IBKR: Zeitkontext einer Verbindung nachvollziehbar machen

ResolveExecutionTime liefert neben dem UTC-Zeitpunkt jetzt die Herkunft der
verwendeten Zeitzone (gemeldet / angenommen / unbekannt / unlesbar). Bisher war
im Nachhinein nicht unterscheidbar, ob ein Buchungszeitpunkt von TWS stammte
oder eine Annahme war - genau der Fehler, der beim Umzug zwischen EU- und
US-Host lautlos entsteht.

IbkrConnection schreibt beim Verbinden einmalig Betriebszeitzone, Systemzeitzone
und den Versatz zur TWS-Serverzeit ins Log; ab 5 s Abweichung gilt die Uhr des
Hosts als verstellt.

TWS-Setup-Checkliste um den Linux-Abschnitt ergaenzt (Betrieb und Umgebung
unterscheiden sich, das Protokoll nicht).

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
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Richard
2026-08-22 10:44:41 +02:00
co-authored by Claude Opus 5
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@@ -68,7 +68,9 @@ der Adapter ab und bleibt inaktiv, statt auf dem falschen Konto zu handeln.
## 7. Verifikation
- [ ] Port erreichbar? `Test-NetConnection 127.0.0.1 -Port 4002``TcpTestSucceeded: True`
- [ ] Port erreichbar?
Windows: `Test-NetConnection 127.0.0.1 -Port 4002``TcpTestSucceeded: True`
Linux: `ss -ltn '( sport = :4002 )'` bzw. `nc -zv 127.0.0.1 4002`
- [ ] API-Verbindung: Verbindungstest ausführen (Konto-ID, NetLiquidation, Positionen müssen
kommen). Hängt der Handshake > 10 s → Trusted IP fehlt (Punkt 3) oder Popup offen.
@@ -108,6 +110,103 @@ bei jeder Kursanfrage der Normalfall, die Kurse kommen danach trotzdem.
- Einstellungsänderungen im API-Dialog immer mit **Übernehmen/OK** abschließen; solange der
Dialog offen ist, gelten sie nicht.
## Unterschiede unter Linux
Gilt für TWS bzw. IB Gateway auf einem Linux-Host. **Am Protokoll ändert sich nichts**: dieselbe
Java-Anwendung, dieselben Ports, derselbe Einstellungsdialog, dieselbe API-Version. Der Adapter
(`IBKRTrader.Core/Trading/Ibkr/`) braucht keine Anpassung das TWS-API-Paket referenziert nur
`mscorlib`, `System` und `System.Core`, keine Windows-Assembly, und der Core baut fehlerfrei für
`linux-x64` (geprüft 2026-08-04).
Anders sind Betrieb und Umgebung:
| Thema | Windows | Linux |
|---|---|---|
| Installationsverzeichnis | `C:\Jts` | `~/Jts` |
| Einstellungen (inkl. Trusted IPs) | verschleiertes Unterverzeichnis je Login | genauso, unter `~/Jts` |
| Start | Desktop-Sitzung vorhanden | **X-Server nötig** headless: `Xvfb` |
| Auto-Login/Neustart | IBC als geplanter Task | IBC als **systemd**-Unit (der besser unterstützte Weg) |
| Port prüfen | `Test-NetConnection` | `ss -ltn` / `nc -zv` |
### Worauf konkret zu achten ist
- [x] **Grafische Sitzung.** TWS ist eine GUI-Anwendung und startet ohne Display nicht.
**Unser Aufbau:** Ubuntu-Desktop-VM mit gespiegelter Bildschirmfreigabe per RDP also eine
echte, dauerhaft laufende X-Sitzung. Damit entfällt die Xvfb-Frage, und der Einstellungsdialog
(Punkt 3) ist jederzeit erreichbar. **Wichtig:** gespiegelte Freigabe, **keine**
RDP-Remoteanmeldung eine eigene Anmeldesitzung startet einen zweiten Desktop, in dem das
laufende TWS nicht sichtbar ist und die Sitzung beim Abmelden mitgeht.
(Nur für einen echten headless Server wäre `Xvfb` + `x11vnc` nötig.)
- [ ] **Schriftarten installieren** (`fontconfig` plus z.B. `dejavu`). Fehlen sie, startet die
Java-Oberfläche gar nicht oder rendert leer die häufigste Stolperfalle bei schlanken Images.
- [ ] **Einstellungen neu setzen, nicht kopieren.** Die API-Einstellungen hängen am Login-Profil
unter `~/Jts`. Auf dem neuen Host Punkte 35 dieser Checkliste einmal komplett durchgehen.
- [ ] **Offline-Installer bevorzugen.** Der selbstaktualisierende Installer kann TWS unbemerkt auf
eine neue Version heben, die eine andere API-Serverversion spricht.
- [ ] **Zeitzone je Instanz setzen.** `Trading.ApplicationTimeZoneId` steuert die Betriebszeitzone
und ist **unabhängig** von der des Hosts. EU-Instanzen `Europe/Berlin`, US-Instanzen
`America/New_York`. TWS meldet Ausführungszeiten teils mit, teils ohne Zonenangabe ohne
Angabe greift dieser Wert als Rückfall. Wie sich das im Betrieb beobachten lässt, steht
unten unter „Zeitverhalten beobachten".
- [ ] **ICU im Image sicherstellen** (`libicu` / `icu-data-full`). Die Zonenauflösung nutzt
IANA-IDs (`US/Eastern`); ohne ICU wirft `FindSystemTimeZoneById`. Die Projekte setzen
deshalb bewusst `InvariantGlobalization=false` siehe `IBKRTrader.Daemon.csproj`.
- [ ] **Schreibrechte des Dienstbenutzers** auf `~/Jts` prüfen. Bei systemd mit eigenem `User=`
braucht dieser ein echtes Home-Verzeichnis. Für die App selbst regelt `AppPaths` die
Ablage bereits FHS-konform.
- [ ] **Java-Heap** in `tws.vmoptions` (im Installationsverzeichnis) prüfen, wenn viele
Instrumente abonniert werden gleiche Datei wie unter Windows, anderer Pfad.
- [ ] **Wenn TWS und App auf verschiedenen Rechnern laufen:** „Nur Verbindungen vom lokalen Host“
aus, IP der App-Maschine als Trusted IP eintragen und weil der API-Socket **unverschlüsselt**
ist, nur über VPN oder SSH-Tunnel, nie offen übers Netz.
> Diese Liste beruht auf Erfahrungswerten zum TWS-Betrieb, **nicht** auf einer Messung auf einem
> Linux-Host anders als der Rest dieser Checkliste. Beim ersten Aufsetzen entsprechend prüfen
> und die Punkte hier korrigieren.
## Zeitverhalten beobachten (Paper-Phase)
Zwischen einer EU- und einer US-Instanz ist die Zeitzone die gefährlichste Stelle: Ein falscher
Wert wirft keinen Fehler, er verschiebt nur Buchungszeiten. Damit das während der Paper-Phase
auffällt statt später im Echtbetrieb, schreibt der Adapter drei Dinge mit (Modul `IBKR`).
**1. Zeitkontext bei jedem Verbindungsaufbau** eine Info-Zeile, die den gesamten Rahmen festhält:
```
Zeitkontext: Betriebszeitzone Europe/Berlin, Systemzeitzone Europe/Berlin,
TWS-Serverzeit 2026-08-04 15:39:18Z, Uhrenversatz +0.2 s.
```
Damit lässt sich jeder spätere Zeitfehler an einer Zeile aufklären, statt im Nachhinein zu raten,
wie die Instanz konfiguriert war.
**2. Uhrenversatz gegen den TWS-Server.** Mehr als 5 s Abweichung ergeben eine **Warnung**. In
virtuellen Maschinen ist eine driftende Uhr ein häufiger Fehler besonders nach Snapshots oder
Pausieren der VM.
**3. Herkunft jedes Ausführungs-Zeitstempels.** Nach jedem Abruf steht im Log, wie viele Zeitpunkte
TWS **mit** Zonenangabe gemeldet hat und wie viele über die Betriebszeitzone **angenommen** wurden:
```
Zeitstempel von 2 Ausführung(en): 0 mit gemeldeter Zone, 2 über die Betriebszeitzone Europe/Berlin.
```
Beobachtungsstand 2026-08-04: `execDetails` lieferte die Zeit **ohne** Zonenangabe
(`"20260804 17:39:18"`), `reqCompletedOrders` dagegen **mit** (`"... Europe/Berlin"`). Der
Normalfall beim Ausführungsabruf ist also die Annahme genau deshalb wird sie gezählt.
### Worauf zu achten ist
| Logmeldung | Bedeutung | Reaktion |
|---|---|---|
| `Uhrenversatz` über 5 s | Host-Uhr läuft auseinander | Zeitsynchronisation der VM prüfen |
| `... wurden gegen die Betriebszeitzone X gerechnet, das System läuft aber auf Y` | Betriebs- und Systemzeitzone gehen auseinander | Prüfen, gegen welche Uhr TWS meldet; einmal mit dem TWS-Fenster gegenlesen |
| `Ausführung(en) mit unlesbarem Zeitstempel` | TWS-Format hat sich geändert | Defekt `IbkrMapping.ResolveExecutionTime` anpassen |
**Gegenprobe beim Aufsetzen einer Instanz:** Eine Ausführung im TWS-Fenster ansehen und die dort
angezeigte Uhrzeit mit der gebuchten vergleichen. Stimmen beide, ist die Zeitzone richtig gesetzt.
Das kostet zwei Minuten und ist die einzige verlässliche Probe alles andere ist Papier.
## Unterschiede Live-Betrieb (später)
| Punkt | Paper | Live |