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ClawdDotNet/docs/archiv/Lizenz-HardwareId-v2-Implementierungsvorschlag.md
RichardandClaude Opus 5 740649789e Eine Roadmap statt neun verteilter Listen
Der Stand lag ueber eine Bestandsaufnahme, drei Konzeptpapiere, vier
Umsetzungsplaene und zwei Deploymentcenter-Dokumente verteilt - jedes mit
eigener Reihenfolge, teils widersprueglich. Alle offenen Punkte daraus sind
in docs/Roadmap.md zusammengefuehrt.

Aufbau der neuen Roadmap
- Statusvokabular: erledigt / beschlossen-offen / Entscheidung noetig /
  zurueckgestellt / Idee. Damit steht das Geparkte sichtbar drin, statt in
  einem Konzeptpapier zu verschwinden.
- Herkunft-Spalte traegt das alte Kuerzel (S4, K2, B9, T4, F-A1, C1, DC1),
  damit die archivierten Papiere auffindbar bleiben, ohne sie zu lesen.
- Abschnitt 1 Reihenfolge, 2 offene Entscheidungen, 3 die Vorhaben nach
  Bereich, 4 Ideenspeicher, 5 Chronik des Erledigten, 6 Modell-Einstufung,
  7 Herkunftskarte.

Was dabei sichtbar wurde
- Neun Entscheidungen blockieren Arbeit, ohne dass sie Aufwand kosten -
  allen voran Matrix oder Rocket.Chat. Sie stehen jetzt gesammelt in
  Abschnitt 2 statt verstreut in den Diskussionsteilen der Konzepte.
- B8 (keine Tiefenbegrenzung bei AgentComm) ist unveraendert offen. Das ist
  keine Theorie: A haelt sein Gate, waehrend es auf B wartet - ruft B nun A,
  warten beide bis zum Timeout. Der Testfall A13 dafuer fehlt bis heute.
- Die vier Umsetzungsplaene vom 2026-08-05 sind alle unumgesetzt und waren
  in keiner Roadmap verzeichnet.

Archiv
Sechs Dokumente ziehen nach docs/archiv/: Bestandsaufnahme, Konzepte
Backup/Finanz/Analyse, Linux-Portierung-Analyse, Lizenz-HardwareId-v2
(gegenstandslos - LicenseLabrador ist ersetzt), Deploymentcenter-Review und
der 2.4-Integrationsplan. Sie bleiben als Begruendung lesbar, werden aber
nicht mehr fortgeschrieben; das README ordnet jedes einzeln ein und warnt,
dass ihre Quelltext-Verweise ins Leere gehen koennen.

Bauplan bleibt Bauplan
Taskboard, Audit, Staging, Memory, Agentenkommunikation, RocketChat und
Deploymentcenter-Integration bleiben in docs/ - sie sind die Detailvorgabe
fuer die Umsetzung, nicht Vorhabenlisten. Jedes bekommt oben eine Zeile,
die seine Rolle und den Umsetzungsstand nennt und auf die Roadmap zeigt.
Dasselbe fuer die vier Umsetzungsplaene: die Reihenfolge gilt in der
Roadmap, nicht im Plan.

Nebenbei repariert: Taskboard-Konzept und Teststrategie verwiesen auf
AgentScheduler und ToolJobScheduler, die seit der Scanner-Konsolidierung
geloescht sind. Alle Dokument-Verweise in docs/ sind geprueft.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
2026-08-23 18:31:06 +02:00

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# Hardware-ID v2 — Implementierungsvorschlag
Stand: 2026-08-06. Betrifft `LicenseLabrador` (Client + Server) und die
Aufrufseite in ClawdDotNet ([Services/LicenseGate.cs](Services/LicenseGate.cs)).
Anlass: Für den [Linux-Umzug](Linux-Portierung-Analyse.md) muss die
Hardware-Bindung auf beiden Plattformen funktionieren. Bei der Durchsicht sind
dabei zwei Probleme aufgefallen, die **nichts mit Linux zu tun haben**, aber
denselben Code betreffen — die sollten in einem Zug mit erledigt werden.
---
## 1. Befund
### 1.1 Der Rechnername steckt im Hash — das ist das eigentliche Problem
[HardwareId.cs:43](../../../LicenseLabrador/client-dotnet/LicenseLabrador.Client/HardwareId.cs):
```csharp
rawBuilder.Append(Environment.MachineName); // "for system isolation"
```
Folge: **Ein umbenannter Rechner ist eine neue Maschine.** Er verbraucht einen
weiteren Aktivierungsplatz, und der alte bleibt für immer belegt
(`max_activations` ist standardmäßig 2 — nach zwei Umbenennungen ist die Lizenz
dicht). Das gilt bereits heute unter Windows.
Unter Linux wird daraus ein Totalausfall: In einem Container ist der Hostname
standardmäßig die gekürzte Container-ID, also **bei jedem Start ein anderer**.
Die Lizenz wäre nach dem zweiten `docker run` verbraucht.
Die Absicht („system isolation") ist auch nicht erfüllt: Der Rechnername steht
ohnehin im Feld `hostname`, das der Server bei jeder Prüfung mitschreibt
([LicenseService.php:112](../../../LicenseLabrador/server/src/LicenseService.php)).
Diagnostisch verlieren wir nichts, wenn er aus dem Hash verschwindet.
### 1.2 Die MAC-Ausweichlösung ist unter Linux instabil
[HardwareId.cs:86](../../../LicenseLabrador/client-dotnet/LicenseLabrador.Client/HardwareId.cs)
nimmt die alphabetisch erste physische MAC. Unter Linux:
- Die Stoppwortliste kennt `docker` und `veth`, aber **nicht** `br-` (Bridges),
`virbr` (libvirt), `cni`, `flannel`, `cali` (Kubernetes), `zt` (ZeroTier).
- `NetworkInterfaceType` meldet unter Linux für die meisten virtuellen Geräte
schlicht `Ethernet` — die Typprüfung greift also nicht.
- Bridge- und veth-MACs werden von systemd **je Boot neu zufällig** vergeben.
Sortiert man solche Adressen mit, wechselt die Hardware-ID beim Neustart. Die
Ausweichlösung ist damit unter Linux schlimmer als keine.
### 1.3 Der Zustandsspeicher fällt still auf Klartext zurück
[StateStore.cs:41](../../../LicenseLabrador/client-dotnet/LicenseLabrador.Client/StateStore.cs)
beim Lesen und `:90` beim Schreiben:
```csharp
try { decryptedData = ProtectedData.Unprotect(rawData, null, ...); }
catch { decryptedData = rawData; } // ← Klartext wird akzeptiert
```
Unter Linux wirft DPAPI immer, also läuft alles über den Klartextzweig. Zwei
Folgen:
- `SECURITY.md` behauptet, der Cache sei „strikt an die `hardware_id` gebunden".
Das stimmt für die *Hülle* (die Prüfung in
[LicenseClient.cs:198](../../../LicenseLabrador/client-dotnet/LicenseLabrador.Client/LicenseClient.cs)),
nicht für die Cache-Datei selbst.
- Ernster: `max_seen_time` ist die Uhr-Rückdreh-Sperre
([StateStore.cs:107](../../../LicenseLabrador/client-dotnet/LicenseLabrador.Client/StateStore.cs)).
Wer eine `state.dat` von Hand schreiben kann, setzt den Wert auf 0 und stellt
die Systemuhr zurück. Der Klartext-Rückfall beim **Lesen** macht das möglich,
und zwar auf jeder Plattform, auf der DPAPI nicht greift.
### 1.4 Ablageort bricht bei einem systemd-Dienst weg
[LicenseConfig.cs:22](../../../LicenseLabrador/client-dotnet/LicenseLabrador.Client/LicenseConfig.cs)
verwendet `Environment.GetFolderPath(SpecialFolder.ApplicationData)`. Läuft der
Dienst unter `User=clawd` ohne Heimatverzeichnis, ist `HOME` nicht gesetzt und
`GetFolderPath` liefert einen **leeren String**. `Path.Combine("", slug,
"license")` ergibt einen relativen Pfad — die Lizenz landet im Arbeitsverzeichnis
oder gar nicht.
### 1.5 Kein Formatkennzeichen, keine Plattformangabe
Die Hardware-ID ist heute ein nackter SHA-256-Hex-String. Es gibt keine
Möglichkeit, im Server zu erkennen, aus welcher Quelle oder von welchem
Betriebssystem eine Aktivierung stammt — und keinen Weg, das Format je zu
wechseln, ohne alle bestehenden Aktivierungen zu verlieren.
**Randnotiz:** `OperatingSystemHelpers.IsWindows()` nutzt
`Environment.OSVersion.Platform == PlatformID.Win32NT`. Das funktioniert
zufällig richtig (Linux liefert `Unix`), ist aber die veraltete API.
`RuntimeInformation.IsOSPlatform(OSPlatform.Windows)` ist in netstandard2.0
verfügbar und der korrekte Weg.
---
## 2. Zielbild: das Format
```
2:<plattform>:<64 Hex-Zeichen>
Beispiele:
2:win:9f3ab7c1… (Windows, MachineGuid)
2:lin:41e0d5aa… (Linux, /etc/machine-id)
2:lin:7c9182ff… (Linux, Vorgabe per Umgebungsvariable)
```
68 Zeichen — passt in `activations.hardware_id VARCHAR(128)` ohne
Schemaänderung. Der Doppelpunkt ist unproblematisch, die Spalte ist
`utf8mb4_unicode_ci` und wird nur verglichen.
Der Hash selbst:
```
sha256( "LicenseLabrador-HWID-v2" ‖ "\n" ‖ plattform ‖ "\n" ‖ quelle ‖ "\n" ‖ rohwert )
```
- **Kein `MachineName`.** (1.1)
- Die Domänenzeichenkette verhindert, dass derselbe Rohwert in anderem
Zusammenhang wiederverwendbar ist.
- `quelle` geht mit in den Hash: Findet der Client später eine bessere Quelle,
ändert sich die ID bewusst und nachvollziehbar, statt zufällig.
Zusätzlich gehen drei neue Felder mit in die Anfrage — **nicht** in den Hash,
nur zur Diagnose und für die Migration:
| Feld | Beispiel | Zweck |
|---|---|---|
| `hwid_version` | `2` | Formaterkennung serverseitig |
| `hwid_source` | `machine-id` | Admin sieht, wie stabil die Bindung ist |
| `legacy_hardware_id` | `<v1-Hash>` | Migration ohne Platzverlust (Abschnitt 4) |
---
## 3. Quellen je Plattform
Reihenfolge = Priorität. Die erste Quelle, die einen nichtleeren, plausiblen Wert
liefert, gewinnt.
### 3.1 Vorgabe (alle Plattformen, höchste Priorität)
```
LicenseConfig.HardwareIdOverride (Code)
LICENSELABRADOR_HWID (Umgebungsvariable)
```
Quelle: `override`. Der Rohwert wird trotzdem gehasht, damit das Format
einheitlich bleibt.
**Das ist der ehrliche Weg für Container und Serverbetrieb.** Heuristik kann dort
nicht gewinnen — in einem Container gibt es keine Hardware, an die man binden
könnte. Der Betreiber setzt einen stabilen Wert, hinterlegt ihn im
Deployment-Geheimnis, und die Bindung ist so verlässlich wie dieser Wert. Eine
Zeile in der systemd-Unit statt eines Ratespiels.
### 3.2 Windows
| # | Quelle | `hwid_source` |
|---|---|---|
| 1 | `HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Cryptography\MachineGuid` (Registry64) | `machine-guid` |
| 2 | Stabile physische MAC (Abschnitt 3.4) | `mac` |
| 3 | Erzeugte Datei (Abschnitt 3.5) | `keyfile` |
Unverändert zu heute — nur ohne `MachineName` im Hash.
### 3.3 Linux
| # | Quelle | `hwid_source` | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| 1 | `/etc/machine-id` | `machine-id` | Von systemd bei der Installation erzeugt, überlebt Neustarts und Kernel-Updates. Die richtige Wahl auf einem echten System. |
| 2 | `/var/lib/dbus/machine-id` | `dbus-machine-id` | Ältere Systeme ohne systemd. |
| 3 | `/sys/class/dmi/id/product_uuid` | `dmi-uuid` | SMBIOS-UUID, echte Hardware-Bindung. **Meist nur für root lesbar** (`0400`) — Versuch in `try` einpacken, kein Fehler wenn nicht lesbar. Bei VMs vom Hypervisor gesetzt und dort stabil. |
| 4 | Stabile physische MAC (Abschnitt 3.4) | `mac` | |
| 5 | Erzeugte Datei (Abschnitt 3.5) | `keyfile` | |
Zwei Fallen bei `/etc/machine-id`, die geprüft werden müssen:
- **Leer oder nur Zeilenumbruch.** Auf Systemen mit `systemd-firstboot` oder in
manchen Images existiert die Datei, ist aber leer. Muss als „nicht vorhanden"
behandelt werden, nicht als gültiger Wert — sonst haben *alle* diese
Installationen dieselbe ID.
- **Der Wert `uninitialized`.** Genau diese Zeichenkette schreibt systemd, wenn
die ID im laufenden Betrieb noch nicht festgelegt ist. Ebenfalls verwerfen.
```csharp
private static bool IsPlausibleMachineId(string? v)
=> !string.IsNullOrWhiteSpace(v)
&& v.Trim().Length >= 16
&& !v.Trim().Equals("uninitialized", StringComparison.OrdinalIgnoreCase)
&& v.Trim().Trim('0').Length > 0; // nicht alles Nullen
```
### 3.4 MAC-Ausweichlösung, überarbeitet
Die heutige Fassung nimmt `FirstOrDefault()` der sortierten Liste. Wenn eine
Schnittstelle dazukommt oder wegfällt, kann sich damit die gewählte MAC ändern.
Besser: **alle** gültigen MACs sortiert verketten — dann ändert sich der Wert
nur, wenn sich die Netzwerkausstattung wirklich ändert, und nicht schon, weil
eine Adresse hinzukommt, die vorher sortiert davor lag.
Stoppwortliste erweitern um: `br-`, `virbr`, `cni`, `flannel`, `cali`, `weave`,
`zt`, `tailscale`, `ipsec`, `sit`, `gre`, `dummy`, `bond`, `macvlan`, `ovs`.
Zusätzlich hart ausschließen (unabhängig vom Namen):
- Schnittstellen mit gesetztem **„locally administered"-Bit** (zweites Bit des
ersten Oktetts, `mac[0] & 0x02`). Genau das setzt systemd bei zufällig
erzeugten MACs für veth und Bridges. Ein sauberer, namensunabhängiger Filter —
und der wirksamste von allen.
- Unter Linux zusätzlich prüfen: existiert
`/sys/class/net/<name>/device`? Fehlt das Verzeichnis, hat die Schnittstelle
kein physisches Gerät und ist virtuell. Das ist zuverlässiger als jede
Namensliste.
```csharp
// Namensunabhängig: zufällig erzeugte MACs tragen dieses Bit.
private static bool IsLocallyAdministered(PhysicalAddress addr)
{
var b = addr.GetAddressBytes();
return b.Length > 0 && (b[0] & 0x02) != 0;
}
```
### 3.5 Erzeugte Datei als letzte Stufe
`<StorageDirectory>/machine.key` — 32 Zufallsbytes, Base64, Dateirechte `0600`.
Wird nur angelegt, wenn keine Quelle davor greift.
Das ist eine **Installations-** und keine Hardware-Bindung. Für einen Container
ohne Vorgabe ist das aber die Wahrheit, und mit einem gemounteten Datenverzeichnis
bleibt sie über Container-Neustarts stabil. `hwid_source` = `keyfile` macht dem
Admin sichtbar, dass diese Aktivierung schwächer gebunden ist als die anderen.
Wichtig: Die Datei gehört ins **Datenverzeichnis**, nicht neben die
Programmdatei. Sonst ist sie bei jedem Deployment weg.
---
## 4. Migration v1 → v2 ohne Platzverlust
Der Kern: Der Client kennt **beide** IDs und schickt beide mit. Der Server zieht
die alte Aktivierung auf die neue ID um, statt eine zweite anzulegen.
**Client**`HardwareId` bekommt neben `GetHardwareId()` (v2) ein
`GetLegacyHardwareId()`, das die heutige v1-Berechnung *unverändert* beibehält
(inklusive `MachineName`, damit sie zu bestehenden Aktivierungen passt). Beides
geht in die Anfrage:
```csharp
hardware_id = "2:lin:41e0…",
legacy_hardware_id = "8fa2…", // nur solange v1-Aktivierungen existieren
hwid_version = 2,
hwid_source = "machine-id",
```
**Server** — in `LicenseService::validate`, an der Stelle der heutigen Suche
([LicenseService.php:100](../../../LicenseLabrador/server/src/LicenseService.php)):
```
1. Aktivierung mit hardware_id = <v2> suchen
→ gefunden: normaler Weg (last_seen, hostname, app_version aktualisieren)
2. nicht gefunden, und legacy_hardware_id ist gesetzt:
Aktivierung mit hardware_id = <v1> suchen
→ gefunden: UPDATE activations SET hardware_id = <v2>, hwid_version = 2,
hwid_source = <quelle> WHERE id = …
+ audit_log-Eintrag 'hwid_migrated'
→ weiter wie unter 1. KEIN neuer Platz verbraucht.
3. weder noch: neue Aktivierung anlegen, max_activations prüfen (wie heute)
```
Damit wandern alle bestehenden Windows-Installationen beim ersten Start nach dem
Update lautlos auf v2 — niemand merkt etwas, kein Aktivierungsplatz geht
verloren. Das `legacy_hardware_id`-Feld kann nach einer Übergangszeit (etwa zwei
Veröffentlichungen) aus dem Client fallen.
### 4.1 Der lokale Cache muss einmal verworfen werden
Nicht übersehen: Die Hardware-ID geht in zwei weitere Berechnungen ein —
`CalculateHmac(state, licenseKey, _hardwareId)` für die Prüfsumme in
`LicenseResult`
([LicenseClient.cs:272](../../../LicenseLabrador/client-dotnet/LicenseLabrador.Client/LicenseClient.cs))
und den Seed des Speicherschutzes (`:287`). Nach dem Formatwechsel schlägt
`VerifyChecksum` für jede zwischengespeicherte Hülle fehl.
Das ist kein Fehler, sondern erwartet — muss aber als **Cache-Fehltreffer**
behandelt werden (einmal online neu prüfen), nicht als
`TamperSuspected`. Sonst sperrt sich jede bestehende Installation beim ersten
Start nach dem Update selbst aus. Der Weg dorthin: Cache-Version im
`LocalCacheData` mitführen (`schema_version: 2`) und einen Datensatz mit
abweichender Version verwerfen, bevor die Prüfsumme überhaupt geprüft wird.
### 4.2 Schemaerweiterung
```sql
ALTER TABLE activations
ADD COLUMN hwid_version TINYINT NOT NULL DEFAULT 1 AFTER hardware_id,
ADD COLUMN hwid_source VARCHAR(32) NULL AFTER hwid_version,
ADD COLUMN platform VARCHAR(8) NULL AFTER hwid_source;
```
Alles mit Vorgabewerten, also rückwärtskompatibel — ein alter Client, der die
Felder nicht schickt, funktioniert unverändert weiter.
---
## 5. Umzug Windows → Linux
Das ist etwas anderes als die Formatmigration: hier wechselt die Maschine
wirklich, die ID muss sich also ändern. Drei Wege, alle drei sinnvoll parallel:
### 5.1 Der Normalfall braucht gar nichts
`max_activations` ist standardmäßig **2**. Ein Windows-Entwicklungsrechner und
ein Linux-Server passen also ohne jeden Eingriff hinein. Für den anstehenden
Umzug ist das wahrscheinlich die ganze Antwort — die anderen beiden Punkte sind
für den Fall danach.
### 5.2 Abmelden vor dem Umzug (existiert, aber nicht erreichbar)
`LicenseService::deactivate` löscht die Aktivierungszeile und gibt den Platz frei
([LicenseService.php:153](../../../LicenseLabrador/server/src/LicenseService.php)),
und `LicenseClient.DeactivateAsync` ruft es auf. In ClawdDotNet ist die Methode
aber nur über [LicenseGate.cs:39](Services/LicenseGate.cs) erreichbar und dort
an die GUI gebunden.
Nachzuliefern: ein Kommandozeilenschalter am Host, damit das auch ohne
Oberfläche geht.
```bash
clawddotnet --license-deactivate
```
Das braucht der kopflose Betrieb ohnehin (siehe
[Linux-Portierung-Analyse.md](Linux-Portierung-Analyse.md), 2.6 — der
Lizenzdialog ist ein `MessageBox`, der einen Dienst blockieren würde).
### 5.3 Umbinden aus der Verwaltung (fehlt noch)
Für den Fall, dass die alte Maschine schon weg ist: In
`public/admin/license_detail.php` je Aktivierungszeile eine Schaltfläche
**„Aktivierung freigeben"** (löscht die Zeile, gibt den Platz frei). Ein echtes
„Umbinden" auf eine bekannte neue ID ist unnötig — Freigeben plus Neuaktivierung
auf dem Zielsystem ist derselbe Vorgang mit weniger Code und einer klareren
Spur im Prüfprotokoll.
Beides sollte in `audit_log` landen, mit altem und neuem Wert.
---
## 6. Zustandsspeicher härten
Zusammen mit dem HW-ID-Umbau, weil dieselbe Datei betroffen ist und die
Verschlüsselung den HW-ID als Schlüsselmaterial braucht.
**Format** — feste Hülle statt „mal so, mal so":
```
Magic "LLS2" (4 Byte) │ Nonce (12) │ Ciphertext │ GCM-Tag (16)
```
- **AES-GCM**, Schlüssel abgeleitet aus HW-ID + `ProductSlug` per HKDF-SHA256.
- Auf Windows das Ergebnis **zusätzlich** in DPAPI wickeln (Gürtel und
Hosenträger, kostet nichts).
- Dateirechte `0600` auf Unix.
**Der entscheidende Punkt: den Klartext-Rückfall beim Lesen entfernen.** Eine
Datei, die sich nicht entschlüsseln oder nicht authentifizieren lässt, ist
**kein Cache** — sie wird verworfen und der Client prüft online. Nicht als
Klartext akzeptieren. Genau dieser Rückfall macht heute die
Uhr-Rückdreh-Sperre umgehbar (1.3).
Einmalig weiterhin lesbar bleiben muss das alte Format (Datei ohne `LLS2`-Magic):
einlesen, in v2 neu schreiben, fertig. Nach einer Veröffentlichung kann der Pfad
weg.
### 6.1 netstandard2.0 hat kein AesGcm — Empfehlung: mehrfach zielen
`System.Security.Cryptography.AesGcm` gibt es erst ab .NET Core 3.0, `HKDF` erst
ab .NET 5, `File.SetUnixFileMode` erst ab .NET 7. Das Projekt zielt heute auf
`netstandard2.0`.
Zwei Wege:
1. **`<TargetFrameworks>netstandard2.0;net8.0</TargetFrameworks>`** —
*empfohlen*. ClawdDotNet (net10.0) zieht automatisch das net8.0-Ziel und
bekommt `AesGcm`, `HKDF` und `File.SetUnixFileMode` ohne Umwege. Der
netstandard2.0-Zweig bleibt für andere Abnehmer erhalten und nutzt dort
BouncyCastle. Kosten: ein paar `#if NET8_0_OR_GREATER`-Blöcke an genau drei
Stellen.
2. **Durchgängig BouncyCastle** (`GcmBlockCipher`, `HkdfBytesGenerator`) — die
Bibliothek ist mit `BouncyCastle.Cryptography` bereits als Abhängigkeit da,
also kein neues Paket. Kein Mehrfachziel nötig, aber die Dateirechte bleiben
ein Problem: `chmod` müsste per P/Invoke laufen.
Weg 1 ist sauberer, weil er nebenbei das Dateirechte-Problem löst.
---
## 7. Ablageort (1.4)
Auflösungskette in `LicenseConfig.StorageDirectory`, erste nutzbare gewinnt:
1. Explizit gesetzter Wert (ClawdDotNet setzt ihn künftig — der Host hat ohnehin
eine eigene XDG-Auflösung).
2. `LICENSELABRADOR_STORAGE_DIR`.
3. Unix: `$XDG_CONFIG_HOME/<slug>/license`, sonst `$HOME/.config/<slug>/license`.
4. Windows: `SpecialFolder.ApplicationData` wie heute.
5. Letzter Ausweg: `<AppContext.BaseDirectory>/license`.
**Und in jedem Fall: nie einen leeren Pfad durchlassen.** Der heutige Code kann
`Path.Combine("", …)` erzeugen, ohne dass es auffällt. Ein `if
(string.IsNullOrEmpty(...)) throw` an dieser Stelle ist besser als eine
Lizenzdatei, die im Arbeitsverzeichnis landet und beim nächsten Start nicht mehr
gefunden wird.
---
## 8. Änderungsliste
### LicenseLabrador — Client
| Datei | Was |
|---|---|
| `HardwareId.cs` | Neuschreiben: v2-Format, Quellenkette je Plattform, `GetLegacyHardwareId()`, `HwidSource`/`Platform` als Eigenschaften, MAC-Filter (locally-administered-Bit, `/sys/class/net/*/device`), Plausibilitätsprüfung für machine-id, `machine.key`-Erzeugung |
| `LicenseConfig.cs` | `HardwareIdOverride`, Auflösungskette für `StorageDirectory`, leeren Pfad ausschließen |
| `StateStore.cs` | `LLS2`-Hülle, AES-GCM, `schema_version`, **Klartext-Rückfall beim Lesen entfernen**, v1-Einmalmigration, `0600` |
| `LicenseClient.cs` | Neue Felder in `validate`/`deactivate` senden; Cache mit abweichender `schema_version` als Fehltreffer behandeln, **nicht** als `TamperSuspected` |
| `OperatingSystemHelpers` | `RuntimeInformation.IsOSPlatform`, dazu `IsLinux()`/`IsMacOs()` |
| `LicenseLabrador.Client.csproj` | `netstandard2.0;net8.0` |
### LicenseLabrador — Server
| Datei | Was |
|---|---|
| `sql/schema.sql` + Migrationsskript | `hwid_version`, `hwid_source`, `platform` |
| `src/LicenseService.php` | `legacy_hardware_id` entgegennehmen; Migrationssuche (Abschnitt 4); neue Felder speichern |
| `src/Audit.php` | Ereignisart `hwid_migrated`, `activation_released` |
| `public/admin/license_detail.php` | Quelle/Plattform je Aktivierung anzeigen, „Aktivierung freigeben" |
| `docs/SECURITY.md` | Aussage zur Cache-Bindung korrigieren (1.3) |
### ClawdDotNet
| Datei | Was |
|---|---|
| [Services/LicenseGate.cs](Services/LicenseGate.cs) | `StorageDirectory` explizit setzen; `MessageBox`/`frm_License` hinter eine Schnittstelle (`ILicensePrompt`) legen, damit der kopflose Host eine Konsolenfassung einsetzen kann |
| Host (neu) | `--license-deactivate`, `--license-set-key`, `--license-status` |
| `docs/Integrationsplan-WatchDog-LicenseLabrador.md` | Format v2 und Migrationsweg nachtragen |
---
## 9. Testplan
Das Wichtigste zuerst — die Fälle, die heute schiefgehen würden:
| Fall | Erwartung |
|---|---|
| Rechner umbenennen | **ID unverändert** (Kern von 1.1) |
| Container zweimal starten, `/etc/machine-id` im Abbild | beide Male dieselbe ID |
| Container ohne `machine-id`, Datenverzeichnis gemountet | ID über Neustarts stabil, `hwid_source = keyfile` |
| Container ohne `machine-id`, **ohne** Mount | ID wechselt — muss so sein, und im Protokoll erkennbar |
| `LICENSELABRADOR_HWID` gesetzt | gewinnt gegen alles, `hwid_source = override` |
| `/etc/machine-id` leer bzw. `uninitialized` | wird verworfen, nächste Quelle greift |
| Docker-Bridge und veth vorhanden, keine machine-id | MAC-Wahl ignoriert sie, ID über Neustart stabil |
| Bestehende v1-Windows-Aktivierung, Client aktualisiert | Zeile wird auf v2 umgeschrieben, `max_activations` unverändert, Prüfprotokolleintrag |
| v1-Cache-Datei nach dem Update | einmal online geprüft, dann v2-Cache — **kein** `TamperSuspected` |
| `state.dat` von Hand mit `max_seen_time = 0` | Datei wird verworfen, Uhr-Rückdreh-Sperre bleibt wirksam |
| systemd-Dienst ohne `HOME` | Ablageort auflösbar, keine Datei im Arbeitsverzeichnis |
| Alter Client gegen neuen Server | funktioniert unverändert (Felder haben Vorgabewerte) |
| Neuer Client gegen alten Server | funktioniert, Zusatzfelder werden ignoriert |
Die letzten beiden Zeilen sind nicht optional: Client und Server werden nicht
gleichzeitig ausgerollt.
---
## 10. Aufwand
| Block | PT |
|---|---:|
| `HardwareId` v2 samt Quellenkette, MAC-Filter, `machine.key` | 23 |
| Client mehrfach zielen + `StateStore`-Härtung | 23 |
| Server: Migrationssuche, Schema, Prüfprotokoll, Verwaltungsansicht | 23 |
| ClawdDotNet: `ILicensePrompt`, Lizenz-Kommandozeile | 12 |
| Tests (Container-Fälle brauchen echtes Docker) und Abnahme | 12 |
| **Summe** | **813** |
Das ist mehr als die 35 PT, die in der Linux-Analyse für „Lizenz" standen —
weil dort nur die Plattformverträglichkeit gerechnet war. Die Punkte 1.1 und 1.3
sind bestehende Fehler, die unabhängig vom Umzug behoben werden sollten; sie
machen den Unterschied aus.
Der Block ist **unabhängig vom übrigen Linux-Umzug** und kann sofort beginnen —
er hängt an keiner der offenen GUI-Entscheidungen.
---
## 11. Was ich anders machen würde als heute — kurz begründet
Drei Entscheidungen im Vorschlag verdienen eine Begründung, weil sie vom
bisherigen Ansatz abweichen:
**Rechnername raus.** Er ist der Grund, warum die heutige Bindung fragiler ist
als nötig, und er trägt nichts bei, was `activations.hostname` nicht schon
festhält. Eine Bindung, die bei einer Umbenennung bricht, bindet nicht an
Hardware, sondern an eine Konfiguration.
**Vorgabe per Umgebungsvariable statt besserer Heuristik für Container.** Man
kann eine Container-Umgebung nicht sinnvoll erraten — es gibt dort keine
Hardware. Jede zusätzliche Heuristik verschiebt nur, wo es falsch wird. Eine
explizite Vorgabe ist ein bewusster Betreiberentscheid, in der Unit-Datei
sichtbar, im Prüfprotokoll nachvollziehbar.
**Kein Klartext-Rückfall, auch nicht „zur Sicherheit".** Der heutige Rückfall
sollte Robustheit bringen, kostet aber genau die Eigenschaft, für die der Cache
existiert. Ein verworfener Cache bedeutet: einmal online prüfen. Das ist der
mildere Schaden — und wer keine Verbindung hat, hat immer noch die
Offline-Gnadenfrist aus der signierten Hülle, die von dieser Datei nicht abhängt.