# Implementierungsplan: Predictalytics auf Windows + Linux
**Stand:** 2026-08-06 · Basis: [ANALYSE-Linux-Portierung.md](ANALYSE-Linux-Portierung.md)
**Ziel:** Ein Code-Stand, der unter Windows und Linux identisch läuft — Bedienhülle in
Avalonia, gesamte Solution auf .NET 10.
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## 0. Drei Entscheidungen vorab — **alle getroffen (2026-08-06)**
| # | Entscheidung | Ergebnis |
|---|---|---|
| 0.1 | EF Core | **Weg A** — TFM `net10.0`, EF Core `9.0.18` + Pomelo `9.0.0` |
| 0.2 | UI-Framework | **Avalonia 12.1.1**, kein LiveCharts2 |
| 0.3 | Linux-Ziel | **Beides** — Avalonia-GUI *und* Headless-Modus (AP 3.4 verbindlich) |
### 0.1 ✅ EF Core: Version 9 behalten, nicht auf 10 gehen — **entschieden: Weg A**
Das ist der einzige Punkt, an dem „alles auf .NET 10" nicht sauber aufgeht.
**Befund (verifiziert über nuget.org am 2026-08-06):**
```
Pomelo.EntityFrameworkCore.MySql → neueste stabile Version: 9.0.0 (2025-08-17)
nuspec: targetFramework net8.0
Microsoft.EntityFrameworkCore.Relational [9.0.0, 9.0.999] ← harte Obergrenze
```
**Es gibt keinen Pomelo-Provider für EF Core 10.** Die Versionsspanne ist nach oben
geschlossen; ein Upgrade auf EF Core 10 ist mit Pomelo technisch unmöglich.
| Weg | Konsequenz |
|---|---|
| **A — empfohlen: TFM `net10.0`, EF Core `9.0.18`, Pomelo `9.0.0`** | Alle Projekte laufen auf .NET 10. EF-Core-9-Pakete (net8.0) laufen problemlos auf der .NET-10-Runtime. **Kein Provider-Wechsel, kein DB-Risiko.** Nur +1 EF-Major statt +2. |
| **B — EF Core `10.0.10` + `MySql.EntityFrameworkCore 10.0.9` (Oracle)** | Erzwingt den Wechsel des Datenbankproviders. Andere SQL-Generierung, andere Migrations-Historie, abweichendes Verhalten bei Typ-Mapping und Bulk-Operationen — **gegen die Produktiv-DB.** Realistisch +3–5 PT plus Regressionsrisiko in 94 Infrastructure-Dateien und 30+ Migrationen. |
**→ Gewählt: Weg A.** „Auf .NET 10 gleichbleiben" ist das eigentliche Ziel und wird
vollständig erreicht — das Zielframework aller Projekte ist `net10.0`. Dass die
EF-Core-*Bibliothek* bei 9.0.18 bleibt, ist ein Implementierungsdetail ohne Auswirkung auf
Runtime, Sprachfeatures oder Toolchain. Sobald Pomelo einen EF-Core-10-Provider
veröffentlicht, ist der Nachzug ein Einzeiler.
Weg B entfällt; ein Providerwechsel gegen die Produktiv-DB findet nicht statt.
### 0.2 Avalonia 12.1.1 — entschieden ✅
```
Avalonia 12.1.1 (2026-07-29), lib-TFMs: net8.0, net10.0 ← natives .NET 10
Avalonia.Desktop 12.1.1 · Avalonia.Themes.Fluent 12.1.1 · Avalonia.Controls.DataGrid 12.1.2
```
Eine Einschränkung: **`Avalonia.Diagnostics` liegt noch bei 11.3.18**, es gibt keine
12.x-Version. Das ist das DevTools-Inspektorfenster (F12) — reines Entwicklerwerkzeug, für
die Laufzeit irrelevant. Falls beim Layouten vermisst: temporär eine 11.3.18-Referenz nur
in der Debug-Konfiguration, oder ohne auskommen.
**LiveCharts2 wird nicht benötigt.** Die Bedienhülle enthält kein einziges Diagramm; alle
Charts liegen in der Web-UI (Chart.js). Keine Chart-Bibliothek im Shell-Projekt.
### 0.3 ✅ Wo läuft die Linux-Instanz? — **entschieden: beides**
Eine Avalonia-GUI braucht unter Linux eine Desktop-Umgebung: X11 (bzw. Wayland über XWayland),
dazu `libx11`, `libice`, `libsm`, `libfontconfig1` und installierte Fonts. Auf einem
**headless Server ohne Desktop startet sie nicht.**
**→ Gewählt: beides in einem Binary.** Die Avalonia-Shell für Desktop-Betrieb (Windows und
Linux), zusätzlich ein Schalter `--headless` für Server ohne Desktop-Session.
Damit ist **AP 3.4 verbindlicher Bestandteil**, nicht optional. Nach der
Hosting-Extraktion (Phase 2) kostet er ca. 0,5 PT, weil der gesamte Kern dann bereits
GUI-frei ist. Konsequenzen, die dadurch fix werden:
* Der Lizenzschlüssel muss **auch ohne Dialog** beziehbar sein (Konfiguration /
Umgebungsvariable) — koppelt an die laufende HardwareID-Arbeit.
* Das Deployment liefert zwei Betriebsarten: Desktop-Start und systemd/Container.
* Phase 6 verifiziert beide Modi.
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## 1. Zielarchitektur
Der entscheidende Umbau ist nicht die GUI, sondern das **Herausziehen eines
plattformneutralen Hosting-Kerns**. Heute liegen ~870 portable Zeilen (EmbeddedWebServer,
Watchdog, Serilog-Setup, Settings) im windows-gebundenen Projekt fest. Danach ist die
GUI nur noch eine dünne Schale darüber — und der Headless-Modus fällt fast von selbst ab.
```
src/
Predictalytics.Domain net10.0 unverändert
Predictalytics.Application net10.0 unverändert
Predictalytics.Infrastructure net10.0 unverändert
Predictalytics.Api net10.0 unverändert
Predictalytics.Worker net10.0 unverändert
Predictalytics.Hosting NEU net10.0 ← plattformneutraler Kern
Predictalytics.Shell NEU net10.0 ← Avalonia-Bedienhülle (Win + Linux)
Predictalytics.Application.Tests net10.0 net10.0 statt bisher net10.0 (bleibt)
Predictalytics.WinFormsHost net10.0-windows ← Übergang, s. 6.2
```
**`Predictalytics.Hosting`** (neu, GUI-frei) nimmt auf:
| Herkunft | Ziel |
|---|---|
| `WinFormsHost/Services/EmbeddedWebServer.cs` (365 Z.) | `Hosting/PredictalyticsHost.cs` — unverändert bis auf Binding + wwwroot |
| `WinFormsHost/AppSettings.cs` (137 Z.) | `Hosting/PredictalyticsOptions.cs` — ohne `[Category]`/`[Editor]`-Attribute |
| `WinFormsHost/Services/WatchdogHeartbeatService.cs` (141 Z.) | 1:1, ist bereits portabel |
| `WinFormsHost/Program.cs:33-148` (Serilog-Setup) | `Hosting/LoggingSetup.cs` — 1:1, ist bereits portabel |
| `WinFormsHost/Services/LicenseGuard.cs` (102 Z.) | `Hosting/LicenseGuard.cs` — ohne WinForms-Timer/Dialog |
| `Infrastructure/Logging/RichTextBoxSink.cs` | umbenennen → `DelegateSink.cs` (ist schon portabel) |
**`Predictalytics.Shell`** (neu, Avalonia) enthält nur noch View + ViewModel.
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## 2. Phase 0 — Vorarbeiten ✅ **erledigt (2026-08-06)**
| # | Aufgabe | Ergebnis |
|---|---|---|
| 0.1 | `InvariantCulture` ergänzen | ✅ `LimitlessProvider.cs:270` (Volume) |
| 0.1b | **Nachtrag:** 13 × lokalzeit-verzerrendes `DateTime.TryParse` | ✅ neuer Helfer `Infrastructure/Helpers/DateParsing.cs`, alle Fundstellen umgestellt |
| 0.2 | Eingecheckte Logdatei entfernen | ✅ nicht nötig — Datei ist **nicht** getrackt, `.gitignore:14 logs/` greift bereits |
| 0.3 | `j:\`-Absolutpfad-Fallback entfernen | ✅ `EmbeddedWebServer.cs` |
| 0.4 | Branch anlegen | ✅ `feature/linux-net10` |
**Abnahme erreicht:** `dotnet build` → 0 Fehler, 10 Warnungen (alle vorbestehend).
`dotnet test` → **100 bestanden, 0 Fehler, 1 übersprungen**.
### Nachtrag 0.1b — Umfang und offener Punkt
`DateTime.TryParse("2026-08-06T12:00:00Z")` ohne `DateTimeStyles` liefert `Kind=Local` und
rechnet in Lokalzeit um. Betroffen waren in beiden Providern `StartDate`, `EndDate`,
`CreatedAt`, `ClosedAt`, `ExecutedAt`, `ExpirationDate` — während der Fallback derselben
Zuweisungen (`DateTime.UtcNow`) korrektes UTC schrieb. Auf der Berliner Maschine also
1–2 h Versatz, auf einem Linux-Server mit `TZ=UTC` hingegen nicht: derselbe Code hätte
plattformabhängig unterschiedliche Werte erzeugt.
✅ **Altdaten-Backfill: entfällt (Entscheidung 2026-08-06).** Der Fix wirkt nur für neue
Schreibvorgänge; bereits gespeicherte Zeilen tragen den 1–2-h-Versatz weiter. Bewusst
akzeptiert — die Daten verlieren mit steigendem Alter ohnehin an Relevanz, und die
betroffenen Felder werden bei jedem Markt-Sync überschrieben.
**Konsequenz für Phase 6:** Beim Vergleich Linux-Lauf ↔ Windows-Referenz (Prüfung 8.3)
dürfen historische Zeilen nicht als Referenz dienen — nur frisch geschriebene Datensätze
sind aussagekräftig.
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## 3. Phase 1 — .NET 10 (1,5–2,5 PT)
Bewusst **vor** dem Avalonia-Umbau: eine Baustelle nach der anderen, und das Shell-Projekt
entsteht dann direkt auf dem Zielframework.
### AP 1.1 — Zentrale Frameworkverwaltung
`Directory.Build.props` erweitern:
```xml
net10.0
latest
enable
enable
```
`` aus allen `.csproj` entfernen (Ausnahme: WinFormsHost →
`net10.0-windows`). Empfohlen: zugleich `Directory.Packages.props` mit
`ManagePackageVersionsCentrally` einführen — bei 7+ Projekten mit überlappenden Paketen
verhindert das künftige Versionsdrift.
### AP 1.2 — Paketmatrix
| Paket | heute | Ziel | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| `Microsoft.EntityFrameworkCore(.Relational/.Design)` | 8.0.11 | **9.0.18** | Obergrenze durch Pomelo |
| `Pomelo.EntityFrameworkCore.MySql` | 8.0.2 | **9.0.0** | zieht MySqlConnector 2.4.0 |
| `Microsoft.EntityFrameworkCore.InMemory/.Sqlite` (Tests) | 8.0.11 | **9.0.18** | muss zu EF Core passen |
| `Swashbuckle.AspNetCore` | 6.9.0 | **10.2.3** | ⚠️ 6.x ist nicht ASP.NET-Core-10-tauglich |
| `Serilog` | 4.2.0 | 4.4.0 | |
| `Serilog.AspNetCore` | 8.0.3 | 10.0.0 | |
| `Serilog.Sinks.File` | 6.0.0 | 7.0.0 | |
| `Serilog.Extensions.Logging` / `.Sinks.Console` / `.Formatting.Compact` | 8.0.0 / 6.0.0 / 3.0.0 | jeweils aktuell | |
| `Microsoft.Extensions.Http` / `.Hosting.Abstractions` / `.Logging.Abstractions` | 8.0.x | 10.0.x | |
| `Microsoft.NET.Test.Sdk` / `xunit` / `Moq` / `coverlet` | aktuell | prüfen | |
### AP 1.3 — Erwartete Bruchstellen
* **Swashbuckle 6.9 → 10.x** ist der wahrscheinlichste Reibungspunkt: geänderte API-Oberfläche,
und ASP.NET Core 10 bringt mit `Microsoft.AspNetCore.OpenApi` eine eigene
OpenAPI-Generierung mit. Betrifft `Api/ApiConfiguration.cs:19-20` und
`WinFormsHost/Services/EmbeddedWebServer.cs:143-144,154-155`.
*Alternative:* auf das eingebaute `AddOpenApi()`/`MapOpenApi()` umsteigen und Swashbuckle
ganz ablösen — sauberer, aber die Swagger-UI müsste ersetzt werden (z. B. Scalar).
* **EF Core 8 → 9:** überschaubar. Zu prüfen sind Migrationsverhalten und die
`ExecuteSqlRawAsync`-Aufrufe in `EmbeddedWebServer.cs:56-100`.
* `Predictalytics.Application.Tests` steht bereits auf `net10.0` — hier wird die
Inkonsistenz gerade aufgelöst statt vergrößert.
**Abnahme:** `dotnet build` + `dotnet test` grün; WinFormsHost startet, Worker laufen,
Web-UI erreichbar; **Migrationen gegen die Dev-DB (`bergisnu_db0`) verifiziert, nicht gegen Prod.**
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## 4. Phase 2 — Hosting-Kern extrahieren (1,5–2 PT)
**Der Schlüsselschritt.** Reiner Verschiebe- und Entkopplungsvorgang, keine neue Logik.
### AP 2.1 — Projekt `Predictalytics.Hosting` anlegen
`net10.0`, Referenzen auf `Api`, `Worker`, `Infrastructure`, `LicenseLabrador.Client`.
### AP 2.2 — Verschieben (Tabelle in Abschnitt 1)
`EmbeddedWebServer` → `PredictalyticsHost`, Watchdog, Serilog-Setup, LicenseGuard.
`RichTextBoxSink` → `DelegateSink` umbenennen (der Sink ist ein reiner
`Action`-Delegat und war nie WinForms-abhängig).
### AP 2.3 — Konfiguration entkoppeln
`AppSettings` → `PredictalyticsOptions` ohne `System.ComponentModel`-Attribute.
Ladereihenfolge: `appsettings.json` → `appsettings.{Environment}.json` →
Umgebungsvariablen (`PREDICTALYTICS_`) → `settings.json` im Benutzerprofil (Kompatibilität).
Ablageort plattformabhängig über `Environment.SpecialFolder.ApplicationData`
(Windows: `%APPDATA%`, Linux: `~/.config`) statt neben der Executable — das
Installationsverzeichnis ist unter Linux üblicherweise nicht beschreibbar.
⚠️ Beim Umbau ist `SslMode = MySqlSslMode.None` (`AppSettings.cs:100`) fest verdrahtet.
Da die Zugangsdaten künftig auch über Netz zu einer entfernten DB gehen, sollte das
konfigurierbar und standardmäßig aktiv werden.
### AP 2.4 — Lifecycle GUI-frei machen
* `System.Windows.Forms.Timer` → `PeriodicTimer` bzw. `IHostedService`
(`MainForm.cs:71` DB-Größe, `LicenseGuard.cs:70` Revalidierung)
* `Application.Exit()` → `IHostApplicationLifetime.StopApplication()`
* `PredictalyticsHost` bekommt Events/Observables (`StatusChanged`, `DbSizeChanged`),
an die sich später sowohl das Avalonia-ViewModel als auch der Headless-Modus hängen.
### AP 2.5 — wwwroot sauber deployen
`FindWwwrootPath()` (`EmbeddedWebServer.cs:308-335`) mit der Verzeichnis-Heuristik ersatzlos
streichen. Stattdessen in den Host-`.csproj`:
```xml
```
und im Code nur noch `Path.Combine(AppContext.BaseDirectory, "wwwroot")`.
**Abnahme:** WinFormsHost benutzt nur noch `Predictalytics.Hosting` und enthält
ausschließlich UI-Code. `Predictalytics.Hosting` baut ohne Windows-Referenzen.
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## 5. Phase 3 — Avalonia-Bedienhülle (4–6 PT)
### AP 3.1 — Projekt `Predictalytics.Shell`
```xml
```
MVVM mit `CommunityToolkit.Mvvm` (Source-Generatoren) — bei ~15 Settings-Properties plus
Status-Bindings spart das spürbar Boilerplate gegenüber handgeschriebenem `INotifyPropertyChanged`.
### AP 3.2 — Control-Mapping
| WinForms (heute) | Avalonia | Aufwand |
|---|---|---|
| `MenuStrip` + 3 Menüs | `Menu` / `NativeMenuBar` | klein |
| `ToolStrip` + 2 Buttons | `StackPanel` + `Button` | klein |
| `TabControl` / `TabPage` | `TabControl` / `TabItem` | klein |
| `StatusStrip` + 3 Labels | `DockPanel` unten + `TextBlock` | klein |
| `MessageBox.Show` (7 Aufrufe) | eigener Dialog oder `MsBox.Avalonia` | klein |
| **`RichTextBox` (farbiges Log)** | `ListBox`/`ItemsControl` über `ObservableCollection`, `DataTemplate` mit `Foreground`-Binding | **mittel** |
| **`PropertyGrid`** | **kein Äquivalent in Avalonia Core** | **mittel–groß** |
**Zum Log-View:** die bisherige Ringpuffer-Logik (`TerminalHelper.cs:26-31` — bei 500 Zeilen
`rtb.Clear()`) wird zur `ObservableCollection` mit `RemoveAt(0)` — angenehmer, weil die
Historie nicht mehr komplett verworfen wird. Marshalling über `Dispatcher.UIThread.Post`
statt `Control.BeginInvoke`. Farbschema aus `TerminalHelper.cs:33-39` direkt übernehmbar.
**Zum PropertyGrid** — das ist der einzige echte UI-Entwurfsaufwand. Drei Optionen:
| Option | Bewertung |
|---|---|
| **Handgeschriebene Settings-View** (empfohlen) | 4 Gruppen / 15 Properties (Webserver 2, Egress 1, Watchdog 6, Database 4 + abgeleiteter ConnectionString). Als `Expander` je Gruppe mit `TextBox`/`CheckBox`/`NumericUpDown`. Volle Kontrolle über Passwortfelder (`PasswordChar`) und Mehrzeilen-Editor für Egress. ~1–1,5 PT. |
| Drittanbieter `Avalonia.PropertyGrid` | Spart Zeit, bringt aber eine Abhängigkeit fragwürdiger Pflegelage und passt selten zum Fluent-Theme. |
| Reflection-basierter Generator | Elegant, aber Overengineering für 15 Properties. |
### AP 3.3 — Plattformdetails
* **Fixe Fenstergröße auflösen:** `MinimumSize`/`MaximumSize = 1886×1088`
(`MainForm.Designer.cs:233-234`) ist bei abweichender DPI/Auflösung unter Linux
untauglich. → skalierendes Grid-Layout, sinnvolles `MinWidth`/`MinHeight`.
* **Schriftart:** `"Cascadia Code"` (`MainForm.cs:25`) existiert unter Linux meist nicht.
→ Fallback-Kette `Cascadia Code, DejaVu Sans Mono, monospace`.
* **`Process.Start("explorer.exe", …)`** (3×, `MainForm.cs:192,207,209`) →
```csharp
Process.Start(new ProcessStartInfo(target) { UseShellExecute = true });
```
funktioniert auf Windows und Linux (dort über `xdg-open`).
* **Lizenzdialog** (`LicenseDialog.cs`, 118 Z.) in Avalonia nachbauen: Label, `TextBox`
(Großschreibung — `CharacterCasing.Upper` hat kein direktes Pendant, per
`TextInput`-Handler oder Converter lösen), Status-Label, zwei Buttons. Der
Aktivierungsablauf (`ValidateAsync` + `VerifyChecksum`) bleibt unverändert.
*Hinweis: greift auf die HardwareID-Arbeit zu, die separat läuft.*
### AP 3.4 — Headless-Modus *(verbindlich, 0,5 PT — Entscheidung 0.3)*
Schalter `--headless` in `Program.cs` der Shell: statt `BuildAvaloniaApp().StartWithClassicDesktopLifetime()`
direkt `PredictalyticsHost` starten und auf `IHostApplicationLifetime` warten, Logs nur auf
Console. Nach Phase 2 ist das reine Verdrahtung, weil der Kern bereits GUI-frei ist.
Zwingend mitzudenken:
* **Lizenz ohne Dialog:** Schlüssel aus `PREDICTALYTICS_LICENSE_KEY` bzw. Konfiguration;
bei fehlender/ungültiger Lizenz sauberer Abbruch mit Exit-Code ≠ 0 und klarer Logzeile
statt eines Dialogs, den niemand sieht.
* **Keine Avalonia-Initialisierung** vor der Argumentauswertung — sonst versucht der
Prozess auf einem Server ohne X11 zu starten und stirbt, bevor der Schalter greift.
* SIGTERM sauber behandeln (`IHostApplicationLifetime`), damit systemd korrekt stoppt.
**Abnahme:** Shell startet unter Windows **und** Linux-Desktop mit GUI; derselbe Build
startet mit `--headless` auf einem Server ohne X11. In beiden Modi: Worker laufen, Web-UI
erreichbar, Settings persistieren; im GUI-Modus zusätzlich farbiger Log-View und
Lizenzdialog.
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## 6. Phase 4 — Aufräumen und Absichern (1–1,5 PT)
### AP 4.1 — Kestrel-Binding und Absicherung ⚠️
`UseUrls($"http://localhost:{port}")` (`EmbeddedWebServer.cs:122`) konfigurierbar machen
(`ASPNETCORE_URLS` bzw. Options), CORS-`AllowedOrigins` (heute fest `http://localhost:5000`)
mitziehen.
**Sobald nicht mehr nur auf `localhost` gelauscht wird, entfällt die bisher implizite
Absicherung.** `MapPredictalyticsControlEndpoints()` (schreibende Operationen) und Swagger
wären dann offen erreichbar. Das vorhandene `CanControl`/`AuthRequired`-Konzept
(`Api/ApiConfiguration.cs:66`) muss davor scharf geschaltet werden.
### AP 4.2 — Globalisierung
Im Host-Bootstrap `CultureInfo.DefaultThreadCurrentCulture = CultureInfo.InvariantCulture`
setzen, damit Zahlenformatierung unabhängig von der Systemlocale ist.
`InvariantGlobalization=true` (spart `libicu` im Container) erst später erwägen — es ändert
String-Vergleichssemantik und sollte nicht im selben Sprung passieren.
### AP 4.3 — Log-Verzeichnis
`Path.Combine(AppContext.BaseDirectory, "logs")` (`Program.cs:33`) konfigurierbar machen.
Default: Windows `%APPDATA%`, Linux `~/.local/share` bzw. `/var/log/predictalytics`.
### AP 4.4 — Solution und Repo-Kopplung
* `Predictalytics.slnx`: WinFormsHost mit
`Condition="$([MSBuild]::IsOSPlatform('Windows'))"` versehen, damit
`dotnet build` der Gesamtsolution unter Linux durchläuft.
* Die `..\..\..\..\LicenseLabrador\…`-Projektreferenz (4 Ebenen aufwärts) ist für CI und
Container fragil → Git-Submodul oder NuGet-Paket.
### AP 4.5 — Egress-Kanäle prüfen ⚠️
`EgressPoolService.cs:70-88` bindet Sockets an eine Quell-IP. Unter Linux muss die IP
tatsächlich auf einem Interface konfiguriert sein (sonst `EADDRNOTAVAIL`); Windows ist
toleranter. Für nicht-lokale IPs bräuchte es `IP_FREEBIND`/`CAP_NET_ADMIN`.
Nur relevant, falls Egress-Kanäle produktiv genutzt werden. Proxy-Kanäle sind unkritisch.
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## 7. Phase 5 — Deployment und CI (1–2 PT)
* `dotnet publish -r linux-x64` (und `win-x64`); bei self-contained an
`--self-contained` + Trimming-Verhalten von Avalonia denken.
* **Systemabhängigkeiten Linux (GUI):** `libx11-6`, `libice6`, `libsm6`, `libfontconfig1`,
`libharfbuzz0b`, Monospace-Fonts (z. B. `fonts-dejavu`). **(GUI-Variante braucht eine
Desktop-Session — siehe 0.3.)**
* systemd-Unit bzw. Dockerfile (für den Headless-Modus); es existiert bereits ein
`J:\Softwareprojekte\dockerCompose` — vermutlich anknüpfbar.
* Reverse Proxy (nginx/Caddy) mit TLS vor Kestrel.
* **Secrets:** DB-Passwort und Watchdog-API-Key liegen heute im Klartext in `settings.json`.
Unter Linux → EnvironmentFile mit `0600` oder Secret-Store.
*Randnotiz:* In `LicenseGuard.cs:16-17` stehen Basic-Auth-Zugangsdaten im Quelltext —
unabhängig von dieser Portierung überdenkenswert, erst recht mit Blick auf Monetarisierung.
* CI: Build + Test auf Linux **und** Windows.
* `docs/BETRIEB-Watchdog-Lizenz.md` um den Linux-Betrieb ergänzen.
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## 8. Phase 6 — Verifikation (2 PT)
| # | Prüfung |
|---|---|
| 8.1 | Worker-Dauerlauf ≥ 24 h unter Linux gegen die **Dev-DB**, Logvergleich mit einem Windows-Lauf |
| 8.2 | EF-Migrationen von Null gegen Dev-DB (Weg A: nur EF-9-Regression) |
| 8.3 | Zahlenformatierung: Lauf unter `LANG=de_DE.UTF-8` — Volumina/Preise/PnL gegen Windows-Referenz |
| 8.4 | Web-UI vollständig durchklicken (case-sensitive Assets, alle Endpunkte) |
| 8.5 | Lizenz: Erstaktivierung, Neustart aus Cache, Offline-Gnadenfrist, Revalidierung |
| 8.6 | Watchdog-Heartbeats erscheinen unter `watchdog.mhdf.de` |
| 8.7 | Egress-Kanäle (falls genutzt) |
| 8.8 | Shell unter Windows **und** Linux-Desktop: alle Buttons, Menüs, Settings-Persistenz |
| 8.9 | Derselbe Build mit `--headless` auf einem Server ohne X11: Start, Lizenz aus Konfiguration, SIGTERM-Stopp |
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## 9. Zeitplan
| Phase | Inhalt | PT |
|---|---|---|
| 0 | Vorarbeiten | 0,5 |
| 1 | .NET 10 + Paketmatrix | 1,5–2,5 |
| 2 | Hosting-Kern extrahieren | 1,5–2 |
| 3 | Avalonia-Shell **inkl. Headless-Modus (AP 3.4)** | 4,5–6,5 |
| 4 | Aufräumen, Binding, Absicherung | 1–1,5 |
| 5 | Deployment + CI (Desktop **und** systemd/Container) | 1,5–2,5 |
| 6 | Verifikation (beide Betriebsarten) | 2 |
| | **Summe** | **12,5–17,5 PT** |
**≈ 2,5–3,5 Wochen fokussiert.**
Phasen 0–2 sind risikoarm und liefern bereits Wert (aufgeräumte Architektur, aktuelles
Framework). Phase 3 ist der Hauptaufwand. Die Phasen sind strikt sequenziell — jede baut
auf der vorigen auf; einzig AP 5 (Deployment) kann parallel zu Phase 3 vorbereitet werden.
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## 10. Risiken
| Risiko | Eintritt | Wirkung | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|---|
| **Pomelo hat keinen EF-Core-10-Provider** | **sicher** | blockiert EF Core 10 | ✅ gelöst durch Weg A: EF Core 9 auf net10.0 |
| Swashbuckle 6.9 → 10.x mit Brüchen | wahrscheinlich | halber bis ganzer Tag | ggf. auf eingebautes `AddOpenApi()` wechseln |
| PropertyGrid-Ersatz wird aufwendiger als geschätzt | mittel | +1 PT | handgeschriebene View, 15 Properties sind überschaubar |
| Avalonia-GUI läuft auf dem Linux-Ziel nicht (kein Desktop) | sicher auf Servern | Shell unbrauchbar | ✅ abgedeckt durch AP 3.4 (verbindlich) |
| `Avalonia.Diagnostics` fehlt für 12.x | sicher | nur Komfort | ohne DevTools arbeiten oder 11.3.18 in Debug |
| **Lizenzaktivierung headless** | **sicher (AP 3.4)** | mittel | koppelt an laufende HardwareID-Arbeit — früh abstimmen |
| Egress `SourceIp` unter Linux | niedrig | mittel | AP 4.5, früh testen |
| Regression in der Datenschicht | niedrig (Weg A) | hoch | ausschließlich Dev-DB, nie Prod |
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## 11. Nächster Schritt
Alle Vorentscheidungen sind getroffen (Abschnitt 0). Umsetzung kann beginnen:
1. **Phase 0** — 0,5 PT, sofort, unabhängig vom Rest. Ergebnis ist ein aufgeräumter
Ausgangspunkt auf `feature/linux-net10`.
2. **Phase 1** — .NET 10 + Paketmatrix. Hier zeigt sich früh, wie groß der
Swashbuckle-Umbau tatsächlich ist.
3. Parallel dazu: **Lizenzaktivierung ohne Dialog** mit der laufenden HardwareID-Arbeit
abstimmen — das ist der einzige Punkt im Plan, der von außen abhängt und dadurch spät
teuer werden kann.