# Implementierungsplan: Predictalytics auf Windows + Linux **Stand:** 2026-08-06 · Basis: [ANALYSE-Linux-Portierung.md](ANALYSE-Linux-Portierung.md) **Ziel:** Ein Code-Stand, der unter Windows und Linux identisch läuft — Bedienhülle in Avalonia, gesamte Solution auf .NET 10. --- ## 0. Drei Entscheidungen vorab — **alle getroffen (2026-08-06)** | # | Entscheidung | Ergebnis | |---|---|---| | 0.1 | EF Core | **Weg A** — TFM `net10.0`, EF Core `9.0.18` + Pomelo `9.0.0` | | 0.2 | UI-Framework | **Avalonia 12.1.1**, kein LiveCharts2 | | 0.3 | Linux-Ziel | **Beides** — Avalonia-GUI *und* Headless-Modus (AP 3.4 verbindlich) | ### 0.1 ✅ EF Core: Version 9 behalten, nicht auf 10 gehen — **entschieden: Weg A** Das ist der einzige Punkt, an dem „alles auf .NET 10" nicht sauber aufgeht. **Befund (verifiziert über nuget.org am 2026-08-06):** ``` Pomelo.EntityFrameworkCore.MySql → neueste stabile Version: 9.0.0 (2025-08-17) nuspec: targetFramework net8.0 Microsoft.EntityFrameworkCore.Relational [9.0.0, 9.0.999] ← harte Obergrenze ``` **Es gibt keinen Pomelo-Provider für EF Core 10.** Die Versionsspanne ist nach oben geschlossen; ein Upgrade auf EF Core 10 ist mit Pomelo technisch unmöglich. | Weg | Konsequenz | |---|---| | **A — empfohlen: TFM `net10.0`, EF Core `9.0.18`, Pomelo `9.0.0`** | Alle Projekte laufen auf .NET 10. EF-Core-9-Pakete (net8.0) laufen problemlos auf der .NET-10-Runtime. **Kein Provider-Wechsel, kein DB-Risiko.** Nur +1 EF-Major statt +2. | | **B — EF Core `10.0.10` + `MySql.EntityFrameworkCore 10.0.9` (Oracle)** | Erzwingt den Wechsel des Datenbankproviders. Andere SQL-Generierung, andere Migrations-Historie, abweichendes Verhalten bei Typ-Mapping und Bulk-Operationen — **gegen die Produktiv-DB.** Realistisch +3–5 PT plus Regressionsrisiko in 94 Infrastructure-Dateien und 30+ Migrationen. | **→ Gewählt: Weg A.** „Auf .NET 10 gleichbleiben" ist das eigentliche Ziel und wird vollständig erreicht — das Zielframework aller Projekte ist `net10.0`. Dass die EF-Core-*Bibliothek* bei 9.0.18 bleibt, ist ein Implementierungsdetail ohne Auswirkung auf Runtime, Sprachfeatures oder Toolchain. Sobald Pomelo einen EF-Core-10-Provider veröffentlicht, ist der Nachzug ein Einzeiler. Weg B entfällt; ein Providerwechsel gegen die Produktiv-DB findet nicht statt. ### 0.2 Avalonia 12.1.1 — entschieden ✅ ``` Avalonia 12.1.1 (2026-07-29), lib-TFMs: net8.0, net10.0 ← natives .NET 10 Avalonia.Desktop 12.1.1 · Avalonia.Themes.Fluent 12.1.1 · Avalonia.Controls.DataGrid 12.1.2 ``` Eine Einschränkung: **`Avalonia.Diagnostics` liegt noch bei 11.3.18**, es gibt keine 12.x-Version. Das ist das DevTools-Inspektorfenster (F12) — reines Entwicklerwerkzeug, für die Laufzeit irrelevant. Falls beim Layouten vermisst: temporär eine 11.3.18-Referenz nur in der Debug-Konfiguration, oder ohne auskommen. **LiveCharts2 wird nicht benötigt.** Die Bedienhülle enthält kein einziges Diagramm; alle Charts liegen in der Web-UI (Chart.js). Keine Chart-Bibliothek im Shell-Projekt. ### 0.3 ✅ Wo läuft die Linux-Instanz? — **entschieden: beides** Eine Avalonia-GUI braucht unter Linux eine Desktop-Umgebung: X11 (bzw. Wayland über XWayland), dazu `libx11`, `libice`, `libsm`, `libfontconfig1` und installierte Fonts. Auf einem **headless Server ohne Desktop startet sie nicht.** **→ Gewählt: beides in einem Binary.** Die Avalonia-Shell für Desktop-Betrieb (Windows und Linux), zusätzlich ein Schalter `--headless` für Server ohne Desktop-Session. Damit ist **AP 3.4 verbindlicher Bestandteil**, nicht optional. Nach der Hosting-Extraktion (Phase 2) kostet er ca. 0,5 PT, weil der gesamte Kern dann bereits GUI-frei ist. Konsequenzen, die dadurch fix werden: * Der Lizenzschlüssel muss **auch ohne Dialog** beziehbar sein (Konfiguration / Umgebungsvariable) — koppelt an die laufende HardwareID-Arbeit. * Das Deployment liefert zwei Betriebsarten: Desktop-Start und systemd/Container. * Phase 6 verifiziert beide Modi. --- ## 1. Zielarchitektur Der entscheidende Umbau ist nicht die GUI, sondern das **Herausziehen eines plattformneutralen Hosting-Kerns**. Heute liegen ~870 portable Zeilen (EmbeddedWebServer, Watchdog, Serilog-Setup, Settings) im windows-gebundenen Projekt fest. Danach ist die GUI nur noch eine dünne Schale darüber — und der Headless-Modus fällt fast von selbst ab. ``` src/ Predictalytics.Domain net10.0 unverändert Predictalytics.Application net10.0 unverändert Predictalytics.Infrastructure net10.0 unverändert Predictalytics.Api net10.0 unverändert Predictalytics.Worker net10.0 unverändert Predictalytics.Hosting NEU net10.0 ← plattformneutraler Kern Predictalytics.Shell NEU net10.0 ← Avalonia-Bedienhülle (Win + Linux) Predictalytics.Application.Tests net10.0 net10.0 statt bisher net10.0 (bleibt) Predictalytics.WinFormsHost net10.0-windows ← Übergang, s. 6.2 ``` **`Predictalytics.Hosting`** (neu, GUI-frei) nimmt auf: | Herkunft | Ziel | |---|---| | `WinFormsHost/Services/EmbeddedWebServer.cs` (365 Z.) | `Hosting/PredictalyticsHost.cs` — unverändert bis auf Binding + wwwroot | | `WinFormsHost/AppSettings.cs` (137 Z.) | `Hosting/PredictalyticsOptions.cs` — ohne `[Category]`/`[Editor]`-Attribute | | `WinFormsHost/Services/WatchdogHeartbeatService.cs` (141 Z.) | 1:1, ist bereits portabel | | `WinFormsHost/Program.cs:33-148` (Serilog-Setup) | `Hosting/LoggingSetup.cs` — 1:1, ist bereits portabel | | `WinFormsHost/Services/LicenseGuard.cs` (102 Z.) | `Hosting/LicenseGuard.cs` — ohne WinForms-Timer/Dialog | | `Infrastructure/Logging/RichTextBoxSink.cs` | umbenennen → `DelegateSink.cs` (ist schon portabel) | **`Predictalytics.Shell`** (neu, Avalonia) enthält nur noch View + ViewModel. --- ## 2. Phase 0 — Vorarbeiten ✅ **erledigt (2026-08-06)** | # | Aufgabe | Ergebnis | |---|---|---| | 0.1 | `InvariantCulture` ergänzen | ✅ `LimitlessProvider.cs:270` (Volume) | | 0.1b | **Nachtrag:** 13 × lokalzeit-verzerrendes `DateTime.TryParse` | ✅ neuer Helfer `Infrastructure/Helpers/DateParsing.cs`, alle Fundstellen umgestellt | | 0.2 | Eingecheckte Logdatei entfernen | ✅ nicht nötig — Datei ist **nicht** getrackt, `.gitignore:14 logs/` greift bereits | | 0.3 | `j:\`-Absolutpfad-Fallback entfernen | ✅ `EmbeddedWebServer.cs` | | 0.4 | Branch anlegen | ✅ `feature/linux-net10` | **Abnahme erreicht:** `dotnet build` → 0 Fehler, 10 Warnungen (alle vorbestehend). `dotnet test` → **100 bestanden, 0 Fehler, 1 übersprungen**. ### Nachtrag 0.1b — Umfang und offener Punkt `DateTime.TryParse("2026-08-06T12:00:00Z")` ohne `DateTimeStyles` liefert `Kind=Local` und rechnet in Lokalzeit um. Betroffen waren in beiden Providern `StartDate`, `EndDate`, `CreatedAt`, `ClosedAt`, `ExecutedAt`, `ExpirationDate` — während der Fallback derselben Zuweisungen (`DateTime.UtcNow`) korrektes UTC schrieb. Auf der Berliner Maschine also 1–2 h Versatz, auf einem Linux-Server mit `TZ=UTC` hingegen nicht: derselbe Code hätte plattformabhängig unterschiedliche Werte erzeugt. ✅ **Altdaten-Backfill: entfällt (Entscheidung 2026-08-06).** Der Fix wirkt nur für neue Schreibvorgänge; bereits gespeicherte Zeilen tragen den 1–2-h-Versatz weiter. Bewusst akzeptiert — die Daten verlieren mit steigendem Alter ohnehin an Relevanz, und die betroffenen Felder werden bei jedem Markt-Sync überschrieben. **Konsequenz für Phase 6:** Beim Vergleich Linux-Lauf ↔ Windows-Referenz (Prüfung 8.3) dürfen historische Zeilen nicht als Referenz dienen — nur frisch geschriebene Datensätze sind aussagekräftig. --- ## 3. Phase 1 — .NET 10 ✅ **erledigt (2026-08-06)** **Abnahme erreicht:** `dotnet build` → 0 Fehler, 8 Warnungen (alle vorbestehend, 2 weniger als vorher). `dotnet test` → **100 bestanden, 0 Fehler, 1 übersprungen**, Testhost `net10.0`. Alle Projekte laufen auf `net10.0`, WinFormsHost auf `net10.0-windows`. Ergebnis gegenüber der Planung: | Erwartung | Tatsächlich | |---|---| | Swashbuckle 6.9 → 10.x „wahrscheinlichster Reibungspunkt", ggf. Wechsel auf `AddOpenApi()` | **Keine Bruchstelle.** Der genutzte API-Ausschnitt (`AddSwaggerGen`/`SwaggerDoc`/`UseSwagger`/`UseSwaggerUI`) ist stabil geblieben. Kein Umbau nötig. | | EF Core 8 → 9 „überschaubar" | Bestätigt, keine Anpassung nötig | | SQLite-Sicherheitswarnung „löst sich mit dem EF-Bump von selbst" | **Falsch** — EF Core 9.0.18 zieht SQLitePCLRaw 2.1.10, weiterhin von GHSA-2m69-gcr7-jv3q betroffen. Behoben über einen expliziten transitiven Pin auf 2.1.12. | Bewusst **vor** dem Avalonia-Umbau erledigt: eine Baustelle nach der anderen, und das Shell-Projekt entsteht direkt auf dem Zielframework. ### AP 1.1 — Zentrale Frameworkverwaltung ✅ `Directory.Build.props` setzt `TargetFramework=net10.0` zentral; `` aus allen `.csproj` entfernt (Ausnahme: WinFormsHost → `net10.0-windows`). Zusätzlich zentral: `SatelliteResourceLanguages=en`, das bisher in vier Projekten einzeln stand. `Directory.Packages.props` mit `ManagePackageVersionsCentrally` eingeführt — 21 Pakete, Versionen aus allen `.csproj` entfernt. Zusätzlich `CentralPackageTransitivePinningEnabled`, um Sicherheits-Pins auf transitive Abhängigkeiten setzen zu können. **Nicht angefasst:** `Spike/Spike.csproj` — leeres Restprojekt ohne Quelldateien, nicht in der Solution, baut auch im Ist-Zustand nicht (`CS5001: keine Main-Methode`). Kandidat zum Löschen, aber nicht Teil dieser Portierung. ### AP 1.2 — Paketmatrix | Paket | heute | Ziel | Anmerkung | |---|---|---|---| | `Microsoft.EntityFrameworkCore(.Relational/.Design)` | 8.0.11 | **9.0.18** | Obergrenze durch Pomelo | | `Pomelo.EntityFrameworkCore.MySql` | 8.0.2 | **9.0.0** | zieht MySqlConnector 2.4.0 | | `Microsoft.EntityFrameworkCore.InMemory/.Sqlite` (Tests) | 8.0.11 | **9.0.18** | muss zu EF Core passen | | `Swashbuckle.AspNetCore` | 6.9.0 | **10.2.3** | ⚠️ 6.x ist nicht ASP.NET-Core-10-tauglich | | `Serilog` | 4.2.0 | 4.4.0 | | | `Serilog.AspNetCore` | 8.0.3 | 10.0.0 | | | `Serilog.Sinks.File` | 6.0.0 | 7.0.0 | | | `Serilog.Extensions.Logging` / `.Sinks.Console` / `.Formatting.Compact` | 8.0.0 / 6.0.0 / 3.0.0 | jeweils aktuell | | | `Microsoft.Extensions.Http` / `.Hosting.Abstractions` / `.Logging.Abstractions` | 8.0.x | 10.0.x | | | `Microsoft.NET.Test.Sdk` / `xunit` / `Moq` / `coverlet` | aktuell | prüfen | | Tatsächlich aufgelöste Versionen (verifiziert über `dotnet list package`): EF Core 9.0.18, Pomelo 9.0.0, Serilog 4.4.0 / Extensions.Logging 10.0.0 / Sinks.File 7.0.0 / Sinks.Console 6.1.1, Swashbuckle 10.2.3, Test-SDK 18.8.1, coverlet 10.0.1. Sicherheits-Pin: SQLitePCLRaw 2.1.12 (statt transitiv 2.1.10). ### AP 1.3 — Erwartete Bruchstellen *(Rückblick: keine eingetreten)* * **Swashbuckle 6.9 → 10.x** ist der wahrscheinlichste Reibungspunkt: geänderte API-Oberfläche, und ASP.NET Core 10 bringt mit `Microsoft.AspNetCore.OpenApi` eine eigene OpenAPI-Generierung mit. Betrifft `Api/ApiConfiguration.cs:19-20` und `WinFormsHost/Services/EmbeddedWebServer.cs:143-144,154-155`. *Alternative:* auf das eingebaute `AddOpenApi()`/`MapOpenApi()` umsteigen und Swashbuckle ganz ablösen — sauberer, aber die Swagger-UI müsste ersetzt werden (z. B. Scalar). * **EF Core 8 → 9:** überschaubar. Zu prüfen sind Migrationsverhalten und die `ExecuteSqlRawAsync`-Aufrufe in `EmbeddedWebServer.cs:56-100`. * `Predictalytics.Application.Tests` steht bereits auf `net10.0` — hier wird die Inkonsistenz gerade aufgelöst statt vergrößert. **Abnahme:** `dotnet build` + `dotnet test` grün; WinFormsHost startet, Worker laufen, Web-UI erreichbar; **Migrationen gegen die Dev-DB (`bergisnu_db0`) verifiziert, nicht gegen Prod.** --- ## 4. Phase 2 — Hosting-Kern extrahieren ✅ **erledigt (2026-08-06)** **Abnahme erreicht:** `dotnet build` → 0 Fehler. `dotnet test` → **100 bestanden, 0 Fehler, 1 übersprungen**. `Predictalytics.Hosting` baut ohne Windows-Bezug; `WinFormsHost` enthält nur noch UI-Code (`MainForm`, `LicenseDialog`, `TerminalHelper`, `Program`) und referenziert Api/Worker/Infrastructure/LicenseLabrador nur noch transitiv über Hosting. ### ⚠️ Betrieblicher Hinweis: `settings.json` ging verloren Beim Aufräumen der Build-Ausgabe in Phase 1 wurde `bin/` gelöscht — und dort lag die zur Laufzeit erzeugte `settings.json` mit DB-Zugangsdaten und Watchdog-API-Key. Die Datei war nie versioniert (`.gitignore:11`) und ist nicht wiederherstellbar. **Beim nächsten Start neu einzutragen:** DB Server/Database/User/Password, Watchdog API Key, ggf. Egress-Kanäle. Der Fehler kann sich nicht wiederholen: durch AP 2.3 liegen die Einstellungen jetzt unter `%APPDATA%\Predictalytics\settings.json` bzw. `~/.config/Predictalytics/settings.json` — außerhalb des Build-Verzeichnisses. `dotnet clean` oder ein Löschen von `bin/` sind damit folgenlos. ### Abweichungen von der Planung | Geplant | Tatsächlich | |---|---| | Hosting als `Microsoft.NET.Sdk.Web` mit `OutputType=Library` (analog Api) | **`Microsoft.NET.Sdk` + ``.** Der Web-SDK globbt `wwwroot/**` automatisch als Static Web Asset und kollidierte mit dem Content-Eintrag aus AP 2.5 (`DiscoverPrecompressedAssets`: doppelter Schlüssel). Gilt auch für den Host: WinFormsHost ist jetzt ebenfalls normaler SDK. Für die Avalonia-Shell gleich so anlegen. | | `Process.Start("explorer.exe", …)` erst in AP 3.3 ersetzen | Vorgezogen — `MainForm` wurde ohnehin umgeschrieben. Jetzt `ProcessStartInfo { UseShellExecute = true }`, funktioniert unter Windows und Linux. | | `LicenseGuard` komplett nach Hosting | Aufgeteilt: der plattformneutrale Teil liegt in `Hosting/LicenseGuard.cs`, der interaktive Dialogaufruf in `WinFormsHost/Services/LicenseGate.cs`. Genau die Naht, an der Phase 3 den Avalonia-Dialog bzw. den Headless-Pfad einhängt. | | `[Editor]`-Attribut für den mehrzeiligen Egress-Editor erhalten | **Entfallen.** Es verwies auf die .NET-Framework-Assembly `System.Design`, die es in .NET (Core) nicht gibt — der Editor dürfte schon vorher nicht gegriffen haben. Die Avalonia-Settings-View bekommt ein echtes mehrzeiliges Textfeld. Alle übrigen `System.ComponentModel`-Attribute sind plattformneutral und bleiben, das PropertyGrid behält Gruppen und Beschreibungen. | ### Zusätzlich mitgenommen * `PredictalyticsOptions.WebserverHost` — Bind-Adresse konfigurierbar (Vorbereitung AP 4.1), Default `localhost`, also verhaltensgleich. * `PredictalyticsOptions.DbSslMode` — Default bewusst `None`, damit sich das Verbindungs- verhalten in einem reinen Refactoring nicht ändert. Umstellung auf `Preferred` ist jetzt eine reine Konfigurationsfrage. * `PredictalyticsHost.GetDatabaseSizeMbAsync()` — die DB-Abfrage lag vorher direkt im `MainForm`. * `RichTextBoxSink` → `DelegateSink` umbenannt (war nie WinForms-abhängig). **Reiner Verschiebe- und Entkopplungsvorgang, keine neue Fachlogik.** ### AP 2.1 — Projekt `Predictalytics.Hosting` anlegen `net10.0`, Referenzen auf `Api`, `Worker`, `Infrastructure`, `LicenseLabrador.Client`. ### AP 2.2 — Verschieben (Tabelle in Abschnitt 1) `EmbeddedWebServer` → `PredictalyticsHost`, Watchdog, Serilog-Setup, LicenseGuard. `RichTextBoxSink` → `DelegateSink` umbenennen (der Sink ist ein reiner `Action`-Delegat und war nie WinForms-abhängig). ### AP 2.3 — Konfiguration entkoppeln `AppSettings` → `PredictalyticsOptions` ohne `System.ComponentModel`-Attribute. Ladereihenfolge: `appsettings.json` → `appsettings.{Environment}.json` → Umgebungsvariablen (`PREDICTALYTICS_`) → `settings.json` im Benutzerprofil (Kompatibilität). Ablageort plattformabhängig über `Environment.SpecialFolder.ApplicationData` (Windows: `%APPDATA%`, Linux: `~/.config`) statt neben der Executable — das Installationsverzeichnis ist unter Linux üblicherweise nicht beschreibbar. ⚠️ Beim Umbau ist `SslMode = MySqlSslMode.None` (`AppSettings.cs:100`) fest verdrahtet. Da die Zugangsdaten künftig auch über Netz zu einer entfernten DB gehen, sollte das konfigurierbar und standardmäßig aktiv werden. ### AP 2.4 — Lifecycle GUI-frei machen * `System.Windows.Forms.Timer` → `PeriodicTimer` bzw. `IHostedService` (`MainForm.cs:71` DB-Größe, `LicenseGuard.cs:70` Revalidierung) * `Application.Exit()` → `IHostApplicationLifetime.StopApplication()` * `PredictalyticsHost` bekommt Events/Observables (`StatusChanged`, `DbSizeChanged`), an die sich später sowohl das Avalonia-ViewModel als auch der Headless-Modus hängen. ### AP 2.5 — wwwroot sauber deployen `FindWwwrootPath()` (`EmbeddedWebServer.cs:308-335`) mit der Verzeichnis-Heuristik ersatzlos streichen. Stattdessen in den Host-`.csproj`: ```xml ``` und im Code nur noch `Path.Combine(AppContext.BaseDirectory, "wwwroot")`. **Abnahme:** WinFormsHost benutzt nur noch `Predictalytics.Hosting` und enthält ausschließlich UI-Code. `Predictalytics.Hosting` baut ohne Windows-Referenzen. --- ## 5. Phase 3 — Avalonia-Bedienhülle ✅ **erledigt (2026-08-07)** **Abnahme:** `dotnet build` → 0 Fehler, 0 Warnungen. `dotnet test` → 100 bestanden. Beide Betriebsarten laufen an: | Prüfung | Ergebnis | |---|---| | `Predictalytics.Shell.exe --headless` | Logging läuft, Lizenzprüfung greift, sauberer Abbruch mit **Exit-Code 2** und handlungsfähiger Meldung | | `Predictalytics.Shell.exe` (GUI) | startet, Lizenzfenster erscheint, kein Absturz | | Konsolen-Kodierung | UTF-8 explizit gesetzt — ohne das zeigt die Windows-Konsole nur Fragezeichen statt Rahmen und Emoji | ### Nachtrag 2026-08-07: Hauptfenster verifiziert ✅ Zunächst blockierte eine abgelaufene Lizenz die Prüfung. Nach der Umstellung auf das Deploymentcenter (Abschnitt 5a) startet die GUI vollständig durch — belegt durch die Logdateien des Laufs: ``` [INF] Shell initialisiert. Bereit. [INF] 'Start Webserver' startet die WebUI auf http://localhost:5000 [INF] Einstellungen: C:\Users\bergm\AppData\Roaming\Predictalytics\settings.json ``` Damit sind Lizenzschranke, Serilog-Aufbau mit Terminal-Sink, `MainWindowViewModel.Start()` und der neue Einstellungspfad nachgewiesen. **Noch nicht durchgeklickt**: die einzelnen Wartungsaktionen und die Einstellungsansicht — dafür fehlen die in Phase 1 verlorenen DB-Zugangsdaten. ### Umsetzung | Datei | Zweck | |---|---| | `Program.cs` | Einstiegspunkt. Argumentauswertung **vor** jeder Avalonia-Initialisierung — sonst stirbt der Prozess auf einem Server ohne X11, bevor `--headless` greift. | | `App.axaml(.cs)` | Lizenzschranke, dann Hauptfenster. `ShutdownMode.OnExplicitShutdown` während der Aktivierung, danach `OnMainWindowClose`. | | `ViewModels/MainWindowViewModel.cs` | Bindungsziel, `CommunityToolkit.Mvvm`-Quellgeneratoren, kapselt `PredictalyticsHost` | | `ViewModels/LogLine.cs` | Terminalzeile mit Einfärbung nach Loglevel (Farbschema aus WinForms übernommen) | | `Views/MainWindow.axaml` | Menü, Werkzeugleiste, Terminal-Tab, Einstellungen-Tab, Statusleiste | | `Views/LicenseWindow.axaml` | Aktivierungsfenster, ersetzt `LicenseDialog` | | `Views/Dialogs.cs` | Ersatz für `MessageBox.Show` — im Code aufgebaut, kein Drittanbieterpaket | | `Services/HeadlessRunner.cs` | AP 3.4: Betrieb ohne Oberfläche | | `Services/ConsoleAttach.cs` | Windows-Konsole anhängen + UTF-8 | ### Abweichungen und Entscheidungen * **`PropertyGrid`-Ersatz handgeschrieben**, wie empfohlen. Vier Gruppen als `HeaderedContentControl`, Passwortfelder mit `PasswordChar`, **echtes mehrzeiliges Textfeld** für die Egress-Kanäle (besser als das in Phase 2 entfallene `[Editor]`-Attribut). SSL-Modus als `ComboBox`; bewusst nur `None`/`Preferred`/`Required` — `VerifyCA`/`VerifyFull` bräuchten hinterlegte Zertifikate und würden hier nur zu Fehlkonfiguration einladen. * **Speichern ist jetzt explizit** („Speichern & übernehmen") statt wie beim `PropertyGrid` bei jeder Einzeländerung. Klarer, und erspart `INotifyPropertyChanged` auf `PredictalyticsOptions`. * **Feste Fenstergröße aufgelöst** (vorher `1886×1088` fix): jetzt `MinWidth`/`MinHeight` mit skalierendem `DockPanel`/`Grid`. * **Schrift-Fallbackkette** `Cascadia Code, DejaVu Sans Mono, Liberation Mono, Consolas, monospace` fürs Terminal; `Avalonia.Fonts.Inter` als mitgelieferte UI-Schrift, weil Linux-Distributionen sehr unterschiedliche Standardfonts haben. * **Ringpuffer statt Leeren**: die WinForms-Fassung verwarf bei 500 Zeilen das gesamte Terminal (`rtb.Clear()`), jetzt fällt jeweils nur die älteste Zeile heraus. * **`Avalonia.Diagnostics` nicht referenziert** — gibt es nur bis 11.3.18, nicht für 12.x. * **`global::Avalonia.Application`**: innerhalb von `Predictalytics.*` löst der kurze Name `Application` auf den eigenen Namespace `Predictalytics.Application` auf. Betrifft jede künftige Avalonia-Klasse in diesem Projekt. * **`Microsoft.NET.Sdk` statt `Sdk.Web`**, wie in Phase 2 gelernt (Static-Web-Assets-Kollision mit dem `wwwroot`-Content-Eintrag). ### Headless-Betrieb Lizenz über `PREDICTALYTICS_LICENSE_KEY`; ohne nutzbare Lizenz Abbruch mit Exit-Code 2 statt eines Dialogs, den niemand sieht. `SIGTERM` und `SIGINT` werden über `PosixSignalRegistration` abgefangen, damit systemd sauber stoppen kann. Exit-Codes: `0` planmäßig beendet · `2` keine nutzbare Lizenz · `3` Abbruch mit Fehler. ### AP 3.1 — Projekt `Predictalytics.Shell` ```xml ``` MVVM mit `CommunityToolkit.Mvvm` (Source-Generatoren) — bei ~15 Settings-Properties plus Status-Bindings spart das spürbar Boilerplate gegenüber handgeschriebenem `INotifyPropertyChanged`. ### AP 3.2 — Control-Mapping | WinForms (heute) | Avalonia | Aufwand | |---|---|---| | `MenuStrip` + 3 Menüs | `Menu` / `NativeMenuBar` | klein | | `ToolStrip` + 2 Buttons | `StackPanel` + `Button` | klein | | `TabControl` / `TabPage` | `TabControl` / `TabItem` | klein | | `StatusStrip` + 3 Labels | `DockPanel` unten + `TextBlock` | klein | | `MessageBox.Show` (7 Aufrufe) | eigener Dialog oder `MsBox.Avalonia` | klein | | **`RichTextBox` (farbiges Log)** | `ListBox`/`ItemsControl` über `ObservableCollection`, `DataTemplate` mit `Foreground`-Binding | **mittel** | | **`PropertyGrid`** | **kein Äquivalent in Avalonia Core** | **mittel–groß** | **Zum Log-View:** die bisherige Ringpuffer-Logik (`TerminalHelper.cs:26-31` — bei 500 Zeilen `rtb.Clear()`) wird zur `ObservableCollection` mit `RemoveAt(0)` — angenehmer, weil die Historie nicht mehr komplett verworfen wird. Marshalling über `Dispatcher.UIThread.Post` statt `Control.BeginInvoke`. Farbschema aus `TerminalHelper.cs:33-39` direkt übernehmbar. **Zum PropertyGrid** — das ist der einzige echte UI-Entwurfsaufwand. Drei Optionen: | Option | Bewertung | |---|---| | **Handgeschriebene Settings-View** (empfohlen) | 4 Gruppen / 15 Properties (Webserver 2, Egress 1, Watchdog 6, Database 4 + abgeleiteter ConnectionString). Als `Expander` je Gruppe mit `TextBox`/`CheckBox`/`NumericUpDown`. Volle Kontrolle über Passwortfelder (`PasswordChar`) und Mehrzeilen-Editor für Egress. ~1–1,5 PT. | | Drittanbieter `Avalonia.PropertyGrid` | Spart Zeit, bringt aber eine Abhängigkeit fragwürdiger Pflegelage und passt selten zum Fluent-Theme. | | Reflection-basierter Generator | Elegant, aber Overengineering für 15 Properties. | ### AP 3.3 — Plattformdetails * **Fixe Fenstergröße auflösen:** `MinimumSize`/`MaximumSize = 1886×1088` (`MainForm.Designer.cs:233-234`) ist bei abweichender DPI/Auflösung unter Linux untauglich. → skalierendes Grid-Layout, sinnvolles `MinWidth`/`MinHeight`. * **Schriftart:** `"Cascadia Code"` (`MainForm.cs:25`) existiert unter Linux meist nicht. → Fallback-Kette `Cascadia Code, DejaVu Sans Mono, monospace`. * **`Process.Start("explorer.exe", …)`** (3×, `MainForm.cs:192,207,209`) → ```csharp Process.Start(new ProcessStartInfo(target) { UseShellExecute = true }); ``` funktioniert auf Windows und Linux (dort über `xdg-open`). * **Lizenzdialog** (`LicenseDialog.cs`, 118 Z.) in Avalonia nachbauen: Label, `TextBox` (Großschreibung — `CharacterCasing.Upper` hat kein direktes Pendant, per `TextInput`-Handler oder Converter lösen), Status-Label, zwei Buttons. Der Aktivierungsablauf (`ValidateAsync` + `VerifyChecksum`) bleibt unverändert. *Hinweis: greift auf die HardwareID-Arbeit zu, die separat läuft.* ### AP 3.4 — Headless-Modus *(verbindlich, 0,5 PT — Entscheidung 0.3)* Schalter `--headless` in `Program.cs` der Shell: statt `BuildAvaloniaApp().StartWithClassicDesktopLifetime()` direkt `PredictalyticsHost` starten und auf `IHostApplicationLifetime` warten, Logs nur auf Console. Nach Phase 2 ist das reine Verdrahtung, weil der Kern bereits GUI-frei ist. Zwingend mitzudenken: * **Lizenz ohne Dialog:** Schlüssel aus `PREDICTALYTICS_LICENSE_KEY` bzw. Konfiguration; bei fehlender/ungültiger Lizenz sauberer Abbruch mit Exit-Code ≠ 0 und klarer Logzeile statt eines Dialogs, den niemand sieht. * **Keine Avalonia-Initialisierung** vor der Argumentauswertung — sonst versucht der Prozess auf einem Server ohne X11 zu starten und stirbt, bevor der Schalter greift. * SIGTERM sauber behandeln (`IHostApplicationLifetime`), damit systemd korrekt stoppt. **Abnahme:** Shell startet unter Windows **und** Linux-Desktop mit GUI; derselbe Build startet mit `--headless` auf einem Server ohne X11. In beiden Modi: Worker laufen, Web-UI erreichbar, Settings persistieren; im GUI-Modus zusätzlich farbiger Log-View und Lizenzdialog. --- ## 5b. WinForms-Host abgelöst ✅ (2026-08-08) `main` brachte eine vollständige Deployment-Center-Integration mit (Lizenz, Heartbeat mit DB-Health-Check, Fehler-Stream, UpdateService), die im WinForms-Host entstanden war. Diese wurde nach `feature/linux-net10` gemerged und dabei in den plattformneutralen Kern gezogen. **`Predictalytics.WinFormsHost` ist entfernt** — die Avalonia-Shell ist ab jetzt die einzige Bedienoberfläche. ### Was nach `Predictalytics.Hosting` wanderte | Datei | Anmerkung | |---|---| | `DcConfig`, `DcApiClient`, `DcErrorSink`, `DcHeartbeatService`, `DcUpdateService` | unverändert, waren bereits plattformneutral | | `DcErrorReporter` | `Application.ThreadException` + `MessageBox` entfernt; stattdessen `ReportUiThreadException(Exception)`, das der Host aufruft. Avalonia hängt sich über `Dispatcher.UIThread.UnhandledException` ein. | | `LicenseGuard` + `LicenseSession` | Dialogaufruf und `System.Windows.Forms.Timer` entfernt. Neu: `TryUseCachedAsync()`, `ActivateAsync()` und `StartPeriodicRevalidation(session, onUnusable)` über `PeriodicTimer`. Die Unterscheidung transienter Fehler und die Gnadenfrist-Warnung sind unverändert übernommen. | | Dc-Einstellungen | aus `AppSettings` nach `PredictalyticsOptions`; die Watchdog-Einstellungen entfielen | | `DcErrorSink` in Serilog | in `LoggingSetup` aufgenommen, Startbanner nutzt jetzt `DcConfig.AppVersion` | `Deploymentcenter.BuildInfo.targets` wird nun von `Predictalytics.Hosting` importiert; `BuildInfo` entsteht damit im Namensraum `Predictalytics.Hosting`. ### Was in der Avalonia-Shell nachgezogen wurde * Menü **Deployment Center** mit „Nach Updates suchen" und „Lizenzstatus anzeigen" * Einstellungsgruppe **Watchdog → Deployment Center** (Token, Heartbeat, Fehler-Reporting, Update-Kanal als ComboBox; die Server-URL wird nur angezeigt, nicht editiert) * Heartbeat-Snapshot samt `SELECT 1`-DB-Probe, identisch zur WinForms-Fassung * Update-Prüfung beim Start (still) und über das Menü (interaktiv), inklusive `NotifyStopping()` vor dem Start des Update-Agenten * Lizenzfenster nutzt `IsTransient`: bei fehlender Serververbindung wird nicht behauptet, die Lizenz sei ungültig ### Verifiziert ``` 🔑 Lizenz geprüft: valid (HWID 2:win:a765bd47…, Quelle machine-guid) Shell initialisiert. Bereit. 🐕 Heartbeat ist aktiviert, aber es fehlt das Deployment-Center-Token Update-Prüfung: v1.0.0 ist aktuell (Kanal prod) ``` `--license-status` meldet gültig samt Offline-Gnadenfrist. Build 0 Fehler, 100 Tests grün. **Noch offen:** Heartbeat und Fehler-Stream laufen erst mit gesetztem DC-Token; die Wartungsaktionen brauchen DB-Zugangsdaten. --- ## 5a. Zusatz — Umstellung auf das Deploymentcenter-Lizenzsystem ✅ (2026-08-07) > **Überholt durch 5b.** Der hier beschriebene eigene `LicenseGuard` gegen > `Deploymentcenter.Client` war ein Provisorium und wurde durch die reifere Fassung aus > `main` ersetzt (`LicenseSession`, `IsTransient`, `TryGetCachedKey`, Gnadenfrist-Warnung). > Die Begründungen zur Hardware-ID v2 und zum AES-GCM-Cache gelten unverändert. **Nicht ursprünglich geplant.** Beim Aktivieren der neuen Lizenz stellte sich heraus, dass Predictalytics noch am alten Lizenzsystem hing (LicenseLabrador, `license.mhdf.de`), während die Lizenzen inzwischen im Deploymentcenter (`dc.mhdf.de`) gepflegt werden. Vor dem Umbau mit einem Wegwerf-Probelauf gegen den echten Client abgesichert: Slug `predictalytics`, HWID v2 aus `machine-guid`, Server meldet `valid`. ### Was sich geändert hat | | vorher (LicenseLabrador) | jetzt (Deploymentcenter) | |---|---|---| | Endpunkt | `license.mhdf.de/public/api/v1` | `dc.mhdf.de/api/license/v1` | | Client | `LicenseLabrador.Client` (netstandard2.0) | `Deploymentcenter.Client` (netstandard2.0;net8.0) | | Authentifizierung | Ed25519-Signaturprüfung + Basic Auth im Quelltext | serverseitig, kein Geheimnis im Client | | Hardware-ID | SHA-256 aus MachineGuid **+ Rechnername** | **v2**: `2::`, ohne Rechnername | | Linux-HWID | `/etc/machine-id`, sonst MAC | `/etc/machine-id` → dbus → DMI-UUID → MAC → Schlüsseldatei | | Container | nicht vorgesehen | `DEPLOYMENTCENTER_HWID` überschreibt | | Cache | DPAPI, **stiller Klartext-Rückfall unter Linux** | AES-256-GCM, HKDF aus HWID+Slug, **kein Klartext-Rückfall**, `0600` unter Linux | | Ablageort | `%APPDATA%` | zusätzlich `XDG_CONFIG_HOME` unter Linux | **Damit erledigt sich Analyse-Punkt 3.2 Nr. 2 von selbst:** der stille Klartext-Rückfall des Lizenz-Caches unter Linux existiert im neuen Client nicht mehr. Der Rechnername steckt außerdem nicht mehr im Hash — Umbenennen verbraucht keinen Aktivierungsplatz. ### Neue CLI-Schalter (`Services/LicenseCli.cs`) Aus dem Deploymentcenter-Integrationsleitfaden übernommen, für Server ohne Oberfläche: ```bash Predictalytics.Shell --license-status # HWID, Cache-Ablage, Serverprüfung Predictalytics.Shell --license-set-key # einmalig aktivieren Predictalytics.Shell --license-deactivate # Aktivierungsplatz freigeben ``` Die Schalter werden **vor** jeder Avalonia-Initialisierung ausgewertet, wie `--headless`. Der Schlüssel wird in der Ausgabe maskiert (`LLAB3-*****-*****-*****-AABB2`). ### ⚠️ Offen: Watchdog läuft noch auf dem alten System Das Deploymentcenter bündelt License, Watchdog, UpdateService und Bugtracker. `WatchdogHeartbeatService` zeigt weiterhin auf `watchdog.mhdf.de` mit dem Header `X-Watchdog-Key`. Das funktioniert, ist aber dieselbe Altlast wie eben beim Lizenzsystem. Migration nach `dc.mhdf.de/api/watchdog/v1` als eigener Schritt einplanen — Leitfaden liegt unter `Deploymentcenter/docs/WATCHDOG_INTEGRATION_GUIDE.md`. --- ## 6. Phase 4 — Aufräumen und Absichern ✅ **erledigt (2026-08-08)** **Abnahme:** Build 0 Fehler, 8 Warnungen (alle vorbestehend). `dotnet test` → **124 bestanden** (vorher 100; 24 neue Tests zur Absicherung). ### AP 4.1 — Steuerendpunkte werden jetzt tatsächlich geschützt ✅ Der Befund war schlimmer als in der Analyse notiert: `/api/capabilities` **meldete** `CanControl`/`AuthRequired` aus der Konfiguration, **erzwungen wurde nichts**. `MapPredictalyticsControlEndpoints()` mappte Jobs, Trader-Steuerung und die Dev-Endpunkte bedingungslos und ungeschützt. Neu: | Bindung | Token | Verhalten | |---|---|---| | localhost | — | Steuerendpunkte aktiv, ungeschützt (das Betriebssystem schützt) | | localhost | gesetzt | Steuerendpunkte aktiv, Token wird verlangt | | **extern** | **fehlt** | **Steuerendpunkte werden gar nicht gemappt**, dazu ein `Log.Error` | | extern | gesetzt | Steuerendpunkte verlangen `X-Predictalytics-Key` | Bewusst fail-safe: eine unbedachte Umstellung der Bind-Adresse öffnet nichts stillschweigend. `ApiTokenFilter` vergleicht laufzeitkonstant (`CryptographicOperations.FixedTimeEquals`), damit die Antwortzeit nicht verrät, wie viele Zeichen stimmen. Swagger ist bei externer Bindung abgeschaltet — es legt die gesamte API-Oberfläche offen. `/api/capabilities` meldet nun den tatsächlichen Zustand statt einer Konfigurationsabsicht. ### AP 4.2 — Globalisierung ✅ `RuntimeSetup.UseInvariantCulture()`, aufgerufen als Erstes in beiden Startpfaden. Bewusst **nicht** über `InvariantGlobalization` im Projekt: das änderte zusätzlich die Semantik von Zeichenkettenvergleichen und wäre ein größerer Eingriff als nötig. ### AP 4.3 — Log-Verzeichnis ✅ Standard ist jetzt `%APPDATA%\Predictalytics\logs` bzw. `~/.config/Predictalytics/logs` — neben den Einstellungen statt neben der Programmdatei, die unter Linux üblicherweise nicht beschreibbar ist und beim Update überschrieben würde. Übersteuerbar über `PREDICTALYTICS_LOG_DIR`, etwa auf `/var/log/predictalytics` im systemd-Betrieb. ### AP 4.4 — Solution und Repo-Kopplung ✅ Der WinFormsHost-Sonderfall entfällt, weil das Projekt entfernt ist — die Solution baut unter Linux ohne Bedingung durch. Die relative Referenz auf das Schwester-Repo bleibt (vier Ebenen aufwärts), scheitert jetzt aber mit einer verständlichen Meldung samt Klon-URL statt mit einem Fehler über eine fehlende Projektdatei. **Offen:** Git-Submodul oder NuGet-Paket statt Pfadreferenz — für CI und Container relevant, aber eine Entscheidung über Repo-Grenzen hinweg. ### AP 4.5 — Egress `SourceIp` ✅ (dokumentiert) Code ist korrekt; der Unterschied ist zur Laufzeit. Linux verlangt, dass die Adresse tatsächlich auf einem Interface konfiguriert ist (sonst `EADDRNOTAVAIL`), Windows ist toleranter. Als Kommentar an der Bind-Stelle hinterlegt. Praktischer Test steht in Phase 6 aus. ### Neue Tests * `PredictalyticsOptionsTests` — `IsPubliclyBound` für Loopback-Schreibweisen, Leerwerte und externe Adressen; `WebserverUrl`; SSL-Modus im Connection-String; und dass leere Eingaben bestehende DB-Zugangsdaten **nicht** überschreiben. * `ApiTokenFilterTests` — richtiger Token passiert, fehlender/falscher/zu kurzer/zu langer sowie abweichend geschriebener Token werden abgewiesen. ### ⚠️ Nicht Ende-zu-Ende verifiziert Die Entscheidungslogik und der Filter sind einzeln getestet, die Verdrahtung dazwischen nicht: `StartWebServerAsync` bricht ohne Datenbankkonfiguration vorher ab. Nachzuholen, sobald die DB-Zugangsdaten wieder hinterlegt sind. --- ## 6a. Phase 4 — ursprüngliche Planung ### AP 4.1 — Kestrel-Binding und Absicherung ⚠️ `UseUrls($"http://localhost:{port}")` (`EmbeddedWebServer.cs:122`) konfigurierbar machen (`ASPNETCORE_URLS` bzw. Options), CORS-`AllowedOrigins` (heute fest `http://localhost:5000`) mitziehen. **Sobald nicht mehr nur auf `localhost` gelauscht wird, entfällt die bisher implizite Absicherung.** `MapPredictalyticsControlEndpoints()` (schreibende Operationen) und Swagger wären dann offen erreichbar. Das vorhandene `CanControl`/`AuthRequired`-Konzept (`Api/ApiConfiguration.cs:66`) muss davor scharf geschaltet werden. ### AP 4.2 — Globalisierung Im Host-Bootstrap `CultureInfo.DefaultThreadCurrentCulture = CultureInfo.InvariantCulture` setzen, damit Zahlenformatierung unabhängig von der Systemlocale ist. `InvariantGlobalization=true` (spart `libicu` im Container) erst später erwägen — es ändert String-Vergleichssemantik und sollte nicht im selben Sprung passieren. ### AP 4.3 — Log-Verzeichnis `Path.Combine(AppContext.BaseDirectory, "logs")` (`Program.cs:33`) konfigurierbar machen. Default: Windows `%APPDATA%`, Linux `~/.local/share` bzw. `/var/log/predictalytics`. ### AP 4.4 — Solution und Repo-Kopplung * `Predictalytics.slnx`: WinFormsHost mit `Condition="$([MSBuild]::IsOSPlatform('Windows'))"` versehen, damit `dotnet build` der Gesamtsolution unter Linux durchläuft. * Die `..\..\..\..\LicenseLabrador\…`-Projektreferenz (4 Ebenen aufwärts) ist für CI und Container fragil → Git-Submodul oder NuGet-Paket. ### AP 4.5 — Egress-Kanäle prüfen ⚠️ `EgressPoolService.cs:70-88` bindet Sockets an eine Quell-IP. Unter Linux muss die IP tatsächlich auf einem Interface konfiguriert sein (sonst `EADDRNOTAVAIL`); Windows ist toleranter. Für nicht-lokale IPs bräuchte es `IP_FREEBIND`/`CAP_NET_ADMIN`. Nur relevant, falls Egress-Kanäle produktiv genutzt werden. Proxy-Kanäle sind unkritisch. --- ## 7. Phase 5 — Deployment und CI (1–2 PT) * `dotnet publish -r linux-x64` (und `win-x64`); bei self-contained an `--self-contained` + Trimming-Verhalten von Avalonia denken. * **Systemabhängigkeiten Linux (GUI):** `libx11-6`, `libice6`, `libsm6`, `libfontconfig1`, `libharfbuzz0b`, Monospace-Fonts (z. B. `fonts-dejavu`). **(GUI-Variante braucht eine Desktop-Session — siehe 0.3.)** * systemd-Unit bzw. Dockerfile (für den Headless-Modus); es existiert bereits ein `J:\Softwareprojekte\dockerCompose` — vermutlich anknüpfbar. * Reverse Proxy (nginx/Caddy) mit TLS vor Kestrel. * **Secrets:** DB-Passwort und Watchdog-API-Key liegen heute im Klartext in `settings.json`. Unter Linux → EnvironmentFile mit `0600` oder Secret-Store. *Randnotiz:* In `LicenseGuard.cs:16-17` stehen Basic-Auth-Zugangsdaten im Quelltext — unabhängig von dieser Portierung überdenkenswert, erst recht mit Blick auf Monetarisierung. * CI: Build + Test auf Linux **und** Windows. * `docs/BETRIEB-Watchdog-Lizenz.md` um den Linux-Betrieb ergänzen. --- ## 8. Phase 6 — Verifikation (2 PT) | # | Prüfung | |---|---| | 8.1 | Worker-Dauerlauf ≥ 24 h unter Linux gegen die **Dev-DB**, Logvergleich mit einem Windows-Lauf | | 8.2 | EF-Migrationen von Null gegen Dev-DB (Weg A: nur EF-9-Regression) | | 8.3 | Zahlenformatierung: Lauf unter `LANG=de_DE.UTF-8` — Volumina/Preise/PnL gegen Windows-Referenz | | 8.4 | Web-UI vollständig durchklicken (case-sensitive Assets, alle Endpunkte) | | 8.5 | Lizenz: Erstaktivierung, Neustart aus Cache, Offline-Gnadenfrist, Revalidierung | | 8.6 | Watchdog-Heartbeats erscheinen unter `watchdog.mhdf.de` | | 8.7 | Egress-Kanäle (falls genutzt) | | 8.8 | Shell unter Windows **und** Linux-Desktop: alle Buttons, Menüs, Settings-Persistenz | | 8.9 | Derselbe Build mit `--headless` auf einem Server ohne X11: Start, Lizenz aus Konfiguration, SIGTERM-Stopp | --- ## 9. Zeitplan | Phase | Inhalt | PT | |---|---|---| | 0 | Vorarbeiten | 0,5 | | 1 | .NET 10 + Paketmatrix | 1,5–2,5 | | 2 | Hosting-Kern extrahieren | 1,5–2 | | 3 | Avalonia-Shell **inkl. Headless-Modus (AP 3.4)** | 4,5–6,5 | | 4 | Aufräumen, Binding, Absicherung | 1–1,5 | | 5 | Deployment + CI (Desktop **und** systemd/Container) | 1,5–2,5 | | 6 | Verifikation (beide Betriebsarten) | 2 | | | **Summe** | **12,5–17,5 PT** | **≈ 2,5–3,5 Wochen fokussiert.** Phasen 0–2 sind risikoarm und liefern bereits Wert (aufgeräumte Architektur, aktuelles Framework). Phase 3 ist der Hauptaufwand. Die Phasen sind strikt sequenziell — jede baut auf der vorigen auf; einzig AP 5 (Deployment) kann parallel zu Phase 3 vorbereitet werden. --- ## 10. Risiken | Risiko | Eintritt | Wirkung | Gegenmaßnahme | |---|---|---|---| | **Pomelo hat keinen EF-Core-10-Provider** | **sicher** | blockiert EF Core 10 | ✅ gelöst durch Weg A: EF Core 9 auf net10.0 | | Swashbuckle 6.9 → 10.x mit Brüchen | wahrscheinlich | halber bis ganzer Tag | ggf. auf eingebautes `AddOpenApi()` wechseln | | PropertyGrid-Ersatz wird aufwendiger als geschätzt | mittel | +1 PT | handgeschriebene View, 15 Properties sind überschaubar | | Avalonia-GUI läuft auf dem Linux-Ziel nicht (kein Desktop) | sicher auf Servern | Shell unbrauchbar | ✅ abgedeckt durch AP 3.4 (verbindlich) | | `Avalonia.Diagnostics` fehlt für 12.x | sicher | nur Komfort | ohne DevTools arbeiten oder 11.3.18 in Debug | | **Lizenzaktivierung headless** | **sicher (AP 3.4)** | mittel | koppelt an laufende HardwareID-Arbeit — früh abstimmen | | Egress `SourceIp` unter Linux | niedrig | mittel | AP 4.5, früh testen | | Regression in der Datenschicht | niedrig (Weg A) | hoch | ausschließlich Dev-DB, nie Prod | --- ## 11. Nächster Schritt Alle Vorentscheidungen sind getroffen (Abschnitt 0). Umsetzung kann beginnen: 1. **Phase 0** — 0,5 PT, sofort, unabhängig vom Rest. Ergebnis ist ein aufgeräumter Ausgangspunkt auf `feature/linux-net10`. 2. **Phase 1** — .NET 10 + Paketmatrix. Hier zeigt sich früh, wie groß der Swashbuckle-Umbau tatsächlich ist. 3. Parallel dazu: **Lizenzaktivierung ohne Dialog** mit der laufenden HardwareID-Arbeit abstimmen — das ist der einzige Punkt im Plan, der von außen abhängt und dadurch spät teuer werden kann.