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Deploymentcenter/docs/UPGRADE.md
T
Deploymentcenter BotandClaude Opus 5 91d8bf353e fix(2.9.3): Der zweite Faktor war neben der Zeremonie umgehbar
Ergebnis einer beauftragten Sicherheitsbegutachtung. Die WebAuthn-
Zeremonie selbst ist nicht angefasst worden - sie war in Ordnung. Alle
Befunde lagen DANEBEN:

  Ein zweiter Faktor ist nur so stark wie der schwaechste Weg zum Konto,
  und Sitzungen, die aus ihm entstehen, erben seinen Schutz nicht.

KRITISCH
/api/setup/v1/login prueste auf totp_secret - eine Spalte, die kein
Anmeldeweg auswertet - und nicht auf dc_user_credentials. Ein
Administratorpasswort genuegte dort fuer ein setup:install-Token ohne
Hardwarekey. Neu: Konten mit zweitem Faktor abgewiesen, und die
Rollentrennung gilt symmetrisch. Der Docblock behauptete sie seit jeher;
erzwungen hat sie nichts.

HOCH
secondFactorRequired(), accountLockoutSeconds() und lockoutSeconds()
fingen jedes Throwable und fielen auf "kein Faktor" bzw. "nicht
gesperrt" zurueck. Gefangen wurden damit auch Verbindungsabbrueche und
Lock-Timeouts - jeder davon schaltete still fuer alle Konten auf
Passwort-allein. Toleriert werden jetzt nur noch 42S02 und 42S22.

HOCH
Fuenf Aktionen aenderten die Anmeldemittel ohne erneute Bestaetigung.
Eine uebernommene Sitzung konnte sich damit dauerhaft einnisten. Neu:
Authentifizierung aus den letzten zehn Minuten noetig, geprueft an
derselben Stelle, an der auch der Leerlauf sperrt.

WEITER
- Leerlauf 30 statt 120 Minuten, und GESPERRT statt beendet: AAL2 laesst
  zur Reaktivierung einen Faktor genuegen. Wer alle 30 Minuten den
  Hardwarekey vorzeigen muss, laesst ihn stecken.
- Migration 022: session_epoch. Ein Passwortwechsel beendet die uebrigen
  Sitzungen des Kontos, die eigene bleibt.
- Kontosperre wirkt auf der zweiten Stufe; Zaehler gegen unbegrenztes
  Raten im Zwischenzustand.
- Drosselung auf login.php (10/60s) und /api/auth/v1/ (30/60s).
- Anmeldefehler ununterscheidbar; die IP-Sperre darf benannt bleiben,
  sie sagt nichts ueber ein Konto.
- HSTS, TLS-Zwang VOR allen Routen, CSP. Die CSP traegt wegen 93
  Inline-Handlern nicht gegen XSS - das steht so im Kommentar.
- session.use_strict_mode, CSRF-Token bei der Anmeldung verworfen,
  Secure-Flag aus app.url statt aus $_SERVER['HTTPS'].
- rpId/expectedOrigin nicht mehr aus dem Host-Header. /api/health meldet
  unter checks.webauthn_anchor, ob der Anker steht.
- Notfalltoken laeuft nach 180 Tagen ab, geprueft nach dem Hashvergleich.
- config.example.php ohne echtes Passwort, verify_ssl auf true.
- Serverdaten.txt.bak mitgesperrt, dc_login_attempts raeumt auf.

BELEGT
188 von 188 Testfaellen gruen, darunter drei neue in der Gruppe
"haertung". Die Blockade einer veralteten Sitzung liess sich nicht in
der Suite pruefen - sie verlangt, das Zehn-Minuten-Fenster wirklich
abzuwarten. Dafuer gibt es ein Werkzeug ausserhalb; es belegt, dass der
Formularweg auf den Sperrbildschirm fuehrt, die Regel dabei unveraendert
bleibt, der JSON-Weg reauth_required meldet und das Passwort allein
wieder oeffnet.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
2026-09-21 14:58:31 +02:00

885 lines
37 KiB
Markdown

# Umstellung auf Version 2.0 — Ablaufplan
Diese Fassung enthält Sicherheitskorrekturen, die das Verhalten der
Schnittstellen ändern. Bitte in dieser Reihenfolge vorgehen.
> **Version 2.1** ergänzt Korrekturen im .NET-SDK und ein neues Feld am
> Heartbeat. Sie erfordert keine Konfigurationsänderung, aber eine
> Datenbankmigration und ein Nachziehen der Clients:
> **[§14 Umstellung auf 2.1](#14-umstellung-auf-21)**.
>
> **Version 2.2** überarbeitet den UpdateService grundlegend: Plattform-Dimension,
> signierte Releases, Staging-Swap mit Rollback und geschützte Konfigurationsdateien.
> **Vor dem nächsten Release einzuspielen** —
> **[§15 Umstellung auf 2.2](#15-umstellung-auf-22)**.
>
> **Version 2.4** stellt die Release-Ablage hinter einen Zugangsschutz.
> **Reihenfolge beachten:** erst das SDK ausliefern, dann scharfschalten —
> sonst bekommen bestehende Installationen keine Updates mehr.
> **[§16 Umstellung auf 2.4](#16-umstellung-auf-24)**.
---
## 1. Vor dem Deployment: Zugangsdaten wechseln
`Serverdaten.txt`, `config/config.php`, `config/.htpasswd` und
`scripts/deploy_config.json` lagen im Git-Repository. Sie sind jetzt per
`.gitignore` ausgeschlossen und aus dem Index entfernt — **die Git-Historie
enthält sie aber weiterhin**. Alle betroffenen Zugangsdaten sind daher als
kompromittiert zu behandeln:
- [ ] MySQL-Passwort ändern, danach in `config/config.php` eintragen
- [ ] FTP-Passwort ändern, danach in `scripts/deploy_config.json` eintragen
- [ ] `.htpasswd`-Passwort für `deploy` neu setzen
- [ ] Git-Token `eb429575…` widerrufen und neu ausstellen
- [ ] Admin-Passwort im WebUI ändern (die alte Fassung setzte es bei jedem
Aufruf von `install_db.php` auf `Admin1337!Admin1337!` zurück — jeder im Internet
konnte das auslösen)
Wenn die Historie bereinigt werden soll, geht das mit
[`git filter-repo`](https://github.com/newren/git-filter-repo). Das schreibt
alle Commit-Hashes um; bei einem Repository mit mehreren Nutzern vorher abstimmen.
---
## 2. Konfiguration ergänzen
`config/config.php` braucht drei neue Schlüssel unter `security`. Die
mitgelieferte Datei enthält bereits erzeugte Werte; für eine neue Installation:
```bash
cp config/config.example.php config/config.php
openssl rand -hex 32 # je einmal für shared_key, webhook_key, license_key
```
| Schlüssel | Zweck |
|---|---|
| `security.shared_key` | Server-zu-Server-Aufrufe: Evaluator-Cron, Migration, Deaktivierung |
| `security.webhook_key` | HMAC-Signatur ausgehender Webhooks |
| `security.license_key` | Signatur der Offline-Lizenzdateien (`.lic`) |
| `app.debug` | Auf Produktivsystemen `false` — steuert, ob Exception-Texte ausgeliefert werden |
> Der bisherige `shared_key` (`DC_MASTER_SECURE_TOKEN_2026_x98f`) stand im
> Repository und wurde ersetzt. Wer ihn irgendwo eingetragen hat — etwa für
> `/api/license/v1/deactivate` — muss den neuen Wert nachziehen.
---
## 3. Deployment
```bash
python scripts/deploy.py
```
Das Skript überträgt unter anderem die neuen Verzeichnisse `var/` (Logs) und
die zusätzlichen `.htaccess`-Dateien in `config/`, `src/` und `sql/`.
---
## 4. Migration ausführen
Im WebUI anmelden, dann **System → DB-Migration → Migration jetzt ausführen**.
Alternativ über die Kommandozeile:
```bash
php public/install_db.php
```
Oder mit dem Shared Key:
```bash
curl -H "Authorization: Bearer <SHARED_KEY>" https://dc.mhdf.de/install_db.php
```
Die Migration ist additiv und legt an bzw. korrigiert:
- `dc_migrations` — vermerkt angewendete Versionen, damit nichts doppelt läuft
- `dc_login_attempts` — Drosselung fehlgeschlagener Anmeldungen
- `dc_webhooks` — ausgehende Benachrichtigungen
- Bugtracker: Claim/Lease, `client_ref`, `dedup_key`, Code-Kontextfelder, Indizes
- Watchdog: `last_state_change_utc`, `down_since_utc`, Zustand `unknown`
- **Reparatur von Migration 005** — deren Spalten (`push_id`, `target_agent`,
`tags`) fehlten bisher auf Datenbanken, die aus Migration 004 stammen. Die
alte Fassung nutzte dynamisches SQL, dessen Semikolons in String-Literalen
vom damaligen Installer als Statement-Ende gelesen wurden; die Fehler wurden
stillschweigend verschluckt.
- **Reparatur der Token-Hashes** — die Validierung vergleicht jetzt nur noch
den SHA-256-Hash. Die geseedeten Beispiel-Tokens trugen Hashes, die nicht zu
ihrem Klartext passten; sie werden korrigiert, damit bestehende Tokens
weiterhin funktionieren.
---
## 5. Cron für den Watchdog-Evaluator einrichten
**Ohne diesen Schritt sind die Monitor-Zustände wertlos.** Der Evaluator fehlte
bisher vollständig — der Zustand änderte sich nur beim Eintreffen eines
Heartbeats, ein ausgefallener Server blieb dauerhaft grün.
### Empfohlen: interner Aufruf (seit 2.1)
```bash
* * * * * /usr/bin/php /pfad/zum/deploymentcenter/cli/tick.php --quiet
```
Das entspricht dem früheren `watchdog/cli/tick.php`. Gegenüber dem HTTP-Weg:
- **Kein Schlüssel im Crontab.** `ps` zeigt die Argumente laufender Prozesse
jedem Nutzer der Maschine — bei einem `curl -H "Authorization: Bearer …"`
also auch den Shared Key.
- **Keine Abhängigkeit von Webserver, TLS oder DNS.** Der Evaluator läuft auch
dann, wenn der Webserver klemmt — also gerade dann, wenn das Erkennen von
Ausfällen wichtig ist.
- **Keine überlappenden Läufe.** Das Skript sperrt sich per `flock` selbst; ein
langsamer Vorlauf führt nicht zu doppelten Alarmen.
`--quiet` gibt nur bei Zustandswechseln und Fehlern etwas aus — sonst erzeugt
ein minütlicher Job 1440 Cron-Mails am Tag. Rückgabewerte: `0` erfolgreich,
`1` Fehler, `2` übersprungen (es lief bereits ein Tick).
### Alternativ: über die Schnittstelle
Sinnvoll, wenn der Cron auf einer anderen Maschine läuft als die Anwendung:
```bash
* * * * * curl -fsS -H "Authorization: Bearer <SHARED_KEY>" https://dc.mhdf.de/api/watchdog/v1/evaluate > /dev/null
```
Beide Wege rufen denselben Code auf und schreiben denselben Lauf-Vermerk in
`watchdog_cron_jobs` — nur einen von beiden einrichten.
Solange der Job fehlt, zeigt das WebUI oben einen Warnhinweis mit einer
Schaltfläche für einen einmaligen Lauf.
---
## 6. Agenten-Tokens ausstellen
Die Ingest-Endpunkte verlangen jetzt zwingend ein Token.
1. WebUI → **Token-Verwaltung → Master-Token erstellen**
2. Scopes wählen (für einen Coding-Agenten: `bugtracker:report`,
`bugtracker:read`, `bugtracker:manage`)
3. Master-Token einmalig kopieren und auf dem Agenten-Rechner als `DC_TOKEN`
hinterlegen — oder den Agenten per `/api/tokens/v1/provision` ein eigenes
Sub-Token ziehen lassen
---
## 7. Bestehende Integrationen anpassen
| Betroffen | Was zu tun ist |
|---|---|
| Aufrufe von `/api/bugtracker/v1/report` ohne Token | Token-Header ergänzen |
| Aufrufe von `/api/bugtracker/v1/projects` ohne Token | Token-Header ergänzen |
| Skripte, die Releases veröffentlichen | Token mit `updateservice:publish` ergänzen |
| Auswertung der Antworten | Neues Format: `{"status":"success",…}` bzw. `{"status":"error","error":{"code":…}}` |
| Watchdog-Agenten mit `wd_live_…`-Token | Laufen unverändert weiter |
| Clients, die `/api/updateservice/v1/check` aufrufen | Unverändert, weiterhin ohne Token |
| Clients, die `/api/license/v1/validate` aufrufen | Unverändert, weiterhin ohne Token |
---
## 8. Zeitzonen
Datenbankzeitstempel liegen jetzt durchgängig in **UTC**; das WebUI rechnet für
die Anzeige in `app.timezone` (Europe/Berlin) um. Vorhandene Datensätze wurden
in Serverzeit geschrieben und erscheinen daher einmalig um den Zeitzonenversatz
verschoben. Für Monitoring-Daten ist das ohne Bedeutung, für den Audit-Log
gegebenenfalls beachten.
---
## 9. Prüfen, ob alles läuft
```bash
curl https://dc.mhdf.de/api/health -H "Authorization: Bearer <SHARED_KEY>"
```
Erwartet wird `"healthy": true`, eine leere `schema.pending`-Liste und ein
`checks.evaluator.ok` von `true`.
Zusätzlich stichprobenartig im WebUI prüfen:
- [ ] Anmeldung funktioniert
- [ ] Projekt anlegen und wieder löschen
- [ ] Monitor bearbeiten — das Feld **Betriebssystem** bleibt nach dem
Speichern erhalten (wurde zuvor bei jedem Speichern geleert)
- [ ] Bugtracker: „🔍 Details" öffnet den Dialog, „✔" öffnet den
Lösen-Dialog (dessen HTML fehlte bisher komplett)
- [ ] Token widerrufen und löschen (warf zuvor `HY093`)
- [ ] Lizenz-Aktivierung freigeben (warf zuvor `Class "Audit" not found`)
- [ ] Nach dem Speichern F5 drücken — es entsteht kein zweiter Eintrag mehr
---
## 10. Fehler-Stream (Migration 007)
Neu ist eine eigene Schnittstelle für Laufzeitfehler, gedacht für den globalen
Exception-Handler einer Anwendung:
```
POST /api/errors/v1/report
```
Gespeichert wird in derselben Tabelle wie der Bugtracker — ein zweiter Speicher
wäre nur ein zweiter Ort, an dem man suchen müsste. Die Trennung von Rauschen
und Signal leisten stattdessen **Ignore-Regeln**.
### Bekannte, harmlose Fehler stummschalten
Im WebUI unter **Bugtracker → 🔇 Ignore-Regeln**. Ein Treffer bedeutet nicht
„wegwerfen": Der Fehler wird weiterhin erfasst und hochgezählt, bleibt aber aus
der Übersicht heraus und löst keine Benachrichtigung aus.
Der Zähler ist dabei der eigentliche Zweck. Zu jeder Regel lässt sich eine
Alarmschwelle hinterlegen — dass ein bekannter Fehler auftritt, ist normal;
dass er plötzlich hundertmal so oft auftritt, bedeutet, dass sich etwas
geändert hat.
Eine deaktivierte Vorlage für den Duplicate-Entry-Fall liegt bereits vor; sie
lässt sich im WebUI anpassen und einschalten.
### Gruppierung
Veränderliche Anteile werden beim Zusammenfassen ausgeblendet: Werte in
Anführungszeichen, die Ziffern enthalten, Speicheradressen, GUIDs, Zeitstempel
und Zeilennummern. `Duplicate entry 'MKT-88213'` und `Duplicate entry 'AA-1'`
landen damit in einer Gruppe — ein anderer Unique-Key dagegen nicht.
> **Hinweis:** Migration 007 ändert die Berechnung des Gruppenschlüssels.
> Bereits erfasste Einträge behalten ihren alten Schlüssel; ein erneut
> auftretender Fehler legt daher einmalig eine neue Gruppe an. Danach ist der
> Zustand wieder konsistent.
## 11. Metrik-Verlauf und Health-Checks
Numerische Werte aus dem Heartbeat-Feld `metrics` werden jetzt mit Zeitstempel
abgelegt (Aufbewahrung 14 Tage) und lassen sich über
`GET /api/watchdog/v1/metrics` abfragen. Zuvor wurde `metrics_json` bei jedem
Heartbeat überschrieben — es gab immer nur den letzten Moment.
Zusätzlich kann eine Anwendung ihren Gesundheitszustand selbst mitschicken:
```json
{ "source": "polytrader-worker", "status": "ok", "interval": 60,
"checks": {
"db": { "ok": true },
"market_feed": { "ok": false, "message": "Letzter Tick vor 14 min" }
} }
```
Das Deploymentcenter interpretiert die Namen nicht — es liest nur `ok` und
`message`. Schlägt eine Prüfung fehl, wird ein als `ok` gemeldeter Heartbeat auf
`warning` herabgestuft. **Es müssen keine Ports geöffnet werden**, der Weg ist
ausgehend.
Neu sind außerdem die Statuswerte `stopped` und `maintenance`. Ohne sie erzeugte
jedes geplante Herunterfahren wenige Minuten später einen Fehlalarm — es gab
schlicht keinen Weg, ein beabsichtigtes Ende mitzuteilen:
```json
{ "source": "polytrader-worker", "status": "stopped",
"message": "Dienst planmäßig beendet" }
```
Der Evaluator lässt solche Monitore in Ruhe, bis wieder ein normaler Heartbeat
eintrifft.
## 12. Abhängigkeitsbewusste Alarmierung
Fällt ein Monitor aus, für den `parent_source` gesetzt ist, und ist der
übergeordnete Monitor selbst unten, wird der Alarm für das Kind unterdrückt.
Der Zustand bleibt im Dashboard sichtbar.
Vorher erzeugte ein ausgefallener Hypervisor mit zwölf VMs dreizehn Meldungen
für ein Problem.
Damit das greift, muss die Hierarchie gepflegt sein — im WebUI unter
**WatchDog → System-Hierarchie** über das Feld *Übergeordnete Entität*.
## 13. Optional: Webhooks
Ereignisgesteuerte Benachrichtigung statt Polling. Ziel direkt in der Datenbank
eintragen:
```sql
INSERT INTO dc_webhooks (name, url, project_slug, events, secret, enabled)
VALUES ('Telegram Alarm', 'https://n8n.example.com/webhook/dc',
NULL, 'bug.critical,monitor.down', 'geheimnis', 1);
```
Verfügbare Ereignisse: `bug.created`, `bug.critical`, `bug.resolved`,
`feature.created`, `monitor.down`, `monitor.recovered`, `release.published`,
oder `*` für alle.
Jede Zustellung trägt eine Signatur:
```
X-DC-Timestamp: 1754563200
X-DC-Signature: sha256=<hex(hmac_sha256(secret, timestamp + "." + body))>
```
Nach 20 Fehlversuchen in Folge deaktiviert sich ein Webhook selbst.
---
## 14. Umstellung auf 2.1
Diese Fassung korrigiert Fehler im .NET-SDK, ergänzt ein Feld am Heartbeat und
vervollständigt die OpenAPI-Beschreibung. **Keine Konfigurationsänderung nötig.**
### 14.1 Serverseitig
- [ ] Migration **008** ausführen (Spalte `app_version` in `watchdog_monitors`).
Läuft wie die übrigen über den Migrator, siehe [§4](#4-migration-ausführen).
- [ ] `/api/openapi.json` abrufen und prüfen, dass die Lizenz-Endpunkte und
`/api/watchdog/v1/event`, `/events`, `/status` jetzt enthalten sind.
Bestehende Agenten laufen unverändert weiter; alle neuen Felder sind optional.
### 14.2 Clientseitig (`Deploymentcenter.Client`)
Die folgenden Änderungen betreffen jede bestehende Integration:
| Änderung | Was zu tun ist |
|---|---|
| `unknown_error` entfällt | Wer diesen Status abfängt, prüft stattdessen `IsTransient` |
| Cache-Rückfall bei jedem HTTP-Fehler | Eigene Behelfslösungen für 429/5xx können entfallen |
| `cache_ttl_hours` wird ausgewertet | Offline-Gnadenfrist prüfen: Vorgabe je Projekt im WebUI |
| `app_version` ist Parameter | `LicenseClient.DefaultAppVersion` beim Start setzen |
| `X-Watchdog-Key` entfällt bei `DeactivateAsync` | Nur noch `Authorization: Bearer` |
| `BuildInfo.targets` erzeugt in `$(RootNamespace)` | Import ist jetzt möglich; ggf. `using` entfernen |
| API-Rückfall der Update-Prüfung liefert vollständige Daten | Eigene Umgehungen können entfallen |
Ausführlich: **[LICENSE_INTEGRATION_GUIDE §6](./LICENSE_INTEGRATION_GUIDE.md)**
und **[UPDATESERVICE_INTEGRATION_GUIDE §2B/§2C](./UPDATESERVICE_INTEGRATION_GUIDE.md)**.
### 14.3 Cache-Schema
`state.dat` trägt jetzt Schema 3. Schema 2 wird weiterhin gelesen — ein
SDK-Wechsel erzwingt **keine** erneute Online-Prüfung. Ein Rückschritt auf ein
älteres SDK dagegen schon: das kennt Schema 3 nicht und behandelt den Cache als
Fehltreffer.
---
## 15. Umstellung auf 2.2
Diese Fassung behebt eine Reihe von Fehlern im Update-Weg, die zusammengenommen
verhindert haben, dass für mehr als eine Plattform ausgeliefert werden konnte —
und die im Fehlerfall halb aktualisierte Installationen hinterließen.
**Diese Umstellung gehört vor das nächste Release**, nicht danach.
### 15.1 Was sich ändert
| Bereich | Vorher | Jetzt |
|---|---|---|
| Plattformen | nicht vorhanden — `win-x64` und `linux-x64` überschrieben sich | eigene Dimension `platform`, getrennte Ablage |
| Konfigurationsdateien | wurden beim Update überschrieben | `preservePatterns` schützt sie |
| Ausschlussmuster | nur `*.endung` und exakte Namen | echte Globs (`**`, `*`, `?`) |
| Abbruch beim Anwenden | halb aktualisierte Installation | Backup, automatischer Rollback |
| Entfernte Dateien | blieben für immer liegen | werden aufgeräumt |
| Agent im Paket | überschrieb sich selbst | wird zur Seite gelegt und ersetzt |
| Übergabe an den Agenten | Wettlauf, kein Neustart | PID-Handschlag und `--restart` |
| Versionsangabe | ungeprüft | wird gegen die Assembly gehalten |
| Paketherkunft | nur SHA256 aus derselben Quelle | RSA-Signatur des Servers |
| `manifest_json` | Spalte blieb immer leer | wird befüllt, API ist vollwertiger Rückfall |
### 15.2 Serverseitig
- [ ] Migration **009** ausführen (`platform`, `manifest_signature`, neuer
Unique-Key). Additiv; bestehende Releases erhalten `platform = 'any'` und
bleiben für alle Clients erreichbar.
- [ ] Signierschlüssel erzeugen und in `config/config.php` eintragen:
```bash
openssl genrsa -out /etc/dc/release-signing.pem 2048
chmod 600 /etc/dc/release-signing.pem
chown www-data:www-data /etc/dc/release-signing.pem
```
```php
'release_private_key' => dc_env('DC_RELEASE_SIGNING_KEY', '/etc/dc/release-signing.pem'),
```
- [ ] Prüfen, dass der öffentliche Schlüssel ausgeliefert wird:
```bash
curl https://dc.mhdf.de/api/updateservice/v1/pubkey
```
> **Bewusst RSA und kein HMAC.** Bei einem HMAC braucht der Prüfende denselben
> geheimen Schlüssel wie der Signierende. Der Agent läuft auf fremden Systemen;
> ein dort hinterlegter Schlüssel ließe sich auslesen und zum Signieren
> beliebiger Pakete verwenden — die Signatur wäre wertlos. Beim Lizenzmodul geht
> HMAC auf, weil dort der Server prüft.
Ohne Schlüssel bleibt alles funktionsfähig; Releases sind dann unsigniert, und
der Agent weist bei jedem Update darauf hin.
### 15.3 Packager
- [ ] `packager.config.json` um `preservePatterns` ergänzen (Vorlage in
`packager.config.example.json`).
- [ ] **Prüfen, welche Konfigurationsdateien im Publish-Verzeichnis liegen.**
Der Packager warnt jetzt von sich aus vor Dateien, die nach Zugangsdaten
aussehen und weder ausgeschlossen noch geschützt sind. Diese Warnung ernst
nehmen: eine `settings.json` mit Datenbankpasswort, die bisher mitgeliefert
wurde, hat beim Update die Konfiguration jedes Zielsystems überschrieben.
- [ ] Aufrufe um `--platform` ergänzen:
```bash
pack-and-deploy --project myapp --version 1.4.3 --channel prod \
--platform win-x64 \
--publish-dir ./bin/Release/net10.0/win-x64/publish
```
Ohne `--platform` versucht der Packager, die Kennung aus dem Publish-Pfad
abzuleiten. Gelingt das nicht, gilt das Release als plattformunabhängig und es
erscheint eine Warnung.
- [ ] Die Version wird jetzt gegen die Hauptassembly geprüft. Weicht sie ab,
bricht der Vorgang ab. Das ist der Fall, in dem `<Version>` nur in einem
der beteiligten Projekte steht — der Wert gehört in die
`Directory.Build.props`, damit alle denselben tragen. Notausgang für
bewusste Abweichungen: `--ignore-version-mismatch`.
### 15.4 Clientseitig
`UpdateClient.CheckForUpdateAsync` hat einen zusätzlichen Parameter `platform`
**vor** dem `CancellationToken`. Wer den Token bisher positionell übergeben hat,
bekommt einen Übersetzungsfehler — kein stilles Fehlverhalten.
Der Aufruf des Agenten sollte umgestellt werden:
```csharp
var agentPath = UpdateClient.ResolveAgentPath(); // plattformrichtiger Name
if (agentPath != null && checkResult.UpdateAvailable)
{
UpdateClient.LaunchUpdateAgent(
agentPath: agentPath,
projectId: "myapp",
channel: "prod",
currentVersion: BuildInfo.Version, // für Ziele ohne manifest.json
exitCurrentApp: true); // Neustart und PID-Handschlag
// sind jetzt Vorgabe
}
```
| Änderung | Wirkung |
|---|---|
| `ResolveAgentPath()` | Findet `update-agent` bzw. `update-agent.exe` — ein fest verdrahteter `.exe`-Name wird unter Linux nie gefunden |
| `--restart` wird übergeben | Die Anwendung startet nach dem Update wieder. Bisher blieb sie einfach zu |
| `--wait-for-pid` wird übergeben | Der Agent wartet auf das Ende der Anwendung, statt über gesperrte Dateien zu kopieren |
| `--platform` wird übergeben | Es kann kein Paket einer fremden Plattform mehr gezogen werden |
### 15.5 Den Agenten aus dem Paket nehmen
Liegt `update-agent` im Publish-Verzeichnis, wandert er ins Paket und wird beim
Update mit ausgeliefert. Das ist zulässig — der Agent legt seine laufende Datei
inzwischen zur Seite und ersetzt sie —, aber es lohnt sich, bewusst zu
entscheiden:
- **Mitliefern:** Der Agent aktualisiert sich selbst mit. Die alte Fassung bleibt
als `update-agent.exe.dc-old` liegen und wird beim nächsten Start entfernt.
- **Ausschließen:** `"update-agent*"` in `excludePatterns`. Dann wird der Agent
getrennt gepflegt.
### 15.6 Prüfen
- [ ] `curl "https://dc.mhdf.de/api/updateservice/v1/check?product=myapp&version=0.0.0&channel=prod&platform=win-x64"`
liefert das Windows-Paket, mit `platform=linux-x64` das Linux-Paket.
- [ ] Ohne `platform` kommen ausschließlich Releases mit `platform=any`. Das ist
Absicht: ein Client, der seine Kennung nicht nennt, soll lieber kein Update
bekommen als das falsche.
- [ ] Im WebUI zeigt die Release-Übersicht eine Spalte **Plattform** und
kennzeichnet unsignierte Releases.
- [ ] Ein Update auf einem Testsystem: `appsettings.json` behält danach die
eingerichteten Werte, und eine Datei, die es im neuen Release nicht mehr
gibt, ist verschwunden.
---
## 16. Umstellung auf 2.4
Die Release-Ablage liegt jetzt hinter HTTP-Basic-Auth. Zugang hat, wer einen
gültigen Lizenzschlüssel für das Produkt besitzt — oder ein Installationskonto.
Ausführlich: **[UPDATESERVICE_INTEGRATION_GUIDE §5A](./UPDATESERVICE_INTEGRATION_GUIDE.md#5a-zugangsschutz-der-release-verzeichnisse)**
### 16.1 Reihenfolge — das ist der kritische Teil
> **Erst ausliefern, dann scharfschalten.** Der Zugangsschutz sperrt jede
> Anwendung aus, die noch mit dem alten SDK gebaut ist: Sie schickt keine
> Zugangsdaten und bekommt ab dem Moment nur noch 401. Andersherum sperrst du
> deine eigene Installationsbasis aus.
1. [ ] SDK auf 2.4 heben und `licenseKey` an `CheckForUpdateAsync` und
`LaunchUpdateAgent` übergeben.
2. [ ] Ein Release mit dem neuen SDK bauen und veröffentlichen.
3. [ ] Warten, bis die Installationen dieses Release gezogen haben.
4. [ ] **Erst dann** den Schutz erzeugen — WebUI → *UpdateService →
🔒 Zugangsschutz → Zugangsschutz jetzt neu erzeugen*.
Läuft `cli/tick.php` als Cron, erzeugt es den Schutz beim ersten Lauf nach dem
Deployment **von selbst**. Wer die Reihenfolge einhalten will, spielt den
Serverteil also erst dann ein, wenn Schritt 3 erledigt ist.
> **Neue Produkte: die Reihenfolge oben gilt für sie nicht.**
>
> `ReleaseGuard` überspringt Verzeichnisse, die es nicht gibt — für ein Produkt
> ohne Release ist `/releases/<slug>/` schlicht nicht vorhanden und damit auch
> nicht geschützt. Das Verzeichnis entsteht erst mit dem **ersten** Upload, und
> der nächste `tick.php`-Lauf legt den Schutz darin an.
>
> Es gibt also kein Zeitfenster, in dem sich ein noch ungeschütztes Release
> herunterladen ließe, um dann das SDK nachzuziehen. **Der erste ausgelieferte
> Build muss die Zugangsdaten bereits mitbringen** — sonst fällt die Tür hinter
> ihm zu.
>
> Für Neuprodukte lautet die Reihenfolge daher schlicht: SDK 2.4 einbinden,
> `licenseKey` übergeben, *dann* das erste Release veröffentlichen.
### 16.2 Was wo eingetragen wird
Je Produktverzeichnis eine `.htpasswd` mit den aktiven, nicht abgelaufenen
Lizenzen dieses Produkts (Benutzername = Passwort = Schlüssel) und allen
Installationskonten. Bestehende Lizenzen werden dabei automatisch übernommen —
es ist nichts von Hand nachzutragen.
### 16.3 Neue Aufrufe
```bash
update-agent --project myapp --action update \
--license-key XXXXX-XXXXX-XXXXX-XXXXX-XXXXX
```
```bash
# Erstinstallation: der Installer fragt die Zugangsdaten ab und benutzt sie
# auch für den Paketabruf. Der Installer-Download selbst bleibt offen.
wget -qO- https://dc.mhdf.de/installer/install.sh | sh
./update-agent --action install
```
### 16.4 Prüfen
- [ ] **Selbsttest** im WebUI unter *UpdateService → 🔒 Zugangsschutz* — er ruft
die eigene Paket-Adresse ohne Zugangsdaten ab und erwartet 401. Die
Anzeige „GESCHÜTZT" allein beweist nichts: Sie prüft nur, ob die Dateien
existieren, nicht ob der Server sie auswertet.
- [ ] `curl -I https://dc.mhdf.de/releases/<produkt>/prod/<rid>/<version>/package.tar.gz`
→ **401**
- [ ] Mit `-u "$(printf 'lic_%s' "$(printf %s "<schlüssel>" | sha256sum | cut -c1-16)"):<schlüssel>"` → **200**
(Benutzername ist die Ableitung, nicht der Schlüssel — siehe
[§5A](./UPDATESERVICE_INTEGRATION_GUIDE.md#5a-zugangsschutz-der-release-verzeichnisse))
- [ ] `curl -I https://dc.mhdf.de/releases/<produkt>/.htpasswd` → **403**
- [ ] `https://dc.mhdf.de/installer/update-agent-linux-x64` → **200**, weiterhin offen
- [ ] Eine Lizenz widerrufen und erneut mit ihr laden → **401**
### 16.5 Wenn etwas klemmt
Ein 401 im Client heißt **Lizenz**, nicht Netzwerk. `UpdateCheckResult.Unauthorized`
unterscheidet beides; der Agent gibt `UNAUTHORIZED: …` aus und liefert
Rückgabewert 2.
Zum Abschalten die erzeugten `.htaccess`-Dateien in den Produktverzeichnissen
löschen. Sie entstehen beim nächsten Auslöser neu.
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## 17. Umstellung auf 2.9
Zwei Dinge kommen dazu: ein Hardwarekey als zweite Stufe der WebUI-Anmeldung
und die Roadmap-Tafel. Nur das Erste braucht Aufmerksamkeit — beim Zweiten
kann nichts schiefgehen, was sich nicht durch Neuladen beheben ließe.
### 17.1 Die Reihenfolge, und warum sie zählt
```
1. Deployment
2. Migration 019 ausführen
3. Anmelden, Hardwarekey registrieren
4. Notfalltoken erzeugen und ausdrucken
```
**Die Pflicht zum zweiten Faktor hängt daran, ob ein Schlüssel registriert
ist — nicht an einem Schalter.** Das ist Absicht und der Grund, warum diese
Reihenfolge ungefährlich ist: Solange kein Schlüssel hinterlegt ist, läuft die
Anmeldung genau wie vorher. Ein Schalter, den man vor der Registrierung
umlegt, hätte die entgegengesetzte Eigenschaft.
Nach Schritt 3 ist das Passwort allein nicht mehr genug. Deshalb gehört
Schritt 4 unmittelbar dahinter und nicht auf die Liste für nächste Woche.
### 17.2 Der Schlüssel gilt nur für eine Adresse
Ein auf `dc.mhdf.de` registrierter Yubikey funktioniert auf
`dc-dev.mhdf.de` **nicht**, und umgekehrt. Das ist keine Einschränkung der
Umsetzung, sondern der Kern des Verfahrens: Genau deshalb läuft ein
Anmeldeversuch auf einer nachgebauten Seite ins Leere. Auf beiden Instanzen
also je einmal registrieren.
Registriert wird unter **System → 👤 Benutzer → Meine Hardwarekeys**.
Registrieren Sie zwei, wenn Sie zwei haben — der Notfalltoken ist der
Ersatzweg, nicht der zweite Schlüssel.
### 17.3 Der Notfalltoken
Fünf Gruppen zu vier Zeichen, **einmalig** bei der Erzeugung angezeigt. In der
Datenbank liegt nur ein Hash; wer sie liest, hält damit keinen Zweitschlüssel
in der Hand. Er gilt für **genau eine** Anmeldung und ist danach verbraucht —
die Meldezeile sagt es Ihnen.
Beim Eintippen zählen nur Buchstaben und Ziffern. Bindestriche und
Groß-/Kleinschreibung sind gleichgültig.
### 17.4 Wenn Schlüssel *und* Notfalltoken weg sind
Dann hilft nur die Datenbank. Der Weg zurück ist, die Schlüssel des Kontos zu
entfernen — danach genügt wieder das Passwort allein:
```sql
DELETE FROM dc_user_credentials
WHERE user_id = (SELECT id FROM dc_users WHERE username = '<name>');
```
### 17.5 Konto umbenennen
**System → 👤 Benutzer** kann jetzt auch den Anmeldenamen ändern. Registrierte
Hardwarekeys hängen an der Konto-ID und überstehen das; offene Sperrfenster des
alten Namens werden dabei aufgeräumt.
### 17.6 Was sich an der API ändert
- Sitzungsauthentifizierte **Schreibzugriffe** auf die API verlangen jetzt ein
CSRF-Token (`csrf_token` im Rumpf oder der Kopf `X-CSRF-Token`).
Token-Clients — Agenten, MCP-Adapter, `scripts/dc.py` — sind **nicht**
betroffen: Sie schicken keinen Cookie. Betroffen sind nur eigene Skripte,
die sich auf eine WebUI-Sitzung stützen.
- `roadmap_rank` gilt **projektweit**, nicht je Bereich (#177). `move` sucht
den Nachbarn entsprechend ohne Bereichsfilter, und `reorder` zählt nicht mehr
je Bereich bei 10 neu durch, sondern vertauscht nur die Ränge, die die
genannten Einträge ohnehin halten. Wer bisher je Bereich ab 10 vergeben hat,
sollte die Reihenfolge einmal durchsehen.
### 17.7 Prüfen, ob alles läuft
- [ ] Anmeldung mit Passwort führt auf die zweite Stufe
- [ ] Hardwarekey schließt sie ab
- [ ] Notfalltoken schließt sie ebenfalls ab und ist danach verbraucht
- [ ] Roadmap → 🧭 Tafel zeigt Spalten, Spuren und Kärtchen
- [ ] Ein Klick auf ein Kärtchen öffnet das Panel, Kommentieren funktioniert
- [ ] `python tests/e2e/run.py` gegen die Testinstanz: alles grün
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## 18. Umstellung auf 2.9.2 — nur echte Hardware als zweiter Faktor
### 18.1 Worum es geht
Seit 2.9.0 verlangt die Anmeldung einen Hardwarekey. Was sie *nicht* verlangte,
war, dass es wirklich Hardware ist: Ein Passkey aus einem Passwortverwalter
(1Password, Bitwarden, iCloud, Google) ließ sich ebenso registrieren wie ein
Yubikey. Für das Deploymentcenter selbst ist das hinnehmbar. Wo ein
Sicherheitsprotokoll ausdrücklich Hardware fordert, ist es der Unterschied
zwischen einer Regel und einem Wunsch.
Zwei Dinge, die *wie* eine Prüfung aussehen und keine sind — beide waren in
2.9.0 bereits gesetzt:
- `authenticatorAttachment: "cross-platform"` steuert, was der Browser
**anbietet**. Ein Passwortverwalter meldet sich ebenfalls als
cross-platform.
- `response.authenticatorAttachment` setzt der **Client**, und der Client ist
genau die Instanz, gegen die sich hier nichts beweisen lässt.
Was trägt, ist die Attestation: Der Authenticator unterschreibt bei der
Aufnahme mit einem Schlüssel, der ab Werk in seinem Sicherheitselement liegt
und es nie verlässt. Das zugehörige Zertifikat muss auf eine hinterlegte
Herstellerwurzel ketten.
**Ein Zertifikat allein genügt nicht.** Jeder kann sich eines ausstellen, es
„Yubico U2F EE“ nennen, die AAGUID eines echten YubiKey 5 eintragen und sauber
unterschreiben. Genau dieser Fall wurde nachgebaut und gegen den Server
gefahren: Er wird abgewiesen — an der **Kette**, nicht an der Signatur. Was
Software nicht herstellen kann, ist eine Kette, die bei Yubicos Wurzel endet.
### 18.2 Migration
```bash
php cli/migrate.php # oder System → 🗄️ DB Migration im WebUI
```
Migration 021 ergänzt `dc_user_credentials` um `attested`, `attestation_fmt`,
`attestation_ca` und `attestation_root`. Sie setzt **keine** Regel — ohne
Umstellen bleibt das Verhalten von 2.9.1.
### 18.3 Die drei Stufen
| Stufe | Aufnahme neuer Schlüssel | Anmeldung mit vorhandenen |
|---|---|---|
| `off` | jeder Authenticator | alle |
| `register` | nur mit Herstellernachweis | alle |
| `strict` | nur mit Herstellernachweis | nur nachgewiesene |
Einzustellen unter **System → 👤 Benutzer → 🛡️ Welche Schlüssel zugelassen
sind**.
### 18.4 Der Weg nach `strict` — in dieser Reihenfolge
> **Alle vor 2.9.2 registrierten Schlüssel gelten als nicht nachgewiesen —
> auch echte Yubikeys.** Das ist keine Vorsicht, sondern eine Tatsache des
> Standards: Bei `attestation: "none"` ersetzt der **Browser** die
> Gerätekennung durch Nullbytes, bevor der Server sie zu sehen bekommt. Es gab
> also nie eine Herkunft, nicht einmal eine ungeprüfte.
1. Stufe auf **`register`** stellen.
2. Den Hardwarekey **einmal neu aufnehmen**. In der Liste muss danach
*🔒 Hardware* stehen, mit der erreichten Wurzel.
3. Den alten, nicht nachgewiesenen Eintrag entfernen.
4. Erst jetzt auf **`strict`**.
Schritt 4 wird abgelehnt, solange das eigene Konto keinen nachgewiesenen
Schlüssel hat — eine Einstellung, die sich selbst aussperrt, ist keine
Einstellung, sondern eine Falle.
### 18.5 Wenn doch etwas klemmt
- **Der Browser fragt nach Marke und Modell.** Das ist der sichtbare Preis von
`attestation: "direct"` und kein Fehler. Wer ablehnt, liefert keine
Attestation und wird abgewiesen.
- **Ausgesperrt.** Der Notfalltoken funktioniert unabhängig von der Regel.
Danach unter System → Benutzer die Stufe zurückstellen.
- **Ganz ohne WebUI:**
```sql
DELETE FROM dc_settings WHERE skey = 'webauthn_hardware_policy';
```
Fehlt der Eintrag, gilt wieder `off`.
### 18.6 Andere Hersteller als Yubico
Mitgeliefert sind die drei FIDO-Wurzeln von Yubico
(`src/Core/Webauthn/roots/yubico.pem`). Weitere Wurzeln in der `config.php`:
```php
'security' => [
'webauthn_root_files' => ['/etc/dc/solokeys.pem'],
],
```
Bewusst dort und nicht im WebUI: Eine Vertrauenswurzel über dieselbe
Oberfläche austauschbar zu machen, die sie schützt, hieße die Prüfung dort
aushebelbar zu machen.
### 18.7 Prüfen, ob alles läuft
- [ ] Migration 021 ist durch (Spalte `attested` in `dc_user_credentials`)
- [ ] Stufe `register`: Der Yubikey wird aufgenommen und zeigt *🔒 Hardware*
- [ ] Stufe `register`: Ein Passwortverwalter wird mit einer Meldung abgewiesen,
die den Grund nennt
- [ ] `strict` lässt sich **nicht** einschalten, solange kein nachgewiesener
Schlüssel am eigenen Konto hängt
- [ ] Nach `strict`: Anmeldung mit dem Yubikey funktioniert weiter
- [ ] `python tests/e2e/run.py --gruppe hardware`: alles grün
---
## 19. Umstellung auf 2.9.3 — Ergebnis der Sicherheitsbegutachtung
### 19.1 Was gefunden wurde
Die WebAuthn-Zeremonie selbst war in Ordnung. Der zweite Faktor ließ sich
trotzdem umgehen — **nicht in der Zeremonie, sondern daneben**:
| Weg | Was möglich war |
|---|---|
| `/api/setup/v1/login` | Passwort allein genügte für ein `setup:install`-Token — der Endpunkt prüfte `totp_secret`, eine Spalte, die kein Anmeldeweg auswertet |
| Datenbankfehler | `secondFactorRequired()` fing jedes `Throwable` und antwortete „kein zweiter Faktor" — ein Lock-Timeout schaltete die Anlage still auf Passwort-allein |
| Übernommene Sitzung | Konnte einen eigenen Hardwarekey registrieren, Notfalltokens ausstellen und die Regel abschalten — ohne eine einzige erneute Bestätigung |
Der rote Faden: Ein zweiter Faktor ist nur so stark wie der **schwächste Weg
zum Konto**. Zwei der drei Befunde waren Stellen, an denen ein Kommentar eine
Zusicherung behauptete, die der Code nicht einlöste.
### 19.2 Vor dem Deployment prüfen
> **`app.url` muss in der `config.php` gesetzt sein.**
`rpId()` und `expectedOrigin()` leiten sich nicht mehr aus dem Host-Header ab —
aus diesem Wert entstehen die beiden Anker, gegen die die ganze Zeremonie
geprüft wird. Fehlt `app.url` **und** `security.webauthn_rp_id`, wird der
Hardwarekey abgewiesen.
```bash
curl -s https://dc.mhdf.de/api/health | grep -o '"webauthn_anchor":{[^}]*}'
```
`"ok":true` — alles in Ordnung. `"ok":false` — vor dem Deployment eintragen:
```php
'app' => ['url' => 'https://dc.mhdf.de'],
```
### 19.3 Migration
```bash
php cli/migrate.php # oder System → 🗄️ DB Migration
```
Migration 022 ergänzt `dc_users.session_epoch`. Bestehende Anmeldungen bleiben
gültig — eine Sicherheitsverbesserung, die im Moment ihrer Einführung alle
Angemeldeten hinauswirft, wird beim nächsten Mal abgeschaltet.
### 19.4 Was sich im Arbeitsablauf ändert
- **Nach 30 Minuten Untätigkeit wird die Sitzung gesperrt**, nicht beendet.
Der Sperrbildschirm öffnet mit dem **Passwort allein** — der Hardwarekey
wird erst bei einer neuen Anmeldung wieder verlangt.
- **Fünf Aktionen verlangen eine Bestätigung**, wenn die letzte
Authentifizierung über zehn Minuten zurückliegt: Passwort setzen,
Notfalltoken ausstellen, Hardwarekey aufnehmen oder entfernen, die
Hardwarekey-Regel umstellen. Es erscheint derselbe Sperrbildschirm.
- **Ein Passwortwechsel beendet alle anderen Sitzungen** des Kontos. Die
eigene bleibt bestehen.
- **Die Anmeldung nennt keine Gründe mehr.** Falscher Name, falsches Passwort,
deaktiviertes und gesperrtes Konto ergeben dieselbe Meldung. Die Wartezeit
steht darin, der Grund nicht — gesperrt wird nur, was existiert, und eine
eigene Meldung dafür bestätigte die Existenz des Namens.
### 19.5 Was Sie selbst erledigen müssen
- [ ] **Rocket.Chat-Passwort rotieren.** In `config/config.example.php` stand
ein echt aussehendes Passwort — die Beispieldatei liegt im Repository,
und damit lag es dort auch. Ersetzt durch `''`; der Wert kommt jetzt aus
`DC_RC_PASS`.
- [ ] **`verify_ssl` prüfen.** Die Vorgabe der Beispieldatei stand auf
`false` und steht jetzt auf `true`. Wer den alten Wert übernommen hat,
prüfte Zertifikate nicht.
- [ ] **Installationskonto anlegen**, falls Sie die Setup-API mit einem
Administratorkonto benutzt haben. Rolle `installer`, unter System →
Benutzerkonten.
- [ ] **Notfalltoken erneuern**, wenn er älter als 180 Tage ist. Er läuft
jetzt ab; die Oberfläche zeigt die Restlaufzeit.
### 19.6 Was bewusst offen bleibt
| Punkt | Warum nicht jetzt |
|---|---|
| CSP ohne `'unsafe-inline'` | Verlangt das Herauslösen von 93 Inline-Handlern und mehreren tausend Zeilen Inline-Skript aus `index.php`. Ein eigenes Vorhaben, kein Header. **Bis dahin schützt die CSP nicht gegen XSS** — sie schützt gegen fremde Skriptquellen, Einbettung und umgebogene Formularziele. |
| Rollenmodell im WebUI | `ApiAuth` gibt einer Session jeden Scope ohne Prüfung; jeder WebUI-Benutzer ist Volladministrator. Ein echtes Berechtigungsmodell ist ein Vorhaben für sich. |
| Document Root | Der gesamte Quellbaum inklusive `config/` hängt am Web und wird von `mod_rewrite` plus Verzeichnis-`.htaccess` gehalten. Richtig wäre `public/` als Root — das ist eine Änderung an der Hosting-Konfiguration, nicht am Code. |
### 19.7 Prüfen, ob alles läuft
- [ ] `/api/health` → `checks.webauthn_anchor.ok` ist `true`
- [ ] Anmeldung mit Passwort und Hardwarekey funktioniert
- [ ] `curl -I https://dc.mhdf.de/login.php` zeigt
`Strict-Transport-Security` und `Content-Security-Policy`
- [ ] `curl -I http://dc.mhdf.de/login.php` antwortet mit `301` auf `https://`
- [ ] Setup-API mit einem Administratorkonto → `403 installer_account_required`
- [ ] `python tests/e2e/run.py` gegen die Testinstanz: alles grün