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Deploymentcenter/docs/SETUP_INTEGRATION_GUIDE.md
Deploymentcenter BotandClaude Opus 5 f8771c8d1b fix(guard): Zugangsschutz je Produkt abschaltbar, Dienst-Betrieb, Buildzeiten
Sieben Rueckmeldungen aus einer laufenden Integration. Der schwerwiegendste
Punkt ist ein Fehler von mir.

D2 - Predictalytics ist ausgesperrt. Bestaetigt: /releases/predictalytics/
antwortet mit 401, waehrend die API weiter "Update verfuegbar" meldet. Jede
ausgelieferte Installation laeuft damit in die Wand. Ursache ist nicht der
Schutz an sich, sondern dass ich ihn scharfgeschaltet habe, ohne zu pruefen,
ob die Verbraucher nachgezogen sind - genau der Fall, vor dem UPGRADE §16.1
warnt.
Behoben wird die Klasse des Problems, nicht nur dieser Fall: Produkte lassen
sich unter UpdateService -> Zugangsschutz einzeln ausnehmen. Damit ist der
gestaffelte Rollout moeglich, der bisher fehlte: ausnehmen, Build mit
Schluessel ausliefern, wieder einschalten. Ausgenommene Produkte sind in der
Uebersicht deutlich als AUSGENOMMEN markiert und faerben den Selbsttest nicht
gruen.

D5 - BuildInfo.targets verhinderte inkrementelle Builds. BuildDateUtc trug die
volle Uhrzeit, aenderte sich also bei jedem Build; WriteOnlyWhenDifferent griff
nie, und jedes einbindende Projekt wurde jedes Mal neu uebersetzt. Jetzt
tagesgenau. Das Commit-Datum waere stabiler, laesst sich aber nicht
verlaesslich holen - die Formatangabe von git log ueberlebt MSBuild und cmd.exe
nicht, wie ein Fehlversuch gezeigt hat.

D4 - LicenseConfig war uneinheitlich und fuer Dienste unbrauchbar.
SetStorageDirectory benutzte den Pfad roh, waehrend der Weg ueber die
Umgebungsvariable <slug>/license anhaengte: zwei Produkte im selben Prozess
schrieben in dieselbe state.dat. Und ohne $HOME - systemd User= ohne
Heimatverzeichnis - landete der Rueckfall im Installationsverzeichnis, unter
/opt nicht beschreibbar. Neu: einheitliches Anhaengen und ein Rueckfall auf
/var/lib/<slug>, der vorher prueft, ob dort ueberhaupt geschrieben werden kann.

D1 - Woher die Anwendung den Lizenzschluessel fuer den Update-Zugang nimmt,
stand nirgends zusammenhaengend. Jetzt ein Beispiel in UPDATESERVICE §5A, das
TryGetCachedKey und CheckForUpdateAsync verbindet.

D3 - Fuer einen laufenden systemd-Dienst gab es keinen Update-Weg. Neu:
SETUP §4A mit einer oneshot-Unit, die stoppt, aktualisiert und wieder startet -
ohne --restart, weil der Agent sonst an systemd vorbei einen zweiten Prozess
startet. Inklusive EnvironmentFile fuer den Schluessel und dem Hinweis auf die
Dateirechte nach einem Lauf als root.

D6 - Die Empfehlung Environment.Exit(1) passt fuer handelnde Systeme nicht. Ein
neuer Abschnitt im Lizenz-Leitfaden beschreibt den Sperrbetrieb: abschalten,
was neue Verpflichtungen eingeht; weiterlaufen lassen, was bestehende abwickelt.

D7 - Die Drosselungsgrenzen aller Endpunkte stehen jetzt in docs/README.md.
/api/errors/v1/report erlaubt 300 pro Minute, nicht 60; die Einstellung
bugtracker.error_rate fehlte in der Beispielkonfiguration. Der zweite Teil des
Befunds war veraltet: docs/README.md fuehrt die Release-Anleitung bereits.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
2026-08-14 21:41:53 +02:00

439 lines
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Markdown

# Deploymentcenter — Erstinstallation von Anwendungen
> **Neu in Version 2.3.** Bis dahin gab es nur den Update-Weg: eine Anwendung
> musste bereits installiert und eingerichtet sein, damit sich etwas
> aktualisieren ließ. Die Erstinstallation auf einem neuen System war
> Handarbeit — Paket kopieren, Konfiguration abtippen, Token besorgen,
> Monitoring nachtragen.
Die Erstinstallation läuft jetzt über denselben `update-agent`, der auch
Updates einspielt. Kein eigener Installer je Anwendung, kein MSI, kein
Setup-Assistent im Anwendungscode.
```bash
update-agent --action install
```
Mehr braucht es nicht. Der Rest ist ein Dialog.
---
## 0. Den Installer besorgen
Im WebUI unter **UpdateService → ⬇️ Installer**, oder direkt vom Server.
**Linux** — lädt das zur Architektur passende Binary, prüft die Prüfsumme und legt es ab:
```bash
wget -qO- https://dc.mhdf.de/installer/install.sh | sh
```
Ohne Skript geht es genauso:
```bash
wget https://dc.mhdf.de/installer/update-agent-linux-x64 -O update-agent
```
**Windows** (PowerShell):
```powershell
irm https://dc.mhdf.de/installer/install.ps1 | iex
```
| Datei | Plattform |
|---|---|
| `/installer/update-agent-win-x64.exe` | Windows x64 |
| `/installer/update-agent-linux-x64` | Linux x64 |
| `/installer/update-agent-linux-arm64` | Linux ARM64 |
| `/installer/installer.json` | Version, Größen und Prüfsummen aller Binaries |
**Der Installer-Download selbst bleibt offen** — die Binaries enthalten keine
Zugangsdaten, und eine Anmeldung an dieser Stelle würde nur den Bootstrap
verkomplizieren (Zugangsdaten in `wget --user=…` landen in der Shell-History).
Beim Ausführen fragt der Installer als Erstes nach Benutzername und Passwort.
**Dieselben Zugangsdaten öffnen auch die Release-Ablage**, die seit Version 2.4
hinter HTTP-Basic-Auth liegt — bei einer Erstinstallation gibt es noch keinen
Lizenzschlüssel, mit dem sich das Paket holen ließe. Siehe
**[UPDATESERVICE_INTEGRATION_GUIDE §5A](./UPDATESERVICE_INTEGRATION_GUIDE.md#5a-zugangsschutz-der-release-verzeichnisse)**.
Zu jedem Binary liegt eine `.sha256` daneben. **Die Prüfsumme vergleichen**
„Programm herunterladen und Zugangsdaten eingeben" ist genau das Muster, das
Phishing nachahmt; die Prüfsumme ist der Grund, warum man es hier trotzdem tun
kann. Die Bootstrap-Skripte tun das automatisch und brechen bei Abweichung ab.
Die Skripte richten **nichts** von selbst ein. Sie laden, prüfen, legen ab und
sagen, wie es weitergeht — ein Skript aus dem Netz, das ungefragt eine
Anwendung aufsetzt und dabei nach Zugangsdaten fragt, wäre genau das, wovor man
Nutzer sonst warnt.
Rund 34 MB je Plattform: Das Binary bringt die .NET-Laufzeit mit, damit auf
einem frisch aufgesetzten System nichts vorinstalliert sein muss. Bewusst ohne
NativeAOT und ohne Trimming — Spectre.Console löst seine Eingabeaufforderungen
über Reflexion auf; getrimmt baut das zwar, bricht aber erst beim Anwender.
### Neu bauen und hochladen
```bash
powershell -File scripts/build_installer.ps1
python scripts/upload_installer.py ./artifacts/installer
```
`deploy.py` klammert `client-dotnet` bewusst aus — der Quelltext des Agenten
gehört nicht auf den Webserver, die übersetzten Binaries schon. Deshalb der
eigene Upload-Weg.
---
## 1. Der Ablauf
```
update-agent --action install
├ Deploymentcenter? https://dc.mhdf.de
├ Benutzer / Passwort → kurzlebiges Token (30 Minuten)
├ Auswahl aus dem Katalog → nur, was auf dieser Plattform läuft
├ Kanal (prod / beta / dev)
├ Zielverzeichnis → vorbelegt mit /opt/<slug> bzw. Programme\<slug>
├ Paket laden, Prüfsumme, Signatur, Entpacken ← der reguläre Update-Weg
├ setup.json auflösen → fragt nur, was übrig bleibt
└ Konfiguration schreiben
```
Die Dateien kommen über **denselben Pfad wie ein Update** ins Zielverzeichnis:
mit SHA256-Prüfung, Signaturprüfung, Staging und Rollback. Ein zweiter
Download-Weg wäre ein zweiter Ort, an dem dieselben Fehler wieder entstehen.
---
## 2. Das Installationskonto
Für Zielsysteme gibt es die Rolle **`installer`**. Im WebUI unter
**System → 👤 Benutzer** anzulegen.
Ein solches Konto kann genau zwei Dinge: sich über `/api/setup/v1/login`
anmelden und Anwendungen einrichten. **Am WebUI kann es sich nicht anmelden**
der Versuch wird abgewiesen und protokolliert.
Das ist der Kern der Sache: Die Zugangsdaten werden auf jedem Zielsystem
eingetippt, auf dem je etwas installiert wird. Mit einem Administratorkonto
verteilte man damit den Zugang zu Tokens, Lizenzen, Monitoren und dem
Bugtracker auf all diese Rechner.
| | admin | installer |
|---|---|---|
| WebUI | ja | **nein** |
| `/api/setup/v1/*` | ja | ja |
| Token ausstellen | alle Rechte | nur `watchdog:ping`, `watchdog:read`, `bugtracker:report`, `updateservice:read` |
> **Noch offen: der zweite Faktor.** `dc_users.totp_secret` existiert als
> Spalte, wird aber von keinem Anmeldeweg ausgewertet — es gibt bislang keine
> TOTP-Prüfung im Deploymentcenter. Ein Konto mit hinterlegtem Geheimnis wird
> von der Setup-Anmeldung deshalb ausdrücklich **abgelehnt** (`501
> totp_not_supported`), statt den zweiten Faktor stillschweigend zu übergehen.
> Bis das nachgezogen ist, tragen ein langes Passwort und die enge
> Rechtevergabe die Sicherheit.
---
## 3. `setup.json`
Die Datei beschreibt, was eine Anwendung zum Laufen braucht. Sie gehört in das
Publish-Verzeichnis und landet damit im Paket, neben der `manifest.json`.
**Bewusst im Paket und nicht zentral im Deploymentcenter.** So ist die
Beschreibung mit der Anwendung versioniert: Braucht Version 2.0 ein Feld mehr
als 1.9, stimmt es automatisch. Eine zweite Pflegestelle liefe früher oder
später auseinander.
Vollständige Vorlage: **[setup.example.json](./setup.example.json)**
```json
{
"schema": 1,
"displayName": "Beispielanwendung",
"targets": [
{ "id": "app", "file": "appsettings.json", "format": "json" }
],
"fields": [
{ "key": "ConnectionStrings:Main", "label": "Datenbank", "type": "secret" },
{ "key": "Deploymentcenter:BaseUrl", "source": "detect:baseurl", "type": "url" },
{ "key": "Deploymentcenter:Token", "source": "provision",
"scopes": ["watchdog:ping"] }
]
}
```
Fehlt die Datei, lässt sich die Anwendung trotzdem installieren — der Installer
entpackt sie dann nur und fragt nichts ab.
### Felder
| Eigenschaft | Bedeutung |
|---|---|
| `key` | Schlüssel im Ziel. Doppelpunkte trennen Ebenen (`ConnectionStrings:Main`) — die Schreibweise von `Microsoft.Extensions.Configuration` |
| `label` | Beschriftung der Frage |
| `help` | Erläuterung, die darüber steht |
| `type` | `string`, `secret`, `url`, `int`, `bool`, `enum` |
| `required` | Vorgabe `true` |
| `default` | Vorbelegung der Eingabe |
| `source` | `ask` (Vorgabe), `detect:…`, `provision` |
| `scopes` | Rechte, wenn `source: "provision"` |
| `options` | Auswahl bei `type: "enum"` |
| `validate` | Regulärer Ausdruck |
| `target` | `id` des Ziels, wenn es mehrere gibt |
### Wohin geschrieben wird
Ein Ziel hat neben `file` eine Ortsangabe:
```json
"targets": [
{ "id": "app", "file": "appsettings.json", "format": "json" },
{ "id": "user", "file": "clawddotnet/Settings.json",
"location": "config", "format": "json" }
]
```
| `location` | Windows | Linux / macOS |
|---|---|---|
| `install` (Vorgabe) | Installationsverzeichnis | Installationsverzeichnis |
| `config` | `%APPDATA%` | `$XDG_CONFIG_HOME`, sonst `~/.config` |
| `data` | `%LOCALAPPDATA%` | `$XDG_DATA_HOME`, sonst `~/.local/share` |
| `home` | Benutzerprofil | `$HOME` |
**Warum das nötig ist:** Eine Anwendung, die sich unter Linux richtig verhält,
legt ihre Konfiguration nicht neben das Programm — `/opt/<app>` ist für den
Dienstbenutzer typischerweise nicht schreibbar. Ohne Ortsangabe schriebe der
Installer die Datei dorthin, wo die Anwendung nie nachsieht.
In `file` sind Umgebungsvariablen in beiden Schreibweisen erlaubt:
`${XDG_CONFIG_HOME}/app/Settings.json` und `%APPDATA%\app\Settings.json`. Ein
absoluter Pfad wird unverändert benutzt. Unbekannte Variablen bleiben stehen,
statt zu einer leeren Zeichenkette zu werden — ein stehengebliebener
Platzhalter fällt auf, ein stillschweigend falscher Pfad nicht.
> **Wer den Installer startet, entscheidet mit.** `config`, `data` und `home`
> beziehen sich auf das Konto, unter dem der Installer läuft. Wird er als
> `root` oder Administrator gestartet, der Dienst aber unter einem eigenen
> Konto betrieben, landet die Datei im falschen Profil. Der Installer gibt
> deshalb den **aufgelösten Pfad** aus — prüfe ihn. Für Dienste ist ein
> absoluter Pfad oft die ehrlichere Angabe.
#### Wenn die Schreibweise plattformabhängig ist
Konfigurationsordner heißen nicht überall gleich: `%APPDATA%\MeineAnwendung`
ist unter Windows üblich, `$XDG_CONFIG_HOME/meineanwendung` unter Linux klein.
Meistens genügt es, die **kleingeschriebene Form** anzugeben. Sie trifft unter
Linux exakt und unter Windows ebenfalls, weil NTFS die Schreibweise ignoriert.
Andersherum funktioniert es nicht — unter Linux entstünde ein zweites, leeres
Verzeichnis neben dem, aus dem die Anwendung liest.
Dieser Kniff trägt aber nur, solange das Dateisystem wirklich unempfindlich
ist. Auf APFS mit Beachtung der Schreibweise, auf einem per `fsutil`
umgestellten NTFS-Ordner oder wenn sich die Namen um **mehr als die
Schreibweise** unterscheiden, braucht es eine eigene Angabe:
```json
{
"id": "user",
"file": "meineanwendung/Settings.json",
"fileWindows": "MeineAnwendung/Settings.json",
"location": "config"
}
```
`fileLinux` und `fileMacOS` gibt es ebenso. Ohne Angabe gilt `file`.
### Dateirechte
Enthält ein Ziel mindestens einen als geheim gekennzeichneten Wert, wird die
geschriebene Datei auf den eigenen Benutzer beschränkt (`600` unter Linux und
macOS). Ohne das schriebe .NET mit der Standardmaske, unter Linux üblicherweise
`644` — und in dieser Datei stehen Lizenzschlüssel und Anwendungstoken.
Als geheim gilt jedes Feld mit `type: "secret"` **und** jedes mit
`source: "provision"` — ein so geholtes Token trägt oft den Typ `string`, ist
aber genauso schutzbedürftig.
Unter Windows geschieht nichts: Dateien in `%APPDATA%` erben die
Zugriffsrechte des Profils.
> **Der Installer verschlüsselt nicht.** Er schreibt Klartext; ob und wie
> Geheimnisse anschließend geschützt werden, entscheidet die Anwendung — etwa
> über DPAPI beim ersten Speichern. Das setzt voraus, dass eure
> Entschlüsselung Klartext unverändert durchreicht, statt an ihm zu scheitern.
> Wer eine solche Weiche hat, sollte sie im Test als **aktiv genutzt**
> beschreiben und nicht als Altlast — sonst wird sie eines Tages als tot
> entfernt und sperrt jede frisch installierte Instanz aus.
`type` bestimmt auch, **wie** geschrieben wird: `int` und `bool` landen als
JSON-Zahl beziehungsweise -Wahrheitswert, nicht als Zeichenkette. Sonst
scheitert die Bindung in der Anwendung.
### Nur die wirklich fehlenden Informationen
Je Feld gilt die erste zutreffende Regel:
| Regel | fragt |
|---|---|
| Wert steht schon in der Zieldatei und ist kein Platzhalter | nein |
| `source: "detect:…"` | nein |
| `source: "provision"` | nein |
| sonst | **ja**, mit `default` vorbelegt |
Erkannte Platzhalter (`changeme`, `TODO`, `your-…`, `<…>`, `example.com` und
ähnliche) gelten **nicht** als eingerichteter Wert — sonst liefe die Anwendung
mit der ausgelieferten Vorlage los.
Ableitbare Werte: `detect:hostname`, `detect:platform`, `detect:installdir`,
`detect:project`, `detect:baseurl`, `detect:username`.
### Das Token der Anwendung
`source: "provision"` lässt den Server ein Dauertoken ausstellen, das an das
Projekt und den Rechnernamen gebunden ist. Der Installer schreibt es in das
angegebene Feld; niemand muss es sehen oder kopieren.
Welche Rechte vergeben werden, entscheidet **der Server**, nicht die Anfrage.
Die `scopes` aus der `setup.json` können nur einschränken. Andernfalls wäre der
Umweg über ein kurzlebiges Setup-Token wirkungslos — wer einmal installieren
darf, stellte sich sonst ein Token mit allen Rechten aus und behielte es.
---
## 4. Konfiguration schreiben
**Vorhandene Inhalte bleiben erhalten.** Eine `appsettings.json` enthält neben
den abgefragten Werten fast immer Logging-Einstellungen, Feature-Schalter und
anderes. Die Datei neu zu erzeugen wäre der bequemere Weg und verlöre all das —
und zwar bei einer Neuinstallation, bei der niemand ein Backup hat.
- **JSON**: Ebenen werden aus dem Schlüssel gebildet, bestehende Zweige bleiben
stehen. Kommentare und nachgestellte Kommata werden beim Lesen toleriert.
- **env**: bestehende Zeilen werden ersetzt, unbekannte Schlüssel angehängt.
Kommentare und Reihenfolge bleiben erhalten. `A:B` wird zu `A__B`.
Ist eine vorhandene Datei kein gültiges JSON, wird sie als
`<name>.unlesbar-<zeitstempel>` zur Seite gelegt statt überschrieben.
Zusammenspiel mit `preservePatterns` des Packagers: Die Vorlage wird
ausgeliefert (Erstinstallation bekommt sie), ein Update ersetzt sie nicht, und
der Installer schreibt die abgefragten Werte hinein. Siehe
**[UPDATESERVICE_INTEGRATION_GUIDE §3A](./UPDATESERVICE_INTEGRATION_GUIDE.md#3a-ausschließen-oder-schützen)**.
---
## 4A. Einen laufenden systemd-Dienst aktualisieren
Der `update-agent` schreibt nach `--target-dir` — unter `/opt/<app>` hat der
Dienstbenutzer dort keinen Schreibzugriff. Als `root` gestartet würde er zwar
schreiben können, dann aber über `--restart` **an systemd vorbei** einen
zweiten Prozess starten.
Die Abfolge lautet deshalb: anhalten, aktualisieren, starten — und der Agent
startet **nichts** selbst.
```ini
# /etc/systemd/system/myapp-update.service
[Unit]
Description=Update für myapp einspielen
After=network-online.target
[Service]
Type=oneshot
# Der Agent braucht Schreibrecht in /opt/myapp.
User=root
# Der Lizenzschlüssel gehört nicht in die Kommandozeile - "ps" zeigt sie
# jedem Benutzer der Maschine. EnvironmentFile mit 0600 und root:root.
EnvironmentFile=/etc/myapp/update.env
ExecStartPre=/usr/bin/systemctl stop myapp.service
ExecStart=/opt/myapp/update-agent \
--action update --project myapp --channel prod \
--target-dir /opt/myapp --version latest
ExecStartPost=/usr/bin/systemctl start myapp.service
```
```bash
# /etc/myapp/update.env chmod 600, chown root:root
DC_LICENSE_KEY=XXXXX-XXXXX-XXXXX-XXXXX-XXXXX
```
Auslösen von Hand oder über einen Timer:
```bash
systemctl start myapp-update.service
```
**Kein `--restart` und kein `--wait-for-pid`.** Den Neustart übernimmt
`ExecStartPost`, das Anhalten `ExecStartPre` — der Dienst ist beim Anwenden
bereits beendet, es gibt keinen Prozess, auf den zu warten wäre.
Wird der Update-Weg dagegen **aus der Anwendung heraus** angestoßen, gilt
`restartPath: ""` und `exitCurrentApp: false`: Die Anwendung fährt sich selbst
geordnet herunter, systemd startet sie über `Restart=on-success` neu.
> **Dateirechte nach dem Update.** Der Agent läuft als `root` und legt die
> Dateien entsprechend an. Gehört der Dienst einem anderen Benutzer, gehört
> ein `ExecStartPost=/usr/bin/chown -R myapp:myapp /opt/myapp` davor — sonst
> startet der Dienst danach nicht mehr.
---
## 5. Nachträglich einrichten
```bash
update-agent --action configure --target-dir /opt/myapp --project myapp
```
Liest die `setup.json` der bestehenden Installation und fragt nur, was noch
fehlt. Nach Zugangsdaten wird dabei nur gefragt, wenn ein Feld mit
`source: "provision"` vorkommt — sonst braucht es den Server gar nicht.
---
## 6. Schnittstelle
| Aufruf | Zweck | Authentifizierung |
|---|---|---|
| `POST /api/setup/v1/login` | Benutzername + Passwort → Setup-Token | keine |
| `GET /api/setup/v1/catalog` | Was ist hier installierbar? | `setup:catalog` |
| `POST /api/setup/v1/token` | Dauertoken der Anwendung | `setup:install` |
```bash
curl -X POST https://dc.mhdf.de/api/setup/v1/login \
-H "Content-Type: application/json" \
-d '{"username":"installer","password":"…","hostname":"srv-07"}'
```
```json
{ "status": "success", "setup_token": "dc_setup_…", "expires_in": 1800,
"scopes": ["setup:install"], "role": "installer" }
```
Das Setup-Token lebt **nur im Speicher** des Installers, wird nirgends abgelegt
und läuft nach 30 Minuten ab. Was auf dem System zurückbleibt, ist das
Dauertoken der Anwendung mit genau den Rechten, die sie braucht.
Der Katalog zeigt ausschließlich, was zur Laufzeitkennung des anfragenden
Systems passt. Ein Projekt, von dem es nur ein Windows-Paket gibt, taucht auf
einem Linux-Rechner gar nicht erst auf — alles andere wäre eine Auswahl, die
beim Anklicken fehlschlägt.
---
## 7. Was noch fehlt
Diese Fassung ist Stufe 1. Bewusst noch nicht enthalten:
| Fehlt | Bedeutet |
|---|---|
| **Zentrale Geheimnisse** | Datenbankzugang und API-Schlüssel werden je Installation eingetippt. Stufe 2 hinterlegt sie verschlüsselt je *(Projekt, Umgebung)* im Deploymentcenter, sodass `source: "bundle:…"` sie automatisch zieht |
| **Übernahme früherer Antworten** | Die zweite Installation derselben Anwendung fragt dasselbe noch einmal |
| **Verbindungstests** | Ob die eingegebene Datenbankverbindung wirklich trägt, zeigt sich erst beim ersten Start |
| **TOTP** | Siehe [§2](#2-das-installationskonto) |
| **Dienstregistrierung** | systemd-Unit beziehungsweise Windows-Dienst legt der Installer nicht an |
| **Watchdog-Eintrag** | Der Monitor entsteht beim ersten Heartbeat, nicht schon bei der Installation |