diff --git a/docs/ANALYSE-Linux-Portierung.md b/docs/ANALYSE-Linux-Portierung.md new file mode 100644 index 0000000..a435f2a --- /dev/null +++ b/docs/ANALYSE-Linux-Portierung.md @@ -0,0 +1,407 @@ +# Analyse: Linux-Fähigkeit von Predictalytics + +**Stand:** 2026-08-06 · Branch `main` @ `aa19a89` · reine Ist-Analyse, keine Codeänderungen + +--- + +## 0. Kernbefund vorab + +> **Avalonia UI und LiveCharts2 werden nicht benötigt.** + +Die Annahme im Auftrag war, dass eine WinForms-Oberfläche auf Avalonia + LiveCharts2 portiert +werden muss. Das trifft auf dieses Projekt nicht zu: + +* Die **eigentliche Analyse-Oberfläche ist bereits eine Browser-Anwendung** — + `src/Predictalytics.Api/wwwroot/` (3.745 Zeilen HTML/CSS/JS), Charts über + **Chart.js 4.4.4** (`index.html:9`, CDN). Sie ist damit heute schon plattformunabhängig. +* `Predictalytics.WinFormsHost` ist **kein UI-Projekt im fachlichen Sinne**, sondern eine + Bedien-Hülle für den Betrieb: Start/Stop der Worker, Start/Stop des Kestrel-Webservers, + ein `PropertyGrid` für Einstellungen, eine `RichTextBox` als Log-Terminal und vier + manuelle Wartungsaktionen. **1.698 LOC inkl. Designer-Datei.** Kein einziges Diagramm. + +Die Aufgabe lautet damit nicht „UI-Framework migrieren", sondern +**„Bedien-Hülle durch einen headless Host ersetzen"** — eine Größenordnung weniger Aufwand. + +--- + +## 1. Portierungsstatus je Projekt + +| Projekt | TFM | Status | Bemerkung | +|---|---|---|---| +| `Predictalytics.Domain` | `net8.0` | ✅ portabel | 42 Dateien, reine Fachlogik | +| `Predictalytics.Application` | `net8.0` | ✅ portabel | 39 Dateien | +| `Predictalytics.Infrastructure` | `net8.0` | ✅ portabel | 94 Dateien, EF Core + Pomelo MySQL | +| `Predictalytics.Api` | `net8.0` | ✅ portabel | Minimal-APIs + wwwroot | +| `Predictalytics.Worker` | `net8.0` | ✅ portabel | 13 Worker-Services | +| `Predictalytics.Application.Tests` | `net10.0` | ⚠️ Inkonsistenz | s. Punkt 4.8 | +| `Predictalytics.WinFormsHost` | `net8.0-windows` | ❌ **muss ersetzt werden** | einziger Blocker | +| `LicenseLabrador.Client` (Schwester-Repo) | `netstandard2.0` | ⚠️ teilportabel | s. Punkt 3.2 | + +**54.056 Zeilen C# gesamt. Davon sind 1.698 (3,1 %) windows-gebunden — und davon ist +etwa die Hälfte (`EmbeddedWebServer.cs`, Serilog-Setup) inhaltlich bereits portabel und +nur im falschen Projekt beheimatet.** + +--- + +## 2. Was bereits sauber ist (und keinen Aufwand erzeugt) + +Diese Punkte wurden explizit geprüft, weil sie erfahrungsgemäß die teuren Überraschungen +einer Linux-Portierung sind. Der Code ist hier durchweg in gutem Zustand: + +### 2.1 Zeitzonen — überwiegend sauber, mit einer wichtigen Ausnahme ⚠️ + +> **Korrektur (2026-08-06, nach Phase 0):** Die erste Fassung dieser Analyse stufte den +> Punkt als „vollständig sauber, Aufwand 0" ein. Das war falsch — siehe unten. Die +> explizite Zeitzonen-*API*-Nutzung ist sauber, die *implizite* über `DateTime.TryParse` +> war es nicht. + +``` +166 × DateTime.UtcNow / DateTimeOffset.UtcNow + 0 × DateTime.Now · DateTime.Today · DateTimeOffset.Now + 0 × ToLocalTime() · DateTimeKind.Local + 0 × TimeZoneInfo / FindSystemTimeZoneById + 13 × DateTime.TryParse ohne Culture/Styles ← Problem +``` + +Der klassische Linux-Killer `TimeZoneInfo.FindSystemTimeZoneById("W. Europe Standard Time")` +(Windows-IDs existieren unter Linux nicht, dort gilt IANA `Europe/Berlin`) **kommt nicht +vor**. Insoweit ist die Codebasis sauber. + +**Übersehen hatte ich die implizite Variante:** `DateTime.TryParse("...Z")` ohne +`DateTimeStyles` liefert `Kind=Local` und **rechnet den Wert in Lokalzeit um**. In beiden +Providern wurden so ISO-Zeitstempel der Plattform-APIs eingelesen: + +* `PolymarketProvider.cs` — `StartDate`, `EndDate`, `CreatedAt`, `ClosedAt` (10 Stellen) +* `LimitlessProvider.cs` — `ExecutedAt`, `ExpirationDate` (2 Stellen) + +Dass UTC gemeint war, belegen die Fallbacks: jede dieser Zuweisungen fällt bei +Parse-Fehler auf `DateTime.UtcNow` zurück, und direkt daneben steht `DbCreatedAt = +DateTime.UtcNow`. Auf der Berliner Entwicklungsmaschine landeten die geparsten Werte +dadurch um 1–2 Stunden verschoben in der Datenbank, die Fallback-Werte dagegen korrekt. + +Für die Portierung ist das doppelt relevant: derselbe Code hätte auf einem Linux-Server +mit `TZ=UTC` **andere Werte** produziert als auf dem Windows-Rechner. + +**Behoben in Phase 0** über `Infrastructure/Helpers/DateParsing.cs` +(`InvariantCulture` + `AdjustToUniversal | AssumeUniversal`). + +⚠️ **Offen: Altdaten.** Bereits gespeicherte Zeilen tragen die Verschiebung weiter. Ob ein +Backfill nötig ist, hängt daran, wie stark `StartDate`/`EndDate`/`ClosedAt` in die +Auswertung eingehen — siehe „Nächste Schritte" im Portierungsplan. + +### 2.2 Kulturabhängige Zahlenformatierung — bis auf eine Stelle sauber ✅ + +Alle Parser für Fremd-APIs (Polymarket, Limitless) verwenden explizit `InvariantCulture`: + +* `LimitlessProvider.cs:59,60,110,113,114,115` +* `PolymarketModels.cs:17` · `PolymarketProvider.cs:386` +* `TradeHistoryWorker.cs:466,467` + +**Eine Ausnahme (echter Latent-Bug, plattformunabhängig):** + +```csharp +// Predictalytics.Infrastructure/Providers/Limitless/LimitlessProvider.cs:268 +Volume = decimal.TryParse(raw.VolumeFormatted?.Replace(" USDC", ""), out var vol) ? vol : 0, +``` + +Ohne `InvariantCulture`. Auf einem System mit deutscher Locale (`de_DE.UTF-8`, unter Linux +sehr üblich) wird `"1234.56"` als **123456** interpretiert — Faktor 100.000 zu hoch. +Der Fehler existiert schon heute auf einem deutschsprachigen Windows; Linux macht ihn nur +wahrscheinlicher, weil die Locale dort oft explizit gesetzt wird. + +**Aufwand: 5 Minuten. Sollte unabhängig von der Portierung gefixt werden.** + +Zusätzliche Absicherung empfohlen: `InvariantGlobalization` bzw. ein explizites +`CultureInfo.DefaultThreadCurrentCulture = CultureInfo.InvariantCulture` im neuen Host. + +### 2.3 Pfade und Dateisystem ✅ + +* Keine hartkodierten Laufwerksbuchstaben im Code — **eine** Ausnahme, siehe 4.5. +* `Path.Combine()` wird konsequent verwendet, keine manuell zusammengesetzten `\`-Pfade. +* **Kein einziger Datei-/Verzeichniszugriff** in `Infrastructure`, `Worker`, `Api`, + `Application`, `Domain`. Sämtliches File-IO liegt in `WinFormsHost` (Settings, Logs) + und im Lizenz-Client. + +### 2.4 Groß-/Kleinschreibung (case-sensitive Dateisystem) ✅ + +Linux-Dateisysteme sind case-sensitiv, Windows nicht — ein häufiger Stolperstein bei +statischen Web-Assets. Geprüft: + +| Referenz | Datei | Passt | +|---|---|---| +| `href="css/style.css?v=20260715"` | `wwwroot/css/style.css` | ✅ | +| `src="js/app.js?v=20260715"` | `wwwroot/js/app.js` | ✅ | +| `href="./docs.html"` | `wwwroot/docs.html` | ✅ | +| `href="./index.html"` | `wwwroot/index.html` | ✅ | + +Alles durchgängig kleingeschrieben und deckungsgleich. **Aufwand: 0.** + +Hinweis: MySQL-Tabellennamen sind unter Linux abhängig von `lower_case_table_names` +ebenfalls case-sensitiv. Da Prod-DB und Dev-DB bereits auf Linux-Servern laufen +(`lqf7.your-database.de`) und der Code über EF Core mit konsistenter Schreibweise +zugreift, besteht hier kein zusätzliches Risiko durch die Client-Portierung. + +### 2.5 Keine Windows-spezifischen APIs außerhalb des Hosts ✅ + +Geprüft auf `Registry`, `Microsoft.Win32`, `ManagementObject`/WMI, `ProtectedData`, +`DllImport`, `System.Drawing`, `Environment.OSVersion`: **keine Treffer** außerhalb von +`Predictalytics.WinFormsHost`. Auch `Encoding.Default` (unter Linux immer UTF-8, unter +Windows Codepage) kommt nirgends vor. + +### 2.6 NuGet-Abhängigkeiten ✅ + +Alle verwendeten Pakete sind plattformneutral: EF Core 8 + Pomelo MySQL, Serilog (+ File/ +Console/Compact), Swashbuckle, `Microsoft.Extensions.*`, xunit, Moq. Keine +windows-exklusiven Pakete außerhalb des WinForms-Hosts. + +### 2.7 Ein bereits vorhandener Vorteil: der Composition Root existiert schon ✅ + +`Predictalytics.Api/ApiConfiguration.cs` (`ConfigureApi`) ist eine **vollständige, +eigenständige Host-Konfiguration** — DI, CORS, Swagger, Static Files, Endpoint-Mapping. +Ihr fehlt nur eine `Main`-Methode. Der neue headless Host kann darauf direkt aufsetzen, +statt die Verdrahtung neu zu schreiben. + +Ebenso ist `Infrastructure/Logging/RichTextBoxSink.cs` trotz des Namens **vollständig +portabel** — es ist ein reiner Delegate-Sink (`Action`) ohne +WinForms-Referenz. Lediglich umbenennen (z. B. `DelegateSink`) wäre sinnvoll. + +--- + +## 3. Die tatsächlichen Blocker + +### 3.1 `Predictalytics.WinFormsHost` — Ersatz durch headless Host ⛔ **Hauptaufwand** + +Das Projekt ist der einzige Einstiegspunkt der Anwendung (`static void Main` existiert nur +hier). Es leistet fünf Dinge, die im neuen Host anders gelöst werden müssen: + +| Funktion heute | Ersatz unter Linux | Aufwand | +|---|---|---| +| **Serilog-Setup** (`Program.cs:35-148`) — Datei-Sinks nach Level und Plattform | 1:1 übernehmbar, ist bereits portabel. Nur `RichTextBoxSink` entfällt bzw. wird Console-Sink. | trivial | +| **`EmbeddedWebServer.cs`** (365 Z.) — Kestrel- und Worker-Lifecycle | Inhaltlich portabel. Wird zum normalen `IHost` mit `WebApplication` + `AddWorkerServices()`. Vereinfacht sich sogar deutlich, weil Start/Stop-Buttons entfallen. | klein | +| **`AppSettings.cs` + `PropertyGrid`** — Laufzeit-Konfiguration in `settings.json` | `appsettings.json` + Umgebungsvariablen + `IOptions`. Die `[Category]`/`[DisplayName]`-Attribute entfallen ersatzlos. | klein–mittel | +| **Manuelle Aktionen** — „Sync Markets", „DB Update", „Recalculate All Traders" (Bestätigungsdialoge + `MessageBox`) | Entweder CLI-Verben (`--sync-markets`, `--recalc-all`) oder geschützte Admin-Endpunkte in der bestehenden Web-UI. Die Rückfrage-Logik („nicht während laufender Worker") muss erhalten bleiben. | mittel | +| **Log-Terminal** (`RichTextBox`) + DB-Größen-Anzeige + Build-Version | Entfällt / Console + `journalctl`. Die DB-Größenabfrage (`MainForm.cs:317-343`) kann als Health-Endpunkt weiterleben. | klein | + +`WatchdogHeartbeatService.cs` (141 Z.) ist reines `HttpClient`-Verhalten und **vollständig +portabel** — sollte nach `Infrastructure` oder in den neuen Host wandern. + +**Empfehlung:** WinFormsHost **nicht löschen**, sondern beide Hosts parallel führen. +Er ist die etablierte Betriebsoberfläche unter Windows; beide teilen sich denselben +Composition Root. Der Wartungsaufwand für die dünne Hülle ist gering. + +### 3.2 Lizenzierung — der unterschätzte Blocker ⛔ + +Der `LicenseLabrador.Client` ist erfreulich gut vorbereitet, aber die **Aktivierung** ist es nicht. + +**Was bereits funktioniert:** + +* `HardwareId.cs:52-84` behandelt Linux explizit: liest `/etc/machine-id` bzw. + `/var/lib/dbus/machine-id`, mit MAC-Adressen-Fallback. Sauber gelöst. +* Zielframework `netstandard2.0`, `Microsoft.Win32.Registry` wird per `IsWindows()`-Guard + nur unter Windows angefasst. + +**Was nicht funktioniert:** + +1. **`LicenseDialog` ist ein blockierender WinForms-Modaldialog.** + `Program.cs:16` → `LicenseGuard.EnsureLicensed()` → `dialog.ShowDialog()`. + Auf einem headless Server gibt es niemanden, der einen Key eintippt. Es braucht einen + **nicht-interaktiven Aktivierungspfad**: Lizenzschlüssel aus Umgebungsvariable oder + Konfigurationsdatei, Aktivierung beim ersten Start, sauberer Abbruch mit Exit-Code und + klarer Logmeldung, wenn keine gültige Lizenz vorliegt. + +2. **`StateStore.cs:43,92` — DPAPI-Verschlüsselung fällt unter Linux still auf Klartext zurück.** + ```csharp + try { dataToSave = ProtectedData.Protect(plainBytes, null, DataProtectionScope.CurrentUser); } + catch { dataToSave = plainBytes; } // ← Linux landet immer hier + ``` + Der Lizenz-Cache (inkl. Lizenzschlüssel) liegt dann unverschlüsselt auf der Platte. + Funktional unkritisch, aber eine bewusste Entscheidung — mindestens sollten die + Dateirechte (`0600`) und das Verzeichnis abgesichert werden. + +3. **`LicenseConfig.StorageDirectory`** nutzt `Environment.SpecialFolder.ApplicationData` + → unter Linux `~/.config`. Unter systemd mit `DynamicUser=yes` oder ohne `$HOME` + existiert das nicht. Muss explizit gesetzt werden (z. B. `/var/lib/predictalytics`). + +4. **`LicenseGuard.StartPeriodicRevalidation`** verwendet `System.Windows.Forms.Timer` + → `PeriodicTimer` oder `IHostedService`. `Application.Exit()` → `IHostApplicationLifetime.StopApplication()`. + +**Das ist der Punkt mit der größten Restunsicherheit**, weil er das Schwester-Repo +LicenseLabrador berührt und serverseitig geprüft werden muss (Aktivierung ohne UI). + +### 3.3 Kestrel bindet nur auf `localhost` ⚠️ + +```csharp +// EmbeddedWebServer.cs:122 +builder.WebHost.UseUrls($"http://localhost:{port}"); +``` + +Das ist für einen Desktop-Host korrekt, für einen Linux-Server aber falsch: von außen +nicht erreichbar. Muss konfigurierbar werden (`0.0.0.0` bzw. `ASPNETCORE_URLS`), inkl. +Anpassung der CORS-`AllowedOrigins` (heute fest `http://localhost:5000`). + +**Sicherheitshinweis:** Sobald der Dienst nicht mehr nur auf `localhost` lauscht, ist die +bisher implizite Absicherung weg. `MapPredictalyticsControlEndpoints()` (schreibende +Operationen) und Swagger sind dann exponiert. Es gibt bereits ein `CanControl`/`AuthRequired`- +Konzept (`ApiConfiguration.cs:66`) — das muss vor dem Linux-Deployment scharf geschaltet +werden, plus Reverse Proxy (nginx/Caddy) mit TLS davor. + +--- + +## 4. Weitere Fundstellen (klein, aber notwendig) + +### 4.1 `Process.Start("explorer.exe", …)` — 3 Stellen +`MainForm.cs:192,207,209` (Browser öffnen, Log-Ordner öffnen). Betrifft nur den +WinForms-Host; im headless Host entfallen die Aktionen ersatzlos. + +### 4.2 `System.Windows.Forms.Timer` — 2 Stellen +`MainForm.cs:71` (DB-Größe), `LicenseGuard.cs:70` (Revalidierung). +→ `PeriodicTimer` / `IHostedService`. + +### 4.3 Schriftart `Cascadia Code` +`MainForm.cs:25`. Nur WinForms-relevant, entfällt. + +### 4.4 Log-Verzeichnis +`Program.cs:33`: `Path.Combine(AppContext.BaseDirectory, "logs")`. +Technisch portabel, aber unter Linux ist das Installationsverzeichnis üblicherweise nicht +beschreibbar. → konfigurierbar machen, Default `/var/log/predictalytics` bzw. +`journalctl` über den Console-Sink. + +Nebenbefund: `src/Predictalytics.WinFormsHost/logs/Predictalytics-20260428.json` ist +offenbar **versehentlich eingecheckt** und enthält Stacktraces mit lokalen Pfaden. Sollte +aus der Versionierung entfernt und `.gitignore` ergänzt werden. + +### 4.5 `FindWwwrootPath()` — hartkodierter Absolutpfad ⚠️ +```csharp +// EmbeddedWebServer.cs:314-321 +var candidates = new[] { + Path.Combine(baseDir, "wwwroot"), + Path.GetFullPath(Path.Combine(baseDir, "..","..","..","..","Predictalytics.Api","wwwroot")), + Path.GetFullPath(Path.Combine(baseDir, "..","..","..","..","..","src","Predictalytics.Api","wwwroot")), + @"j:\Softwareprojekte\Predictalytics\Predictalytics\src\Predictalytics.Api\wwwroot" // ← +}; +``` +Die Suchheuristik über Build-Output-Verzeichnisse funktioniert im Deployment nicht +zuverlässig, der `j:\`-Fallback gar nicht. Sauber: `wwwroot` als `Content` mit +`CopyToOutputDirectory` in die Host-`.csproj` aufnehmen (in der Api-`.csproj` bereits +vorhanden) und nur noch `Path.Combine(AppContext.BaseDirectory, "wwwroot")` verwenden. + +### 4.6 MySQL-Verbindung: `SslMode = None` fest verdrahtet ⚠️ +`AppSettings.cs:100`. Bei einem lokal laufenden Windows-Client zu einer entfernten DB war +das schon fragwürdig; bei einem Serverbetrieb sollte SSL konfigurierbar (und +standardmäßig aktiv) sein. Kein Linux-spezifisches Problem, fällt aber bei der +Konfigurationsmigration ohnehin an. + +### 4.7 Egress-Kanäle (`SourceIp`) — verhält sich unter Linux anders ⚠️ +`EgressPoolService.cs:70-88` bindet einen Socket per `socket.Bind(new IPEndPoint(ip, 0))` +an eine Quell-IP. Das funktioniert unter Linux grundsätzlich, aber: +* Die IP muss auf einem Interface tatsächlich konfiguriert sein (sonst `EADDRNOTAVAIL`); + Windows ist hier toleranter. +* Für nicht-lokale IPs bräuchte es `IP_FREEBIND`/`CAP_NET_ADMIN`. + +Falls Egress-Kanäle produktiv genutzt werden, ist das ein expliziter Testpunkt. +Proxy-Kanäle (`WebProxy`) sind unproblematisch. + +### 4.8 Zielframework-Inkonsistenz ⚠️ +`Predictalytics.Application.Tests` steht auf **`net10.0`**, alle anderen auf `net8.0`. +Das funktioniert (Test-Assembly darf höher liegen), erzwingt aber ein .NET-10-SDK auf dem +Build-Server. Bei einer CI-Einrichtung für Linux vereinheitlichen — entweder alles auf +`net8.0` oder ein bewusster Sprung der gesamten Solution auf `net10.0`. + +### 4.9 `Predictalytics.slnx` und Build +Die Solution referenziert den WinFormsHost. Auf Linux schlägt ein `dotnet build` der +Gesamtsolution fehl (`net8.0-windows` + `UseWindowsForms`). Optionen: +* Den WinFormsHost mit `` bzw. einer Condition auf + `$([MSBuild]::IsOSPlatform('Windows'))` versehen, oder +* eine zweite Solution-Datei für Linux-Builds pflegen. + +Zusätzlich: Die `.csproj` des Hosts referenziert das Schwester-Repo über einen +**relativen Pfad mit vier Ebenen nach oben** (`..\..\..\..\LicenseLabrador\…`). Das setzt +eine feste Verzeichnisstruktur voraus und ist für CI/Container fragil — besser über ein +NuGet-Paket oder ein Git-Submodul lösen. + +--- + +## 5. Was zusätzlich neu entsteht (Deployment) + +Kein Portierungsproblem im engeren Sinn, aber Teil der Aufgabe „Linux-fähig": + +* **systemd-Unit** (`Restart=always`, `User=`, `WorkingDirectory=`, `EnvironmentFile=`) + oder alternativ **Dockerfile** + `docker-compose` (es existiert bereits ein + `J:\Softwareprojekte\dockerCompose`-Verzeichnis — vermutlich anknüpfbar). +* **Reverse Proxy** (nginx/Caddy) mit TLS vor Kestrel. +* **Secrets-Handling**: DB-Passwort und Watchdog-API-Key liegen heute im Klartext in + `settings.json` neben der Exe. Unter Linux → Environment-File mit `0600` oder + Secret-Store. + *Randnotiz:* In `LicenseGuard.cs:16-17` stehen Basic-Auth-Zugangsdaten im Quelltext. + Bei einem Server-Deployment (und erst recht bei der angedachten Monetarisierung) sollte + das überdacht werden — unabhängig von dieser Portierung. +* **EF-Migrationen**: `EnsureDatabaseAsync()` existiert bereits und wird beim Start + aufgerufen — für den Serverbetrieb ist zu entscheiden, ob Migrationen automatisch + laufen sollen oder als separater Schritt. +* **CI**: Build/Test auf Linux, Publish als `linux-x64` (ggf. self-contained). +* `docs/BETRIEB-Watchdog-Lizenz.md` muss um den Linux-Betrieb ergänzt werden. + +--- + +## 6. Aufwandsschätzung + +| Arbeitspaket | Aufwand (PT) | Risiko | +|---|---|---| +| **A** Neues Host-Projekt `Predictalytics.Host` (net8.0): Serilog, Kestrel, Worker, Lifecycle | 2–3 | niedrig — Composition Root existiert bereits | +| **B** Konfigurationsmigration `AppSettings`/`PropertyGrid` → `appsettings.json` + Env + `IOptions` | 1 | niedrig | +| **C** Manuelle Wartungsaktionen → CLI-Verben bzw. Admin-Endpunkte | 1–1,5 | niedrig | +| **D** Lizenzierung headless: nicht-interaktive Aktivierung, StorageDirectory, Timer, Cache-Absicherung | 1,5–3 | **mittel–hoch** — berührt LicenseLabrador, serverseitig zu verifizieren | +| **E** Kestrel-Binding + CORS + Absicherung der Control-Endpunkte | 0,5–1 | mittel (Sicherheitsentscheidung nötig) | +| **F** Kleinkram: `wwwroot`-Deployment, Log-Pfad, Culture-Bug, TFM-Vereinheitlichung, Solution-Split, eingecheckte Logs | 0,5–1 | niedrig | +| **G** Deployment: systemd/Docker, Reverse Proxy, Secrets, CI | 1–2 | niedrig–mittel | +| **H** Verifikation auf einer echten Linux-Instanz (Worker-Dauerlauf, DB, Egress, Watchdog, Lizenz) | 2 | mittel | +| **Summe** | **~9,5–14,5 PT** | | + +**Realistisch: 2–3 Wochen bei Teilzeit, ca. 2 Wochen fokussiert.** + +Zum Vergleich: Der ursprünglich angenommene Weg über **Avalonia + LiveCharts2** hätte +grob **4–8 Wochen** gekostet — für eine Oberfläche, die es fachlich bereits als Web-UI +gibt. Diese Arbeit wäre vollständig verloren gewesen. + +--- + +## 7. Empfohlenes Vorgehen + +1. **F zuerst** (halber Tag): Culture-Bug, TFM, eingecheckte Logs, `wwwroot`-Deployment. + Wirkt sofort, unabhängig von der Portierung, reduziert Rauschen. +2. **A + B parallel** — das neue Host-Projekt entsteht neben dem WinFormsHost, nicht + an seiner Stelle. Beide teilen sich `ApiConfiguration` und `AddWorkerServices()`. + Ab hier läuft der Stack unter Linux (noch ohne Lizenz-Gate). +3. **E** — Binding und Absicherung, bevor irgendetwas exponiert wird. +4. **D** — Lizenzierung. Am besten früh anfangen zu klären, weil es das Schwester-Repo + und ggf. Serveränderungen betrifft; die Umsetzung kann dann parallel laufen. +5. **C**, **G**, **H** zum Abschluss. + +**Zwei Entscheidungen sind vorab zu treffen:** + +* **Bleibt der WinFormsHost erhalten?** Empfehlung: **ja**, als Windows-Betriebsoberfläche. + Er ist dünn, funktioniert und beide Hosts teilen sich denselben Kern. Der Web-UI-Zugang + ist ohnehin identisch. +* **Wie wird headless lizenziert?** Lizenzschlüssel per Umgebungsvariable/Config und + Aktivierung beim ersten Start ist der pragmatische Weg — muss aber mit LicenseLabrador + abgestimmt werden. + +--- + +## 8. Zusammenfassung in drei Sätzen + +Predictalytics ist in deutlich besserem Zustand für eine Linux-Portierung als erwartet: +96,9 % des Codes sind bereits plattformneutral, es gibt keine Windows-Zeitzonen-IDs und +keine Windows-APIs außerhalb des Hosts, und die Analyse-Oberfläche ist längst eine +Browser-Anwendung mit Chart.js — LiveCharts2 wird nicht gebraucht. + +Zwei Defekte an der Grenze zu den Plattform-APIs (13 × lokalzeit-verzerrendes +Datums-Parsing, 1 × kulturabhängiges Zahlen-Parsing) waren allerdings vorhanden und sind +in Phase 0 behoben. + +Der eigentliche Aufwand liegt im Ersetzen der 1.698 Zeilen umfassenden WinForms- +Bedienhülle durch einen headless Host und im Umbau der Lizenzaktivierung, die heute +zwingend einen Modaldialog erfordert. + +Geschätzt **9,5–14,5 Personentage**, mit dem einzigen nennenswerten Risiko im +Lizenzierungspfad. diff --git a/docs/PLAN-Linux-Portierung.md b/docs/PLAN-Linux-Portierung.md new file mode 100644 index 0000000..da3410c --- /dev/null +++ b/docs/PLAN-Linux-Portierung.md @@ -0,0 +1,436 @@ +# Implementierungsplan: Predictalytics auf Windows + Linux + +**Stand:** 2026-08-06 · Basis: [ANALYSE-Linux-Portierung.md](ANALYSE-Linux-Portierung.md) +**Ziel:** Ein Code-Stand, der unter Windows und Linux identisch läuft — Bedienhülle in +Avalonia, gesamte Solution auf .NET 10. + +--- + +## 0. Drei Entscheidungen vorab — **alle getroffen (2026-08-06)** + +| # | Entscheidung | Ergebnis | +|---|---|---| +| 0.1 | EF Core | **Weg A** — TFM `net10.0`, EF Core `9.0.18` + Pomelo `9.0.0` | +| 0.2 | UI-Framework | **Avalonia 12.1.1**, kein LiveCharts2 | +| 0.3 | Linux-Ziel | **Beides** — Avalonia-GUI *und* Headless-Modus (AP 3.4 verbindlich) | + +### 0.1 ✅ EF Core: Version 9 behalten, nicht auf 10 gehen — **entschieden: Weg A** + +Das ist der einzige Punkt, an dem „alles auf .NET 10" nicht sauber aufgeht. + +**Befund (verifiziert über nuget.org am 2026-08-06):** + +``` +Pomelo.EntityFrameworkCore.MySql → neueste stabile Version: 9.0.0 (2025-08-17) + nuspec: targetFramework net8.0 + Microsoft.EntityFrameworkCore.Relational [9.0.0, 9.0.999] ← harte Obergrenze +``` + +**Es gibt keinen Pomelo-Provider für EF Core 10.** Die Versionsspanne ist nach oben +geschlossen; ein Upgrade auf EF Core 10 ist mit Pomelo technisch unmöglich. + +| Weg | Konsequenz | +|---|---| +| **A — empfohlen: TFM `net10.0`, EF Core `9.0.18`, Pomelo `9.0.0`** | Alle Projekte laufen auf .NET 10. EF-Core-9-Pakete (net8.0) laufen problemlos auf der .NET-10-Runtime. **Kein Provider-Wechsel, kein DB-Risiko.** Nur +1 EF-Major statt +2. | +| **B — EF Core `10.0.10` + `MySql.EntityFrameworkCore 10.0.9` (Oracle)** | Erzwingt den Wechsel des Datenbankproviders. Andere SQL-Generierung, andere Migrations-Historie, abweichendes Verhalten bei Typ-Mapping und Bulk-Operationen — **gegen die Produktiv-DB.** Realistisch +3–5 PT plus Regressionsrisiko in 94 Infrastructure-Dateien und 30+ Migrationen. | + +**→ Gewählt: Weg A.** „Auf .NET 10 gleichbleiben" ist das eigentliche Ziel und wird +vollständig erreicht — das Zielframework aller Projekte ist `net10.0`. Dass die +EF-Core-*Bibliothek* bei 9.0.18 bleibt, ist ein Implementierungsdetail ohne Auswirkung auf +Runtime, Sprachfeatures oder Toolchain. Sobald Pomelo einen EF-Core-10-Provider +veröffentlicht, ist der Nachzug ein Einzeiler. + +Weg B entfällt; ein Providerwechsel gegen die Produktiv-DB findet nicht statt. + +### 0.2 Avalonia 12.1.1 — entschieden ✅ + +``` +Avalonia 12.1.1 (2026-07-29), lib-TFMs: net8.0, net10.0 ← natives .NET 10 +Avalonia.Desktop 12.1.1 · Avalonia.Themes.Fluent 12.1.1 · Avalonia.Controls.DataGrid 12.1.2 +``` + +Eine Einschränkung: **`Avalonia.Diagnostics` liegt noch bei 11.3.18**, es gibt keine +12.x-Version. Das ist das DevTools-Inspektorfenster (F12) — reines Entwicklerwerkzeug, für +die Laufzeit irrelevant. Falls beim Layouten vermisst: temporär eine 11.3.18-Referenz nur +in der Debug-Konfiguration, oder ohne auskommen. + +**LiveCharts2 wird nicht benötigt.** Die Bedienhülle enthält kein einziges Diagramm; alle +Charts liegen in der Web-UI (Chart.js). Keine Chart-Bibliothek im Shell-Projekt. + +### 0.3 ✅ Wo läuft die Linux-Instanz? — **entschieden: beides** + +Eine Avalonia-GUI braucht unter Linux eine Desktop-Umgebung: X11 (bzw. Wayland über XWayland), +dazu `libx11`, `libice`, `libsm`, `libfontconfig1` und installierte Fonts. Auf einem +**headless Server ohne Desktop startet sie nicht.** + +**→ Gewählt: beides in einem Binary.** Die Avalonia-Shell für Desktop-Betrieb (Windows und +Linux), zusätzlich ein Schalter `--headless` für Server ohne Desktop-Session. + +Damit ist **AP 3.4 verbindlicher Bestandteil**, nicht optional. Nach der +Hosting-Extraktion (Phase 2) kostet er ca. 0,5 PT, weil der gesamte Kern dann bereits +GUI-frei ist. Konsequenzen, die dadurch fix werden: + +* Der Lizenzschlüssel muss **auch ohne Dialog** beziehbar sein (Konfiguration / + Umgebungsvariable) — koppelt an die laufende HardwareID-Arbeit. +* Das Deployment liefert zwei Betriebsarten: Desktop-Start und systemd/Container. +* Phase 6 verifiziert beide Modi. + +--- + +## 1. Zielarchitektur + +Der entscheidende Umbau ist nicht die GUI, sondern das **Herausziehen eines +plattformneutralen Hosting-Kerns**. Heute liegen ~870 portable Zeilen (EmbeddedWebServer, +Watchdog, Serilog-Setup, Settings) im windows-gebundenen Projekt fest. Danach ist die +GUI nur noch eine dünne Schale darüber — und der Headless-Modus fällt fast von selbst ab. + +``` +src/ + Predictalytics.Domain net10.0 unverändert + Predictalytics.Application net10.0 unverändert + Predictalytics.Infrastructure net10.0 unverändert + Predictalytics.Api net10.0 unverändert + Predictalytics.Worker net10.0 unverändert + Predictalytics.Hosting NEU net10.0 ← plattformneutraler Kern + Predictalytics.Shell NEU net10.0 ← Avalonia-Bedienhülle (Win + Linux) + Predictalytics.Application.Tests net10.0 net10.0 statt bisher net10.0 (bleibt) + Predictalytics.WinFormsHost net10.0-windows ← Übergang, s. 6.2 +``` + +**`Predictalytics.Hosting`** (neu, GUI-frei) nimmt auf: + +| Herkunft | Ziel | +|---|---| +| `WinFormsHost/Services/EmbeddedWebServer.cs` (365 Z.) | `Hosting/PredictalyticsHost.cs` — unverändert bis auf Binding + wwwroot | +| `WinFormsHost/AppSettings.cs` (137 Z.) | `Hosting/PredictalyticsOptions.cs` — ohne `[Category]`/`[Editor]`-Attribute | +| `WinFormsHost/Services/WatchdogHeartbeatService.cs` (141 Z.) | 1:1, ist bereits portabel | +| `WinFormsHost/Program.cs:33-148` (Serilog-Setup) | `Hosting/LoggingSetup.cs` — 1:1, ist bereits portabel | +| `WinFormsHost/Services/LicenseGuard.cs` (102 Z.) | `Hosting/LicenseGuard.cs` — ohne WinForms-Timer/Dialog | +| `Infrastructure/Logging/RichTextBoxSink.cs` | umbenennen → `DelegateSink.cs` (ist schon portabel) | + +**`Predictalytics.Shell`** (neu, Avalonia) enthält nur noch View + ViewModel. + +--- + +## 2. Phase 0 — Vorarbeiten ✅ **erledigt (2026-08-06)** + +| # | Aufgabe | Ergebnis | +|---|---|---| +| 0.1 | `InvariantCulture` ergänzen | ✅ `LimitlessProvider.cs:270` (Volume) | +| 0.1b | **Nachtrag:** 13 × lokalzeit-verzerrendes `DateTime.TryParse` | ✅ neuer Helfer `Infrastructure/Helpers/DateParsing.cs`, alle Fundstellen umgestellt | +| 0.2 | Eingecheckte Logdatei entfernen | ✅ nicht nötig — Datei ist **nicht** getrackt, `.gitignore:14 logs/` greift bereits | +| 0.3 | `j:\`-Absolutpfad-Fallback entfernen | ✅ `EmbeddedWebServer.cs` | +| 0.4 | Branch anlegen | ✅ `feature/linux-net10` | + +**Abnahme erreicht:** `dotnet build` → 0 Fehler, 10 Warnungen (alle vorbestehend). +`dotnet test` → **100 bestanden, 0 Fehler, 1 übersprungen**. + +### Nachtrag 0.1b — Umfang und offener Punkt + +`DateTime.TryParse("2026-08-06T12:00:00Z")` ohne `DateTimeStyles` liefert `Kind=Local` und +rechnet in Lokalzeit um. Betroffen waren in beiden Providern `StartDate`, `EndDate`, +`CreatedAt`, `ClosedAt`, `ExecutedAt`, `ExpirationDate` — während der Fallback derselben +Zuweisungen (`DateTime.UtcNow`) korrektes UTC schrieb. Auf der Berliner Maschine also +1–2 h Versatz, auf einem Linux-Server mit `TZ=UTC` hingegen nicht: derselbe Code hätte +plattformabhängig unterschiedliche Werte erzeugt. + +✅ **Altdaten-Backfill: entfällt (Entscheidung 2026-08-06).** Der Fix wirkt nur für neue +Schreibvorgänge; bereits gespeicherte Zeilen tragen den 1–2-h-Versatz weiter. Bewusst +akzeptiert — die Daten verlieren mit steigendem Alter ohnehin an Relevanz, und die +betroffenen Felder werden bei jedem Markt-Sync überschrieben. + +**Konsequenz für Phase 6:** Beim Vergleich Linux-Lauf ↔ Windows-Referenz (Prüfung 8.3) +dürfen historische Zeilen nicht als Referenz dienen — nur frisch geschriebene Datensätze +sind aussagekräftig. + +--- + +## 3. Phase 1 — .NET 10 (1,5–2,5 PT) + +Bewusst **vor** dem Avalonia-Umbau: eine Baustelle nach der anderen, und das Shell-Projekt +entsteht dann direkt auf dem Zielframework. + +### AP 1.1 — Zentrale Frameworkverwaltung +`Directory.Build.props` erweitern: +```xml +net10.0 +latest +enable +enable +``` +`` aus allen `.csproj` entfernen (Ausnahme: WinFormsHost → +`net10.0-windows`). Empfohlen: zugleich `Directory.Packages.props` mit +`ManagePackageVersionsCentrally` einführen — bei 7+ Projekten mit überlappenden Paketen +verhindert das künftige Versionsdrift. + +### AP 1.2 — Paketmatrix + +| Paket | heute | Ziel | Anmerkung | +|---|---|---|---| +| `Microsoft.EntityFrameworkCore(.Relational/.Design)` | 8.0.11 | **9.0.18** | Obergrenze durch Pomelo | +| `Pomelo.EntityFrameworkCore.MySql` | 8.0.2 | **9.0.0** | zieht MySqlConnector 2.4.0 | +| `Microsoft.EntityFrameworkCore.InMemory/.Sqlite` (Tests) | 8.0.11 | **9.0.18** | muss zu EF Core passen | +| `Swashbuckle.AspNetCore` | 6.9.0 | **10.2.3** | ⚠️ 6.x ist nicht ASP.NET-Core-10-tauglich | +| `Serilog` | 4.2.0 | 4.4.0 | | +| `Serilog.AspNetCore` | 8.0.3 | 10.0.0 | | +| `Serilog.Sinks.File` | 6.0.0 | 7.0.0 | | +| `Serilog.Extensions.Logging` / `.Sinks.Console` / `.Formatting.Compact` | 8.0.0 / 6.0.0 / 3.0.0 | jeweils aktuell | | +| `Microsoft.Extensions.Http` / `.Hosting.Abstractions` / `.Logging.Abstractions` | 8.0.x | 10.0.x | | +| `Microsoft.NET.Test.Sdk` / `xunit` / `Moq` / `coverlet` | aktuell | prüfen | | + +### AP 1.3 — Erwartete Bruchstellen +* **Swashbuckle 6.9 → 10.x** ist der wahrscheinlichste Reibungspunkt: geänderte API-Oberfläche, + und ASP.NET Core 10 bringt mit `Microsoft.AspNetCore.OpenApi` eine eigene + OpenAPI-Generierung mit. Betrifft `Api/ApiConfiguration.cs:19-20` und + `WinFormsHost/Services/EmbeddedWebServer.cs:143-144,154-155`. + *Alternative:* auf das eingebaute `AddOpenApi()`/`MapOpenApi()` umsteigen und Swashbuckle + ganz ablösen — sauberer, aber die Swagger-UI müsste ersetzt werden (z. B. Scalar). +* **EF Core 8 → 9:** überschaubar. Zu prüfen sind Migrationsverhalten und die + `ExecuteSqlRawAsync`-Aufrufe in `EmbeddedWebServer.cs:56-100`. +* `Predictalytics.Application.Tests` steht bereits auf `net10.0` — hier wird die + Inkonsistenz gerade aufgelöst statt vergrößert. + +**Abnahme:** `dotnet build` + `dotnet test` grün; WinFormsHost startet, Worker laufen, +Web-UI erreichbar; **Migrationen gegen die Dev-DB (`bergisnu_db0`) verifiziert, nicht gegen Prod.** + +--- + +## 4. Phase 2 — Hosting-Kern extrahieren (1,5–2 PT) + +**Der Schlüsselschritt.** Reiner Verschiebe- und Entkopplungsvorgang, keine neue Logik. + +### AP 2.1 — Projekt `Predictalytics.Hosting` anlegen +`net10.0`, Referenzen auf `Api`, `Worker`, `Infrastructure`, `LicenseLabrador.Client`. + +### AP 2.2 — Verschieben (Tabelle in Abschnitt 1) +`EmbeddedWebServer` → `PredictalyticsHost`, Watchdog, Serilog-Setup, LicenseGuard. +`RichTextBoxSink` → `DelegateSink` umbenennen (der Sink ist ein reiner +`Action`-Delegat und war nie WinForms-abhängig). + +### AP 2.3 — Konfiguration entkoppeln +`AppSettings` → `PredictalyticsOptions` ohne `System.ComponentModel`-Attribute. +Ladereihenfolge: `appsettings.json` → `appsettings.{Environment}.json` → +Umgebungsvariablen (`PREDICTALYTICS_`) → `settings.json` im Benutzerprofil (Kompatibilität). +Ablageort plattformabhängig über `Environment.SpecialFolder.ApplicationData` +(Windows: `%APPDATA%`, Linux: `~/.config`) statt neben der Executable — das +Installationsverzeichnis ist unter Linux üblicherweise nicht beschreibbar. + +⚠️ Beim Umbau ist `SslMode = MySqlSslMode.None` (`AppSettings.cs:100`) fest verdrahtet. +Da die Zugangsdaten künftig auch über Netz zu einer entfernten DB gehen, sollte das +konfigurierbar und standardmäßig aktiv werden. + +### AP 2.4 — Lifecycle GUI-frei machen +* `System.Windows.Forms.Timer` → `PeriodicTimer` bzw. `IHostedService` + (`MainForm.cs:71` DB-Größe, `LicenseGuard.cs:70` Revalidierung) +* `Application.Exit()` → `IHostApplicationLifetime.StopApplication()` +* `PredictalyticsHost` bekommt Events/Observables (`StatusChanged`, `DbSizeChanged`), + an die sich später sowohl das Avalonia-ViewModel als auch der Headless-Modus hängen. + +### AP 2.5 — wwwroot sauber deployen +`FindWwwrootPath()` (`EmbeddedWebServer.cs:308-335`) mit der Verzeichnis-Heuristik ersatzlos +streichen. Stattdessen in den Host-`.csproj`: +```xml + +``` +und im Code nur noch `Path.Combine(AppContext.BaseDirectory, "wwwroot")`. + +**Abnahme:** WinFormsHost benutzt nur noch `Predictalytics.Hosting` und enthält +ausschließlich UI-Code. `Predictalytics.Hosting` baut ohne Windows-Referenzen. + +--- + +## 5. Phase 3 — Avalonia-Bedienhülle (4–6 PT) + +### AP 3.1 — Projekt `Predictalytics.Shell` +```xml + + + + +``` +MVVM mit `CommunityToolkit.Mvvm` (Source-Generatoren) — bei ~15 Settings-Properties plus +Status-Bindings spart das spürbar Boilerplate gegenüber handgeschriebenem `INotifyPropertyChanged`. + +### AP 3.2 — Control-Mapping + +| WinForms (heute) | Avalonia | Aufwand | +|---|---|---| +| `MenuStrip` + 3 Menüs | `Menu` / `NativeMenuBar` | klein | +| `ToolStrip` + 2 Buttons | `StackPanel` + `Button` | klein | +| `TabControl` / `TabPage` | `TabControl` / `TabItem` | klein | +| `StatusStrip` + 3 Labels | `DockPanel` unten + `TextBlock` | klein | +| `MessageBox.Show` (7 Aufrufe) | eigener Dialog oder `MsBox.Avalonia` | klein | +| **`RichTextBox` (farbiges Log)** | `ListBox`/`ItemsControl` über `ObservableCollection`, `DataTemplate` mit `Foreground`-Binding | **mittel** | +| **`PropertyGrid`** | **kein Äquivalent in Avalonia Core** | **mittel–groß** | + +**Zum Log-View:** die bisherige Ringpuffer-Logik (`TerminalHelper.cs:26-31` — bei 500 Zeilen +`rtb.Clear()`) wird zur `ObservableCollection` mit `RemoveAt(0)` — angenehmer, weil die +Historie nicht mehr komplett verworfen wird. Marshalling über `Dispatcher.UIThread.Post` +statt `Control.BeginInvoke`. Farbschema aus `TerminalHelper.cs:33-39` direkt übernehmbar. + +**Zum PropertyGrid** — das ist der einzige echte UI-Entwurfsaufwand. Drei Optionen: + +| Option | Bewertung | +|---|---| +| **Handgeschriebene Settings-View** (empfohlen) | 4 Gruppen / 15 Properties (Webserver 2, Egress 1, Watchdog 6, Database 4 + abgeleiteter ConnectionString). Als `Expander` je Gruppe mit `TextBox`/`CheckBox`/`NumericUpDown`. Volle Kontrolle über Passwortfelder (`PasswordChar`) und Mehrzeilen-Editor für Egress. ~1–1,5 PT. | +| Drittanbieter `Avalonia.PropertyGrid` | Spart Zeit, bringt aber eine Abhängigkeit fragwürdiger Pflegelage und passt selten zum Fluent-Theme. | +| Reflection-basierter Generator | Elegant, aber Overengineering für 15 Properties. | + +### AP 3.3 — Plattformdetails +* **Fixe Fenstergröße auflösen:** `MinimumSize`/`MaximumSize = 1886×1088` + (`MainForm.Designer.cs:233-234`) ist bei abweichender DPI/Auflösung unter Linux + untauglich. → skalierendes Grid-Layout, sinnvolles `MinWidth`/`MinHeight`. +* **Schriftart:** `"Cascadia Code"` (`MainForm.cs:25`) existiert unter Linux meist nicht. + → Fallback-Kette `Cascadia Code, DejaVu Sans Mono, monospace`. +* **`Process.Start("explorer.exe", …)`** (3×, `MainForm.cs:192,207,209`) → + ```csharp + Process.Start(new ProcessStartInfo(target) { UseShellExecute = true }); + ``` + funktioniert auf Windows und Linux (dort über `xdg-open`). +* **Lizenzdialog** (`LicenseDialog.cs`, 118 Z.) in Avalonia nachbauen: Label, `TextBox` + (Großschreibung — `CharacterCasing.Upper` hat kein direktes Pendant, per + `TextInput`-Handler oder Converter lösen), Status-Label, zwei Buttons. Der + Aktivierungsablauf (`ValidateAsync` + `VerifyChecksum`) bleibt unverändert. + *Hinweis: greift auf die HardwareID-Arbeit zu, die separat läuft.* + +### AP 3.4 — Headless-Modus *(verbindlich, 0,5 PT — Entscheidung 0.3)* +Schalter `--headless` in `Program.cs` der Shell: statt `BuildAvaloniaApp().StartWithClassicDesktopLifetime()` +direkt `PredictalyticsHost` starten und auf `IHostApplicationLifetime` warten, Logs nur auf +Console. Nach Phase 2 ist das reine Verdrahtung, weil der Kern bereits GUI-frei ist. + +Zwingend mitzudenken: +* **Lizenz ohne Dialog:** Schlüssel aus `PREDICTALYTICS_LICENSE_KEY` bzw. Konfiguration; + bei fehlender/ungültiger Lizenz sauberer Abbruch mit Exit-Code ≠ 0 und klarer Logzeile + statt eines Dialogs, den niemand sieht. +* **Keine Avalonia-Initialisierung** vor der Argumentauswertung — sonst versucht der + Prozess auf einem Server ohne X11 zu starten und stirbt, bevor der Schalter greift. +* SIGTERM sauber behandeln (`IHostApplicationLifetime`), damit systemd korrekt stoppt. + +**Abnahme:** Shell startet unter Windows **und** Linux-Desktop mit GUI; derselbe Build +startet mit `--headless` auf einem Server ohne X11. In beiden Modi: Worker laufen, Web-UI +erreichbar, Settings persistieren; im GUI-Modus zusätzlich farbiger Log-View und +Lizenzdialog. + +--- + +## 6. Phase 4 — Aufräumen und Absichern (1–1,5 PT) + +### AP 4.1 — Kestrel-Binding und Absicherung ⚠️ +`UseUrls($"http://localhost:{port}")` (`EmbeddedWebServer.cs:122`) konfigurierbar machen +(`ASPNETCORE_URLS` bzw. Options), CORS-`AllowedOrigins` (heute fest `http://localhost:5000`) +mitziehen. + +**Sobald nicht mehr nur auf `localhost` gelauscht wird, entfällt die bisher implizite +Absicherung.** `MapPredictalyticsControlEndpoints()` (schreibende Operationen) und Swagger +wären dann offen erreichbar. Das vorhandene `CanControl`/`AuthRequired`-Konzept +(`Api/ApiConfiguration.cs:66`) muss davor scharf geschaltet werden. + +### AP 4.2 — Globalisierung +Im Host-Bootstrap `CultureInfo.DefaultThreadCurrentCulture = CultureInfo.InvariantCulture` +setzen, damit Zahlenformatierung unabhängig von der Systemlocale ist. +`InvariantGlobalization=true` (spart `libicu` im Container) erst später erwägen — es ändert +String-Vergleichssemantik und sollte nicht im selben Sprung passieren. + +### AP 4.3 — Log-Verzeichnis +`Path.Combine(AppContext.BaseDirectory, "logs")` (`Program.cs:33`) konfigurierbar machen. +Default: Windows `%APPDATA%`, Linux `~/.local/share` bzw. `/var/log/predictalytics`. + +### AP 4.4 — Solution und Repo-Kopplung +* `Predictalytics.slnx`: WinFormsHost mit + `Condition="$([MSBuild]::IsOSPlatform('Windows'))"` versehen, damit + `dotnet build` der Gesamtsolution unter Linux durchläuft. +* Die `..\..\..\..\LicenseLabrador\…`-Projektreferenz (4 Ebenen aufwärts) ist für CI und + Container fragil → Git-Submodul oder NuGet-Paket. + +### AP 4.5 — Egress-Kanäle prüfen ⚠️ +`EgressPoolService.cs:70-88` bindet Sockets an eine Quell-IP. Unter Linux muss die IP +tatsächlich auf einem Interface konfiguriert sein (sonst `EADDRNOTAVAIL`); Windows ist +toleranter. Für nicht-lokale IPs bräuchte es `IP_FREEBIND`/`CAP_NET_ADMIN`. +Nur relevant, falls Egress-Kanäle produktiv genutzt werden. Proxy-Kanäle sind unkritisch. + +--- + +## 7. Phase 5 — Deployment und CI (1–2 PT) + +* `dotnet publish -r linux-x64` (und `win-x64`); bei self-contained an + `--self-contained` + Trimming-Verhalten von Avalonia denken. +* **Systemabhängigkeiten Linux (GUI):** `libx11-6`, `libice6`, `libsm6`, `libfontconfig1`, + `libharfbuzz0b`, Monospace-Fonts (z. B. `fonts-dejavu`). **(GUI-Variante braucht eine + Desktop-Session — siehe 0.3.)** +* systemd-Unit bzw. Dockerfile (für den Headless-Modus); es existiert bereits ein + `J:\Softwareprojekte\dockerCompose` — vermutlich anknüpfbar. +* Reverse Proxy (nginx/Caddy) mit TLS vor Kestrel. +* **Secrets:** DB-Passwort und Watchdog-API-Key liegen heute im Klartext in `settings.json`. + Unter Linux → EnvironmentFile mit `0600` oder Secret-Store. + *Randnotiz:* In `LicenseGuard.cs:16-17` stehen Basic-Auth-Zugangsdaten im Quelltext — + unabhängig von dieser Portierung überdenkenswert, erst recht mit Blick auf Monetarisierung. +* CI: Build + Test auf Linux **und** Windows. +* `docs/BETRIEB-Watchdog-Lizenz.md` um den Linux-Betrieb ergänzen. + +--- + +## 8. Phase 6 — Verifikation (2 PT) + +| # | Prüfung | +|---|---| +| 8.1 | Worker-Dauerlauf ≥ 24 h unter Linux gegen die **Dev-DB**, Logvergleich mit einem Windows-Lauf | +| 8.2 | EF-Migrationen von Null gegen Dev-DB (Weg A: nur EF-9-Regression) | +| 8.3 | Zahlenformatierung: Lauf unter `LANG=de_DE.UTF-8` — Volumina/Preise/PnL gegen Windows-Referenz | +| 8.4 | Web-UI vollständig durchklicken (case-sensitive Assets, alle Endpunkte) | +| 8.5 | Lizenz: Erstaktivierung, Neustart aus Cache, Offline-Gnadenfrist, Revalidierung | +| 8.6 | Watchdog-Heartbeats erscheinen unter `watchdog.mhdf.de` | +| 8.7 | Egress-Kanäle (falls genutzt) | +| 8.8 | Shell unter Windows **und** Linux-Desktop: alle Buttons, Menüs, Settings-Persistenz | +| 8.9 | Derselbe Build mit `--headless` auf einem Server ohne X11: Start, Lizenz aus Konfiguration, SIGTERM-Stopp | + +--- + +## 9. Zeitplan + +| Phase | Inhalt | PT | +|---|---|---| +| 0 | Vorarbeiten | 0,5 | +| 1 | .NET 10 + Paketmatrix | 1,5–2,5 | +| 2 | Hosting-Kern extrahieren | 1,5–2 | +| 3 | Avalonia-Shell **inkl. Headless-Modus (AP 3.4)** | 4,5–6,5 | +| 4 | Aufräumen, Binding, Absicherung | 1–1,5 | +| 5 | Deployment + CI (Desktop **und** systemd/Container) | 1,5–2,5 | +| 6 | Verifikation (beide Betriebsarten) | 2 | +| | **Summe** | **12,5–17,5 PT** | + +**≈ 2,5–3,5 Wochen fokussiert.** + +Phasen 0–2 sind risikoarm und liefern bereits Wert (aufgeräumte Architektur, aktuelles +Framework). Phase 3 ist der Hauptaufwand. Die Phasen sind strikt sequenziell — jede baut +auf der vorigen auf; einzig AP 5 (Deployment) kann parallel zu Phase 3 vorbereitet werden. + +--- + +## 10. Risiken + +| Risiko | Eintritt | Wirkung | Gegenmaßnahme | +|---|---|---|---| +| **Pomelo hat keinen EF-Core-10-Provider** | **sicher** | blockiert EF Core 10 | ✅ gelöst durch Weg A: EF Core 9 auf net10.0 | +| Swashbuckle 6.9 → 10.x mit Brüchen | wahrscheinlich | halber bis ganzer Tag | ggf. auf eingebautes `AddOpenApi()` wechseln | +| PropertyGrid-Ersatz wird aufwendiger als geschätzt | mittel | +1 PT | handgeschriebene View, 15 Properties sind überschaubar | +| Avalonia-GUI läuft auf dem Linux-Ziel nicht (kein Desktop) | sicher auf Servern | Shell unbrauchbar | ✅ abgedeckt durch AP 3.4 (verbindlich) | +| `Avalonia.Diagnostics` fehlt für 12.x | sicher | nur Komfort | ohne DevTools arbeiten oder 11.3.18 in Debug | +| **Lizenzaktivierung headless** | **sicher (AP 3.4)** | mittel | koppelt an laufende HardwareID-Arbeit — früh abstimmen | +| Egress `SourceIp` unter Linux | niedrig | mittel | AP 4.5, früh testen | +| Regression in der Datenschicht | niedrig (Weg A) | hoch | ausschließlich Dev-DB, nie Prod | + +--- + +## 11. Nächster Schritt + +Alle Vorentscheidungen sind getroffen (Abschnitt 0). Umsetzung kann beginnen: + +1. **Phase 0** — 0,5 PT, sofort, unabhängig vom Rest. Ergebnis ist ein aufgeräumter + Ausgangspunkt auf `feature/linux-net10`. +2. **Phase 1** — .NET 10 + Paketmatrix. Hier zeigt sich früh, wie groß der + Swashbuckle-Umbau tatsächlich ist. +3. Parallel dazu: **Lizenzaktivierung ohne Dialog** mit der laufenden HardwareID-Arbeit + abstimmen — das ist der einzige Punkt im Plan, der von außen abhängt und dadurch spät + teuer werden kann. diff --git a/src/Predictalytics.Infrastructure/Helpers/DateParsing.cs b/src/Predictalytics.Infrastructure/Helpers/DateParsing.cs new file mode 100644 index 0000000..fea8f51 --- /dev/null +++ b/src/Predictalytics.Infrastructure/Helpers/DateParsing.cs @@ -0,0 +1,34 @@ +using System.Globalization; + +namespace Predictalytics.Infrastructure.Helpers; + +/// +/// Parses timestamp strings from platform APIs as UTC. +/// +/// The platforms deliver ISO-8601 strings; the domain stores UTC throughout — every call +/// site falls back to , and the neighbouring DbCreatedAt is +/// always UTC. A plain DateTime.TryParse breaks that in two ways: it honours the +/// machine's locale, and it converts a "Z"-suffixed timestamp to local time. The +/// same API payload would therefore land in the database differently on a Berlin +/// workstation than on a UTC server. +/// +/// +public static class DateParsing +{ + private const DateTimeStyles UtcStyles = + DateTimeStyles.AdjustToUniversal | DateTimeStyles.AssumeUniversal; + + /// + /// Parses an API timestamp as UTC. Returns null when absent or unparseable. + /// Timestamps without a zone designator are treated as UTC. + /// + public static DateTime? ParseUtc(string? value) => + DateTime.TryParse(value, CultureInfo.InvariantCulture, UtcStyles, out var parsed) + ? parsed + : null; + + /// + /// Parses an API timestamp as UTC, falling back to the current UTC time. + /// + public static DateTime ParseUtcOrNow(string? value) => ParseUtc(value) ?? DateTime.UtcNow; +} diff --git a/src/Predictalytics.Infrastructure/Providers/Limitless/LimitlessProvider.cs b/src/Predictalytics.Infrastructure/Providers/Limitless/LimitlessProvider.cs index 52eb981..209d82e 100644 --- a/src/Predictalytics.Infrastructure/Providers/Limitless/LimitlessProvider.cs +++ b/src/Predictalytics.Infrastructure/Providers/Limitless/LimitlessProvider.cs @@ -1,6 +1,8 @@ +using System.Globalization; using Predictalytics.Domain.Entities; using Predictalytics.Domain.Enums; using Predictalytics.Domain.Interfaces; +using Predictalytics.Infrastructure.Helpers; using Predictalytics.Infrastructure.Logging; using Microsoft.Extensions.Logging; @@ -235,7 +237,7 @@ public class LimitlessProvider : IPlatformProvider Price = (decimal)(e.Price ?? 0), Size = (decimal)(e.Size ?? 0), Amount = (decimal)(e.Price * e.Size ?? 0), - ExecutedAt = DateTime.TryParse(e.CreatedAt, out var dt) ? dt : DateTime.UtcNow, + ExecutedAt = DateParsing.ParseUtcOrNow(e.CreatedAt), TransactionHash = e.TxHash, TransientWallet = wallet, }; @@ -265,11 +267,12 @@ public class LimitlessProvider : IPlatformProvider Category = catMap.Category, Subcategory = catMap.Subcategory, ImageUrl = raw.ImageUrl ?? "", - Volume = decimal.TryParse(raw.VolumeFormatted?.Replace(" USDC", ""), out var vol) ? vol : 0, + Volume = decimal.TryParse(raw.VolumeFormatted?.Replace(" USDC", ""), + NumberStyles.Any, CultureInfo.InvariantCulture, out var vol) ? vol : 0, Liquidity = (decimal)(raw.Liquidity ?? 0), EndDate = (raw.ExpirationTimestamp.HasValue && raw.ExpirationTimestamp.Value > 0 && raw.ExpirationTimestamp.Value < 253402300799) - ? DateTimeOffset.FromUnixTimeSeconds(raw.ExpirationTimestamp.Value).UtcDateTime - : (DateTime.TryParse(raw.ExpirationDate, out var ed) ? ed : null), + ? DateTimeOffset.FromUnixTimeSeconds(raw.ExpirationTimestamp.Value).UtcDateTime + : DateParsing.ParseUtc(raw.ExpirationDate), IsResolved = raw.Closed, LastUpdatedAt = DateTime.UtcNow }; diff --git a/src/Predictalytics.Infrastructure/Providers/Polymarket/PolymarketProvider.cs b/src/Predictalytics.Infrastructure/Providers/Polymarket/PolymarketProvider.cs index 6371a08..4678729 100644 --- a/src/Predictalytics.Infrastructure/Providers/Polymarket/PolymarketProvider.cs +++ b/src/Predictalytics.Infrastructure/Providers/Polymarket/PolymarketProvider.cs @@ -2,6 +2,7 @@ using System.Text.Json; using Predictalytics.Domain.Entities; using Predictalytics.Domain.Enums; using Predictalytics.Domain.Interfaces; +using Predictalytics.Infrastructure.Helpers; using Predictalytics.Infrastructure.Logging; using Microsoft.Extensions.Logging; @@ -216,9 +217,9 @@ public class PolymarketProvider : IPlatformProvider Title = rawEv.Title, Description = rawEv.Description, ImageUrl = rawEv.Image, - StartDate = DateTime.TryParse(rawEv.StartDate, out var esd) ? esd : null, - EndDate = DateTime.TryParse(rawEv.EndDate, out var eed) ? eed : null, - CreatedAt = DateTime.TryParse(rawEv.CreatedAt, out var ecd) ? ecd : DateTime.UtcNow, + StartDate = DateParsing.ParseUtc(rawEv.StartDate), + EndDate = DateParsing.ParseUtc(rawEv.EndDate), + CreatedAt = DateParsing.ParseUtcOrNow(rawEv.CreatedAt), DbCreatedAt = DateTime.UtcNow, IsActive = rawEv.Active, IsClosed = rawEv.Closed, @@ -312,9 +313,9 @@ public class PolymarketProvider : IPlatformProvider Title = rawEvent.Title, Description = rawEvent.Description, ImageUrl = rawEvent.Image, - StartDate = DateTime.TryParse(rawEvent.StartDate, out var sd) ? sd : null, - EndDate = DateTime.TryParse(rawEvent.EndDate, out var ed) ? ed : null, - CreatedAt = DateTime.TryParse(rawEvent.CreatedAt, out var cd) ? cd : DateTime.UtcNow, + StartDate = DateParsing.ParseUtc(rawEvent.StartDate), + EndDate = DateParsing.ParseUtc(rawEvent.EndDate), + CreatedAt = DateParsing.ParseUtcOrNow(rawEvent.CreatedAt), DbCreatedAt = DateTime.UtcNow, IsActive = rawEvent.Active, IsClosed = rawEvent.Closed, @@ -359,14 +360,14 @@ public class PolymarketProvider : IPlatformProvider Volume = (decimal)raw.Volume, Volume24h = (decimal)raw.Volume24hr, Liquidity = (decimal)raw.Liquidity, - StartDate = DateTime.TryParse(raw.StartDate, out var msd) ? msd : null, - EndDate = DateTime.TryParse(raw.EndDate ?? raw.EndDateIso, out var med) ? med : null, - CreatedAt = DateTime.TryParse(raw.CreatedAt, out var mcd) ? mcd : DateTime.UtcNow, + StartDate = DateParsing.ParseUtc(raw.StartDate), + EndDate = DateParsing.ParseUtc(raw.EndDate ?? raw.EndDateIso), + CreatedAt = DateParsing.ParseUtcOrNow(raw.CreatedAt), DbCreatedAt = DateTime.UtcNow, LastUpdatedAt = DateTime.UtcNow, FeeRateBps = (decimal)(raw.TakerFee * 10000), IsNegRisk = raw.NegRisk, - ClosedAt = DateTime.TryParse(raw.ClosedTime, out var mct) ? mct : null + ClosedAt = DateParsing.ParseUtc(raw.ClosedTime) }; // Parse outcomes, prices, and token IDs from JSON strings diff --git a/src/Predictalytics.WinFormsHost/Services/EmbeddedWebServer.cs b/src/Predictalytics.WinFormsHost/Services/EmbeddedWebServer.cs index 04fc68c..d7d58bd 100644 --- a/src/Predictalytics.WinFormsHost/Services/EmbeddedWebServer.cs +++ b/src/Predictalytics.WinFormsHost/Services/EmbeddedWebServer.cs @@ -315,9 +315,7 @@ public class EmbeddedWebServer Path.Combine(baseDir, "wwwroot"), // From bin/Debug/net8.0-windows/ up to src/, then into Api/wwwroot Path.GetFullPath(Path.Combine(baseDir, "..", "..", "..", "..", "Predictalytics.Api", "wwwroot")), - Path.GetFullPath(Path.Combine(baseDir, "..", "..", "..", "..", "..", "src", "Predictalytics.Api", "wwwroot")), - // Absolute fallback for this specific workspace - @"j:\Softwareprojekte\Predictalytics\Predictalytics\src\Predictalytics.Api\wwwroot" + Path.GetFullPath(Path.Combine(baseDir, "..", "..", "..", "..", "..", "src", "Predictalytics.Api", "wwwroot")) }; foreach (var path in candidates)