Phase 0: UTC-Datumsauswertung korrigiert, Portierungsanalyse und -plan

Vorarbeiten fuer die Linux-/NET-10-Portierung (siehe docs/PLAN-Linux-Portierung.md).

DateTime.TryParse ohne DateTimeStyles liefert bei Z-Zeitstempeln Kind=Local und
rechnet in Lokalzeit um. An 13 Stellen in PolymarketProvider und LimitlessProvider
wurden so ISO-Zeitstempel der Plattform-APIs eingelesen, waehrend der Fallback
derselben Zuweisungen (DateTime.UtcNow) korrektes UTC schrieb - die Spalten
enthielten also gemischt verschobene und korrekte Werte. Auf einem Server mit
TZ=UTC haette derselbe Code andere Werte erzeugt als unter Windows.

Neuer Helfer Infrastructure/Helpers/DateParsing.cs kapselt das Parsen mit
InvariantCulture und AdjustToUniversal|AssumeUniversal; alle Fundstellen umgestellt.

Ausserdem:
- LimitlessProvider: Volume-Parsing auf InvariantCulture umgestellt
- EmbeddedWebServer: hartkodierten j:\-Absolutpfad als wwwroot-Fallback entfernt

Ein Backfill der Altdaten erfolgt bewusst nicht.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
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2026-08-06 22:49:11 +02:00
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# Analyse: Linux-Fähigkeit von Predictalytics
**Stand:** 2026-08-06 · Branch `main` @ `aa19a89` · reine Ist-Analyse, keine Codeänderungen
---
## 0. Kernbefund vorab
> **Avalonia UI und LiveCharts2 werden nicht benötigt.**
Die Annahme im Auftrag war, dass eine WinForms-Oberfläche auf Avalonia + LiveCharts2 portiert
werden muss. Das trifft auf dieses Projekt nicht zu:
* Die **eigentliche Analyse-Oberfläche ist bereits eine Browser-Anwendung**
`src/Predictalytics.Api/wwwroot/` (3.745 Zeilen HTML/CSS/JS), Charts über
**Chart.js 4.4.4** (`index.html:9`, CDN). Sie ist damit heute schon plattformunabhängig.
* `Predictalytics.WinFormsHost` ist **kein UI-Projekt im fachlichen Sinne**, sondern eine
Bedien-Hülle für den Betrieb: Start/Stop der Worker, Start/Stop des Kestrel-Webservers,
ein `PropertyGrid` für Einstellungen, eine `RichTextBox` als Log-Terminal und vier
manuelle Wartungsaktionen. **1.698 LOC inkl. Designer-Datei.** Kein einziges Diagramm.
Die Aufgabe lautet damit nicht „UI-Framework migrieren", sondern
**„Bedien-Hülle durch einen headless Host ersetzen"** — eine Größenordnung weniger Aufwand.
---
## 1. Portierungsstatus je Projekt
| Projekt | TFM | Status | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| `Predictalytics.Domain` | `net8.0` | ✅ portabel | 42 Dateien, reine Fachlogik |
| `Predictalytics.Application` | `net8.0` | ✅ portabel | 39 Dateien |
| `Predictalytics.Infrastructure` | `net8.0` | ✅ portabel | 94 Dateien, EF Core + Pomelo MySQL |
| `Predictalytics.Api` | `net8.0` | ✅ portabel | Minimal-APIs + wwwroot |
| `Predictalytics.Worker` | `net8.0` | ✅ portabel | 13 Worker-Services |
| `Predictalytics.Application.Tests` | `net10.0` | ⚠️ Inkonsistenz | s. Punkt 4.8 |
| `Predictalytics.WinFormsHost` | `net8.0-windows` | ❌ **muss ersetzt werden** | einziger Blocker |
| `LicenseLabrador.Client` (Schwester-Repo) | `netstandard2.0` | ⚠️ teilportabel | s. Punkt 3.2 |
**54.056 Zeilen C# gesamt. Davon sind 1.698 (3,1 %) windows-gebunden — und davon ist
etwa die Hälfte (`EmbeddedWebServer.cs`, Serilog-Setup) inhaltlich bereits portabel und
nur im falschen Projekt beheimatet.**
---
## 2. Was bereits sauber ist (und keinen Aufwand erzeugt)
Diese Punkte wurden explizit geprüft, weil sie erfahrungsgemäß die teuren Überraschungen
einer Linux-Portierung sind. Der Code ist hier durchweg in gutem Zustand:
### 2.1 Zeitzonen — überwiegend sauber, mit einer wichtigen Ausnahme ⚠️
> **Korrektur (2026-08-06, nach Phase 0):** Die erste Fassung dieser Analyse stufte den
> Punkt als „vollständig sauber, Aufwand 0" ein. Das war falsch — siehe unten. Die
> explizite Zeitzonen-*API*-Nutzung ist sauber, die *implizite* über `DateTime.TryParse`
> war es nicht.
```
166 × DateTime.UtcNow / DateTimeOffset.UtcNow
0 × DateTime.Now · DateTime.Today · DateTimeOffset.Now
0 × ToLocalTime() · DateTimeKind.Local
0 × TimeZoneInfo / FindSystemTimeZoneById
13 × DateTime.TryParse ohne Culture/Styles ← Problem
```
Der klassische Linux-Killer `TimeZoneInfo.FindSystemTimeZoneById("W. Europe Standard Time")`
(Windows-IDs existieren unter Linux nicht, dort gilt IANA `Europe/Berlin`) **kommt nicht
vor**. Insoweit ist die Codebasis sauber.
**Übersehen hatte ich die implizite Variante:** `DateTime.TryParse("...Z")` ohne
`DateTimeStyles` liefert `Kind=Local` und **rechnet den Wert in Lokalzeit um**. In beiden
Providern wurden so ISO-Zeitstempel der Plattform-APIs eingelesen:
* `PolymarketProvider.cs``StartDate`, `EndDate`, `CreatedAt`, `ClosedAt` (10 Stellen)
* `LimitlessProvider.cs``ExecutedAt`, `ExpirationDate` (2 Stellen)
Dass UTC gemeint war, belegen die Fallbacks: jede dieser Zuweisungen fällt bei
Parse-Fehler auf `DateTime.UtcNow` zurück, und direkt daneben steht `DbCreatedAt =
DateTime.UtcNow`. Auf der Berliner Entwicklungsmaschine landeten die geparsten Werte
dadurch um 12 Stunden verschoben in der Datenbank, die Fallback-Werte dagegen korrekt.
Für die Portierung ist das doppelt relevant: derselbe Code hätte auf einem Linux-Server
mit `TZ=UTC` **andere Werte** produziert als auf dem Windows-Rechner.
**Behoben in Phase 0** über `Infrastructure/Helpers/DateParsing.cs`
(`InvariantCulture` + `AdjustToUniversal | AssumeUniversal`).
⚠️ **Offen: Altdaten.** Bereits gespeicherte Zeilen tragen die Verschiebung weiter. Ob ein
Backfill nötig ist, hängt daran, wie stark `StartDate`/`EndDate`/`ClosedAt` in die
Auswertung eingehen — siehe „Nächste Schritte" im Portierungsplan.
### 2.2 Kulturabhängige Zahlenformatierung — bis auf eine Stelle sauber ✅
Alle Parser für Fremd-APIs (Polymarket, Limitless) verwenden explizit `InvariantCulture`:
* `LimitlessProvider.cs:59,60,110,113,114,115`
* `PolymarketModels.cs:17` · `PolymarketProvider.cs:386`
* `TradeHistoryWorker.cs:466,467`
**Eine Ausnahme (echter Latent-Bug, plattformunabhängig):**
```csharp
// Predictalytics.Infrastructure/Providers/Limitless/LimitlessProvider.cs:268
Volume = decimal.TryParse(raw.VolumeFormatted?.Replace(" USDC", ""), out var vol) ? vol : 0,
```
Ohne `InvariantCulture`. Auf einem System mit deutscher Locale (`de_DE.UTF-8`, unter Linux
sehr üblich) wird `"1234.56"` als **123456** interpretiert — Faktor 100.000 zu hoch.
Der Fehler existiert schon heute auf einem deutschsprachigen Windows; Linux macht ihn nur
wahrscheinlicher, weil die Locale dort oft explizit gesetzt wird.
**Aufwand: 5 Minuten. Sollte unabhängig von der Portierung gefixt werden.**
Zusätzliche Absicherung empfohlen: `InvariantGlobalization` bzw. ein explizites
`CultureInfo.DefaultThreadCurrentCulture = CultureInfo.InvariantCulture` im neuen Host.
### 2.3 Pfade und Dateisystem ✅
* Keine hartkodierten Laufwerksbuchstaben im Code — **eine** Ausnahme, siehe 4.5.
* `Path.Combine()` wird konsequent verwendet, keine manuell zusammengesetzten `\`-Pfade.
* **Kein einziger Datei-/Verzeichniszugriff** in `Infrastructure`, `Worker`, `Api`,
`Application`, `Domain`. Sämtliches File-IO liegt in `WinFormsHost` (Settings, Logs)
und im Lizenz-Client.
### 2.4 Groß-/Kleinschreibung (case-sensitive Dateisystem) ✅
Linux-Dateisysteme sind case-sensitiv, Windows nicht — ein häufiger Stolperstein bei
statischen Web-Assets. Geprüft:
| Referenz | Datei | Passt |
|---|---|---|
| `href="css/style.css?v=20260715"` | `wwwroot/css/style.css` | ✅ |
| `src="js/app.js?v=20260715"` | `wwwroot/js/app.js` | ✅ |
| `href="./docs.html"` | `wwwroot/docs.html` | ✅ |
| `href="./index.html"` | `wwwroot/index.html` | ✅ |
Alles durchgängig kleingeschrieben und deckungsgleich. **Aufwand: 0.**
Hinweis: MySQL-Tabellennamen sind unter Linux abhängig von `lower_case_table_names`
ebenfalls case-sensitiv. Da Prod-DB und Dev-DB bereits auf Linux-Servern laufen
(`lqf7.your-database.de`) und der Code über EF Core mit konsistenter Schreibweise
zugreift, besteht hier kein zusätzliches Risiko durch die Client-Portierung.
### 2.5 Keine Windows-spezifischen APIs außerhalb des Hosts ✅
Geprüft auf `Registry`, `Microsoft.Win32`, `ManagementObject`/WMI, `ProtectedData`,
`DllImport`, `System.Drawing`, `Environment.OSVersion`: **keine Treffer** außerhalb von
`Predictalytics.WinFormsHost`. Auch `Encoding.Default` (unter Linux immer UTF-8, unter
Windows Codepage) kommt nirgends vor.
### 2.6 NuGet-Abhängigkeiten ✅
Alle verwendeten Pakete sind plattformneutral: EF Core 8 + Pomelo MySQL, Serilog (+ File/
Console/Compact), Swashbuckle, `Microsoft.Extensions.*`, xunit, Moq. Keine
windows-exklusiven Pakete außerhalb des WinForms-Hosts.
### 2.7 Ein bereits vorhandener Vorteil: der Composition Root existiert schon ✅
`Predictalytics.Api/ApiConfiguration.cs` (`ConfigureApi`) ist eine **vollständige,
eigenständige Host-Konfiguration** — DI, CORS, Swagger, Static Files, Endpoint-Mapping.
Ihr fehlt nur eine `Main`-Methode. Der neue headless Host kann darauf direkt aufsetzen,
statt die Verdrahtung neu zu schreiben.
Ebenso ist `Infrastructure/Logging/RichTextBoxSink.cs` trotz des Namens **vollständig
portabel** — es ist ein reiner Delegate-Sink (`Action<string, LogEventLevel>`) ohne
WinForms-Referenz. Lediglich umbenennen (z. B. `DelegateSink`) wäre sinnvoll.
---
## 3. Die tatsächlichen Blocker
### 3.1 `Predictalytics.WinFormsHost` — Ersatz durch headless Host ⛔ **Hauptaufwand**
Das Projekt ist der einzige Einstiegspunkt der Anwendung (`static void Main` existiert nur
hier). Es leistet fünf Dinge, die im neuen Host anders gelöst werden müssen:
| Funktion heute | Ersatz unter Linux | Aufwand |
|---|---|---|
| **Serilog-Setup** (`Program.cs:35-148`) — Datei-Sinks nach Level und Plattform | 1:1 übernehmbar, ist bereits portabel. Nur `RichTextBoxSink` entfällt bzw. wird Console-Sink. | trivial |
| **`EmbeddedWebServer.cs`** (365 Z.) — Kestrel- und Worker-Lifecycle | Inhaltlich portabel. Wird zum normalen `IHost` mit `WebApplication` + `AddWorkerServices()`. Vereinfacht sich sogar deutlich, weil Start/Stop-Buttons entfallen. | klein |
| **`AppSettings.cs` + `PropertyGrid`** — Laufzeit-Konfiguration in `settings.json` | `appsettings.json` + Umgebungsvariablen + `IOptions<T>`. Die `[Category]`/`[DisplayName]`-Attribute entfallen ersatzlos. | kleinmittel |
| **Manuelle Aktionen** — „Sync Markets", „DB Update", „Recalculate All Traders" (Bestätigungsdialoge + `MessageBox`) | Entweder CLI-Verben (`--sync-markets`, `--recalc-all`) oder geschützte Admin-Endpunkte in der bestehenden Web-UI. Die Rückfrage-Logik („nicht während laufender Worker") muss erhalten bleiben. | mittel |
| **Log-Terminal** (`RichTextBox`) + DB-Größen-Anzeige + Build-Version | Entfällt / Console + `journalctl`. Die DB-Größenabfrage (`MainForm.cs:317-343`) kann als Health-Endpunkt weiterleben. | klein |
`WatchdogHeartbeatService.cs` (141 Z.) ist reines `HttpClient`-Verhalten und **vollständig
portabel** — sollte nach `Infrastructure` oder in den neuen Host wandern.
**Empfehlung:** WinFormsHost **nicht löschen**, sondern beide Hosts parallel führen.
Er ist die etablierte Betriebsoberfläche unter Windows; beide teilen sich denselben
Composition Root. Der Wartungsaufwand für die dünne Hülle ist gering.
### 3.2 Lizenzierung — der unterschätzte Blocker ⛔
Der `LicenseLabrador.Client` ist erfreulich gut vorbereitet, aber die **Aktivierung** ist es nicht.
**Was bereits funktioniert:**
* `HardwareId.cs:52-84` behandelt Linux explizit: liest `/etc/machine-id` bzw.
`/var/lib/dbus/machine-id`, mit MAC-Adressen-Fallback. Sauber gelöst.
* Zielframework `netstandard2.0`, `Microsoft.Win32.Registry` wird per `IsWindows()`-Guard
nur unter Windows angefasst.
**Was nicht funktioniert:**
1. **`LicenseDialog` ist ein blockierender WinForms-Modaldialog.**
`Program.cs:16``LicenseGuard.EnsureLicensed()``dialog.ShowDialog()`.
Auf einem headless Server gibt es niemanden, der einen Key eintippt. Es braucht einen
**nicht-interaktiven Aktivierungspfad**: Lizenzschlüssel aus Umgebungsvariable oder
Konfigurationsdatei, Aktivierung beim ersten Start, sauberer Abbruch mit Exit-Code und
klarer Logmeldung, wenn keine gültige Lizenz vorliegt.
2. **`StateStore.cs:43,92` — DPAPI-Verschlüsselung fällt unter Linux still auf Klartext zurück.**
```csharp
try { dataToSave = ProtectedData.Protect(plainBytes, null, DataProtectionScope.CurrentUser); }
catch { dataToSave = plainBytes; } // ← Linux landet immer hier
```
Der Lizenz-Cache (inkl. Lizenzschlüssel) liegt dann unverschlüsselt auf der Platte.
Funktional unkritisch, aber eine bewusste Entscheidung — mindestens sollten die
Dateirechte (`0600`) und das Verzeichnis abgesichert werden.
3. **`LicenseConfig.StorageDirectory`** nutzt `Environment.SpecialFolder.ApplicationData`
→ unter Linux `~/.config`. Unter systemd mit `DynamicUser=yes` oder ohne `$HOME`
existiert das nicht. Muss explizit gesetzt werden (z. B. `/var/lib/predictalytics`).
4. **`LicenseGuard.StartPeriodicRevalidation`** verwendet `System.Windows.Forms.Timer`
→ `PeriodicTimer` oder `IHostedService`. `Application.Exit()` → `IHostApplicationLifetime.StopApplication()`.
**Das ist der Punkt mit der größten Restunsicherheit**, weil er das Schwester-Repo
LicenseLabrador berührt und serverseitig geprüft werden muss (Aktivierung ohne UI).
### 3.3 Kestrel bindet nur auf `localhost` ⚠️
```csharp
// EmbeddedWebServer.cs:122
builder.WebHost.UseUrls($"http://localhost:{port}");
```
Das ist für einen Desktop-Host korrekt, für einen Linux-Server aber falsch: von außen
nicht erreichbar. Muss konfigurierbar werden (`0.0.0.0` bzw. `ASPNETCORE_URLS`), inkl.
Anpassung der CORS-`AllowedOrigins` (heute fest `http://localhost:5000`).
**Sicherheitshinweis:** Sobald der Dienst nicht mehr nur auf `localhost` lauscht, ist die
bisher implizite Absicherung weg. `MapPredictalyticsControlEndpoints()` (schreibende
Operationen) und Swagger sind dann exponiert. Es gibt bereits ein `CanControl`/`AuthRequired`-
Konzept (`ApiConfiguration.cs:66`) — das muss vor dem Linux-Deployment scharf geschaltet
werden, plus Reverse Proxy (nginx/Caddy) mit TLS davor.
---
## 4. Weitere Fundstellen (klein, aber notwendig)
### 4.1 `Process.Start("explorer.exe", …)` — 3 Stellen
`MainForm.cs:192,207,209` (Browser öffnen, Log-Ordner öffnen). Betrifft nur den
WinForms-Host; im headless Host entfallen die Aktionen ersatzlos.
### 4.2 `System.Windows.Forms.Timer` — 2 Stellen
`MainForm.cs:71` (DB-Größe), `LicenseGuard.cs:70` (Revalidierung).
→ `PeriodicTimer` / `IHostedService`.
### 4.3 Schriftart `Cascadia Code`
`MainForm.cs:25`. Nur WinForms-relevant, entfällt.
### 4.4 Log-Verzeichnis
`Program.cs:33`: `Path.Combine(AppContext.BaseDirectory, "logs")`.
Technisch portabel, aber unter Linux ist das Installationsverzeichnis üblicherweise nicht
beschreibbar. → konfigurierbar machen, Default `/var/log/predictalytics` bzw.
`journalctl` über den Console-Sink.
Nebenbefund: `src/Predictalytics.WinFormsHost/logs/Predictalytics-20260428.json` ist
offenbar **versehentlich eingecheckt** und enthält Stacktraces mit lokalen Pfaden. Sollte
aus der Versionierung entfernt und `.gitignore` ergänzt werden.
### 4.5 `FindWwwrootPath()` — hartkodierter Absolutpfad ⚠️
```csharp
// EmbeddedWebServer.cs:314-321
var candidates = new[] {
Path.Combine(baseDir, "wwwroot"),
Path.GetFullPath(Path.Combine(baseDir, "..","..","..","..","Predictalytics.Api","wwwroot")),
Path.GetFullPath(Path.Combine(baseDir, "..","..","..","..","..","src","Predictalytics.Api","wwwroot")),
@"j:\Softwareprojekte\Predictalytics\Predictalytics\src\Predictalytics.Api\wwwroot" // ←
};
```
Die Suchheuristik über Build-Output-Verzeichnisse funktioniert im Deployment nicht
zuverlässig, der `j:\`-Fallback gar nicht. Sauber: `wwwroot` als `Content` mit
`CopyToOutputDirectory` in die Host-`.csproj` aufnehmen (in der Api-`.csproj` bereits
vorhanden) und nur noch `Path.Combine(AppContext.BaseDirectory, "wwwroot")` verwenden.
### 4.6 MySQL-Verbindung: `SslMode = None` fest verdrahtet ⚠️
`AppSettings.cs:100`. Bei einem lokal laufenden Windows-Client zu einer entfernten DB war
das schon fragwürdig; bei einem Serverbetrieb sollte SSL konfigurierbar (und
standardmäßig aktiv) sein. Kein Linux-spezifisches Problem, fällt aber bei der
Konfigurationsmigration ohnehin an.
### 4.7 Egress-Kanäle (`SourceIp`) — verhält sich unter Linux anders ⚠️
`EgressPoolService.cs:70-88` bindet einen Socket per `socket.Bind(new IPEndPoint(ip, 0))`
an eine Quell-IP. Das funktioniert unter Linux grundsätzlich, aber:
* Die IP muss auf einem Interface tatsächlich konfiguriert sein (sonst `EADDRNOTAVAIL`);
Windows ist hier toleranter.
* Für nicht-lokale IPs bräuchte es `IP_FREEBIND`/`CAP_NET_ADMIN`.
Falls Egress-Kanäle produktiv genutzt werden, ist das ein expliziter Testpunkt.
Proxy-Kanäle (`WebProxy`) sind unproblematisch.
### 4.8 Zielframework-Inkonsistenz ⚠️
`Predictalytics.Application.Tests` steht auf **`net10.0`**, alle anderen auf `net8.0`.
Das funktioniert (Test-Assembly darf höher liegen), erzwingt aber ein .NET-10-SDK auf dem
Build-Server. Bei einer CI-Einrichtung für Linux vereinheitlichen — entweder alles auf
`net8.0` oder ein bewusster Sprung der gesamten Solution auf `net10.0`.
### 4.9 `Predictalytics.slnx` und Build
Die Solution referenziert den WinFormsHost. Auf Linux schlägt ein `dotnet build` der
Gesamtsolution fehl (`net8.0-windows` + `UseWindowsForms`). Optionen:
* Den WinFormsHost mit `<TargetFrameworks>` bzw. einer Condition auf
`$([MSBuild]::IsOSPlatform('Windows'))` versehen, oder
* eine zweite Solution-Datei für Linux-Builds pflegen.
Zusätzlich: Die `.csproj` des Hosts referenziert das Schwester-Repo über einen
**relativen Pfad mit vier Ebenen nach oben** (`..\..\..\..\LicenseLabrador\…`). Das setzt
eine feste Verzeichnisstruktur voraus und ist für CI/Container fragil — besser über ein
NuGet-Paket oder ein Git-Submodul lösen.
---
## 5. Was zusätzlich neu entsteht (Deployment)
Kein Portierungsproblem im engeren Sinn, aber Teil der Aufgabe „Linux-fähig":
* **systemd-Unit** (`Restart=always`, `User=`, `WorkingDirectory=`, `EnvironmentFile=`)
oder alternativ **Dockerfile** + `docker-compose` (es existiert bereits ein
`J:\Softwareprojekte\dockerCompose`-Verzeichnis — vermutlich anknüpfbar).
* **Reverse Proxy** (nginx/Caddy) mit TLS vor Kestrel.
* **Secrets-Handling**: DB-Passwort und Watchdog-API-Key liegen heute im Klartext in
`settings.json` neben der Exe. Unter Linux → Environment-File mit `0600` oder
Secret-Store.
*Randnotiz:* In `LicenseGuard.cs:16-17` stehen Basic-Auth-Zugangsdaten im Quelltext.
Bei einem Server-Deployment (und erst recht bei der angedachten Monetarisierung) sollte
das überdacht werden — unabhängig von dieser Portierung.
* **EF-Migrationen**: `EnsureDatabaseAsync()` existiert bereits und wird beim Start
aufgerufen — für den Serverbetrieb ist zu entscheiden, ob Migrationen automatisch
laufen sollen oder als separater Schritt.
* **CI**: Build/Test auf Linux, Publish als `linux-x64` (ggf. self-contained).
* `docs/BETRIEB-Watchdog-Lizenz.md` muss um den Linux-Betrieb ergänzt werden.
---
## 6. Aufwandsschätzung
| Arbeitspaket | Aufwand (PT) | Risiko |
|---|---|---|
| **A** Neues Host-Projekt `Predictalytics.Host` (net8.0): Serilog, Kestrel, Worker, Lifecycle | 23 | niedrig — Composition Root existiert bereits |
| **B** Konfigurationsmigration `AppSettings`/`PropertyGrid``appsettings.json` + Env + `IOptions` | 1 | niedrig |
| **C** Manuelle Wartungsaktionen → CLI-Verben bzw. Admin-Endpunkte | 11,5 | niedrig |
| **D** Lizenzierung headless: nicht-interaktive Aktivierung, StorageDirectory, Timer, Cache-Absicherung | 1,53 | **mittelhoch** — berührt LicenseLabrador, serverseitig zu verifizieren |
| **E** Kestrel-Binding + CORS + Absicherung der Control-Endpunkte | 0,51 | mittel (Sicherheitsentscheidung nötig) |
| **F** Kleinkram: `wwwroot`-Deployment, Log-Pfad, Culture-Bug, TFM-Vereinheitlichung, Solution-Split, eingecheckte Logs | 0,51 | niedrig |
| **G** Deployment: systemd/Docker, Reverse Proxy, Secrets, CI | 12 | niedrigmittel |
| **H** Verifikation auf einer echten Linux-Instanz (Worker-Dauerlauf, DB, Egress, Watchdog, Lizenz) | 2 | mittel |
| **Summe** | **~9,514,5 PT** | |
**Realistisch: 23 Wochen bei Teilzeit, ca. 2 Wochen fokussiert.**
Zum Vergleich: Der ursprünglich angenommene Weg über **Avalonia + LiveCharts2** hätte
grob **48 Wochen** gekostet — für eine Oberfläche, die es fachlich bereits als Web-UI
gibt. Diese Arbeit wäre vollständig verloren gewesen.
---
## 7. Empfohlenes Vorgehen
1. **F zuerst** (halber Tag): Culture-Bug, TFM, eingecheckte Logs, `wwwroot`-Deployment.
Wirkt sofort, unabhängig von der Portierung, reduziert Rauschen.
2. **A + B parallel** — das neue Host-Projekt entsteht neben dem WinFormsHost, nicht
an seiner Stelle. Beide teilen sich `ApiConfiguration` und `AddWorkerServices()`.
Ab hier läuft der Stack unter Linux (noch ohne Lizenz-Gate).
3. **E** — Binding und Absicherung, bevor irgendetwas exponiert wird.
4. **D** — Lizenzierung. Am besten früh anfangen zu klären, weil es das Schwester-Repo
und ggf. Serveränderungen betrifft; die Umsetzung kann dann parallel laufen.
5. **C**, **G**, **H** zum Abschluss.
**Zwei Entscheidungen sind vorab zu treffen:**
* **Bleibt der WinFormsHost erhalten?** Empfehlung: **ja**, als Windows-Betriebsoberfläche.
Er ist dünn, funktioniert und beide Hosts teilen sich denselben Kern. Der Web-UI-Zugang
ist ohnehin identisch.
* **Wie wird headless lizenziert?** Lizenzschlüssel per Umgebungsvariable/Config und
Aktivierung beim ersten Start ist der pragmatische Weg — muss aber mit LicenseLabrador
abgestimmt werden.
---
## 8. Zusammenfassung in drei Sätzen
Predictalytics ist in deutlich besserem Zustand für eine Linux-Portierung als erwartet:
96,9 % des Codes sind bereits plattformneutral, es gibt keine Windows-Zeitzonen-IDs und
keine Windows-APIs außerhalb des Hosts, und die Analyse-Oberfläche ist längst eine
Browser-Anwendung mit Chart.js — LiveCharts2 wird nicht gebraucht.
Zwei Defekte an der Grenze zu den Plattform-APIs (13 × lokalzeit-verzerrendes
Datums-Parsing, 1 × kulturabhängiges Zahlen-Parsing) waren allerdings vorhanden und sind
in Phase 0 behoben.
Der eigentliche Aufwand liegt im Ersetzen der 1.698 Zeilen umfassenden WinForms-
Bedienhülle durch einen headless Host und im Umbau der Lizenzaktivierung, die heute
zwingend einen Modaldialog erfordert.
Geschätzt **9,514,5 Personentage**, mit dem einzigen nennenswerten Risiko im
Lizenzierungspfad.
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@@ -0,0 +1,436 @@
# Implementierungsplan: Predictalytics auf Windows + Linux
**Stand:** 2026-08-06 · Basis: [ANALYSE-Linux-Portierung.md](ANALYSE-Linux-Portierung.md)
**Ziel:** Ein Code-Stand, der unter Windows und Linux identisch läuft — Bedienhülle in
Avalonia, gesamte Solution auf .NET 10.
---
## 0. Drei Entscheidungen vorab — **alle getroffen (2026-08-06)**
| # | Entscheidung | Ergebnis |
|---|---|---|
| 0.1 | EF Core | **Weg A** — TFM `net10.0`, EF Core `9.0.18` + Pomelo `9.0.0` |
| 0.2 | UI-Framework | **Avalonia 12.1.1**, kein LiveCharts2 |
| 0.3 | Linux-Ziel | **Beides** — Avalonia-GUI *und* Headless-Modus (AP 3.4 verbindlich) |
### 0.1 ✅ EF Core: Version 9 behalten, nicht auf 10 gehen — **entschieden: Weg A**
Das ist der einzige Punkt, an dem „alles auf .NET 10" nicht sauber aufgeht.
**Befund (verifiziert über nuget.org am 2026-08-06):**
```
Pomelo.EntityFrameworkCore.MySql → neueste stabile Version: 9.0.0 (2025-08-17)
nuspec: targetFramework net8.0
Microsoft.EntityFrameworkCore.Relational [9.0.0, 9.0.999] ← harte Obergrenze
```
**Es gibt keinen Pomelo-Provider für EF Core 10.** Die Versionsspanne ist nach oben
geschlossen; ein Upgrade auf EF Core 10 ist mit Pomelo technisch unmöglich.
| Weg | Konsequenz |
|---|---|
| **A — empfohlen: TFM `net10.0`, EF Core `9.0.18`, Pomelo `9.0.0`** | Alle Projekte laufen auf .NET 10. EF-Core-9-Pakete (net8.0) laufen problemlos auf der .NET-10-Runtime. **Kein Provider-Wechsel, kein DB-Risiko.** Nur +1 EF-Major statt +2. |
| **B — EF Core `10.0.10` + `MySql.EntityFrameworkCore 10.0.9` (Oracle)** | Erzwingt den Wechsel des Datenbankproviders. Andere SQL-Generierung, andere Migrations-Historie, abweichendes Verhalten bei Typ-Mapping und Bulk-Operationen — **gegen die Produktiv-DB.** Realistisch +35 PT plus Regressionsrisiko in 94 Infrastructure-Dateien und 30+ Migrationen. |
**→ Gewählt: Weg A.** „Auf .NET 10 gleichbleiben" ist das eigentliche Ziel und wird
vollständig erreicht — das Zielframework aller Projekte ist `net10.0`. Dass die
EF-Core-*Bibliothek* bei 9.0.18 bleibt, ist ein Implementierungsdetail ohne Auswirkung auf
Runtime, Sprachfeatures oder Toolchain. Sobald Pomelo einen EF-Core-10-Provider
veröffentlicht, ist der Nachzug ein Einzeiler.
Weg B entfällt; ein Providerwechsel gegen die Produktiv-DB findet nicht statt.
### 0.2 Avalonia 12.1.1 — entschieden ✅
```
Avalonia 12.1.1 (2026-07-29), lib-TFMs: net8.0, net10.0 ← natives .NET 10
Avalonia.Desktop 12.1.1 · Avalonia.Themes.Fluent 12.1.1 · Avalonia.Controls.DataGrid 12.1.2
```
Eine Einschränkung: **`Avalonia.Diagnostics` liegt noch bei 11.3.18**, es gibt keine
12.x-Version. Das ist das DevTools-Inspektorfenster (F12) — reines Entwicklerwerkzeug, für
die Laufzeit irrelevant. Falls beim Layouten vermisst: temporär eine 11.3.18-Referenz nur
in der Debug-Konfiguration, oder ohne auskommen.
**LiveCharts2 wird nicht benötigt.** Die Bedienhülle enthält kein einziges Diagramm; alle
Charts liegen in der Web-UI (Chart.js). Keine Chart-Bibliothek im Shell-Projekt.
### 0.3 ✅ Wo läuft die Linux-Instanz? — **entschieden: beides**
Eine Avalonia-GUI braucht unter Linux eine Desktop-Umgebung: X11 (bzw. Wayland über XWayland),
dazu `libx11`, `libice`, `libsm`, `libfontconfig1` und installierte Fonts. Auf einem
**headless Server ohne Desktop startet sie nicht.**
**→ Gewählt: beides in einem Binary.** Die Avalonia-Shell für Desktop-Betrieb (Windows und
Linux), zusätzlich ein Schalter `--headless` für Server ohne Desktop-Session.
Damit ist **AP 3.4 verbindlicher Bestandteil**, nicht optional. Nach der
Hosting-Extraktion (Phase 2) kostet er ca. 0,5 PT, weil der gesamte Kern dann bereits
GUI-frei ist. Konsequenzen, die dadurch fix werden:
* Der Lizenzschlüssel muss **auch ohne Dialog** beziehbar sein (Konfiguration /
Umgebungsvariable) — koppelt an die laufende HardwareID-Arbeit.
* Das Deployment liefert zwei Betriebsarten: Desktop-Start und systemd/Container.
* Phase 6 verifiziert beide Modi.
---
## 1. Zielarchitektur
Der entscheidende Umbau ist nicht die GUI, sondern das **Herausziehen eines
plattformneutralen Hosting-Kerns**. Heute liegen ~870 portable Zeilen (EmbeddedWebServer,
Watchdog, Serilog-Setup, Settings) im windows-gebundenen Projekt fest. Danach ist die
GUI nur noch eine dünne Schale darüber — und der Headless-Modus fällt fast von selbst ab.
```
src/
Predictalytics.Domain net10.0 unverändert
Predictalytics.Application net10.0 unverändert
Predictalytics.Infrastructure net10.0 unverändert
Predictalytics.Api net10.0 unverändert
Predictalytics.Worker net10.0 unverändert
Predictalytics.Hosting NEU net10.0 ← plattformneutraler Kern
Predictalytics.Shell NEU net10.0 ← Avalonia-Bedienhülle (Win + Linux)
Predictalytics.Application.Tests net10.0 net10.0 statt bisher net10.0 (bleibt)
Predictalytics.WinFormsHost net10.0-windows ← Übergang, s. 6.2
```
**`Predictalytics.Hosting`** (neu, GUI-frei) nimmt auf:
| Herkunft | Ziel |
|---|---|
| `WinFormsHost/Services/EmbeddedWebServer.cs` (365 Z.) | `Hosting/PredictalyticsHost.cs` — unverändert bis auf Binding + wwwroot |
| `WinFormsHost/AppSettings.cs` (137 Z.) | `Hosting/PredictalyticsOptions.cs` — ohne `[Category]`/`[Editor]`-Attribute |
| `WinFormsHost/Services/WatchdogHeartbeatService.cs` (141 Z.) | 1:1, ist bereits portabel |
| `WinFormsHost/Program.cs:33-148` (Serilog-Setup) | `Hosting/LoggingSetup.cs` — 1:1, ist bereits portabel |
| `WinFormsHost/Services/LicenseGuard.cs` (102 Z.) | `Hosting/LicenseGuard.cs` — ohne WinForms-Timer/Dialog |
| `Infrastructure/Logging/RichTextBoxSink.cs` | umbenennen → `DelegateSink.cs` (ist schon portabel) |
**`Predictalytics.Shell`** (neu, Avalonia) enthält nur noch View + ViewModel.
---
## 2. Phase 0 — Vorarbeiten ✅ **erledigt (2026-08-06)**
| # | Aufgabe | Ergebnis |
|---|---|---|
| 0.1 | `InvariantCulture` ergänzen | ✅ `LimitlessProvider.cs:270` (Volume) |
| 0.1b | **Nachtrag:** 13 × lokalzeit-verzerrendes `DateTime.TryParse` | ✅ neuer Helfer `Infrastructure/Helpers/DateParsing.cs`, alle Fundstellen umgestellt |
| 0.2 | Eingecheckte Logdatei entfernen | ✅ nicht nötig — Datei ist **nicht** getrackt, `.gitignore:14 logs/` greift bereits |
| 0.3 | `j:\`-Absolutpfad-Fallback entfernen | ✅ `EmbeddedWebServer.cs` |
| 0.4 | Branch anlegen | ✅ `feature/linux-net10` |
**Abnahme erreicht:** `dotnet build` → 0 Fehler, 10 Warnungen (alle vorbestehend).
`dotnet test`**100 bestanden, 0 Fehler, 1 übersprungen**.
### Nachtrag 0.1b — Umfang und offener Punkt
`DateTime.TryParse("2026-08-06T12:00:00Z")` ohne `DateTimeStyles` liefert `Kind=Local` und
rechnet in Lokalzeit um. Betroffen waren in beiden Providern `StartDate`, `EndDate`,
`CreatedAt`, `ClosedAt`, `ExecutedAt`, `ExpirationDate` — während der Fallback derselben
Zuweisungen (`DateTime.UtcNow`) korrektes UTC schrieb. Auf der Berliner Maschine also
12 h Versatz, auf einem Linux-Server mit `TZ=UTC` hingegen nicht: derselbe Code hätte
plattformabhängig unterschiedliche Werte erzeugt.
**Altdaten-Backfill: entfällt (Entscheidung 2026-08-06).** Der Fix wirkt nur für neue
Schreibvorgänge; bereits gespeicherte Zeilen tragen den 12-h-Versatz weiter. Bewusst
akzeptiert — die Daten verlieren mit steigendem Alter ohnehin an Relevanz, und die
betroffenen Felder werden bei jedem Markt-Sync überschrieben.
**Konsequenz für Phase 6:** Beim Vergleich Linux-Lauf ↔ Windows-Referenz (Prüfung 8.3)
dürfen historische Zeilen nicht als Referenz dienen — nur frisch geschriebene Datensätze
sind aussagekräftig.
---
## 3. Phase 1 — .NET 10 (1,52,5 PT)
Bewusst **vor** dem Avalonia-Umbau: eine Baustelle nach der anderen, und das Shell-Projekt
entsteht dann direkt auf dem Zielframework.
### AP 1.1 — Zentrale Frameworkverwaltung
`Directory.Build.props` erweitern:
```xml
<TargetFramework>net10.0</TargetFramework>
<LangVersion>latest</LangVersion>
<Nullable>enable</Nullable>
<ImplicitUsings>enable</ImplicitUsings>
```
`<TargetFramework>` aus allen `.csproj` entfernen (Ausnahme: WinFormsHost →
`net10.0-windows`). Empfohlen: zugleich `Directory.Packages.props` mit
`ManagePackageVersionsCentrally` einführen — bei 7+ Projekten mit überlappenden Paketen
verhindert das künftige Versionsdrift.
### AP 1.2 — Paketmatrix
| Paket | heute | Ziel | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| `Microsoft.EntityFrameworkCore(.Relational/.Design)` | 8.0.11 | **9.0.18** | Obergrenze durch Pomelo |
| `Pomelo.EntityFrameworkCore.MySql` | 8.0.2 | **9.0.0** | zieht MySqlConnector 2.4.0 |
| `Microsoft.EntityFrameworkCore.InMemory/.Sqlite` (Tests) | 8.0.11 | **9.0.18** | muss zu EF Core passen |
| `Swashbuckle.AspNetCore` | 6.9.0 | **10.2.3** | ⚠️ 6.x ist nicht ASP.NET-Core-10-tauglich |
| `Serilog` | 4.2.0 | 4.4.0 | |
| `Serilog.AspNetCore` | 8.0.3 | 10.0.0 | |
| `Serilog.Sinks.File` | 6.0.0 | 7.0.0 | |
| `Serilog.Extensions.Logging` / `.Sinks.Console` / `.Formatting.Compact` | 8.0.0 / 6.0.0 / 3.0.0 | jeweils aktuell | |
| `Microsoft.Extensions.Http` / `.Hosting.Abstractions` / `.Logging.Abstractions` | 8.0.x | 10.0.x | |
| `Microsoft.NET.Test.Sdk` / `xunit` / `Moq` / `coverlet` | aktuell | prüfen | |
### AP 1.3 — Erwartete Bruchstellen
* **Swashbuckle 6.9 → 10.x** ist der wahrscheinlichste Reibungspunkt: geänderte API-Oberfläche,
und ASP.NET Core 10 bringt mit `Microsoft.AspNetCore.OpenApi` eine eigene
OpenAPI-Generierung mit. Betrifft `Api/ApiConfiguration.cs:19-20` und
`WinFormsHost/Services/EmbeddedWebServer.cs:143-144,154-155`.
*Alternative:* auf das eingebaute `AddOpenApi()`/`MapOpenApi()` umsteigen und Swashbuckle
ganz ablösen — sauberer, aber die Swagger-UI müsste ersetzt werden (z. B. Scalar).
* **EF Core 8 → 9:** überschaubar. Zu prüfen sind Migrationsverhalten und die
`ExecuteSqlRawAsync`-Aufrufe in `EmbeddedWebServer.cs:56-100`.
* `Predictalytics.Application.Tests` steht bereits auf `net10.0` — hier wird die
Inkonsistenz gerade aufgelöst statt vergrößert.
**Abnahme:** `dotnet build` + `dotnet test` grün; WinFormsHost startet, Worker laufen,
Web-UI erreichbar; **Migrationen gegen die Dev-DB (`bergisnu_db0`) verifiziert, nicht gegen Prod.**
---
## 4. Phase 2 — Hosting-Kern extrahieren (1,52 PT)
**Der Schlüsselschritt.** Reiner Verschiebe- und Entkopplungsvorgang, keine neue Logik.
### AP 2.1 — Projekt `Predictalytics.Hosting` anlegen
`net10.0`, Referenzen auf `Api`, `Worker`, `Infrastructure`, `LicenseLabrador.Client`.
### AP 2.2 — Verschieben (Tabelle in Abschnitt 1)
`EmbeddedWebServer``PredictalyticsHost`, Watchdog, Serilog-Setup, LicenseGuard.
`RichTextBoxSink``DelegateSink` umbenennen (der Sink ist ein reiner
`Action<string, LogEventLevel>`-Delegat und war nie WinForms-abhängig).
### AP 2.3 — Konfiguration entkoppeln
`AppSettings``PredictalyticsOptions` ohne `System.ComponentModel`-Attribute.
Ladereihenfolge: `appsettings.json``appsettings.{Environment}.json`
Umgebungsvariablen (`PREDICTALYTICS_`) → `settings.json` im Benutzerprofil (Kompatibilität).
Ablageort plattformabhängig über `Environment.SpecialFolder.ApplicationData`
(Windows: `%APPDATA%`, Linux: `~/.config`) statt neben der Executable — das
Installationsverzeichnis ist unter Linux üblicherweise nicht beschreibbar.
⚠️ Beim Umbau ist `SslMode = MySqlSslMode.None` (`AppSettings.cs:100`) fest verdrahtet.
Da die Zugangsdaten künftig auch über Netz zu einer entfernten DB gehen, sollte das
konfigurierbar und standardmäßig aktiv werden.
### AP 2.4 — Lifecycle GUI-frei machen
* `System.Windows.Forms.Timer``PeriodicTimer` bzw. `IHostedService`
(`MainForm.cs:71` DB-Größe, `LicenseGuard.cs:70` Revalidierung)
* `Application.Exit()``IHostApplicationLifetime.StopApplication()`
* `PredictalyticsHost` bekommt Events/Observables (`StatusChanged`, `DbSizeChanged`),
an die sich später sowohl das Avalonia-ViewModel als auch der Headless-Modus hängen.
### AP 2.5 — wwwroot sauber deployen
`FindWwwrootPath()` (`EmbeddedWebServer.cs:308-335`) mit der Verzeichnis-Heuristik ersatzlos
streichen. Stattdessen in den Host-`.csproj`:
```xml
<Content Include="..\Predictalytics.Api\wwwroot\**"
Link="wwwroot\%(RecursiveDir)%(Filename)%(Extension)"
CopyToOutputDirectory="PreserveNewest" />
```
und im Code nur noch `Path.Combine(AppContext.BaseDirectory, "wwwroot")`.
**Abnahme:** WinFormsHost benutzt nur noch `Predictalytics.Hosting` und enthält
ausschließlich UI-Code. `Predictalytics.Hosting` baut ohne Windows-Referenzen.
---
## 5. Phase 3 — Avalonia-Bedienhülle (46 PT)
### AP 3.1 — Projekt `Predictalytics.Shell`
```xml
<PackageReference Include="Avalonia" Version="12.1.1" />
<PackageReference Include="Avalonia.Desktop" Version="12.1.1" />
<PackageReference Include="Avalonia.Themes.Fluent" Version="12.1.1" />
<PackageReference Include="CommunityToolkit.Mvvm" Version="8.4.2" />
```
MVVM mit `CommunityToolkit.Mvvm` (Source-Generatoren) — bei ~15 Settings-Properties plus
Status-Bindings spart das spürbar Boilerplate gegenüber handgeschriebenem `INotifyPropertyChanged`.
### AP 3.2 — Control-Mapping
| WinForms (heute) | Avalonia | Aufwand |
|---|---|---|
| `MenuStrip` + 3 Menüs | `Menu` / `NativeMenuBar` | klein |
| `ToolStrip` + 2 Buttons | `StackPanel` + `Button` | klein |
| `TabControl` / `TabPage` | `TabControl` / `TabItem` | klein |
| `StatusStrip` + 3 Labels | `DockPanel` unten + `TextBlock` | klein |
| `MessageBox.Show` (7 Aufrufe) | eigener Dialog oder `MsBox.Avalonia` | klein |
| **`RichTextBox` (farbiges Log)** | `ListBox`/`ItemsControl` über `ObservableCollection<LogLine>`, `DataTemplate` mit `Foreground`-Binding | **mittel** |
| **`PropertyGrid`** | **kein Äquivalent in Avalonia Core** | **mittelgroß** |
**Zum Log-View:** die bisherige Ringpuffer-Logik (`TerminalHelper.cs:26-31` — bei 500 Zeilen
`rtb.Clear()`) wird zur `ObservableCollection` mit `RemoveAt(0)` — angenehmer, weil die
Historie nicht mehr komplett verworfen wird. Marshalling über `Dispatcher.UIThread.Post`
statt `Control.BeginInvoke`. Farbschema aus `TerminalHelper.cs:33-39` direkt übernehmbar.
**Zum PropertyGrid** — das ist der einzige echte UI-Entwurfsaufwand. Drei Optionen:
| Option | Bewertung |
|---|---|
| **Handgeschriebene Settings-View** (empfohlen) | 4 Gruppen / 15 Properties (Webserver 2, Egress 1, Watchdog 6, Database 4 + abgeleiteter ConnectionString). Als `Expander` je Gruppe mit `TextBox`/`CheckBox`/`NumericUpDown`. Volle Kontrolle über Passwortfelder (`PasswordChar`) und Mehrzeilen-Editor für Egress. ~11,5 PT. |
| Drittanbieter `Avalonia.PropertyGrid` | Spart Zeit, bringt aber eine Abhängigkeit fragwürdiger Pflegelage und passt selten zum Fluent-Theme. |
| Reflection-basierter Generator | Elegant, aber Overengineering für 15 Properties. |
### AP 3.3 — Plattformdetails
* **Fixe Fenstergröße auflösen:** `MinimumSize`/`MaximumSize = 1886×1088`
(`MainForm.Designer.cs:233-234`) ist bei abweichender DPI/Auflösung unter Linux
untauglich. → skalierendes Grid-Layout, sinnvolles `MinWidth`/`MinHeight`.
* **Schriftart:** `"Cascadia Code"` (`MainForm.cs:25`) existiert unter Linux meist nicht.
→ Fallback-Kette `Cascadia Code, DejaVu Sans Mono, monospace`.
* **`Process.Start("explorer.exe", …)`** (3×, `MainForm.cs:192,207,209`) →
```csharp
Process.Start(new ProcessStartInfo(target) { UseShellExecute = true });
```
funktioniert auf Windows und Linux (dort über `xdg-open`).
* **Lizenzdialog** (`LicenseDialog.cs`, 118 Z.) in Avalonia nachbauen: Label, `TextBox`
(Großschreibung — `CharacterCasing.Upper` hat kein direktes Pendant, per
`TextInput`-Handler oder Converter lösen), Status-Label, zwei Buttons. Der
Aktivierungsablauf (`ValidateAsync` + `VerifyChecksum`) bleibt unverändert.
*Hinweis: greift auf die HardwareID-Arbeit zu, die separat läuft.*
### AP 3.4 — Headless-Modus *(verbindlich, 0,5 PT — Entscheidung 0.3)*
Schalter `--headless` in `Program.cs` der Shell: statt `BuildAvaloniaApp().StartWithClassicDesktopLifetime()`
direkt `PredictalyticsHost` starten und auf `IHostApplicationLifetime` warten, Logs nur auf
Console. Nach Phase 2 ist das reine Verdrahtung, weil der Kern bereits GUI-frei ist.
Zwingend mitzudenken:
* **Lizenz ohne Dialog:** Schlüssel aus `PREDICTALYTICS_LICENSE_KEY` bzw. Konfiguration;
bei fehlender/ungültiger Lizenz sauberer Abbruch mit Exit-Code ≠ 0 und klarer Logzeile
statt eines Dialogs, den niemand sieht.
* **Keine Avalonia-Initialisierung** vor der Argumentauswertung — sonst versucht der
Prozess auf einem Server ohne X11 zu starten und stirbt, bevor der Schalter greift.
* SIGTERM sauber behandeln (`IHostApplicationLifetime`), damit systemd korrekt stoppt.
**Abnahme:** Shell startet unter Windows **und** Linux-Desktop mit GUI; derselbe Build
startet mit `--headless` auf einem Server ohne X11. In beiden Modi: Worker laufen, Web-UI
erreichbar, Settings persistieren; im GUI-Modus zusätzlich farbiger Log-View und
Lizenzdialog.
---
## 6. Phase 4 — Aufräumen und Absichern (11,5 PT)
### AP 4.1 — Kestrel-Binding und Absicherung ⚠️
`UseUrls($"http://localhost:{port}")` (`EmbeddedWebServer.cs:122`) konfigurierbar machen
(`ASPNETCORE_URLS` bzw. Options), CORS-`AllowedOrigins` (heute fest `http://localhost:5000`)
mitziehen.
**Sobald nicht mehr nur auf `localhost` gelauscht wird, entfällt die bisher implizite
Absicherung.** `MapPredictalyticsControlEndpoints()` (schreibende Operationen) und Swagger
wären dann offen erreichbar. Das vorhandene `CanControl`/`AuthRequired`-Konzept
(`Api/ApiConfiguration.cs:66`) muss davor scharf geschaltet werden.
### AP 4.2 — Globalisierung
Im Host-Bootstrap `CultureInfo.DefaultThreadCurrentCulture = CultureInfo.InvariantCulture`
setzen, damit Zahlenformatierung unabhängig von der Systemlocale ist.
`InvariantGlobalization=true` (spart `libicu` im Container) erst später erwägen — es ändert
String-Vergleichssemantik und sollte nicht im selben Sprung passieren.
### AP 4.3 — Log-Verzeichnis
`Path.Combine(AppContext.BaseDirectory, "logs")` (`Program.cs:33`) konfigurierbar machen.
Default: Windows `%APPDATA%`, Linux `~/.local/share` bzw. `/var/log/predictalytics`.
### AP 4.4 — Solution und Repo-Kopplung
* `Predictalytics.slnx`: WinFormsHost mit
`Condition="$([MSBuild]::IsOSPlatform('Windows'))"` versehen, damit
`dotnet build` der Gesamtsolution unter Linux durchläuft.
* Die `..\..\..\..\LicenseLabrador\…`-Projektreferenz (4 Ebenen aufwärts) ist für CI und
Container fragil → Git-Submodul oder NuGet-Paket.
### AP 4.5 — Egress-Kanäle prüfen ⚠️
`EgressPoolService.cs:70-88` bindet Sockets an eine Quell-IP. Unter Linux muss die IP
tatsächlich auf einem Interface konfiguriert sein (sonst `EADDRNOTAVAIL`); Windows ist
toleranter. Für nicht-lokale IPs bräuchte es `IP_FREEBIND`/`CAP_NET_ADMIN`.
Nur relevant, falls Egress-Kanäle produktiv genutzt werden. Proxy-Kanäle sind unkritisch.
---
## 7. Phase 5 — Deployment und CI (12 PT)
* `dotnet publish -r linux-x64` (und `win-x64`); bei self-contained an
`--self-contained` + Trimming-Verhalten von Avalonia denken.
* **Systemabhängigkeiten Linux (GUI):** `libx11-6`, `libice6`, `libsm6`, `libfontconfig1`,
`libharfbuzz0b`, Monospace-Fonts (z. B. `fonts-dejavu`). **(GUI-Variante braucht eine
Desktop-Session — siehe 0.3.)**
* systemd-Unit bzw. Dockerfile (für den Headless-Modus); es existiert bereits ein
`J:\Softwareprojekte\dockerCompose` — vermutlich anknüpfbar.
* Reverse Proxy (nginx/Caddy) mit TLS vor Kestrel.
* **Secrets:** DB-Passwort und Watchdog-API-Key liegen heute im Klartext in `settings.json`.
Unter Linux → EnvironmentFile mit `0600` oder Secret-Store.
*Randnotiz:* In `LicenseGuard.cs:16-17` stehen Basic-Auth-Zugangsdaten im Quelltext —
unabhängig von dieser Portierung überdenkenswert, erst recht mit Blick auf Monetarisierung.
* CI: Build + Test auf Linux **und** Windows.
* `docs/BETRIEB-Watchdog-Lizenz.md` um den Linux-Betrieb ergänzen.
---
## 8. Phase 6 — Verifikation (2 PT)
| # | Prüfung |
|---|---|
| 8.1 | Worker-Dauerlauf ≥ 24 h unter Linux gegen die **Dev-DB**, Logvergleich mit einem Windows-Lauf |
| 8.2 | EF-Migrationen von Null gegen Dev-DB (Weg A: nur EF-9-Regression) |
| 8.3 | Zahlenformatierung: Lauf unter `LANG=de_DE.UTF-8` — Volumina/Preise/PnL gegen Windows-Referenz |
| 8.4 | Web-UI vollständig durchklicken (case-sensitive Assets, alle Endpunkte) |
| 8.5 | Lizenz: Erstaktivierung, Neustart aus Cache, Offline-Gnadenfrist, Revalidierung |
| 8.6 | Watchdog-Heartbeats erscheinen unter `watchdog.mhdf.de` |
| 8.7 | Egress-Kanäle (falls genutzt) |
| 8.8 | Shell unter Windows **und** Linux-Desktop: alle Buttons, Menüs, Settings-Persistenz |
| 8.9 | Derselbe Build mit `--headless` auf einem Server ohne X11: Start, Lizenz aus Konfiguration, SIGTERM-Stopp |
---
## 9. Zeitplan
| Phase | Inhalt | PT |
|---|---|---|
| 0 | Vorarbeiten | 0,5 |
| 1 | .NET 10 + Paketmatrix | 1,52,5 |
| 2 | Hosting-Kern extrahieren | 1,52 |
| 3 | Avalonia-Shell **inkl. Headless-Modus (AP 3.4)** | 4,56,5 |
| 4 | Aufräumen, Binding, Absicherung | 11,5 |
| 5 | Deployment + CI (Desktop **und** systemd/Container) | 1,52,5 |
| 6 | Verifikation (beide Betriebsarten) | 2 |
| | **Summe** | **12,517,5 PT** |
**≈ 2,53,5 Wochen fokussiert.**
Phasen 02 sind risikoarm und liefern bereits Wert (aufgeräumte Architektur, aktuelles
Framework). Phase 3 ist der Hauptaufwand. Die Phasen sind strikt sequenziell — jede baut
auf der vorigen auf; einzig AP 5 (Deployment) kann parallel zu Phase 3 vorbereitet werden.
---
## 10. Risiken
| Risiko | Eintritt | Wirkung | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|---|
| **Pomelo hat keinen EF-Core-10-Provider** | **sicher** | blockiert EF Core 10 | ✅ gelöst durch Weg A: EF Core 9 auf net10.0 |
| Swashbuckle 6.9 → 10.x mit Brüchen | wahrscheinlich | halber bis ganzer Tag | ggf. auf eingebautes `AddOpenApi()` wechseln |
| PropertyGrid-Ersatz wird aufwendiger als geschätzt | mittel | +1 PT | handgeschriebene View, 15 Properties sind überschaubar |
| Avalonia-GUI läuft auf dem Linux-Ziel nicht (kein Desktop) | sicher auf Servern | Shell unbrauchbar | ✅ abgedeckt durch AP 3.4 (verbindlich) |
| `Avalonia.Diagnostics` fehlt für 12.x | sicher | nur Komfort | ohne DevTools arbeiten oder 11.3.18 in Debug |
| **Lizenzaktivierung headless** | **sicher (AP 3.4)** | mittel | koppelt an laufende HardwareID-Arbeit — früh abstimmen |
| Egress `SourceIp` unter Linux | niedrig | mittel | AP 4.5, früh testen |
| Regression in der Datenschicht | niedrig (Weg A) | hoch | ausschließlich Dev-DB, nie Prod |
---
## 11. Nächster Schritt
Alle Vorentscheidungen sind getroffen (Abschnitt 0). Umsetzung kann beginnen:
1. **Phase 0** — 0,5 PT, sofort, unabhängig vom Rest. Ergebnis ist ein aufgeräumter
Ausgangspunkt auf `feature/linux-net10`.
2. **Phase 1** — .NET 10 + Paketmatrix. Hier zeigt sich früh, wie groß der
Swashbuckle-Umbau tatsächlich ist.
3. Parallel dazu: **Lizenzaktivierung ohne Dialog** mit der laufenden HardwareID-Arbeit
abstimmen — das ist der einzige Punkt im Plan, der von außen abhängt und dadurch spät
teuer werden kann.
@@ -0,0 +1,34 @@
using System.Globalization;
namespace Predictalytics.Infrastructure.Helpers;
/// <summary>
/// Parses timestamp strings from platform APIs as UTC.
/// <para>
/// The platforms deliver ISO-8601 strings; the domain stores UTC throughout — every call
/// site falls back to <see cref="DateTime.UtcNow"/>, and the neighbouring DbCreatedAt is
/// always UTC. A plain <c>DateTime.TryParse</c> breaks that in two ways: it honours the
/// machine's locale, and it converts a "Z"-suffixed timestamp to <em>local</em> time. The
/// same API payload would therefore land in the database differently on a Berlin
/// workstation than on a UTC server.
/// </para>
/// </summary>
public static class DateParsing
{
private const DateTimeStyles UtcStyles =
DateTimeStyles.AdjustToUniversal | DateTimeStyles.AssumeUniversal;
/// <summary>
/// Parses an API timestamp as UTC. Returns null when absent or unparseable.
/// Timestamps without a zone designator are treated as UTC.
/// </summary>
public static DateTime? ParseUtc(string? value) =>
DateTime.TryParse(value, CultureInfo.InvariantCulture, UtcStyles, out var parsed)
? parsed
: null;
/// <summary>
/// Parses an API timestamp as UTC, falling back to the current UTC time.
/// </summary>
public static DateTime ParseUtcOrNow(string? value) => ParseUtc(value) ?? DateTime.UtcNow;
}
@@ -1,6 +1,8 @@
using System.Globalization;
using Predictalytics.Domain.Entities;
using Predictalytics.Domain.Enums;
using Predictalytics.Domain.Interfaces;
using Predictalytics.Infrastructure.Helpers;
using Predictalytics.Infrastructure.Logging;
using Microsoft.Extensions.Logging;
@@ -235,7 +237,7 @@ public class LimitlessProvider : IPlatformProvider
Price = (decimal)(e.Price ?? 0),
Size = (decimal)(e.Size ?? 0),
Amount = (decimal)(e.Price * e.Size ?? 0),
ExecutedAt = DateTime.TryParse(e.CreatedAt, out var dt) ? dt : DateTime.UtcNow,
ExecutedAt = DateParsing.ParseUtcOrNow(e.CreatedAt),
TransactionHash = e.TxHash,
TransientWallet = wallet,
};
@@ -265,11 +267,12 @@ public class LimitlessProvider : IPlatformProvider
Category = catMap.Category,
Subcategory = catMap.Subcategory,
ImageUrl = raw.ImageUrl ?? "",
Volume = decimal.TryParse(raw.VolumeFormatted?.Replace(" USDC", ""), out var vol) ? vol : 0,
Volume = decimal.TryParse(raw.VolumeFormatted?.Replace(" USDC", ""),
NumberStyles.Any, CultureInfo.InvariantCulture, out var vol) ? vol : 0,
Liquidity = (decimal)(raw.Liquidity ?? 0),
EndDate = (raw.ExpirationTimestamp.HasValue && raw.ExpirationTimestamp.Value > 0 && raw.ExpirationTimestamp.Value < 253402300799)
? DateTimeOffset.FromUnixTimeSeconds(raw.ExpirationTimestamp.Value).UtcDateTime
: (DateTime.TryParse(raw.ExpirationDate, out var ed) ? ed : null),
: DateParsing.ParseUtc(raw.ExpirationDate),
IsResolved = raw.Closed,
LastUpdatedAt = DateTime.UtcNow
};
@@ -2,6 +2,7 @@ using System.Text.Json;
using Predictalytics.Domain.Entities;
using Predictalytics.Domain.Enums;
using Predictalytics.Domain.Interfaces;
using Predictalytics.Infrastructure.Helpers;
using Predictalytics.Infrastructure.Logging;
using Microsoft.Extensions.Logging;
@@ -216,9 +217,9 @@ public class PolymarketProvider : IPlatformProvider
Title = rawEv.Title,
Description = rawEv.Description,
ImageUrl = rawEv.Image,
StartDate = DateTime.TryParse(rawEv.StartDate, out var esd) ? esd : null,
EndDate = DateTime.TryParse(rawEv.EndDate, out var eed) ? eed : null,
CreatedAt = DateTime.TryParse(rawEv.CreatedAt, out var ecd) ? ecd : DateTime.UtcNow,
StartDate = DateParsing.ParseUtc(rawEv.StartDate),
EndDate = DateParsing.ParseUtc(rawEv.EndDate),
CreatedAt = DateParsing.ParseUtcOrNow(rawEv.CreatedAt),
DbCreatedAt = DateTime.UtcNow,
IsActive = rawEv.Active,
IsClosed = rawEv.Closed,
@@ -312,9 +313,9 @@ public class PolymarketProvider : IPlatformProvider
Title = rawEvent.Title,
Description = rawEvent.Description,
ImageUrl = rawEvent.Image,
StartDate = DateTime.TryParse(rawEvent.StartDate, out var sd) ? sd : null,
EndDate = DateTime.TryParse(rawEvent.EndDate, out var ed) ? ed : null,
CreatedAt = DateTime.TryParse(rawEvent.CreatedAt, out var cd) ? cd : DateTime.UtcNow,
StartDate = DateParsing.ParseUtc(rawEvent.StartDate),
EndDate = DateParsing.ParseUtc(rawEvent.EndDate),
CreatedAt = DateParsing.ParseUtcOrNow(rawEvent.CreatedAt),
DbCreatedAt = DateTime.UtcNow,
IsActive = rawEvent.Active,
IsClosed = rawEvent.Closed,
@@ -359,14 +360,14 @@ public class PolymarketProvider : IPlatformProvider
Volume = (decimal)raw.Volume,
Volume24h = (decimal)raw.Volume24hr,
Liquidity = (decimal)raw.Liquidity,
StartDate = DateTime.TryParse(raw.StartDate, out var msd) ? msd : null,
EndDate = DateTime.TryParse(raw.EndDate ?? raw.EndDateIso, out var med) ? med : null,
CreatedAt = DateTime.TryParse(raw.CreatedAt, out var mcd) ? mcd : DateTime.UtcNow,
StartDate = DateParsing.ParseUtc(raw.StartDate),
EndDate = DateParsing.ParseUtc(raw.EndDate ?? raw.EndDateIso),
CreatedAt = DateParsing.ParseUtcOrNow(raw.CreatedAt),
DbCreatedAt = DateTime.UtcNow,
LastUpdatedAt = DateTime.UtcNow,
FeeRateBps = (decimal)(raw.TakerFee * 10000),
IsNegRisk = raw.NegRisk,
ClosedAt = DateTime.TryParse(raw.ClosedTime, out var mct) ? mct : null
ClosedAt = DateParsing.ParseUtc(raw.ClosedTime)
};
// Parse outcomes, prices, and token IDs from JSON strings
@@ -315,9 +315,7 @@ public class EmbeddedWebServer
Path.Combine(baseDir, "wwwroot"),
// From bin/Debug/net8.0-windows/ up to src/, then into Api/wwwroot
Path.GetFullPath(Path.Combine(baseDir, "..", "..", "..", "..", "Predictalytics.Api", "wwwroot")),
Path.GetFullPath(Path.Combine(baseDir, "..", "..", "..", "..", "..", "src", "Predictalytics.Api", "wwwroot")),
// Absolute fallback for this specific workspace
@"j:\Softwareprojekte\Predictalytics\Predictalytics\src\Predictalytics.Api\wwwroot"
Path.GetFullPath(Path.Combine(baseDir, "..", "..", "..", "..", "..", "src", "Predictalytics.Api", "wwwroot"))
};
foreach (var path in candidates)