Das OptionsWheel setzt auf Dingen auf, die es im Core nicht gab. Diese Sitzung baut sie. #298 Optionen als Instrument. InstrumentKind/OptionSpec und ein druckbarer Instrumentenschluessel ("AAPL|20260918|C|150"); TradeSignal und OrderRequest tragen ein optionales OptionSpec, ohne das sich der Aktienpfad unveraendert verhaelt. Position.Notional rechnet ab jetzt mit der Kontraktgroesse - vorher war jede Option um Faktor 100 zu klein bewertet und damit jedes Risikolimit wirkungslos, lautlos und in die gefaehrliche Richtung. Daneben neu BoundCapital: ein Short Put bindet Strike x Kontraktgroesse, nicht die vereinnahmte Praemie. #300 sell-to-open. Jeder Auftrag zerfaellt in einen schliessenden und einen eroeffnenden Teil; der schliessende wird von keinem Limit verhindert - auch nicht vom Kaufstopp, denn ein Rueckkauf baut eine Verpflichtung ab. Deckungspruefung im Core, nicht im Modul: Short Call nur mit freien Aktien, Short Put nur mit reservierbarem Bargeld. #302-#305 Kapital- und Buchmodell. Buecher mit reservierten Namen und Eigentumsregeln, Pool mit Caps und Headroom, Margin-Sperre in vier Schichten, core_reservation mit Lebenszyklus, Frist, Idempotenz ueber (SignalId, ContractKey) und Quarantaene beim Start. #309/#310 Modul OptionsWheel: ow_-Schema mit fuenf Tabellen, Zustandsautomat, StrikeSelector, RollDecider, PremiumMath - vollstaendig ohne Broker testbar. Der Handelsbetrieb bleibt gesperrt, solange #299 und #294 fehlen; das Modul sagt das ueber GetActivationBlocker, statt still nichts zu tun. #293 --verify-order am Daemon: eine Order durch die vollstaendige Kette (Buch, Risiko, Bindung, Order, Fill, Buchung, Abschluss). Ohne --confirm ein Trockenlauf; Abbruch ausserhalb von Paper-Modus UND Paper-Port. Drei Widersprueche in den Konzepten sind dabei entschieden worden: Schicht B heisst ab jetzt "kein UNGEDECKTER Short" (der Grund der Regel war der Kredit, nicht der Short), die Hausreserve wird einmal abgezogen statt zweimal, und der Positionsschluessel ist eine Spalte statt eines Sechser-Verbunds (MySQL verlangt NOT NULL fuer Schluesselspalten). Begruendungen stehen in docs/ROADMAP.md. Enthaelt ausserdem die noch nicht committete Arbeit aus der vorigen Sitzung: die Fehlerbehebungen aus Epic X (WorkerBase-Intervall, BackupWorker, --check gegen die Datenbank, CapitolTrades-429, SIGTERM) samt DatabaseEndpoint, MysqlDumpTool und der Roadmap-Umstellung. Sie lag im Arbeitsbaum und liess sich nicht abtrennen, weil beide Staende dieselben Dateien beruehren. 213 -> 369 Tests, Build ohne Warnung. Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
7.6 KiB
Kopfloser Betrieb auf Linux
Der Dienst IBKRTrader.Daemon fährt Trading-Kern, Worker, Accounting, Supervisor, REST-API und
MCP-Light ohne Oberfläche. Er nutzt denselben Host-Aufbau wie die Desktop-Shell
(IBKRTrader.Hosting), damit beide Varianten nicht auseinanderlaufen.
Veröffentlichen
dotnet publish src/IBKRTrader.Daemon -c Release -r linux-x64 --self-contained false -o out/
Ergebnis: ~11 MB, ein ELF-Launcher IBKRTrader.Daemon, keine Windows-Abhängigkeiten.
Mit --self-contained true entfällt die Runtime-Installation auf dem Zielhost (dann ~80 MB).
Voraussetzungen auf dem Host
| Paket | Wofür | Pflicht? |
|---|---|---|
dotnet-runtime-10.0 |
Laufzeit | ja (außer bei --self-contained) |
libicu |
Kulturen und Zeitzonen-ID-Umrechnung | ja – siehe Warnung unten |
fonts-dejavu-core |
PDF-Export des Accounting-Moduls | nur für den PDF-Export |
mariadb-client |
mariadb-dump für den BackupWorker |
nur fürs DB-Backup |
ICU ist nicht optional. Ohne ICU (bzw. mit
InvariantGlobalization=true) passieren zwei Dinge – beide lautlos, ohne Fehlermeldung:
AppTimeZonekann Windows-Zeitzonen-IDs nicht mehr auflösen und fällt auf die Systemzeitzone zurück, im Container also meist UTC. Genau die Verschiebung von Buchungszeitstempeln, die wir beseitigt haben.- Der PDF-Export formatiert Beträge fest gegen
de-DE. Ohne ICU liefertCultureInfo.GetCultureInfo("de-DE")die invariante Kultur – aus1.234,56wird1,234.56, in einem Dokument, das als prüfbare Aufstellung gilt.Der Daemon setzt deshalb ausdrücklich
InvariantGlobalization=false.
Verzeichnisse
Die Anwendung schreibt in drei Verzeichnisse. Aufgelöst wird in dieser Reihenfolge:
- Umgebungsvariable —
IBKRTRADER_CONFIG_DIR,IBKRTRADER_DATA_DIR,IBKRTRADER_LOG_DIR - Neben der Binärdatei, wenn dort geschrieben werden darf (Entwicklung, portable Installation)
- Sonst FHS —
/etc/ibkrtrader,/var/lib/ibkrtrader,/var/log/ibkrtrader
| Verzeichnis | Inhalt |
|---|---|
| Config | settings.json, master.key, openrouter.key |
| Data | Backups/ |
| Logs | Textlog je Modul, JSONL je Tag |
Beim Start steht die tatsächliche Ablage im Log (Ablage: config=…, data=…, logs=…).
Einrichtung
sudo useradd --system --no-create-home --shell /usr/sbin/nologin ibkrtrader
sudo mkdir -p /opt/ibkrtrader /etc/ibkrtrader /var/lib/ibkrtrader /var/log/ibkrtrader
sudo chown -R ibkrtrader:ibkrtrader /var/lib/ibkrtrader /var/log/ibkrtrader /etc/ibkrtrader
sudo chmod 750 /etc/ibkrtrader
Master-Key ablegen (nicht in die Unit-Datei – die ist für alle lesbar):
sudo install -o ibkrtrader -g ibkrtrader -m 600 /dev/null /etc/ibkrtrader/master.key
Der Dienst warnt beim Start, wenn master.key oder openrouter.key für Gruppe oder andere
zugänglich sind — Windows-ACLs übertragen sich beim Kopieren auf einen Linux-Host nicht.
Dienst einrichten
sudo cp deploy/ibkrtrader.service /etc/systemd/system/
sudo systemctl daemon-reload
sudo systemctl enable --now ibkrtrader
journalctl -u ibkrtrader -f
Vor dem ersten Start prüfen
/opt/ibkrtrader/IBKRTrader.Daemon --check
Baut den Host, fährt alle Startprüfungen (Zeitzone, Ablageorte, Master-Key, DB-TLS) und beendet sich — ohne Worker zu starten oder eine Verbindung zur Börse aufzubauen. Geeignet für Deployment-Skripte und CI.
/opt/ibkrtrader/IBKRTrader.Daemon --db-version
Gibt die MariaDB-Serverversion aus (für das EF-ServerVersion-Pinning).
Betriebszeitzone
Trading.ApplicationTimeZoneId in settings.json, IANA-Schreibweise:
| Instanz | Wert |
|---|---|
| EU | Europe/Berlin |
| US | America/New_York |
Vor den ersten Trades festlegen und danach nicht mehr ändern. Ein Wechsel verschiebt rückwirkend die Tagesgrenzen von Logs, Berichten und Buchungsperioden. Gespeichert wird immer UTC — nur so bleiben die Daten beider Instanzen vergleichbar.
Was der Daemon nicht löst
Das IB Gateway ist eine Java-Anwendung mit Oberfläche. Für den Dauerbetrieb ohne Bildschirm braucht es IBC plus Xvfb, dazu die Behandlung des täglichen Neustarts und des 2FA-Handlings — eine eigene Baustelle, unabhängig von diesem Dienst. Alternative: das Gateway bleibt auf dem Windows-Rechner, der Linux-Dienst verbindet sich über Port 4002. Dann muss in der TWS-Konfiguration die erlaubte Client-IP eingetragen sein; der TWS-API-Verkehr ist unverschlüsselt und gehört nicht über ein unvertrautes Netz.
Anwendungssymbol
Beide Betriebsformen tragen dasselbe Symbol. Die Quelle ist icon.ico im Projektstamm, daneben
liegt die verlustfrei daraus entnommene icon.png (256×256, RGBA).
| Wo es auftaucht | Woher es kommt |
|---|---|
| Fenster, Fensterliste, Alt-Tab der Shell | Window.Icon, gesetzt in Shell/AppIcon.cs aus der eingebetteten icon.png |
| Programmdatei unter Windows (Explorer, Task-Manager) | <ApplicationIcon> in beiden .csproj – dort ist .ico Pflicht |
| Anwendungsmenü und Dock unter Linux | deploy/ibkrtrader.desktop samt installiertem Symbol |
| Watchdog-Dashboard des Deploymentcenters | nicht aus der Anwendung – im WebUI je Monitor hochzuladen |
Warum zwei Dateien. Für die Windows-Programmdatei ist
.icoein Pflichtformat – es ist eine PE-Ressource, kein Anzeigeformat. FürWindow.Iconwäre es der falsche Weg: Der X11-Rücken von Avalonia dekodiert über Skia, und Skia kennt ICO nicht. Unter Windows fiele das nie auf, auf dem Linux-Server bliebe das Fenster ohne Symbol – also genau dort, wo es gebraucht wird. Wird das Symbol ausgetauscht, gehören beide Dateien getauscht;icon.pngentsteht aus dem 256×256-Eintrag der.ico.
--smoke-ui prüft das Symbol mit: [OK] Anwendungssymbol (Assets/icon.png). Schlägt es fehl, ist
die AvaloniaResource-Zeile in IBKRTrader.App.csproj verlorengegangen oder die PNG beschädigt.
Zur Laufzeit bleibt ein fehlendes Symbol folgenlos – die Oberfläche startet ohne. Genau deshalb
muss es im Rauchtest auffallen und nicht erst auf dem Server.
Desktop-Eintrag
Nur für die Shell (IBKRTrader.App) auf einem Linux-Rechner mit Arbeitsumgebung. Der Dienst
braucht ihn nicht – er zeigt kein Fenster.
sudo install -m 644 icon.png /usr/share/icons/hicolor/256x256/apps/ibkrtrader.png
sudo install -m 644 deploy/ibkrtrader.desktop /usr/share/applications/
sudo gtk-update-icon-cache -f /usr/share/icons/hicolor
Exec= in der .desktop zeigt auf /opt/ibkrtrader-app/IBKRTrader.App und ist an die
tatsächliche Installation anzupassen. StartupWMClass=IBKRTrader.App verbindet die Fenster der
laufenden Anwendung mit dem Eintrag – der Wert ist die WM_CLASS, die Avalonia unter X11 setzt
(am 2026-09-01 auf der Test-VM mit xprop WM_CLASS nachgemessen, nicht geraten).
Nachgemessen am 2026-09-01. Auf der Test-VM (Xvfb
:96mit metacity) trägt das Fenster der Shell_NET_WM_ICON(CARDINAL) = Icon (128 x 128)— das Symbol kommt also bis nach X11 durch; Avalonia skaliert dabei auf 128×128 herunter.desktop-file-validatebeanstandet die.desktopnicht, und die drei Installationsbefehle oben laufen unverändert durch.Ein Fenstermanager ist für diese Prüfung Voraussetzung: Unter blankem Xvfb fehlt
_NET_SUPPORTEDauf dem Wurzelfenster, und Avalonia setzt dann gar keine EWMH-Eigenschaften — weder_NET_WM_ICONnoch_NET_WM_PIDoder_NET_WM_NAME, während die ICCCM-Eigenschaften (WM_NAME,WM_CLASS,WM_PROTOCOLS) gesetzt sind. Wer ohne Fenstermanager misst, hält das für einen Fehler der Anwendung. Auf der Test-VM liegt dafür seit dem 2026-09-01 metacity bereit.