handelssicherheit. Stimmen Stückzahlen und Cash?
| Befund | Bedeutung | Reaktion |
|---|---|---|
| Broker > Ledger | manuell gekauft, oder ein Fill kam nach | Überschuss → `UNASSIGNED` |
| Broker < Ledger | manuell verkauft / Corporate Action | **Break:** betroffene Bücher und Symbol für neue Orders sperren, Alarm |
| Cash weicht ab | Gebühren, Zinsen, FX | Differenz gegen `HOUSE`, ab Schwelle Break |
Bei „Broker < Ledger" wird bewusst **nicht** automatisch korrigiert. Anteiliges Wegkürzen zerstört
die Zurechenbarkeit – Halt-and-alert, der Mensch entscheidet.
**Stufe 2 – Ledger ↔ Flex Query (täglich, nach Ingest):** Qualitätssicherung. Hier kommen Gebühren,
Dividenden, Quellensteuer, FX-Differenzen und Splits an – Dinge, die die TWS-API gar nicht oder
schlecht liefert.
**Gebühren gehören dem verursachenden Buch.** Sonst subventioniert `HOUSE` die vieltradenden Module
und die Performance-Zahlen lügen. Beim Fill wird geschätzt, beim Flex-Abgleich exakt nachjustiert.
---
## 9. Unzugeordnete Positionen und Eskalation
Zustände: `New → Notified → Acknowledged → Assigned(Book)`, mit `DetectedAt`-Zeitstempel.
- Ein Watchdog meldet alles, was **länger als 30 Minuten** unbearbeitet liegt.
- **Backoff:** nach 30 min, dann 2 h, dann täglich – sonst wird der Kanal unbrauchbar.
- **Abgestufte Sperrwirkung:** Eine `UNASSIGNED`-Position **zählt voll** in Exposure und
Konzentrationslimit, bremst die Module also automatisch, **sperrt aber nicht hart**. Hart gesperrt
wird nur der gefährliche Fall aus Abschnitt 8 (Broker < Ledger).
---
## 10. Benachrichtigungen
Im Code existiert derzeit **kein** Benachrichtigungssystem (die Treffer zu „Notification" im
Supervisor-MCP sind JSON-RPC-Notifications, etwas anderes). Sauberer Start.
```
INotificationSink Name, SendAsync(Notification, ct)
Notification Severity, Category, Title, Body, DedupKey, Data
NotificationService Fan-out über alle registrierten Sinks
```
Drei Eigenschaften müssen von Anfang an drin sein, weil sie später schwer nachzurüsten sind:
- **Outbox in der DB** (`core_notification`): erst persistieren, dann zustellen, Retry bei Fehler.
Solange kein Zielkanal existiert, sammeln sich Meldungen sichtbar an und werden zugestellt, sobald
ein Sink da ist. Nichts geht verloren.
- **Dedup/Throttling** über `DedupKey` (z. B. `unassigned:AAPL`).
- **Severity-Routing:** Info → Log/UI, Warning → Chat, Critical → alle Kanäle.
Ausbaureihenfolge: `LogSink` + `UiSink` sofort → `MatrixSink`, sobald der Server steht →
`TelegramSink` optional als Backup.
**Matrix** ist reines HTTP, keine Library nötig:
`PUT /_matrix/client/v3/rooms/{roomId}/send/m.room.message/{txnId}` mit dem Access-Token eines
Bot-Users. Die `txnId` ist Matrix' eingebauter Idempotenz-Schlüssel und passt exakt auf die
Outbox-ID. Das Token gehört in `SecretProtection`.
---
## 11. Steuerbuch: Jurisdiktionsprofil
**Pro Deployment gibt es genau eine Jurisdiktion, und sie wechselt nie.** Ein Kontowechsel zwischen
Ländern findet nicht statt – die Option „später auch in Deutschland" bedeutet ausdrücklich: anderer
Server, andere Datenbank, anderes IBKR-Konto. Daraus folgt: keine Migration, keine
Mehrmandantenfähigkeit, kein Umschalten zur Laufzeit.
Das Profil ist **kein Währungs-Flag**, sondern ein Austausch der gesamten Lot- und
Klassifikationslogik:
| Aspekt | US LLC (Hauptziel) | DE privat (Option) | DE GmbH (Option) |
|---|---|---|---|
| Berichtswährung | USD, keine Umrechnung | EUR, Umrechnung pro Vorgang | EUR, Umrechnung pro Vorgang |
| Lot-Matching | FIFO Standard, Specific ID wählbar | FIFO zwingend | Bilanzierung |
| Wash Sale (30 Tage) | **ja**, Basis-Anpassung | kein Äquivalent | kein Äquivalent |
| Haltefrist | short/long term ab 1 Jahr | irrelevant | irrelevant |
| Verlustverrechnung | Carryforward mit Deckel | getrennte Töpfe | wieder anders |
| Quellensteuer | – | Anrechnung nach DBA | Anrechnung |
| Ausgabe | 1099-B-Abgleich / K-1 | Anlage KAP | Bilanz/GuV |
Die **Wash-Sale-Regel** ist die einschneidendste: sie verändert Anschaffungskosten rückwirkend. Eine
Engine, die nur FIFO kann, lässt sich dafür nicht nachrüsten. Deshalb muss die Lot-Verwaltung von
Anfang an lot-basiert sein und **Basis-Anpassungen als eigene Buchungsart** kennen – auch wenn das
erste Profil sie noch nicht nutzt.
> Die konkreten steuerlichen Ausprägungen (u. a. ob die LLC als Disregarded Entity oder Partnership
> behandelt wird, was das Reporting ändert) sind mit dem Steuerberater abzustimmen. Hier steht nur,
> was die Software mechanisch abbilden können muss.
### Profile und Umgebungen
```
Test/Paper (EU) BaseCurrency EUR TaxProfile None
Produktion (US) BaseCurrency USD TaxProfile UsLlc
Option DE BaseCurrency EUR TaxProfile DePrivat | DeGmbh
```
Das Profil **`None`/`Paper`** führt vollständig Buch, rechnet aber keine Steuer und ist in UI und
allen Exporten sichtbar als solches markiert. Deutsche Steuerregeln auf Paper-Trades zu rechnen wäre
sinnlos und produziert Zahlen, die jemand später für echt halten könnte.
### Wo der Lock hingehört
**Nicht in `appsettings.json`.** Eine Datei lässt sich editieren, und dann rechnet die Engine ab
morgen nach anderen Regeln über denselben Bestand – der schlimmstmögliche Fehler, weil er sich still
auswirkt.
Der Lock gehört **in die Datenbank, neben die Daten, die er regiert**: eine Stempelzeile im
Accounting-Schema mit Jurisdiktion, Berichtswährung, Kontobasiswährung und Einrichtungszeitpunkt.
Beim Start wird die Konfiguration dagegen geprüft; bei Abweichung startet das Accounting-Modul nicht,
sondern meldet einen Konflikt. Gesetzt wird der Stempel bei der Ersteinrichtung, geändert nur durch
eine leere Datenbank.
### Was deshalb *nicht* gebaut wird
Die EZB-Kursanbindung (Kursquelle, Stichtagsregeln, Kursarchivierung) ist für das Hauptziel nicht
nötig: USD-Konto, USD-Reporting, keine Umrechnung. Also nur die **Naht** bauen (`IFxRateSource`, im
US-Profil eine No-Op), nicht die Implementierung. Wird die DE-Option je gezogen, geschieht das
ohnehin auf einem anderen Server – dann wird sie dort ergänzt.
Falls doch: EZB-Referenzkurse autoritativ, IBKR-Bewertungskurse nur als Kontrollgröße; **verwendeter
Kurs, Quelle, Stichtag und Abrufzeitpunkt werden mitgespeichert**, nicht nur der umgerechnete Betrag.
---
## 12. Datenmodell-Deltas
| Heute | Delta |
|---|---|
| `core_position` (PK `Module`+`Symbol`) | `Module` → `BookId`; **`ConId`, `Currency`, `Exchange` ergänzen** |
| `core_budget` (Total/Used/MaxPerTrade) | ersetzen durch `core_book`: Cap-Regel, Flags (ReadOnly, Active), Mindestordergröße |
| – | `core_reservation` (Zustandsmaschine, TTL, Währung) |
| – | `core_broker_snapshot` + `core_reconciliation_break` |
| – | `core_notification` (Outbox) |
| – | `core_instrument` (aufgelöste Contracts, `conId`-Cache, Whitelist-Status) |
| – | `acc_jurisdiction` (Stempel, Abschnitt 11) |
| ~~Buch-Cash, Transfers, Rebalance-Lauf~~ | **entfällt** – ein Pool plus Caps (Abschnitt 3) |
| `RiskContext.NetLiquidation` | → `Verteilbar` und `Headroom(b)`, **nicht** NAV |
| `IbkrConnection`: `NetLiquidation,AvailableFunds` | + `TotalCashValue`, `SettledCash`, Margin-Kennzahlen, **pro Währung** |
| `IBrokerClient` | + `GetPositionsAsync`, + `ResolveContractAsync` |
| `ExecutionService` (Check-then-Act ohne Lock) | Order-Gateway davor: Serialisierung + Reservierung |
| `ExecutionResult.Reason` (string) | + strukturiertes `LimitBreach` (Abschnitt 6) |
---
## 13. Invarianten und Testkatalog
Die No-Margin-Bedingung wird als **eine ausführbare Invariante** formuliert, die an drei Stellen
dieselbe Codebahn nimmt:
```
∀ Währung c: FreiesCash(c) ≥ 0
∧ Σ offene Reservierungen(c) ≤ FreiesCash(c)
∀ Buch b, Symbol s: Menge(b, s) ≥ 0
∀ Symbol s: Σ_b Menge(b, s) = BrokerMenge(s)
```
1. als Assert am Ende **jedes** Trading-Tests (gemeinsamer Testhelfer, nicht pro Test neu geschrieben)
2. als Property-Test über zufällige Sequenzen aus Reservierung / Fill / Teilfill / Cancel / Slippage /
manuellem Eingriff
3. als Laufzeitprüfung im Watchdog – **identische Implementierung**, damit Test und Produktion nicht
auseinanderlaufen
### Pflichtfälle
| Fall | Erwartung |
|---|---|
| Zwei parallele Reservierungen, zusammen > freies Cash | zweite abgelehnt |
| N nebenläufige Tasks (Stresstest) | Σ Reservierungen nie > freies Cash |
| Fill teurer als reserviert, innerhalb Puffer | ok, Restfreigabe korrekt |
| Fill jenseits des Puffers | Alarm, Cash bleibt ≥ 0 |
| Manuelle Margin-Position taucht auf, Cash < Reserve | alle Modul-Käufe gesperrt |
| Cash in Zielwährung = 0, andere Währung vorhanden | abgelehnt – **kein** stiller Fremdwährungskredit |
| Verkaufssignal über Buchmenge hinaus | gekappt, kein Short |
| Reservierung erreicht TTL | Alarm, **keine** stille Freigabe |
| Neustart mit offenen Reservierungen | aus DB rekonstruiert, keine Doppelausgabe |
| Modul setzt fremde `BookId` im Signal | serverseitig überschrieben |
| Verkaufssignal gegen `MANUAL` | abgelehnt |
| Contract löst auf fremde Währung/Börse auf | abgelehnt vor Ordersendung |
---
## 14. Bewusst verschoben
- **Self-Cross-Netting** (Modul A kauft, Modul B verkauft dasselbe Symbol gleichzeitig). Bei der
erwarteten Handelsfrequenz unrealistisch und allenfalls eine Ausnahmeerscheinung.
**Billige Vorstufe jetzt:** Ist im Order-Gateway eine gegenläufige Order für dasselbe Symbol
pending, wird das protokolliert und gewarnt. Der Lock ist ohnehin da – das kostet fast nichts und
liefert Daten darüber, ob das Problem je real wird.
- **Corporate Actions** (Splits, Spin-offs) in der Buchzuordnung – vorerst über den Flex-Abgleich als
Break sichtbar, manuelle Zuordnung.
- **Echte Sub-Accounts** bei IBKR (Advisor/Family-Struktur) als brokerseitige Trennung. Erwogen und
verworfen: erfordert Kontotypwechsel und feste Vorabaufteilung des Kapitals, deutlich unflexibler
als virtuelle Bücher.
---
## 15. Offene Punkte
- **Mindestordergröße** pro Buch: ein Wert in Kontobasiswährung, Fremdwährungsorders per Tageskurs
dagegen geprüft. Konkreter Wert beim Bauen festzulegen.
- **Konkrete Limitwerte** (`MaxSymbolPercent`, `HouseReserve`, FX-Haircut, Slippage-Puffer, TTL)
– Startwerte beim Bauen festzulegen und in `settings.example.json` dokumentieren.
- **Handelsplatz-Whitelist**: konkrete Börsenliste je Währung.
- **Umsetzungsreihenfolge** – noch nicht besprochen.
---
## Zusammenfassung der getroffenen Entscheidungen
| # | Entscheidung |
|---|---|
| 1 | Cash-Konto; Modul-Handel strikt cash-only, manueller Handel darf Margin nutzen |
| 2 | Kein Kapitaltransfer zwischen Büchern – ein Pool plus Obergrenzen; **niemals** aktives Schließen zum Balancieren |
| 3 | Limit-Verletzung: hartes Gate, strukturiertes Feedback; die Reaktion entscheidet die Strategie |
| 4 | Kontobasiswährung USD (Produktion) / EUR (Test), bei Ersteinrichtung gesetzt und danach gesperrt |
| 5 | Nur USD und EUR handelbar; Contract-Auflösung mit Währungs- und Handelsplatz-Whitelist ist Pflicht |
| 6 | Steuerbuch strikt getrennt, Flex Query als einzige Quelle, Jurisdiktionsprofil einmalig und in der DB verankert |
| 7 | Unzugeordnete Positionen: Quarantäne + Eskalation nach 30 Minuten mit Backoff |
| 8 | Benachrichtigungen über Outbox + Sink-Abstraktion; Matrix als Zielkanal, Telegram optional |
@@ -0,0 +1,206 @@
# Analyse: Datenlage über die TWS API – und welche Strategien sie trägt
> Stand: 2026-08-04. **Alle Angaben in Abschnitt 1 und 2 sind gegen das laufende Paper-Gateway
> gemessen** (Konto DUR371528, TWS API 9.76.1, `MarketDataType = 4`), nicht aus der IBKR-Doku
> übernommen. Wo etwas nur plausibel, aber ungeprüft ist, steht es ausdrücklich dabei.
>
> Zweck: entscheiden, welche Strategien wir **ohne zusätzliche Datenanbieter** bauen können –
> und welche wir uns sparen, weil die Datengrundlage fehlt.
---
## 0. Kurzfassung
Die TWS API deckt **Preis-, Volatilitäts- und Optionsdaten sehr gut ab** und **Fundamentaldaten
gar nicht**. Zwei Grenzen bestimmen den Zuschnitt jeder Strategie:
1. **Kein Screening.** Der Marktscanner ist gesperrt (Realtime-Abo nötig). Wir können den Markt
nicht nach Kandidaten durchsuchen – jede Strategie muss auf einer **fest gepflegten Watchlist**
arbeiten. Das deckt sich mit der Festlegung im [OptionsWheel-Konzept](KONZEPT-Modul-OptionsWheel.md).
2. **Nur verzögerte Kurse (~15 Min).** Alles, was auf Intraday-Reaktion beruht, fällt weg.
Entscheidungen auf Tages- oder Wochenbasis sind davon **nicht** betroffen.
Innerhalb dieser Grenzen ist die Lage gut: 30 Jahre Kurshistorie, dividendenbereinigte Serien,
Volatilitätshistorie, vollständige Optionsketten und **funktionierende Griechen auch mit
verzögerten Daten**. Das trägt Prämienstrategien und Trendfolge auf Tagesbasis ohne jeden
externen Anbieter.
**Empfehlung:** OptionsWheel als erstes Modul weiterbauen – es ist die Strategie mit dem besten
Verhältnis von vorhandener Datengrundlage zu Ertragserwartung, und die Voraussetzungen sind
inzwischen alle geprüft.
---
## 1. Was die API liefert (gemessen)
### 1.1 Kurshistorie – die stärkste Säule
| Auflösung | Verfügbarer Zeitraum | Gemessen an AAPL |
|---|---|---|
| Monatsbars | **30 Jahre** | 361 Bars ab 1996-08 |
| Wochenbars | 15 Jahre | 783 Bars ab 2011-08 |
| Tagesbars | 10 Jahre | 2.511 Bars ab 2016-08 |
| Stundenbars | 2 Jahre | 3.488 Bars |
| Minutenbars | 30 Tage | 11.453 Bars |
| Einzelticks | `reqHistoricalTicks` | 351 Ticks für 2 Tage zurück |
Zusätzlich:
- **`ADJUSTED_LAST`** – dividendenbereinigte Tageskurse. Wichtig: unbereinigte Serien erzeugen bei
jeder Ausschüttung ein Scheinsignal in Momentum- und Mean-Reversion-Rechnungen.
- **`HISTORICAL_VOLATILITY`** – realisierte Volatilität als Zeitreihe (122 Tage je Abruf).
- **`OPTION_IMPLIED_VOLATILITY`** – **IV-Historie des Basiswerts** (122 Tage je Abruf).
Längere Reihen lassen sich durch wiederholte Abrufe mit gesetztem `endDateTime` zusammensetzen.
Die letzten beiden sind der eigentliche Schatz: aus ihnen lässt sich **IV-Rank / IV-Perzentil**
rechnen – die zentrale Kennzahl für jede Prämienstrategie (verkaufe Volatilität, wenn sie relativ
zu ihrer eigenen Geschichte teuer ist).
### 1.2 Optionen
| Datenart | Ergebnis |
|---|---|
| Optionskette (`reqSecDefOptParams`) | 24 Verfallstermine, 127 Strikes, Multiplier 100, TradingClass |
| Griechen (`tickOptionComputation`) | **IV, Delta, Gamma, Vega, Theta + Basiswertkurs** |
| Handelsberechtigung | vorhanden (What-If-Order angenommen) |
**Wichtigster Einzelbefund:** Die Griechen kommen **auch ohne Realtime-Abo**. Gemessen an
`AAPL 20260821 C305`: IV 0,2730 / Delta 0,5443 / Gamma 0,0220 / Vega 0,2626 / Theta −0,2304.
Sie laufen über die verzögerten Tick-Felder 80–83, wobei **Feld 83 (Modell) die relevante Größe**
für eine delta-basierte Strike-Wahl ist.
Damit ist der offene Punkt 2 aus dem [OptionsWheel-Konzept](KONZEPT-Modul-OptionsWheel.md)
beantwortet: Die geplante delta-basierte Strike-Wahl im Zielband 0,15–0,30 ist umsetzbar, die
Ersatzlösung über prozentualen Abstand wird nicht gebraucht. Verzögerung heißt: Der Delta-Wert ist
~15 Minuten alt – für die Auswahl eines Strikes mit 30–45 Tagen Restlaufzeit ist das belanglos.
### 1.3 Stammdaten, Nachrichten, Sonstiges
| Datenart | Ergebnis |
|---|---|
| Kontraktstammdaten | Branche/Kategorie/Unterkategorie (AAPL: Technology / Computers / Computers), Langname, **Handelszeiten**, Zeitzone, MinTick, gültige Börsen |
| Symbolsuche (`reqMatchingSymbols`) | Fuzzy-Suche, liefert auch Indizes |
| Nachrichten | 3 Anbieter: **BRFG** (Briefing.com Markt), **BRFUPDN** (Analystenaktionen), **DJNL** (Dow Jones Newsletters) |
| Historische Nachrichten | funktioniert, Schlagzeilen mit Zeitstempel und Anbieter |
| Konto, Bestand, Ausführungen | siehe [IBKR-Integration.md](../IBKR-Integration.md) |
Die Branchenklassifikation ist brauchbar für **Klumpenrisiko-Prüfungen** ("nicht drei Positionen
im selben Sektor"). Die Handelszeiten sind operativ wichtig: Market-Orders außerhalb der RTH
bleiben ohne Fill hängen.
`BRFUPDN` ist bemerkenswert – die Schlagzeilen sind maschinell auswertbar strukturiert:
```
2026-04-17 12:00:57 [BRFUPDN] !BNP Paribas Exane upgraded Apple (AAPL) to Outperform
2026-04-14 14:58:42 [BRFUPDN] !BofA Securities reiterated Apple (AAPL) coverage with Buy and target $325
```
---
## 2. Was die API nicht liefert
| Datenart | Fehler | Bedeutung |
|---|---|---|
| **Fundamentaldaten**, alle Reports (`ReportSnapshot`, `ReportRatios`, `ReportsFinStatements`, `RESC`, `CalendarReport`) | 10358 „Fundamentaldaten nicht zulässig" | Kein Refinitiv-Abo auf dem Konto |
| **Fundamentalkennzahlen-Tick 258** (KGV, Marktkapitalisierung, Dividendenrendite, Beta) | 10358 | dito |
| **Marktscanner-Ausführung** (alle getesteten scanCodes) | 492 „zusätzliche Berechtigungen" | Realtime-Marktdatenabo nötig |
| **Realtime-Kurse** | 10167 / 10091 | nur verzögerte Daten (~15 Min) |
| **Histogramm** (`reqHistogramData`) | leer | ungeklärt, vermutlich abo-abhängig |
Die **Scanner-Parameter** (762 scanCodes) lassen sich zwar abrufen, aber nur als Metadaten – jeder
Scanner-Lauf wird abgelehnt.
### Drei Konsequenzen, die den Zuschnitt bestimmen
1. **Keine fundamentale Titelauswahl.** Kennzahlenbasierte Ansätze (Value, Quality, Growth) sind
ohne Zusatzquelle nicht baubar. Das ist verkraftbar, weil unsere beiden geplanten Module
(CongressTrading, OptionsWheel) ihre Kandidaten ohnehin anders bestimmen.
2. **Keine Termine für Quartalszahlen.** `CalendarReport` ist gesperrt. Damit ist der offene
Punkt 4 des OptionsWheel-Konzepts („Earnings-Sperre") **nicht** über die TWS API lösbar – er
braucht eine externe Quelle oder eine manuell gepflegte Liste. Das ist die einzige Stelle, an
der uns eine externe Abhängigkeit ernsthaft fehlt.
Behelf ohne externe Quelle: Ein **IV-Anstieg** vor Quartalszahlen ist messbar. Ein Filter
„keine neuen Legs, wenn die IV des Basiswerts stark über ihrem 30-Tage-Mittel liegt" fängt
Earnings indirekt mit ab – unschärfer, aber ohne Fremddaten.
3. **Kein Universum-Screening.** Strategien müssen mit einer gepflegten Watchlist auskommen.
---
## 3. Strategiebewertung
### 3.1 Gut umsetzbar – Datenlage vollständig
| Strategie | Benötigte Daten | Status |
|---|---|---|
| **Options-Wheel** (Cash-Secured Put → Zuteilung → Covered Call) | Kette, Griechen, IV-Historie, Bestand, Berechtigung | alles vorhanden, [Konzept steht](KONZEPT-Modul-OptionsWheel.md) |
| **Covered Calls auf Bestand** | wie oben, ohne Put-Seite | Teilmenge des Wheel |
| **IV-Rank-gesteuerter Prämienverkauf** | `OPTION_IMPLIED_VOLATILITY` + `HISTORICAL_VOLATILITY` | vorhanden; liefert das Timing-Kriterium für das Wheel |
| **Trendfolge auf Tagesbasis** (gleitende Durchschnitte, Ausbrüche, ATR-Stops) | `ADJUSTED_LAST` Tagesbars, 10 J | vorhanden |
| **Relative Stärke / Dual Momentum** über die Watchlist | Tagesbars mehrerer Titel | vorhanden |
| **Mean Reversion** (RSI, Bollinger, Abstand zum gleitenden Mittel) | Tagesbars | vorhanden |
| **Paar-Handel** korrelierter Titel | Tagesbars, lange Historie | vorhanden |
| **Saisonalität / Kalendereffekte** | 30 Jahre Monatsbars | vorhanden |
| **Sektor-Klumpenrisiko-Prüfung** | Branchenklassifikation | vorhanden; gehört in den `RiskService` |
Allen gemeinsam: Sie entscheiden **auf Schlusskursen oder mit Stunden-/Tagesbezug**. Die
15-Minuten-Verzögerung ist dabei irrelevant, weil die Signale ohnehin aus abgeschlossenen Bars
kommen. Genau deshalb passen sie zu unserer Datenlage.
### 3.2 Bedingt umsetzbar
| Strategie | Einschränkung |
|---|---|
| **Analystenaktionen als Filter oder Signal** (`BRFUPDN`) | Schlagzeilen sind strukturiert und auswertbar. **Ungeprüft**: ob `reqNewsArticle` den Volltext liefert und wie weit die Historie zurückreicht. Als *Risikofilter* („keine neue Position kurz nach einer Abstufung") wertvoller denn als Einstiegssignal. |
| **Volatilitäts-Ausbruch intraday** | Minutenbars gibt es (30 Tage), aber nur verzögert. Rückrechnung möglich, Live-Handel nicht. |
| **Gap-Strategien auf Eröffnung** | Eröffnungskurs kommt verzögert; die Ausführung träfe den Markt 15 Minuten zu spät. Nur mit Realtime-Abo sinnvoll. |
### 3.3 Nicht umsetzbar
| Strategie | Grund |
|---|---|
| Fundamentales Screening (Value, Quality, Growth) | keine Fundamentaldaten |
| Earnings-Strategien (Straddle vor Zahlen, Post-Earnings-Drift) | keine Termine für Quartalszahlen |
| Marktweite Anomalie-Suche / Screener-getriebene Auswahl | Scanner gesperrt |
| Daytrading, Scalping, Orderbuch-Strategien | verzögerte Daten, keine Markttiefe geprüft |
| Nachrichten-Sentiment in der Breite | nur 3 Anbieter, Schlagzeilen |
---
## 4. Empfehlung
**Reihenfolge:**
1. **OptionsWheel** wie im [bestehenden Konzept](KONZEPT-Modul-OptionsWheel.md) bauen. Alle
Voraussetzungen sind jetzt geprüft: Berechtigung, Kette, Griechen mit verzögerten Daten,
Bestandsabgleich. Der einzige offene Punkt ist die Earnings-Sperre – dafür zunächst den
IV-Behelf aus Abschnitt 2 einsetzen und die Entscheidung über eine externe Quelle vertagen.
2. **IV-Rank als Core-Baustein** ziehen, nicht als Modul-Interna. Die Kennzahl ist für jede
Prämienstrategie nötig und gehört neben die Kurshistorie in die Datenschicht.
3. **Trendfolge/Momentum auf Tagesbasis** als zweites Modul, wenn ein zweites Standbein gewünscht
ist. Datenlage ist komfortabel, das Risiko liegt in der Strategie, nicht in den Daten.
**Was ein Zusatzabo ändern würde** (Reihenfolge nach Nutzen je Euro):
| Abo | Schaltet frei | Für uns relevant? |
|---|---|---|
| US-Aktien-Realtime (NYSE/AMEX/NASDAQ) | Scanner, Realtime-Kurse | Nur wenn wir Screening oder Intraday wollen. Für Tages- und Prämienstrategien **nicht nötig**. |
| OPRA (Optionen-Realtime) | Realtime-Optionskurse und -Griechen | Verbessert die Ausführungsqualität beim Wheel; für die Strike-Auswahl nicht erforderlich. |
| Refinitiv-Fundamentaldaten | Kennzahlen, Bilanzen, **Termine für Quartalszahlen** | Löst die Earnings-Sperre und öffnet fundamentale Ansätze. Der Kandidat mit dem größten qualitativen Sprung. |
Alle drei sind **Erweiterungen, keine Voraussetzungen**. Der aktuelle Stand trägt die geplanten
Strategien.
---
## 5. Offen / ungeprüft
1. **`reqNewsArticle`** (Volltext zu einer Schlagzeile) – nicht getestet. Entscheidet, ob
`BRFUPDN` mehr als ein Ereignis-Marker sein kann.
2. **Wie weit die Nachrichtenhistorie zurückreicht** – im Test kamen Meldungen bis 2026-03,
abgefragt waren 30 Tage. Die Zeitfilter-Semantik ist offenbar anders als angenommen und
sollte vor produktiver Nutzung geklärt werden.
3. **Markttiefe** (`reqMktDepth`) – nicht getestet, für unsere Strategien vermutlich unnötig.
4. **`reqHistogramData`** liefert leer – Ursache ungeklärt (Abo oder Parameter).
5. **Wie zuverlässig verzögerte Griechen außerhalb der Handelszeiten sind** – gemessen wurde
während der US-Handelszeit. Außerhalb liefert TWS ggf. eingefrorene Werte.
6. **Ratenbegrenzung** bei Historienabrufen (IBKR drosselt `reqHistoricalData` bei zu vielen
Anfragen). Für einen nächtlichen Watchlist-Abruf relevant, im Test nicht ausgereizt.
+12 -6
View File
@@ -228,13 +228,19 @@ W-0 bis W-3 sind Core-Arbeit und nützen auch den anderen Modulen; erst ab W-4 e
Multiplier 100 über SMART; eine **What-If-Order** auf `AAPL 20260812 C302.5` wurde von IBKR
angenommen (Init-Margin 589,52) statt mit einem Berechtigungsfehler abgelehnt.
Damit ist die Grundvoraussetzung für dieses Modul gegeben.
2. **Greeks bei verzögerten Daten.** `MarketDataType = 4` liefert Optionsberechnungen als verzögerte
Tick-Variante; ob Delta zuverlässig ankommt, muss gegen das laufende Gateway verifiziert werden.
Fällt es aus, greift ersatzweise eine Strike-Wahl über Abstand in % + Mindestprämie – der
`StrikeSelector` wird von vornherein so geschnitten, dass beide Kriterien einsetzbar sind.
2. ~~**Greeks bei verzögerten Daten.**~~ → **erledigt am 2026-08-04, funktioniert.** Gemessen an
`AAPL 20260821 C305`: IV 0,2730 / Delta 0,5443 / Gamma 0,0220 / Vega 0,2626 / Theta −0,2304.
Die Werte kommen über die verzögerten Tick-Felder 80–83; **Feld 83 (Modell)** ist die für die
Strike-Wahl maßgebliche Variante. Die delta-basierte Wahl im Band 0,15–0,30 ist damit umsetzbar,
die Ersatzlösung über prozentualen Abstand wird nicht gebraucht (der `StrikeSelector` behält sie
trotzdem als Rückfalllinie). Details: [KONZEPT-Datenlage-und-Strategien.md](KONZEPT-Datenlage-und-Strategien.md).
3. **Marktdatenabo (OPRA)** für Realtime-Optionskurse – Kosten/Notwendigkeit später entscheiden.
4. **Earnings-Sperre**: keine neuen Legs über Quartalszahlen hinweg. Sinnvoll, aber es fehlt eine
Datenquelle für Earnings-Termine – Punkt bewusst offen.
4. **Earnings-Sperre**: keine neuen Legs über Quartalszahlen hinweg. **Geprüft am 2026-08-04: über
die TWS API nicht lösbar** – `CalendarReport` und alle übrigen Fundamentaldaten sind auf dem
Konto gesperrt (Fehler 10358, Refinitiv-Abo nötig). Das ist die einzige Stelle, an der uns eine
externe Quelle ernsthaft fehlt. **Behelf ohne Fremddaten:** ein IV-Filter – keine neuen Legs,
wenn die implizite Volatilität des Basiswerts deutlich über ihrem 30-Tage-Mittel liegt. Fängt
den Earnings-Anstieg indirekt mit ab, unschärfer, aber ohne Abhängigkeit.
5. **Accounting-Anschluss**: Optionsprämien, Zuteilungen und Abrufe müssen im `AccountingClassifier`
eigene Buchungskategorien bekommen; der `RealizedPnlEngine` (FIFO) kennt weder Multiplikator noch
die Einstandsverschiebung durch Zuteilung. Eigene Arbeit im Accounting-Modul.
@@ -0,0 +1,23 @@
namespace IBKRTrader.Core.Trading;
/// <summary>
/// Lesender Zugriff auf Bestand und Ausführungen beim Broker.
///
/// Bewusst getrennt von <see cref="IBrokerClient"/>: dort geht es um das Auslösen von Handel,
/// hier um den Abgleich der eigenen Buchführung mit dem, was der Broker tatsächlich führt.
/// Wer nur handelt, braucht das nicht; wer abstimmt, braucht nur das.
/// </summary>
public interface IBrokerPortfolioReader
{
/// <summary>Alle offenen Positionen des Kontos, inklusive Bewertung. Leer, wenn nicht erreichbar.</summary>
Task<IReadOnlyList<BrokerPosition>> GetPositionsAsync(CancellationToken ct = default);
/// <summary>
/// Ausführungen ab <paramref name="since"/> (null = alles, was der Broker liefert).
///
/// <b>Grenze der TWS-API:</b> sie liefert nur den **aktuellen Handelstag**, unabhängig vom
/// gewünschten Zeitraum. Für ältere Trades bleibt der Flex-Query-Ingest des Accounting-Moduls
/// die richtige Quelle.
/// </summary>
Task<IReadOnlyList<BrokerExecution>> GetExecutionsAsync(DateTime? since = null, CancellationToken ct = default);
}
@@ -15,7 +15,7 @@ namespace IBKRTrader.Core.Trading.Ibkr;
/// fehlgeschlagene Order). Ein Konto mit Wert 0 lässt die Risikoprüfung jedes Signal ablehnen –
/// die sichere Richtung, wenn der Broker nicht erreichbar ist.
/// </summary>
public sealed class IbkrBrokerClient : IBrokerClient, IDisposable
public sealed class IbkrBrokerClient : IBrokerClient, IBrokerPortfolioReader, IDisposable
{
private const string LogModule = "IBKR";
@@ -91,6 +91,21 @@ public sealed class IbkrBrokerClient : IBrokerClient, IDisposable
return result;
}
public async Task<IReadOnlyList<BrokerPosition>> GetPositionsAsync(CancellationToken ct = default)
{
if (!await IsReadyAsync(ct).ConfigureAwait(false)) return Array.Empty<BrokerPosition>();
return await _connection!.RequestPositionsAsync(_requestTimeout, ct).ConfigureAwait(false);
}
public async Task<IReadOnlyList<BrokerExecution>> GetExecutionsAsync(DateTime? since = null,
CancellationToken ct = default)
{
if (!await IsReadyAsync(ct).ConfigureAwait(false)) return Array.Empty<BrokerExecution>();
return await _connection!.RequestExecutionsAsync(since, _requestTimeout, ct).ConfigureAwait(false);
}
private static AccountState Empty => new(0m, 0m);
private async Task<bool> IsReadyAsync(CancellationToken ct)
@@ -32,8 +32,12 @@ internal sealed class IbkrConnection : DefaultEWrapper, IDisposable
private readonly ConcurrentDictionary<int, QuoteSlot> _quotes = new();
private readonly ConcurrentDictionary<int, AccountSlot> _accounts = new();
private readonly ConcurrentDictionary<int, ContractSlot> _contracts = new();
private readonly ConcurrentDictionary<int, OrderSlot> _orders = new();
private readonly ConcurrentDictionary<string, Contract> _contractCache = new(StringComparer.OrdinalIgnoreCase);
private readonly ConcurrentDictionary<int, OrderSlot> _orders = new();
private readonly ConcurrentDictionary<int, ExecutionSlot> _executions = new();
private readonly ConcurrentDictionary<string, Contract> _contractCache = new(StringComparer.OrdinalIgnoreCase);
// Portfolio-Abruf ist ein kontoweites Abonnement, keine reqId-Anfrage – daher nur ein Slot.
private PortfolioSlot? _portfolio;
private TaskCompletionSource<bool> _handshake = NewTcs();
private volatile bool _ready;
@@ -256,6 +260,85 @@ internal sealed class IbkrConnection : DefaultEWrapper, IDisposable
}
}
/// <summary>
/// Bestand samt Bewertung. Nutzt <c>reqAccountUpdates</c> statt <c>reqPositions</c>, weil nur
/// dieser Weg Marktwert und unrealisierten G/V mitliefert. Es ist ein Abonnement – wir melden
/// uns nach dem ersten vollständigen Stand wieder ab.
/// </summary>
public async Task<IReadOnlyList<BrokerPosition>> RequestPositionsAsync(TimeSpan timeout, CancellationToken ct)
{
var account = _account;
if (string.IsNullOrWhiteSpace(account))
{
_logger.Warn(LogModule, "Kontonummer unbekannt – Positionen nicht abrufbar.");
return Array.Empty<BrokerPosition>();
}
var slot = new PortfolioSlot();
if (Interlocked.CompareExchange(ref _portfolio, slot, null) is not null)
{
_logger.Warn(LogModule, "Es läuft bereits eine Positionsabfrage.");
return Array.Empty<BrokerPosition>();
}
try
{
_socket.reqAccountUpdates(true, account);
if (!await WaitAsync(slot.Done.Task, timeout, ct).ConfigureAwait(false))
{
_logger.Warn(LogModule, "Zeitüberschreitung bei der Positionsabfrage.");
return Array.Empty<BrokerPosition>();
}
return slot.Positions;
}
finally
{
try { _socket.reqAccountUpdates(false, account); }
catch { /* Verbindung bereits weg. */ }
Interlocked.Exchange(ref _portfolio, null);
}
}
/// <summary>
/// Ausführungen. Kommissionen kommen über einen eigenen Callback und treffen oft erst nach
/// <c>execDetailsEnd</c> ein – deshalb die kurze Nachlauffrist, bevor zusammengeführt wird.
/// </summary>
public async Task<IReadOnlyList<BrokerExecution>> RequestExecutionsAsync(DateTime? since,
TimeSpan timeout, CancellationToken ct)
{
var id = NextRequestId();
var slot = new ExecutionSlot();
_executions[id] = slot;
try
{
var filter = new ExecutionFilter();
if (since is { } from) filter.Time = IbkrMapping.FormatExecutionFilterTime(from);
_socket.reqExecutions(id, filter);
if (!await WaitAsync(slot.Done.Task, timeout, ct).ConfigureAwait(false))
{
_logger.Warn(LogModule, "Zeitüberschreitung bei der Abfrage der Ausführungen.");
return Array.Empty<BrokerExecution>();
}
await Task.Delay(TimeSpan.FromSeconds(1), ct).ConfigureAwait(false);
return slot.Items
.Select(e => slot.Commissions.TryGetValue(e.ExecId, out var c)
? e with { Commission = c.Amount, CommissionCurrency = c.Currency }
: e)
.OrderByDescending(e => e.Time)
.ToList();
}
finally
{
_executions.TryRemove(id, out _);
}
}
public async Task<OrderResult> PlaceOrderAsync(OrderRequest request, Contract contract,
TimeSpan timeout, CancellationToken ct)
{
@@ -346,6 +429,60 @@ internal sealed class IbkrConnection : DefaultEWrapper, IDisposable
if (_accounts.TryGetValue(reqId, out var slot)) slot.Complete();
}
public override void updatePortfolio(Contract contract, double position, double marketPrice,
double marketValue, double averageCost, double unrealizedPNL, double realizedPNL, string accountName)
{
// Glattgestellte Positionen meldet TWS mit Menge 0 weiter – die gehören nicht in den Bestand.
if (_portfolio is not { } slot || position == 0) return;
slot.Positions.Add(new BrokerPosition
{
Symbol = contract.Symbol,
SecType = contract.SecType,
Currency = contract.Currency,
ConId = contract.ConId,
Quantity = (decimal)position,
AvgCost = (decimal)averageCost,
MarketPrice = (decimal)marketPrice,
MarketValue = (decimal)marketValue,
UnrealizedPnl = (decimal)unrealizedPNL
});
}
public override void accountDownloadEnd(string account) => _portfolio?.Complete();
public override void execDetails(int reqId, Contract contract, Execution execution)
{
if (!_executions.TryGetValue(reqId, out var slot)) return;
slot.Items.Add(new BrokerExecution
{
ExecId = execution.ExecId,
Time = IbkrMapping.ParseExecutionTime(execution.Time) ?? DateTime.MinValue,
Symbol = contract.Symbol,
SecType = contract.SecType,
Side = IbkrMapping.ParseSide(execution.Side),
Quantity = (decimal)execution.Shares,
Price = (decimal)execution.Price,
Exchange = execution.Exchange ?? "",
OrderId = execution.OrderId
});
}
public override void execDetailsEnd(int reqId)
{
if (_executions.TryGetValue(reqId, out var slot)) slot.Complete();
}
public override void commissionReport(CommissionReport report)
{
// Der Callback trägt keine reqId; die ExecId ordnet ihn der Ausführung zu.
if (report.Commission is <= 0 or >= 1e100) return;
foreach (var slot in _executions.Values)
slot.Commissions[report.ExecId] = ((decimal)report.Commission, report.Currency ?? "");
}
public override void orderStatus(int orderId, string status, double filled, double remaining,
double avgFillPrice, int permId, int parentId, double lastFillPrice, int clientId,
string whyHeld, double mktCapPrice)
@@ -407,19 +544,22 @@ internal sealed class IbkrConnection : DefaultEWrapper, IDisposable
private bool FailPending(int id, string error)
{
if (_quotes .TryGetValue(id, out var q)) { q.Fail(error); return true; }
if (_accounts .TryGetValue(id, out var a)) { a.Fail(error); return true; }
if (_contracts.TryGetValue(id, out var c)) { c.Fail(error); return true; }
if (_orders .TryGetValue(id, out var o)) { o.Fail(error); return true; }
if (_quotes .TryGetValue(id, out var q)) { q.Fail(error); return true; }
if (_accounts .TryGetValue(id, out var a)) { a.Fail(error); return true; }
if (_contracts .TryGetValue(id, out var c)) { c.Fail(error); return true; }
if (_orders .TryGetValue(id, out var o)) { o.Fail(error); return true; }
if (_executions.TryGetValue(id, out var e)) { e.Fail(error); return true; }
return false;
}
private void FailAllPending(string error)
{
foreach (var slot in _quotes.Values) slot.Fail(error);
foreach (var slot in _accounts.Values) slot.Fail(error);
foreach (var slot in _contracts.Values) slot.Fail(error);
foreach (var slot in _orders.Values) slot.Fail(error);
foreach (var slot in _quotes.Values) slot.Fail(error);
foreach (var slot in _accounts.Values) slot.Fail(error);
foreach (var slot in _contracts.Values) slot.Fail(error);
foreach (var slot in _orders.Values) slot.Fail(error);
foreach (var slot in _executions.Values) slot.Fail(error);
_portfolio?.Fail(error);
}
private static decimal ReadDecimal(IReadOnlyDictionary<string, string> values, string tag) =>
@@ -486,4 +626,15 @@ internal sealed class IbkrConnection : DefaultEWrapper, IDisposable
public int Filled;
public double AvgFillPrice;
}
private sealed class PortfolioSlot : Slot
{
public readonly List<BrokerPosition> Positions = new();
}
private sealed class ExecutionSlot : Slot
{
public readonly List<BrokerExecution> Items = new();
public readonly ConcurrentDictionary<string, (decimal Amount, string Currency)> Commissions = new();
}
}
@@ -1,3 +1,4 @@
using System.Globalization;
using IBApi;
namespace IBKRTrader.Core.Trading.Ibkr;
@@ -88,6 +89,35 @@ internal static class IbkrMapping
(decimal)(ask > 0 ? ask : price));
}
/// <summary>Ausführungsseite laut TWS: "BOT" = gekauft, "SLD" = verkauft.</summary>
public static TradeSide ParseSide(string side) =>
side.Trim().ToUpperInvariant() is "SLD" or "SELL" ? TradeSide.Sell : TradeSide.Buy;
/// <summary>
/// Zeitstempel einer Ausführung. TWS liefert je nach Aufruf "yyyyMMdd HH:mm:ss" (mit doppeltem
/// Leerzeichen) oder zusätzlich eine Zeitzone ("20260804 17:52:56 Europe/Berlin"). Die Zeitzone
/// wird verworfen – der Wert bleibt Ortszeit der Börse, wie ihn TWS meldet.
/// </summary>
public static DateTime? ParseExecutionTime(string? raw)
{
if (string.IsNullOrWhiteSpace(raw)) return null;
var parts = raw.Split(' ', StringSplitOptions.RemoveEmptyEntries | StringSplitOptions.TrimEntries);
if (parts.Length < 2) return null;
return DateTime.TryParseExact($"{parts[0]} {parts[1]}", "yyyyMMdd HH:mm:ss",
CultureInfo.InvariantCulture, DateTimeStyles.None, out var parsed)
? parsed
: null;
}
/// <summary>
/// Zeitfilter für <c>reqExecutions</c>. TWS warnt (2174) bei Zeitangaben ohne Zeitzone und
/// kündigt an, das Format zu entfernen – deshalb ausdrücklich UTC.
/// </summary>
public static string FormatExecutionFilterTime(DateTime since) =>
since.ToUniversalTime().ToString("yyyyMMdd-HH:mm:ss", CultureInfo.InvariantCulture);
public static bool IsLastTick (int field) => field is TickType.LAST or TickType.DELAYED_LAST;
public static bool IsBidTick (int field) => field is TickType.BID or TickType.DELAYED_BID;
public static bool IsAskTick (int field) => field is TickType.ASK or TickType.DELAYED_ASK;
@@ -7,12 +7,18 @@ namespace IBKRTrader.Core.Trading;
/// Wird registriert, bis der echte IBKR-Adapter angebunden und gegen den
/// Paper-Gateway verifiziert ist. So kann keine Order versehentlich rausgehen.
/// </summary>
public sealed class NullBrokerClient : IBrokerClient
public sealed class NullBrokerClient : IBrokerClient, IBrokerPortfolioReader
{
private readonly LoggingService _logger;
public NullBrokerClient(LoggingService logger) => _logger = logger;
public Task<IReadOnlyList<BrokerPosition>> GetPositionsAsync(CancellationToken ct = default)
=> Task.FromResult<IReadOnlyList<BrokerPosition>>(Array.Empty<BrokerPosition>());
public Task<IReadOnlyList<BrokerExecution>> GetExecutionsAsync(DateTime? since = null, CancellationToken ct = default)
=> Task.FromResult<IReadOnlyList<BrokerExecution>>(Array.Empty<BrokerExecution>());
public Task<Quote?> GetQuoteAsync(string symbol, CancellationToken ct = default)
=> Task.FromResult<Quote?>(null);
@@ -78,6 +78,56 @@ public sealed record Position(string Module, string Symbol, int Quantity, decima
public decimal Notional => Quantity * AvgPrice;
}
/// <summary>
/// Position, wie der Broker sie führt – die maßgebliche Wahrheit. Weicht bewusst von
/// <see cref="Position"/> ab: der Broker kennt kein Modul, dafür Bewertung und Instrumententyp.
/// Zuteilung und Verfall (Optionen) ändern Positionen ohne Order von uns; ohne Abgleich läuft
/// die eigene Buchführung deshalb zwangsläufig auseinander.
/// </summary>
public sealed record BrokerPosition
{
public required string Symbol { get; init; }
/// <summary>"STK", "OPT", "FUT" …</summary>
public required string SecType { get; init; }
public required string Currency { get; init; }
/// <summary>IBKR-Kontrakt-ID – eindeutiger als das Symbol.</summary>
public required int ConId { get; init; }
/// <summary>Negativ bei Short-Positionen.</summary>
public required decimal Quantity { get; init; }
public required decimal AvgCost { get; init; }
// Achtung: Kurs, Wert und G/V stehen in der Währung der Position (<see cref="Currency"/>),
// nicht in der Kontobasiswährung. Positionen verschiedener Währungen dürfen deshalb nicht
// einfach aufsummiert werden – dafür ist NetLiquidation aus AccountState zuständig.
public decimal MarketPrice { get; init; }
public decimal MarketValue { get; init; }
public decimal UnrealizedPnl { get; init; }
public override string ToString() =>
$"{Symbol} ({SecType}) {Quantity:N0} @ {AvgCost:N2} {Currency}";
}
/// <summary>Einzelne Ausführung (Teil-Fill) laut Broker.</summary>
public sealed record BrokerExecution
{
/// <summary>Eindeutige IBKR-Ausführungs-ID – geeignet als Idempotenzschlüssel beim Import.</summary>
public required string ExecId { get; init; }
public required DateTime Time { get; init; }
public required string Symbol { get; init; }
public required string SecType { get; init; }
public required TradeSide Side { get; init; }
public required decimal Quantity { get; init; }
public required decimal Price { get; init; }
public string Exchange { get; init; } = "";
/// <summary>0 bei Orders, die nicht über diese API platziert wurden (z. B. manuell in TWS).</summary>
public int OrderId { get; init; }
/// <summary>Kommt über einen eigenen Callback und kann fehlen, wenn er verspätet eintrifft.</summary>
public decimal? Commission { get; init; }
public string? CommissionCurrency { get; init; }
public override string ToString() =>
$"{Time:yyyy-MM-dd HH:mm:ss} {Side} {Quantity:N0}x {Symbol} @ {Price:N2}";
}
/// <summary>Kontext für die Risikobewertung eines Signals.</summary>
public sealed record RiskContext
{
@@ -151,6 +151,48 @@ public class IbkrMappingTests
public void BuildQuote_WithoutAnyPrice_ReturnsNull() =>
IbkrMapping.BuildQuote("AAPL", last: 0, bid: 0, ask: 0, close: 0).Should().BeNull();
// ─── Ausführungen ─────────────────────────────────────────────────────────
[Theory]
[InlineData("BOT", TradeSide.Buy)]
[InlineData("SLD", TradeSide.Sell)]
[InlineData("sld", TradeSide.Sell)]
[InlineData("SELL", TradeSide.Sell)]
public void ParseSide_MapsTwsExecutionSides(string raw, TradeSide expected) =>
IbkrMapping.ParseSide(raw).Should().Be(expected);
[Fact]
public void ParseExecutionTime_HandlesDoubleSpaceFormat()
{
// So liefert TWS es bei execDetails.
IbkrMapping.ParseExecutionTime("20260804 17:39:18")
.Should().Be(new DateTime(2026, 8, 4, 17, 39, 18));
}
[Fact]
public void ParseExecutionTime_IgnoresTrailingTimeZone()
{
IbkrMapping.ParseExecutionTime("20260804 17:52:56 Europe/Berlin")
.Should().Be(new DateTime(2026, 8, 4, 17, 52, 56));
}
[Theory]
[InlineData("")]
[InlineData(" ")]
[InlineData("20260804")]
[InlineData("Unsinn")]
public void ParseExecutionTime_ReturnsNullForUnusableInput(string raw) =>
IbkrMapping.ParseExecutionTime(raw).Should().BeNull();
[Fact]
public void FormatExecutionFilterTime_UsesUtcWithExplicitFormat()
{
// TWS warnt (2174) bei Zeitangaben ohne Zeitzone und entfernt das Format künftig.
var since = new DateTime(2026, 8, 4, 12, 0, 0, DateTimeKind.Utc);
IbkrMapping.FormatExecutionFilterTime(since).Should().Be("20260804-12:00:00");
}
// ─── Tick- und Status-Klassifizierung ─────────────────────────────────────
[Theory]